Sie ist die Frau, der man nachsagt, dass sie kein Glück in der Liebe hat. Diejenige, die ihr Leben allein regelt: Die Frau ohne Begleitung. Als die Autorin feststellt, dass auch sie so eine geworden ist – ein weiblicher Langzeit-Single – ist die Erkenntnis ein Schock. Dann eine Befreiung. Und ein Ansporn, nicht nur für eine schonungslose Selbsterkundung, sondern auch für eine überfällige Spurensuche. Welche Zeugnisse hat die Frau ohne Begleitung in Literatur und Pop hinterlassen? Und wie könnte ihre Zukunft aussehen? Leidenschaftlich und eigensinnig führt Katja Kullmann uns zu einer radikalen Neubewertung der alleinstehenden Frau.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Buechermango
4/5
09.02.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Kluge Gedanken zu einem wichtigen Thema
Glücklich ohne Beziehung? Und wie! sagt Autorin Katja Kullmann. Die Singuläre Frau hat einen schlechten Ruf. Von Außen scheint jede beurteilen sie können, wie es ihr geht und was ihr im Leben fehlt.. Die Sehnsucht nach der großen Liebe und die Gewohnheit einer Beziehung sind für unsere Gesellschaft immer noch das Ideal. Das lässt sich so einfach aber natürlich nicht über alle stülpen, trotzdem wird die Singuläre Frau noch immer häufig bemitleidet und muss sich übergriffigen Fragen stellen. Dabei sind Frauen, die nie geheiratet und Kinder bekommen haben sogar die gesündeste und glücklichste Bevölkerungsgruppe.
Katja Kullmann hat kurz vor ihrem 50 Geburtstag überrascht festgestellt, das sie genau das geworden ist, was sie sich lange nicht vorstellen konnte: Ein ‚Langzeit-Single‘. Das erste Unbehagen verfliegt aber schnell, denn sie fühlt sich wohl mit ihrem Leben. Besonders schlechte Erfahrungen hat sie in ihren früheren Beziehungen nicht gemacht, aber doch immer wieder gemerkt, dass sie ohne diese Männer glücklicher war. Sie erzählt davon, viel Zeit für sich zu brauchen und ungern aus ihren eigenen Strukturen auszubrechen und schwärmt von ‚temporärer Unerreichbarkeit‘. Sie selbst kann mit dem Begriff Single für sich nichts anfangen, zu suchend klingt er ihr. Auch wenn sie sagt ‚Sag niemals nie‘, kann sie sich eine Beziehung eher nicht vorstellen.
Trotzdem lässt sie das Thema nicht los. In Die Singuläre Frau geht sie auf eine aufregende Reise, reflektiert sich selbst und ihre Vergangenheit, aber auch unsere Gesellschaft. Neben ihrer eigenen Geschichte erzählt sie die vieler anderer Singulärer Frauen. Dabei geht es ihr nicht darum, einen Lebensentwurf als besser oder schlechter darzustellen, sondern darum, dass das Leben ohne romantische Beziehung nicht weniger wert ist.
Zwischen persönlichen Anekdoten finden sich immer wieder historische Einordnungen. Sie arbeitet auf, wie Singuläre Frauen früher gelebt hat und vergleicht die Umstände mit der heutigen Zeit. Auch popkulturelle Themen fließen häufig ein, so spricht sie auch über das Lied ‚Single Ladies‘ von Beyoncé und erklärt, warum es nicht die Single Hymne ist, für das es gefeiert wird.
Ich habe durch Die singuläre Frau einiges gelernt und in dankbar für diese Perspektive. Ich habe das Buch übrigens gehört, Anna Maria Mühe hat ihr einen wirklich guten Job gemacht. Ich fand es sehr angenehm, ihr zuzuhören. Ich muss sagen, dass ich nicht allen Ansichten von Katja Kullmann zustimmen würde, fand es aber sehr interessant, ihren Ausführungen zu lauschen. Viele der Themen habe ich direkt mit Freund*innen ausführlich ausdiskutieren müssen.. :D
Leider fand ich ihren Ton manchmal etwas von oben herab und einseitig. Zu lange am Stück konnte ich das Hörbuch nicht hören, dennoch bin ich sehr froh, es gehört zu haben und dankbar, für diese klugen, witzig formulierten Gedanken.
Das Buch wird nicht jede*n überzeugen, aber das will es auch gar nicht. Wenn ihr offen für andere Perspektiven seid, oder euch hier sehr gesehen fühlt, kann es euch einige Erkenntnisse geben. Katja Kullmann spricht davon, wie wichtig es für (junge) Frauen ist, gute Vorbilder zu haben, um den eigenen Selbstwert nicht von einem Mann abhängig zu machen und ich glaube, dass sie genau so ein Vorbild sein kann. Für mich ein sehr interessantes Buch, über das man lange sprechen und nachdenken kann.
Cha
aus Baden-Baden
3/5
06.03.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Teils etwas lang und wiederholend, aber interessantes Thema
Klappentext:
Allein lebende Frauen, so zahlreich sie auch sind, werden nach wie vor gesellschaftlich stigmatisiert. Indem sie sich auf Spurensuche in Geschichte, Politik, Literatur und Pop begibt, zeigt Katja Kullmann, was die „Singuläre Frau“ schon immer war: Vorreiterin der Moderne, Wegbereiterin feministischer Diskurse und unabhängige Entscheiderin. In einer Mischung aus Selbsterkundung und soziologischer Studie plädiert die Autorin für eine radikale Neubewertung der alleinstehenden Frau.
Meinung:
Ein Thema, über das man viel zu wenig liest und über das ich bisher noch nie so konkret gelesen oder nachgedacht hatte. Genau deswegen fand ich es anfangs auch so spannend, denn dadurch war auch viel Neues dabei, das ich noch nicht wusste, nie bedacht hatte oder neue Perspektiven und Denkanstöße. Was mir auch sehr gut gefallen hat, was das Hörbuch, durchweg fand ich es angenehm zuzuhören und gut vertont.
Allerdings fand ich an einigen Stellen den Inhalt etwas gestreckt, es kam mir teils lang und wiederholend vor und schon vor der Hälfte dachte ich mir bei manchen Kapiteln, das ich das meiste davon doch jetzt irgendwie schon vorher im Buch gehört hatte. Die Anekdoten aus dem Leben, die zwischendurch eingebaut waren, fand ich teils hilfreich und erfrischend, teilweise aber auch einfach zu lang und sie haben vom eigentlichen abgelenkt.
Definitiv also ein interessantes Buch, das richtig gut vertont war, aber auch seine Längen und Wiederholungen hatte.
Bewertung
5/5
04.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die singuläre Frau - ein Lesegenuss
Ein großartiges, ehrliches, differenziertes und wunderbar humorvoll geschriebenes Buch, frei von jedem Moralisieren und Schönreden. Katja Kullmann ist eine Frau die in der Jetztzeit lebt und davon braucht es viel(e) mehr. Mit Witz und Selbstironie, mit Haltung und Stärke knöpft sie sich die alten Hüte vor, ohne zu verheimlichen, dass auch sie nicht davor gefeit ist, sich hin und wieder so einen Hut aufzusetzen bzw. aufgesetzt zu haben.
Spritzig, ausgezeichnet recherchiert und mit sehr interessanten geschichtlichen Bezügen. Dieses Buch hat mich inspiriert, noch mehr meine "alten Hüte" mit Genuss auszusortieren.
Den Begriff "Solistin", habe ich in mein Vokabular aufgenommen.
Eine Bereicherung dieses Buch gelesen zu haben.
oOoLeoOo
aus Münster
5/5
24.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Ovation an die Sing(u)l(ä…
Eine Ovation an die Sing(u)l(är)e Frau In diesem Essay, ihrem 5. Buch, widmet Katja Kullmann der alleinstehenden Frau ein Buch voller Witz, Scharfsinn und Wiedererkennungsmomenten und gibt ihr einen neuen Namen: „die singuläre Frau“. Unabhängig, missachtet, oft ärmer als der Durchschnitt aber auch zufriedener und in den meisten Fälle überhaupt nicht einsam, so beschreibt sie die singuläre Frau heutzutage. Mit vielen Quellenbelägen schreibt sie über die Entstehung des Phänomens der alleinstehenden Frau und über ihren Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft. Es geht ihr dabei nicht um die Verteufelung des Mannes sondern um eine kritische Haltung gegen die gesellschaftliche Erwartung, dass nur eine vergebene Frau eine glückliche (und in manchen Auffassungen auch vollwertige) Frau sein kann. Nachdem man dieses Buch gelesen hat sollte jedem klar sein, dass es in den meisten Fällen kein Grund dazu gibt, die Singles im Bekanntenkreis mit der Monsterfrage, wie Frau Kullman sie taufte, „Wieso bist du nicht verheiratet?“ zu belästigen. Frau Kullmann schlägt als Antwort die Gegenfrage „Wieso bist du nicht schlank?“ vor oder alternativ, an eine Pärchen gerichtet und mit viel Erstaunen vorgetragen: „Was mich die ganze Zeit schon interessiert, ich hoffe, ich trete Ihnen nicht zu nah, aber: Sind Sie fest zusammen? Ehrlich? Wie kommt das denn? Das passt gar nicht zu Ihnen. Was glauben Sie denn woran es liegt? Man wird ja wohl noch fragen dürfen, wer wird denn gleich einschnappen?“ Empfehlenswert für alle Singles, die doch ab und zu mit dem Singledasein hadern, wenn auch nur auf Grund der gesellschaftlichen Erwartungen und nicht aus sich selbst heraus, sowie für alle Männer die glauben, sie wären ein Must-Have für jede Frau.
Bewertung
5/5
24.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Ovation an die Sing(u)l(är)e Frau
In diesem Essay, ihrem 5. Buch, widmet Katja Kullmann der alleinstehenden Frau ein Buch voller Witz, Scharfsinn und Wiedererkennungsmomenten und gibt ihr einen neuen Namen: „die singuläre Frau“. Unabhängig, missachtet, oft ärmer als der Durchschnitt aber auch zufriedener und in den meisten Fälle überhaupt nicht einsam, so beschreibt sie die singuläre Frau heutzutage. Mit vielen Quellenbelägen schreibt sie über die Entstehung des Phänomens der alleinstehenden Frau und über ihren Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft. Es geht ihr dabei nicht um die Verteufelung des Mannes sondern um eine kritische Haltung gegen die gesellschaftliche Erwartung, dass nur eine vergebene Frau eine glückliche (und in manchen Auffassungen auch vollwertige) Frau sein kann. Nachdem man dieses Buch gelesen hat sollte jedem klar sein, dass es in den meisten Fällen kein Grund dazu gibt, die Singles im Bekanntenkreis mit der Monsterfrage, wie Frau Kullman sie taufte, „Wieso bist du nicht verheiratet?“ zu belästigen. Frau Kullmann schlägt als Antwort die Gegenfrage „Wieso bist du nicht schlank?“ vor oder alternativ, an eine Pärchen gerichtet und mit viel Erstaunen vorgetragen: „>>Was mich die ganze Zeit schon interessiert, ich hoffe, ich trete Ihnen nicht zu nah, aber: Sind Sie fest zusammen? Ehrlich? Wie kommt das denn? Das passt gar nicht zu Ihnen. Was glauben Sie denn woran es liegt? << Man wird ja wohl noch fragen dürfen, wer wird denn gleich einschnappen?“
Empfehlenswert für alle Singles, die doch ab und zu mit dem Singledasein hadern, wenn auch nur auf Grund der gesellschaftlichen Erwartungen und nicht aus sich selbst heraus, sowie für alle Männer die glauben, sie wären ein Must-Have für jede Frau.
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5/5
20.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Betrachtungen über Menschen jenseits von Partnerschaften
Es ist schwierig, das Thema des Buchs einfach zu greifen, ohne es negativ klingen zu lassen - "Frauen ohne Beziehung", "Frauen außerhalb von Beziehungen", "alleinstehende Frauen" - es schwingt immer ein Mangel mit, den Katja Kullmann explizit verneint. Das finde ich spannend, denn so zusammengetragen habe ich das Thema Singularität, wie Kullmann es benennt, noch nie aufbereitet gesehen.
Es geht ihr explizit um eine weibliche Perspektive. Sie ist eine Cis-Frau und schreibt aus diesem Blickwinkel, und mein Blick ist natürlich ein anderer. Ich lebe seit fast 20 Jahren in einer Fernbeziehung, habe aber auch männliche Langzeitsingles um mich, sodass ich die "hast einfach noch nicht den richtigen getroffen" oder "wie kommt es, dass jemand wie Du noch Single ist"-Attitüde auch in Bezug auf Männer kenne. Nicht dass ich dadurch Kullmanns Leistung schmälern möchte. Ich teile nur nicht jede ihrer Ansichten.
Ansonsten ist es aber ein spannend recherchiertes Buch über ein Thema, das in den meisten Fällen als Übergangsphase begriffen wird. Und das ist natürlich auch für alle Beziehungsmenschen legtitim. Das Buch ist kein Manifest, dass nur eine Single-Frau eine glückliche Frau ist. Dass aber ein Leben jenseits von Beziehungen auch ein Status sein kann, den man nicht ändern will, ist eine Sache, die dieses Buch spannend aufbereitet und die mehr Lobby verdient, um weniger Leute in die beständige Notwendigkeit zu stoßen, sich erklären zu müssen.
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4/5
25.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch voller feministischer...
Ein Buch voller feministischer Ansichten und wichtiger Erkenntnisse rund um weibliche Einsamkeit und gewähltes Alleinsein. Die Autorin drückt sehr gut ihre Ansichten zum Thema "Alleinstehende Frauen" aus und zeigt auf, dass diese "Einsamkeit" auch selbst gewählt sein kann.
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