Der Himmel über Sachsen - Weltkriege, Widerstand, Wiederaufbau
Als Offizier des militärischen Geheimdienstes beim Oberkommando der Wehrmacht wird Walther Hultsch im Zweiten Weltkrieg auf einen Einsatz geschickt, der ihn quer durch Europa führt. Während dieser Zeit wird der amerikanische Geheimdienst auf ihn aufmerksam, in dessen Unterlagen Walther unter anderem als sehr fähiger Mann bezeichnet wird. 1934 knüpft er mithilfe seiner Verbindungen zum sächsischen Königshaus Kontakte zum Widerstand gegen Hitler. So stand er schließlich in engem Austausch mit denjenigen, die am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler ausübten.
Als Freund des Kronprinzen von Sachsen und Dezernent für Kunst und Kultur half Walther Hultsch im Stillen denjenigen, die unter der nationalsozialistischen Diktatur litten. Wo er nur konnte, setzte er sich für Verfolgte und Geächtete des Regimes ein.
Die Biografie basiert auf über 300 Seiten Tagebucheinträgen und Unterlagen von Walther Hultsch. Sie handelt von seinem Wirken beim Widerstand und seinem Leben als Spionage-Abwehr-Spezialist. Einen besonderen Einblick bietet das Buch auch auf sein von Kunst, Musik und Kultur geprägtes Privatleben.
Erleben Sie mit Der Himmel über Sachsen die bewegende Geschichte eines stillen Widerständlers, der zwei Weltkriege überlebte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
FrauLenaH.
5/5
21.03.2023
Hörbuch-Download
Eine wirklich tolle Lebensgeschichte, die sehr gut als Hörbuch umgesetzt worden ist
Über seine Kindheit, Schul- und Studienzeit wird der Lebensweg von Walther beschrieben, der sich für eine laufbahn als Verwaltungsjurist entscheidet und als Freiwiliger in den Ersten Weltkrieg zieht. Hier lernt er Kronprinz Georg kennen, mit dem er freundschaftlich verbunden bleibt. Über ihn und seine Brüder hat walther Kontakt zum Widerstand. Die schweren Jahre übersteht er durch sein Interesse an Literatur, Kunst und Kultur. Hierbei lernt er bekannte Künstler kennen. Im Zweiten Weltkrieg wird er bei der Spionageabwehr eingesetzt. Hier waren die Leute im militärischen Widerstand, zu denen er engen Kontakt hat. Die zerstörung Dresdens erlebt er aus der Ferne, was die Familie besaß ist vernichtet. Eine wirklich gute und interessante Geschichte, die Hajo Mans ganz prima erzählt.
Gabriela
aus Leopoldshöhe
5/5
19.08.2022
Buch (Taschenbuch)
Stiller Held
Der Autor Wolfgang Hultsch hat im Zuge von Aufräumarbeiten das ausführlich geschriebene Tagebuch seines Großvaters gefunden und gelesen. Danach hat er sich entschlossen, dass nicht nur seine Familie, sondern auch eine weitere, große Gruppe von Menschen, an diesem einmaligen Dokument teilhaben sollten. Die Geschichte beginnt Ende des 19. Jahrhunderts und geht weit bis ins 20. Jahrhundert hinein. Der Autor hat für die Leserschaft das Tagebuch wie ein Roman verfaßt, so dass man sich beim lesen mitten im Geschehen befindet. Es umfasst die Zeiten der Weimarer Republik, den ersten und den zweiten Weltkrieg sowie die Zeiten dazwischen. Dr. Karl Walter Hutsch waren religiöser Mensch, der Gewalt verabscheute. Und doch ist auch er bei den Kriegen an der Front gewesen. Heimlich war er auch an Aktionen gegen Hitler beteiligt und hat sich für das überleben von Juden eingesetzt. Auch nach den Kriegen hat er seine Position genutzt, um zu helfen.
Für mich hat dieses Buch einen neuen, mir unbekannten Einblick in die deutsche Vergangenheit gewährt. Es war äußerst interessant, die Wort eines Zeitzeugen und dessen Ansichten dazu zu lesen. Auch gab es einen Einblick in das private Familienleben. Wer sich wie ich für diese Zeit interessiert, sollte dieses Buch lesen.
Bewertung
aus Cottbus
5/5
09.08.2022
Buch (Taschenbuch)
Sehr spannend und voller Emotionen
Mein Fazit :
In der Zeit des Nationalsozialismus gab es viele " Stille Helden " , die Menschen gerettet haben ohne sich dafür in den Vordergrund zu stellen. Oder dafür einen Dank zu erwarten. Es gab viele Menschen, die ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben um zu helfen. Z. B. Jüdische Menschen vor dem KZ zu retten. Es gibt immer weniger Zeitzeugen die darüber berichten können, da sie schon gestorben sind. Aber es gibt Angehörige die das Andenken derer hoch halten und wir diese " Helden " dadurch kennenlernen dürfen.
" Der Himmel über Sachsen " ist so ein Epos. Eine Biografie über einen ganz besonderen Menschen , der geholfen hat wo er konnte . Ohne auf sein eigenes Leben Rücksicht zu nehmen.
Walther Hultsch erlebt beide Weltkriege nahezu unbeschadet. Nur seine Seele hat gelitten und das liest man auf jeden Fall heraus. Er erkennt die Sinnlosigkeit des Krieges und erhofft sich durch das Attentat auf Hitler endlich Frieden. Wir wissen ja wie es ausging. Demzufolge unterstützt er den Widerstand...... Ich finde ihn einen starken Charakter : sehr mutig , sehr sympathisch und sehr familiär . Beeindruckend ist wie er mit den schlimmen Erlebnissen im Krieg umgegangen ist und das Erlebte verarbeitet hat.
Ich finde diese Biografie sehr eindrucksvoll, sehr berührend und bewegend zugleich.Mich hat die Geschichte emotional sehr mitgenommen und sie wird mich noch lange beschäftigen .
Ein tolles Buch was man unbedingt gelesen haben sollte.
Bewertung
4/5
16.08.2022
Buch (Taschenbuch)
Dr. Karl Walther Hultsch
Der Himmel über Sachsen
Weltkriege , Widerstand, Wiederaufbau
Von Wolfgang Hultsch
Der Autor ist der Enkel von Dr. Karl Walther Hultsch über den es in der Biografie geht.
Geboren im 19 Jahrhundert hat er in beiden Weltkriegen Militärdienst geleistet. Eine sehr Intressante Biografie zu lesen. Es ist eindrucksvoll was dieser Mann alles erlebt und überlebt hat.
Es hat immer wider Intressante Bilder die einen eintauchen lässt in das Leben von Walther Hultsch.
Von mir gibt es 4 von 5 Sterne
Bewertung
aus Quickborn
4/5
06.08.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein interessantes deutsches Leben
Wie schreibt man über seinen Großvater? Wolfgang Hultsch hat das große Glück, die Tagebuchaufzeichnungen seines Großvaters zu besitzen, immerhin über 300 Seiten, und er nimmt diese als Grundlage für sein Buch. Bereits vor einigen Jahren versuchte Wolfgang Hultsch, diese Aufzeichnungen zu verarbeiten und brachte 2015 und 2018 weniger umfangreiche Bücher heraus. In diesem Buch vereint er nun seine Erkenntnisse mit den Aufzeichnungen seines Großvaters zu einem umfangreicheren Werk. Es ist interessant zu verfolgen, wie sehr die Eindrücke auf Wolfgang Hultsch wirkten und immer noch wirken. Diese Großvater-Geschichte lässt ihn so leicht nicht los.
Der Großvater Walther Hultsch, 1890 geboren, wird also zum Ich-Erzähler und lässt den Leser tiefen Einblick nehmen in seine Familiengeschichte und seinen gesamten Lebenslauf.
Für mich ein spannender Einblick in eine Zeit und in bürgerliche Kreise, die ich nie kennengelernt habe. Diese Geborgenheit in der Familie strahlt nicht nur über die Kindheit und Jugend, sie bleibt bis zum Tode des Walther Hultsch wesentlicher Bestandteil seines Daseins. Und das ist sehr abwechslungsreich, gefährlich und auch schön. Dass Walther Hultsch zwei Weltkriege überlebt, ist schon ein großes Wunder, denn er war ja nicht gerade ein geschützter „Etappenhengst“, sondern mittendrin. Es zeugt nicht nur von echtem Lebens- und Durchhaltewille, sondern auch von einem sehr starken Charakter, dass er seine furchtbaren Erlebnisse auch verarbeiten konnte und nicht daran zerbrochen ist, wie viele andere Kriegsteilnehmer.
Wolfgang Hultsch verbindet die Aufzeichnungen des Großvaters mit vielen, von ihm vorrangig im Internet recherchierten Fakten zur deutschen Geschichte. Teilweise überlagern diese Anmerkungen jedoch die persönlichen Erinnerungen zu stark, so dass ich mich in einem Geschichtsbuch wiederfand. Vielleicht habe ich mich schon zu viel mit der deutschen Geschichte beschäftigt, deshalb sind oftmals die eingefügten Erklärungen und Zitate für mich etwas langatmig, denn viele Fakten sind mir bekannt. Das kann für andere Leser vollkommen gegensätzlich ausfallen.
Ich habe dieses Buch insbesondere lesen wollen, um etwas über die sogenannten „Stillen Helden“ zu erfahren, die während der Naziherrschaft das Leben von Juden und anderen in Lebensgefahr befindlichen Menschen gerettet haben. Da aber wurde ich ein wenig enttäuscht. Hier erfährt man wenig von den Aktivitäten, offenbar hat Walther Hultsch das in seinen Aufzeichnungen – wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen – ausgespart. Am wichtigsten war für mich in diesem Zusammenhang der Brief des Paul Paulsen, der sich für die Unterstützung bedankte. Wie diese Unterstützung des in Mischehe mit einer Jüdin lebenden Paulsen aber genau aussah, findet man nicht heraus. Auch die Kontakte, die Hultsch als Abwehroffizier nutzte und die Aktivitäten, die daraus erwuchsen, wurden nicht ausführlich beschrieben. Hier hätte ich mir zumindest eine konkrete Aktion gewünscht, die detailliert recherchiert und beschrieben worden wäre.
Nach Kriegsende wird Walther Hultsch sich vehement für den Wiederaufbau und Erhalt der Kirchen, besonders auch der Frauenkirche, im zerstörten Dresden einsetzen. Aus meiner Sicht eine Mammutaufgabe, insbesondere, wenn man das drangsalierende DDR-Regime betrachtet, dem jegliche Kirchenarbeit suspekt war. Schade, dass Walther Hultsch die neu erbaute und 2005 wiedereröffnete Frauenkirche nicht mehr selbst erleben konnte.
Mir gefällt im Übrigen der Umschlag des Buches sehr gut, das Portätfoto spricht mich ebenso an wie der Titel des Buches. Der Himmel über Sachsen kann so viel sein, er war immer über Walther Hultsch, egal ob mit romantischen Sonnenuntergängen, scharfem Winterlicht oder Phosphorbomben über Dresden. Der Himmel über Sachsen war seine schützende Decke über den Schultern, so habe ich es empfunden.
Das Abschlusskapitel „Aus der Geschichte lernen“ ist hochaktuell, gerade geschrieben, zeigt es so viele Parallelen auf. Kann der Mensch aus der Geschichte lernen? Man mag zweifeln angesichts des in der Ukraine tobenden Kriegs.
Ab und zu bin ich im Buch über willkürliche Seitenwechsel gestolpert, die eingestreuten Abbildungen sind ein wenig blass geraten und teilweise auch etwas klein.
Danke an Wolfgang Hultsch, das Buch hat meinen Horizont wieder etwas erweitert und meine Gedankenwelt sehr bereichert.
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