Der Glanz verlorener Zeiten

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2723

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Verkaufsrang

2723

Erscheinungsdatum

13.10.2022

Verlag

Dp Digital Publishers GmbH

Dateigröße

1688 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783987780059

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Liebe aus Vernunft?

Tschy am 21.11.2023

Bewertungsnummer: 2073497

Bewertet: eBook (ePUB)

Die junge Alice aus London wird zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg mit dem älteren und mürrischen Aubrey auf Wunsch ihrer Mutter verheiratet. Dieser Deal sichert der Mutter ihren *Klassenerhalt* in der Welt der Bälle, Empfänge usw. Alice hat es nicht leicht, ihr Mann scheint wenig Interesse an ihr als Frau zu haben und sagt ihr offen, dass er nichts dagegen hat, wenn sie sich Liebhaber zulegt. Alice steht immer wieder vor Herausforderungen als sie merkt, dass die aufrichtige Gefühle für Aubrey hat. Sie lernt in verschiedenen Ländern erst in Frankreich, dann in USA zu leben was immer unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringt. Aber auch Aubrey hat sein Päckchen zu tragen und langsam kommt Alice hinter sein Geheimnis, leider befinden wir uns nun mitten im zweiten Weltkrieg und die Situation ist kompliziert. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, es ist nie langweilig und zeigt, dass es auch in der Welt von Glamour und Glitzer nicht immer alles so einfach ist wie es zunächst scheint, ein gelungener Roman.
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Liebe aus Vernunft?

Tschy am 21.11.2023
Bewertungsnummer: 2073497
Bewertet: eBook (ePUB)

Die junge Alice aus London wird zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg mit dem älteren und mürrischen Aubrey auf Wunsch ihrer Mutter verheiratet. Dieser Deal sichert der Mutter ihren *Klassenerhalt* in der Welt der Bälle, Empfänge usw. Alice hat es nicht leicht, ihr Mann scheint wenig Interesse an ihr als Frau zu haben und sagt ihr offen, dass er nichts dagegen hat, wenn sie sich Liebhaber zulegt. Alice steht immer wieder vor Herausforderungen als sie merkt, dass die aufrichtige Gefühle für Aubrey hat. Sie lernt in verschiedenen Ländern erst in Frankreich, dann in USA zu leben was immer unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringt. Aber auch Aubrey hat sein Päckchen zu tragen und langsam kommt Alice hinter sein Geheimnis, leider befinden wir uns nun mitten im zweiten Weltkrieg und die Situation ist kompliziert. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, es ist nie langweilig und zeigt, dass es auch in der Welt von Glamour und Glitzer nicht immer alles so einfach ist wie es zunächst scheint, ein gelungener Roman.

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Spannend! Bewegend! Inspirierend! Am besten zwei Mal lesen!

Barbara Namor aus Krefeld am 17.04.2023

Bewertungsnummer: 1923966

Bewertet: eBook (ePUB)

>>>INHALT Um es gleich vorneweg festzustellen: Karen Elstes Roman ist ganz großes Wortkino, dem ich gern mehr als fünf Sterne gäbe. Nur so viel sei zum Inhalt gesagt: Eine junge Frau, Engländerin aus verarmtem Adel, heiratet kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit 21 den knapp doppelt so alten Aubrey, Franzose. Das Buch, in Bezug auf die Hauptdarstellerin eine Art Adoleszenzroman, beschäftigt sich u. a. mit den Fragen, was eine Ehe, was und wie Liebe sein bzw. sich manifestieren kann, hinterfragt dabei kritisch Rollenbilder und skizziert Neue. >>>WARUM SPANNEND? Ja, ich habe dieses Buch ausgesprochen schnell verschlungen. Es handelt sich bei dem Werk allerdings um alles andere als leichte Kost. Eher ungeeignet für schlichte Gemüter, die allerdings angesichts des flotten Handlungsflusses wahrscheinlich über die Tiefgründigkeit des Romans einfach hinweggezogen werden – ggf. ohne sie überhaupt zu bemerken. Die Sprache, die Karen Elste verwendet, ist nicht kompliziert. In prägnante, dicht gepackte Formulierungen steckt die Autorin jede Menge Inhalt(e). Die schnörkellos-treffende Wortwahl entspricht dabei vollkommen harmonisch der Hauptdarstellerin, die als „völlig frei von Koketterie“ beschrieben wird – dabei handelt es sich um ein Kompliment. Die gnadenlose Direktheit des Ausdrucks korrespondiert mit den Kriegszeiten, in denen die Handlung spielt, sodass der „dem Krieg so immanente Tod eine Ehrlichkeit hervorbringt, zu der wir im Frieden gar nicht fähig wären und auch keine Notwendigkeit ... sähen.“ Das mag jetzt so klingen, als ließe sich der Roman nur mit Mühe, also einer gewissen geistigen Anstrengung lesen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Handlung fließt mitreißend dahin, trägt auf ein französisches Weingut, einen englischen Landsitz, nach London, New York und an die nahe gelegene, damals noch provinzielle Ostküste der USA: Mühelos, weil neugierig und emotional angesprochen, habe ich die Ortswechsel gern mit vollzogen. Alice, die Hauptfigur des Romans, fühlt sich über weite Strecken ihres jungen Lebens so, als verstünde sie die Regeln, nach denen sie eine ihr unbekannt-unverständliche Rolle spielen soll, nicht: Tastend und suchend bemüht sie sich, die Grenzen auszuloten, zunächst, indem sie mit Konventionen als junges Mädchen bricht und so den eigenen Ruf ruiniert, wie man es damals nannte; im Anschluss an ihre Heirat ist ihr nicht klar, was ihr Ehemann von ihr erwartet. Ausgesprochen geschickt versteht es die Autorin, mich als Leser in all diese Unsicherheiten, Zweifel und Ungewissheiten ihrer Hauptdarstellerin mit hineinzuwerfen. Dadurch entsteht ein unwiderstehlicher Sog mitten in die Geschichte hinein, eine gewaltige Spannung beim Lesen, denn zumindest für mich fühlte es sich so an, als wäre ich selbst wieder 21, unerfahren, einigermaßen orientierungslos, ebenso emsig wie ziellos strampelnd wie ein Hamster im Laufrad, um festen Boden unter die Füße zu bekommen. Alice durchläuft im Verlauf des Plots eine hochinteressante individuelle Entwicklung vom Objekt zum Subjekt, während gleichzeitig die englische Gesellschaftsordnung, in die sie hineingeboren wurde, untergeht und der Text uns – sachlich vollkommen richtig – lapidar mitteilt: „Der Krieg wird auch die Frauen verändern.“ >>>WIE WIRKT DAS BUCH AUF MICH? Indem Aubrey seiner jungen Frau sagt: „Du gehörst mir nicht!“, und sie beispielsweise dazu auffordert, mit anderen Männern Sex zu haben, katapultiert er sie aus den ihr vertrauten Verhaltensnormen weit hinaus. Sie muss feststellen: „Aus der kleinen übersichtlichen Welt, die ich kannte, mit Regeln und Verstößen, deren Konsequenzen mir klar waren, ist etwas geworden, über das ich keine Übersicht mehr habe.“ Ihr Mann ermutigt sie, aus ihren zunächst nur privat unternommenen Schreibversuchen mehr zu machen, zu veröffentlichen. Ihr Lektor Blake beschreibt die Wirkung ihrer Texte auf ihn so: „Sie haben eine bedrückende Klarheit, die mich trifft, ohne dass ich sagen könnte, was es genau ist, was Sie in mir bewegen. Ich bleibe rastlos zurück und das gefällt mir.“ Ich teile Blakes Standpunkt: Die Lektüre macht mich unruhig, rückt – und das empfinde ich als wichtig – in den Fokus, dass es keine hundert Jahre her ist, dass es Frauen gab, die ganz darin aufgehen sollten, Gesellschaftsregeln zu befolgen, zu heiraten und neues Menschenmaterial für das bestehende System heranzuziehen, ohne auch nur ein Ei kochen, einen Wagen fahren oder einen Schlüssel im Schloss drehen zu können – die Schlüsselstellung in ihrem Leben nahm traditionsgemäß der Gatte ein oder die Haushälterin. Gute Bücher unterhalten. Sehr Gute, wie dieses, geben den Anstoß zu einer Reflexion, weil sie unter die Haut gehen: Die Möglichkeiten, die mir heute offenstehen, sind u. a. das Erbe des Aufbruchs der o. g. Frauen ins Ungewisse jenseits der Zäune der Konventionen, in die sie hineingeboren wurden. Was bin ich ihrem Pioniergeist, ihren Opfern im unwirtlichen sozialen Neuland schuldig? Wie stark ist immer noch der Einfluss von unterschwellig transportierten Rollenmodellen, die die letzten 85 Jahre still und leise überstanden haben? Welche Anforderungen ergeben sich daraus an mich, an meinen Mut zum Aufbruch (Ausbruch?) in Bezug darauf, was ich für Ansprüche an mich und meine Partnerschaften stelle? Wie gesagt: Ich bleibe rastlos zurück – und eine leise Stimme in meinem Kopf flüstert: ‚Du hast so viel! Mach was, mach noch mehr daraus!‘ Höre ich genau hin, hat das Buch tatsächlich eine Wirkung auf mich: Es lädt mich ein, meine eigenen Standpunkte hinsichtlich meiner Beziehungen zu überprüfen und, wenn nötig, zu ändern, damit ich [besser] fähig werde, das Potenzial dieser Kontakte auszuschöpfen: Bewegend im eigentlichen Sinn des Wortes, oder? >>>DAS COVER Die Abbildung auf dem Cover kann der Vielschichtigkeit des Titels kaum gerecht werden. Ich hätte da eher auf ein Motiv gesetzt, das mit Brechung arbeitet, also ein Bild, das durch geschliffenes Glas in viele Facetten und Ebenen zerlegt erscheint. Das Cover scheint mir angesichts des Buchinhaltes deutlich zu konventionell, gibt viel zu wenig von dem preis, was der Inhalt zu bieten hat. Aber es ist zugegebenermaßen sehr schwierig, diesbezüglich einen angemessenen Weg zu finden. >>>ACHTUNG: KUNSTGRIFF! Erst am Ende von Kapitel 41 (Das Buch endet nach Kapitel 44 mit einem Epilog.) spricht Aubrey seine Frau das erste Mal mit ihrem Namen an: „Alice.“ Vorher erfährt man ihn lediglich aus dem Klappentext. Jemanden bei seinem Namen zu nennen, wird schon in der Bibel als ein Ereignis von elementarer Bedeutung beschrieben. Hier erkennt Aubrey seine junge Frau (endlich) als gleichwertig an, eines Namens würdig, nachdem sie einander so „tief und nachhaltig verletzt“ haben, wie es nur in einer Liebesbeziehung möglich ist. Die andere Seite der Medaille ihrer Partnerschaft: In einer wahren Liebesbeziehung bietet sich die Chance, zu erfahren, „wie es sich anfühlt, für jemanden nicht nur eine Bürde, eine Last zu sein, sondern etwas, das das Leben schöner macht.“ Der Roman schürt die Sehnsucht genau danach bei mir – das Leben derjenigen, die ich liebe, schöner zu machen. Die rastlose Suche nach Möglichkeiten dazu wird mir hoffentlich nie zu schwer. Weil das Werk diese Gefühle in mir auslöst, empfinde ich es als inspirierend, und zwar in einem sehr positiven Sinne. >>>FAZIT Voll Überzeugung und ein bisschen traurig, dass mir nicht mehr von dem Glitzerzeug zur Verfügung steht: 5 Sterne. Der Roman bietet viel mehr, als das Cover vermuten lässt. Die Tiefe bzw. Vielschichtigkeit des Titels erschließt sich erst nach der Lektüre, wirft aber leider nicht appetitanregend ein Schlaglicht auf den Schatz, der sich beim Lesen heben lässt. Handwerklich sauber. Sprachlich absolut stimmig. Inhaltlich bereichernd! Unbedingt lesenswert – am besten zwei Mal, da eine einmalige Lektüre wahrscheinlich viel verpassen lässt.
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Spannend! Bewegend! Inspirierend! Am besten zwei Mal lesen!

Barbara Namor aus Krefeld am 17.04.2023
Bewertungsnummer: 1923966
Bewertet: eBook (ePUB)

>>>INHALT Um es gleich vorneweg festzustellen: Karen Elstes Roman ist ganz großes Wortkino, dem ich gern mehr als fünf Sterne gäbe. Nur so viel sei zum Inhalt gesagt: Eine junge Frau, Engländerin aus verarmtem Adel, heiratet kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit 21 den knapp doppelt so alten Aubrey, Franzose. Das Buch, in Bezug auf die Hauptdarstellerin eine Art Adoleszenzroman, beschäftigt sich u. a. mit den Fragen, was eine Ehe, was und wie Liebe sein bzw. sich manifestieren kann, hinterfragt dabei kritisch Rollenbilder und skizziert Neue. >>>WARUM SPANNEND? Ja, ich habe dieses Buch ausgesprochen schnell verschlungen. Es handelt sich bei dem Werk allerdings um alles andere als leichte Kost. Eher ungeeignet für schlichte Gemüter, die allerdings angesichts des flotten Handlungsflusses wahrscheinlich über die Tiefgründigkeit des Romans einfach hinweggezogen werden – ggf. ohne sie überhaupt zu bemerken. Die Sprache, die Karen Elste verwendet, ist nicht kompliziert. In prägnante, dicht gepackte Formulierungen steckt die Autorin jede Menge Inhalt(e). Die schnörkellos-treffende Wortwahl entspricht dabei vollkommen harmonisch der Hauptdarstellerin, die als „völlig frei von Koketterie“ beschrieben wird – dabei handelt es sich um ein Kompliment. Die gnadenlose Direktheit des Ausdrucks korrespondiert mit den Kriegszeiten, in denen die Handlung spielt, sodass der „dem Krieg so immanente Tod eine Ehrlichkeit hervorbringt, zu der wir im Frieden gar nicht fähig wären und auch keine Notwendigkeit ... sähen.“ Das mag jetzt so klingen, als ließe sich der Roman nur mit Mühe, also einer gewissen geistigen Anstrengung lesen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Handlung fließt mitreißend dahin, trägt auf ein französisches Weingut, einen englischen Landsitz, nach London, New York und an die nahe gelegene, damals noch provinzielle Ostküste der USA: Mühelos, weil neugierig und emotional angesprochen, habe ich die Ortswechsel gern mit vollzogen. Alice, die Hauptfigur des Romans, fühlt sich über weite Strecken ihres jungen Lebens so, als verstünde sie die Regeln, nach denen sie eine ihr unbekannt-unverständliche Rolle spielen soll, nicht: Tastend und suchend bemüht sie sich, die Grenzen auszuloten, zunächst, indem sie mit Konventionen als junges Mädchen bricht und so den eigenen Ruf ruiniert, wie man es damals nannte; im Anschluss an ihre Heirat ist ihr nicht klar, was ihr Ehemann von ihr erwartet. Ausgesprochen geschickt versteht es die Autorin, mich als Leser in all diese Unsicherheiten, Zweifel und Ungewissheiten ihrer Hauptdarstellerin mit hineinzuwerfen. Dadurch entsteht ein unwiderstehlicher Sog mitten in die Geschichte hinein, eine gewaltige Spannung beim Lesen, denn zumindest für mich fühlte es sich so an, als wäre ich selbst wieder 21, unerfahren, einigermaßen orientierungslos, ebenso emsig wie ziellos strampelnd wie ein Hamster im Laufrad, um festen Boden unter die Füße zu bekommen. Alice durchläuft im Verlauf des Plots eine hochinteressante individuelle Entwicklung vom Objekt zum Subjekt, während gleichzeitig die englische Gesellschaftsordnung, in die sie hineingeboren wurde, untergeht und der Text uns – sachlich vollkommen richtig – lapidar mitteilt: „Der Krieg wird auch die Frauen verändern.“ >>>WIE WIRKT DAS BUCH AUF MICH? Indem Aubrey seiner jungen Frau sagt: „Du gehörst mir nicht!“, und sie beispielsweise dazu auffordert, mit anderen Männern Sex zu haben, katapultiert er sie aus den ihr vertrauten Verhaltensnormen weit hinaus. Sie muss feststellen: „Aus der kleinen übersichtlichen Welt, die ich kannte, mit Regeln und Verstößen, deren Konsequenzen mir klar waren, ist etwas geworden, über das ich keine Übersicht mehr habe.“ Ihr Mann ermutigt sie, aus ihren zunächst nur privat unternommenen Schreibversuchen mehr zu machen, zu veröffentlichen. Ihr Lektor Blake beschreibt die Wirkung ihrer Texte auf ihn so: „Sie haben eine bedrückende Klarheit, die mich trifft, ohne dass ich sagen könnte, was es genau ist, was Sie in mir bewegen. Ich bleibe rastlos zurück und das gefällt mir.“ Ich teile Blakes Standpunkt: Die Lektüre macht mich unruhig, rückt – und das empfinde ich als wichtig – in den Fokus, dass es keine hundert Jahre her ist, dass es Frauen gab, die ganz darin aufgehen sollten, Gesellschaftsregeln zu befolgen, zu heiraten und neues Menschenmaterial für das bestehende System heranzuziehen, ohne auch nur ein Ei kochen, einen Wagen fahren oder einen Schlüssel im Schloss drehen zu können – die Schlüsselstellung in ihrem Leben nahm traditionsgemäß der Gatte ein oder die Haushälterin. Gute Bücher unterhalten. Sehr Gute, wie dieses, geben den Anstoß zu einer Reflexion, weil sie unter die Haut gehen: Die Möglichkeiten, die mir heute offenstehen, sind u. a. das Erbe des Aufbruchs der o. g. Frauen ins Ungewisse jenseits der Zäune der Konventionen, in die sie hineingeboren wurden. Was bin ich ihrem Pioniergeist, ihren Opfern im unwirtlichen sozialen Neuland schuldig? Wie stark ist immer noch der Einfluss von unterschwellig transportierten Rollenmodellen, die die letzten 85 Jahre still und leise überstanden haben? Welche Anforderungen ergeben sich daraus an mich, an meinen Mut zum Aufbruch (Ausbruch?) in Bezug darauf, was ich für Ansprüche an mich und meine Partnerschaften stelle? Wie gesagt: Ich bleibe rastlos zurück – und eine leise Stimme in meinem Kopf flüstert: ‚Du hast so viel! Mach was, mach noch mehr daraus!‘ Höre ich genau hin, hat das Buch tatsächlich eine Wirkung auf mich: Es lädt mich ein, meine eigenen Standpunkte hinsichtlich meiner Beziehungen zu überprüfen und, wenn nötig, zu ändern, damit ich [besser] fähig werde, das Potenzial dieser Kontakte auszuschöpfen: Bewegend im eigentlichen Sinn des Wortes, oder? >>>DAS COVER Die Abbildung auf dem Cover kann der Vielschichtigkeit des Titels kaum gerecht werden. Ich hätte da eher auf ein Motiv gesetzt, das mit Brechung arbeitet, also ein Bild, das durch geschliffenes Glas in viele Facetten und Ebenen zerlegt erscheint. Das Cover scheint mir angesichts des Buchinhaltes deutlich zu konventionell, gibt viel zu wenig von dem preis, was der Inhalt zu bieten hat. Aber es ist zugegebenermaßen sehr schwierig, diesbezüglich einen angemessenen Weg zu finden. >>>ACHTUNG: KUNSTGRIFF! Erst am Ende von Kapitel 41 (Das Buch endet nach Kapitel 44 mit einem Epilog.) spricht Aubrey seine Frau das erste Mal mit ihrem Namen an: „Alice.“ Vorher erfährt man ihn lediglich aus dem Klappentext. Jemanden bei seinem Namen zu nennen, wird schon in der Bibel als ein Ereignis von elementarer Bedeutung beschrieben. Hier erkennt Aubrey seine junge Frau (endlich) als gleichwertig an, eines Namens würdig, nachdem sie einander so „tief und nachhaltig verletzt“ haben, wie es nur in einer Liebesbeziehung möglich ist. Die andere Seite der Medaille ihrer Partnerschaft: In einer wahren Liebesbeziehung bietet sich die Chance, zu erfahren, „wie es sich anfühlt, für jemanden nicht nur eine Bürde, eine Last zu sein, sondern etwas, das das Leben schöner macht.“ Der Roman schürt die Sehnsucht genau danach bei mir – das Leben derjenigen, die ich liebe, schöner zu machen. Die rastlose Suche nach Möglichkeiten dazu wird mir hoffentlich nie zu schwer. Weil das Werk diese Gefühle in mir auslöst, empfinde ich es als inspirierend, und zwar in einem sehr positiven Sinne. >>>FAZIT Voll Überzeugung und ein bisschen traurig, dass mir nicht mehr von dem Glitzerzeug zur Verfügung steht: 5 Sterne. Der Roman bietet viel mehr, als das Cover vermuten lässt. Die Tiefe bzw. Vielschichtigkeit des Titels erschließt sich erst nach der Lektüre, wirft aber leider nicht appetitanregend ein Schlaglicht auf den Schatz, der sich beim Lesen heben lässt. Handwerklich sauber. Sprachlich absolut stimmig. Inhaltlich bereichernd! Unbedingt lesenswert – am besten zwei Mal, da eine einmalige Lektüre wahrscheinlich viel verpassen lässt.

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