Der Brite John Chamberlain macht mit seiner Frau und den Kindern Urlaub an der dünnbesiedelten Westküste Neuseelands. Ihr Auto kommt von der Straße ab und stürzt über eine Klippe in die Tiefe. Beide Eltern sterben, aber die drei Kinder auf der Rückbank überleben den Autounfall. Nach zwei Tagen werden sie von zwei Outlaws gerettet, die auf einer abgelegenen Farm Cannabis anbauen. Schnell stellt sich heraus, dass die vermeintlichen Retter ein paar zusätzliche Arbeitskräfte gut gebrauchen können, und ganz und gar nicht die Absicht haben, die Kinder wieder gehen zu lassen … Können sie von der Farm entkommen? Und wird ihre Tante sie finden, bevor es zu spät ist? Ein spannender, atmosphärisch dichter und psychologisch präziser Roman über die Bedeutung von Familie und das Überleben in einer unwirtlichen Natur – mit der atemberaubenden Natur Neuseelands als eine der Hauptfiguren.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Es sollte ein Neuanfang für die Familie Chamberlain werden in Neuseeland, ein besserer Job, eine Beförderung und ein noch besseres Leben. Doch bevor für Vater John der Ernst des Lebens wieder beginnen sollte, wollte er mit der Familie die Insel noch ein wenig erkunden, sich einfach nur treiben lassen. Was ihn jedoch dazu bewegte, mitten in der Nacht, statt ein Hotelzimmer zu nehmen, die Weiterfahrt bei Regen und in unwirtlicher Umgebung zu forcieren, kann im besten Fall lediglich als Sturheit abgetan werden. Eine Sturheit, die er, seine Frau und das Baby in seinem Bettchen im Fußraum mit dem Leben bezahlen. Verletzt, ausgekühlt, durchnässt und vollkommen verängstigt überleben seine Söhne Maurice und Tommy sowie Tochter Katherine. Maurice, der Älteste des Trios, ist dank eines gebrochenen Beins nicht mehr mobil, der kleine Tommy vollkommen apathisch und so hängt es an Katherine Hilfe zu suchen, damit die Drei überleben. Kurz vor knapp stellt sich Rettung ein, aber kommen sie hiermit womöglich vom Regen in die berühmte Traufe? Nur ein Neuseeland-Native wie der Autor Carl Dixon kann sich so gekonnt in diese Materie hineinversetzen, wie er es mit seinem Roman „Kerbholz“ getan hat. Er schafft es den Leser mitzunehmen in eine für die viele von uns Europäern unbekannte Welt mit ihren eigenen Regeln und Gesetzen. Dort ist nicht mal eben Hilfe an jeder Ecke anzutreffen, vom Internet in der Einöde ganz zu schweigen. Doch Carl übermittelt uns mit seinem Roman so viel mehr. Er gibt jedem der Charaktere eine eigene Stimme und zeigt auf, wie unterschiedlich die Wahrnehmung des Einzelnen ist und wie unterschiedlich jeder von ihnen mit der gegebenen Situation umgeht. Auch zu Hause, im fernen England, setzt besonders die Schwester der Mutter alle Hebel in Bewegung, die Familie zu finden und weigert sich zu glauben, dass alles zu spät sein könnte. Ein großartiges Buch, das die Abgründe der Menschheit beleuchtet aber nie ganz ohne Hoffnung bleibt. Mich hat dieser Roman derart fasziniert, dass es mir schwerfiel, es zu Seite zu legen. Ach, machen wir uns nichts vor, ich habe ihn tatsächlich in einem Rutsch ausgelesen . Dafür gibt es von mir absolut verdiente fünf von fünf Sternen und natürlich eine uneingeschränkte Empfehlung, nicht nur für Neuseelandfans. Ich muss das Buch nun erstmal sacken lassen …
Bewertung
5/5
17.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Juwel
Poetisch, kraftvoll, faszinierend. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und wird lange nachhallen; ein Juwel, das verdient gelesen zu werden, eine absolute Empfehlung.
clematis
5/5
02.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Überlebenswille
Bevor der Brite John Chamberlain seine neue Arbeitsstelle in Neuseeland antritt, möchte er mit seiner Familie noch die Westküste der Insel erkunden, sich einfach treiben lassen ohne konkrete Planung. Als eines Abends das Auto im strömenden Regen von der Straße abkommt und in einen Fluss stürzt, überleben nur die drei Kinder auf der Rückbank, die Eltern und das Baby sind sofort tot. Instinktiv suchen die drei Geschwister im Alter von etwa sieben bis vierzehn Jahren Schutz in einer Art Höhle unter der Wurzel eines umgestürzten Baumes und werden wenige Tage später von einem Outlaw gefunden, der sie kurzerhand mitnimmt und als Arbeitskräfte auf seiner Farm verwenden will. Maurice, Katherine und Tommy müssen sich irgendwie mit den neuen Gegebenheiten arrangieren, während Tante Suzanne auf der anderen Seite des Erdballs eine Suchaktion nach ihrer Schwester, Julia Chamberlain, und deren Familie einleitet.
Faszinierend klar und präzise schildert Autor Carl Nixon den Absturz des Wagens, die dunkle Nacht, die sich über die sechs Menschen legt, die dicken Regentropfen, die vom Licht der Scheinwerfer in Diamanten verwandelt werden. Der Tod ist spürbar und unausweichlich, einen letzten Gedanken widmet John noch seiner Frau und seinen Kindern, bevor er für immer seine Augen schließt. Es ist der vierte April des Jahres 1978, von diesem Tag weg erzählt Nixon die Geschichte dreier sehr ungleicher Geschwister einerseits und in kurzen Kapiteln andererseits jene von Tante Suzanne bis ins Jahr 2011. Obwohl nicht streng chronologisch vorgegangen wird, ja sogar teilweise aktuellen Ereignissen vorgegriffen wird, kann sich der Leser immer gut orientieren mit den Angaben bei den einzelnen Kapitelüberschriften. Einzelne Informationen, die man dadurch bereits frühzeitig erhält, erhöhen die Spannung des Romans und bieten einen interessanten Handlungsaufbau, der den Leser durchwegs in Atem hält.
Hin und hergerissen ist man während der Lektüre, wie man mit dem Schicksal von Maurice, Katherine und Tommy umgehen soll, alle drei haben sich ihre eigene Art zurechtgelegt, wie sie das Leben auf der abgeschiedenen Farm meistern mit dem eigenwilligen Paar Martha und Peters. Verletzungen vom Unfall, der Verlust der Eltern und der jüngsten Schwester, das ungewohnte, harte Dasein auf dem Hof, wo sie tagtäglich mithelfen müssen, prägen ihren neuen Alltag, Hilfe von außen scheint nicht zu kommen. All diese schwierigen Themen greift der Autor auf und verknüpft sie zu einem ehrlichen, ungeschönten Ganzen, das von Spannungen zwischen den eng zusammenlebenden Menschen zeugt und gleichzeitig die Natur als Grundlage allen Fortkommens in schillernden Farben beschreibt.
Ein absolut glaubwürdiger Roman, der nicht nur angenehme Überraschungen bereithält, sondern die Härte unseres täglichen Daseins aufzeigt und gerade deshalb von Anfang bis zum Ende überzeugt. Nichts für Leser, die nicht mit schwierigen Kinderschicksalen konfrontiert werden möchten, für alle anderen eine Leseempfehlung!
Titel Kerbholz
Autor Carl Nixon
ASIN B0C3LY5N98
Sprache Deutsch
Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Gebundenes Buch (304 Seiten)
Erscheinungsdatum 27. März 2023
Verlag CulturBooks
Originaltitel The Tally Stick
Übersetzer Jan Karsten
Bewertung
aus München
5/5
29.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
sehr lesenswert
Mein erstes Buch dieses Autors. Und sicher nicht mein letztes. Aus unglaublich lakonisch-eindringliche Art werden die Geschehnisse beschrieben. Gleichzeitig hat der Autor aber einen scharfen Blick auf die zwischenmenschlichen Schwingungen, die Abgründe aber auch die Sehnsüchte und Wünsche der Protagonisten.
Drei Geschwister überleben in der australischen Wildnis eilnen Autounfall, bei dem die Eltern und ein Baby sterben. Allein diese Ausgangslage ist schon sehr dramatisch und die Spannung, ob und wie sie überleben, ist von Anfang an hoch.
Ein großer Zeitsprung ans andere Ende der Welt, wo die Tante plötzlich die Hoffnung hat, dass die Kinder überlebt haben könnten, wird in einem zweiten Handlungsstrang eingearbeitet. Diese zwei Ebenen funktionieren wunderbar und laufen langsam zusammen.
Ich möchte nicht verraten, was passiert. Das Buch ist nicht besonders umfangreich. Ich habe es atemlos gelesen und bin begeistert.
Bewertung
5/5
09.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Roman Noir par excellence
Neuseeland 1978. Als das Auto der Familie Chamberlain des Nachts von der Straße abkommt und scheinbar spurlos verschwindet, beginnt für die Angehörigen in England die kräftezehrende Suche nach Hinweisen und für die drei Kinder auf dem Rücksitz der nackte Kampf ums Überleben.
Carl Nixon erschafft eine packende Geschichte, die den Leser unweigerlich mitten in den neuseeländischen Urwald katapultiert und zwischen Piwakawaka und Kauribäumen essentielle Fragen nach Solidarität und Humanität stellt.
Erschütternd, spannend, großartig!
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5/5
27.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Wer hat hier was auf dem Kerbholz?
Ein Roman/ Thriller aus den tiefen Wäldern Neuseelands! Die Protagonisten/Kinder müssen nach einem tragischen Unfall sehr schnell erwachsen werden, um zu überleben; jeder auf seine Weise. Ob das gelingt? Dieses Buch schildert diese Entwicklung und wartet nebenbei mit phantastischen Naturbeschreibungen auf. Was es mit dem Kerbholz auf sich hat, wird natürlich auch aufgelöst. Eine Survivalgeschichte mit Sogwirkung; fesselnd bis zur letzten Seite.
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5/5
22.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Familienschicksal, dass an...
Ein Familienschicksal, dass an die Nieren geht! Roh und schroff, wie die unberührte Natur der neuseeländischen West Coast.
Ein vielschichtiges, psychologisch packendes Kopfkino, das mich noch sehr lange beschäftigen und begleiten wird.
Große Leseempfehlung!
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5/5
15.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was wirklich geschah
In Kerbholz erzählt Nixon die Geschichte dreier Kinder, die nach einem Autounfall durch Outlaws in die Tiefen der neuseeländischen Wälder verschleppt werden, während der Rest der Welt sich weiterdreht. Schonungslos läßt Nixon uns die Kinder in der Gefangenschaft ihrer Entführer erleben, ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen. Ein Buch das wütend und ohnmächtig macht. Faszinierend geschrieben mit unglaublichem Sog. Unbedingt Lesen !
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5/5
13.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wahnsinnig fesselnde Geschichte,...
Eine wahnsinnig fesselnde Geschichte, die einen in Atem hält. 3 Kinder überleben einen Autounfall in Neuseeland, bis sie gefunden werden. Von Menschen, die nicht gefunden werden wollen.Aber eine Tante aus London sucht sie.Eine Mischung aus Krimi und Survival-Drama. Abgründig gut!
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