Produktbild: Ein Mädchen mit Prokura
Band 1

Ein Mädchen mit Prokura rororo Entdeckungen

Aus der Reihe rororo Entdeckungen
4

9,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

12.09.2023

Herausgeber

Magda Birkmann + weitere

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

Dateigröße

2013 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644017955

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Erscheinungsdatum

12.09.2023

Herausgeber

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

Dateigröße

2013 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644017955

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  • JoBerlin

    aus Berlin

    4/5

    11.09.2023

    eBook (ePUB 3)

    Die Angestellten

    Die Reihe „ rororo Entdeckungen“ des Rowohlt Verlags will interessante, doch fast vergessene Autorinnen neu vorstellen und ihre Werke einer breiteren Leserschaft wieder zugänglich machen. Der Titel „Ein Mädchen mit Prokura“ und das Cover sprechen mich sofort an. Die Autorin Christa Anita Brück arbeitete nach kaufmännischer Ausbildung selbst als Sekretärin und begann dann, Romane über die Situation weiblicher Angestellter in der Weimarer Republik zu schreiben. Sie war erfolgreich, denn Themen wie „neue Sachlichkeit/neue Frau“ (Abkehr von bis dahin herkömmlichen, romantisierenden Frauenbildern, Schilderung der realen Lebens- /Arbeitssituation) war zu diesem Zeitpunkt das moderne Romanthema. Berlin 1931, brodelnde Geschäftigkeit – Christa Anita Brück fesselt mich mit ihrem temporeichen, geradezu atemlosen Romanbeginn: Thea Inken mag keine perfekte Stenotypistin sein, doch mit ihrer selbstbewusst-intelligenten Art könnte sie genau die richtige Verhandlungspartnerin für Geschäftskunden sein – Bankdirektor Brüggemann erkenntdas, stellt sie ein und ihr Aufstieg beginnt. Schnell erhält sie Handlungsvollmacht, das weckt Neid und Argwohn der männlichen Kollegen. Christa Anita Brück zeichnet mit ihrer Protagonistin ein neues Frauenbild, das auch heute noch gefällt und interessiert: Zielorientiert, zäh, kühl-rational arbeitet Thea Inken und ist bald Brüggemanns wichtigste Angestellte. Sehr gut, wie die Autorin anhand der Arbeitswelt der Bankangestellten die soziale Situation, die Stimmung dieser Menschen im Berlin um 1930 darstellen kann. Angst vor Arbeitslosigkeit und die bedrohliche Finanzmisere der vielen, kleinen Privatbanken bestimmen den Alltag. Auch das Bankhaus Brüggemann gerät ins Wanken. Es kommt zu ersten Entlassungen. Immer bedrohlicher schildert die Autorin das Verhältnis der Angestellten untereinander, sehr gut gelingt ihr das mit einfachen, schnellen Sätzen, doch man fühlt eine Art schicksalhaftes Grauen, fühlt auch das drohende Unheil, das über allem zu schweben scheint. Zwar kommt Thea Inken in ihrem ruhigen, überlegten Handeln sehr viel besser mit diesen Gegebenheiten zurecht als die in Untergangspanik verharrenden männlichen Kollegen, doch als Direktor Brüggemann tot aufgefunden wird, kommt auch sie in Bedrängnis. Mord, Raubmord, Selbstmord? Hat Thea, seine Prokuristin, womöglich etwas damit zu tun? Interessant, spannend, gut geschrieben ist dieser Roman, dem ich eine große Leserschaft wünsche und den ich zur bereichernden Lektüre empfehlen kann.

  • Bewertung

    Book Circle Community

    4/5

    26.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Macht, Akten, Abhängigkeit

    Zuerst einmal: Es ist schön, dass solche Bücher wieder zugänglich gemacht werden. Vielen Dank an Rowohlt dafür. „Ein Mädchen mit Prokura„ ist für mich vor allem eine historische Entdeckung – weniger eine literarische Offenbarung, aber eine gesellschaftlich sehr aufschlussreiche. Berlin, 1931. Bankenkrise, wirtschaftliche Unsicherheit, Millionen Menschen ohne Arbeit. In diesem Klima arbeitet Thea Iken als Prokuristin in einem privaten Bankhaus. Allein diese Konstellation ist stark: eine Frau in einer Position, die formale Macht und Verantwortung bedeutet, und zugleich in einer Welt, in der wirtschaftliche Willkür über ganze Existenzen entscheiden kann. Was mich am meisten überzeugt hat, ist der Blick in die damalige Bankenwelt. Die persönliche Haftung der Bankiers, die Bedeutung von Vertrauen, von Devisen und internationalen Verbindungen, die ständige Angst vor dem sozialen Absturz – das wirkt heute fast fremd. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, mitten in dieser Zeit zu stehen, in einer Ordnung, die äußerlich noch funktioniert, aber innerlich schon brüchig ist. Sprachlich bleibt der Roman bewusst nüchtern. Der Ton erinnert an ein Protokoll oder einen Bericht und steht klar in der Tradition der Neuen Sachlichkeit der späten 1920er-Jahre: Präzision, Zurückhaltung, soziale Realität statt poetischer Ausschmückung. Brück schreibt fast so, als wäre die Welt selbst ein Ordner. Menschen erscheinen oft wie Funktionen im System: Bankier, Prokuristin, Angestellte, Kund*innen. Gefühle werden selten ausformuliert, sie schleichen sich eher zwischen die Sätze. Ambivalent bleibe ich beim häufig genannten „feministischen“ Aspekt des Romans. Ja, eine Frau mit Prokura ist für die Zeit ein starkes Bild. Aber für mich erzählt das Buch weniger von Emanzipation als von den Grenzen weiblicher Handlungsmacht in einer männlich strukturierten Wirtschafts- und Machtwelt. Am Ende bleibt für mich ein Roman, der vor allem durch seine historische Schärfe wirkt. Wer die nüchterne, sachliche Sprache der Neuen Sachlichkeit schätzt, wird hier viel finden. Mich hat weniger die literarische Form getragen als der klare, kühle Blick auf eine Zeit, in der wirtschaftliche Macht und soziale Abhängigkeit untrennbar miteinander verbunden waren. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil

  • Bücherträumerin

    4/5

    16.11.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Neue Reihe, Neue Entdeckungen, Neue Facetten

    Frauen, Autorinnen, die in Vergessenheit geraten sind - das Ziel der neuen rororo-Entdeckungen Reihe aus dem Rowohlt Verlag ist es, genau diese Frauen wieder zu Wort kommen zu lassen und vielleicht auch in einem anderen Blickwinkel der Gesellschaft, einer fortgeschrittenen Perspektive und mit mehr Gefühl hin zu dem, was wirklich geschrieben steht und nicht dahingehend, wer beziehungsweise welches Geschlecht die Geschichte verfasst hat. In "Ein Mädchen mit Prokura" von Christa Anita Brück geht es um eine Prokuristin, die in den 30er Jahren gelebt und gearbeitet hat. Der Autorin gelingt es hier auch diejenigen abzuholen, die mit der Arbeit im Bankwesen nichts am Hut haben, zeigt spannende Facetten und das einfache Leben als Frau auf. Die Vor- und Nachteile und verbunden mit dem Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen auch die Ängste. Es werden verschiedene Elemente vereinbart, besonders zentral steht aber auch die Beziehung von Frauen zu ihrer Arbeit, insbesondere unter dem Auge dessen, dass Frauen erst seit kurzem überhaupt einer beruflichen Tätigkeit nachgehen dürfen, wenn dann auch noch mit Erfolg, dann aber auch zeitintensiv und beinahe nicht mehr auf humane Art und Weise. Dieses und weitere erschreckende, vielleicht aber auch in Teilen lichtbringende Aspekte zeichnet Christa Anita Brück in diesem Klassiker der 30er Jahre auf.

  • yellowdog

    4/5

    12.09.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Angestelltenroman

    Ein Mädchen mit Prokura ist der erste Band der Buch-Reihe Entdeckungen. Das Buch wirft einen Blick auf die schwierige Zeit der Weimarer Republik, als viele unter der Weltwirtschaftskrise leiden. Betrachtet wird die Zeit zwischen 1923 bis 1931. Im Mittelpunkt steht Thea Iken, eine Frau im Angestelltenmilieu. Sie arbeitet in einer Bank in Berlin. Ihre Stellung als Frau in dieser Männerwelt ist nicht einfach, doch sie setzt sich durch, wird Prokuristin und genießt das Vertrauen des Direktors. Überraschenderweise wird das Ganze von einem Kriminalplot begleitet. Theas Chef, zu dem sie ein besonderes Vertrauensverhältnis hatte, wird ermordet. Thea gerät in Verdacht und es kommt zum Prozess. Gelegentlich erscheinen einige Szenen im Zusammenhang mit dem Prozess überspitzt, doch es ist ganz spannend gemacht. Es macht Sinn, alte Romane von nahezu vergessenen Autorinnen neu herauszubringen, solange sie eine Relevanz haben und das ist hier klar der Fall. Denn das Buch zeigt die Realität der damaligen Zeit, und ist glaubhafter als Bücher, die erst jetzt über die damalige Zeit geschrieben werden. Es ist damit ein Zeitporträt. Das Buch wurde übrigens 1934 auch verfilmt. Darauf geht auch das Nachwort von Magda Birkmann ein. Ein gutes Nachwort, dass eine richtige Einordnung des Buches in einen Kontext ermöglicht.

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Bewertungen (4)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Konstanze Mletzko

    Konstanze Mletzko

    Thalia Varel

    Buchhändler*in

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    4/5

    14.11.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Als berufstätige Frau in der Weimarer Republik

    Thea Iken ist eine Protagonistin wie ich sie mir wünsche. Ehrgeizig, selbstbewusst und hinter der Fassade der ergebenen Angestellten eine Frau wie Sie und ich. Die Handlung des Romans umfasst fast ausschließlich die Situation der Bank, in der Thea arbeitet. Dennoch liest sich der Roman kurzweilig und als interessantes Zeitzeugnis. Eine empfehlenswerte Reihe!
  • Zum Bewerterprofil von Dagmar Küchler

    Dagmar Küchler

    Thalia Mayersche Essen Innenstadt

    Buchhändler*in

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    4/5

    30.09.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Die fleissigen Bienen!

    Eine neue Reihe bei Rowohlt, die sich modernen Klassikern widmet, die einfach in Vergessenheit geraten sind. Ich finde eine sehr vielversprechende Edition. Einer der ersten Bände widmet sich dem Thema berufstätige Frau in der Weimarer Republik. Schön anzusehen, sollten die Frauen sein, möglichst viel arbeiten, selbstverständlich für weniger Geld als ihre männlichen Kollegen arbeiten und auf keinen Fall eine Karriere anstreben. Göttliche Aussichten!! Thea Iken passt so gar nicht in dieses gewünschte Schema und eckt natürlich mächtig an. Als dann auch noch ihr Chef ermordet wird, hat man gleich ein schwarzes Schaf. Locker zu lesen, spannend und ausgesprochen interessant vom historischen Kontext. Geschrieben wurde es tatsächlich erst in den 30Jahren.

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