Am 23. Januar 2022, um kurz nach 22:00 Uhr Ortszeit, begann für mich, für meine ganze Familie, eine neue Zeitrechnung, eine neue Ära. Es begann die Zeit ohne Daniel.
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Nur eine Woche nach seinem 20. Geburtstag starb mein Sohn unter tragischen Umständen. Nach einem nur knapp zwei Jahre dauernden Kampf hatten die Drogen gewonnen. Mein Kind erfror im Drogenrausch in einer eisigen Nacht neben einem Bahndamm.
Er kämpfte immer wieder, versuchte, sich aus dem tödlichen Kreislauf zu befreien, doch ein überlastetes marodes Gesundheitssystem und ein wahrhaft "tödliches" Umfeld führten letztendlich zur Katastrophe.
Keine Mutter, kein Vater sollte sein Kind beerdigen müssen. Wenn es mir gelingt, mit diesem Buch nur ein Leben zu retten, habe ich mein Ziel schon erreicht. Denn mag unsere Jugend es auch denken, vertraut mir: Sie sind nicht unsterblich!
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Gabriele Ketterls briefartiges Buch ist ein Schrei, ein Hilferuf, eine Anklage und eine liebevolle Abschiednahme von ihrem Sohn - und ein zeitloser Klassiker über Drogen und Teufelskreise.
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Erschütternd und ergreifend
Bewertung aus Ratzeburg am 24.01.2024
Bewertungsnummer: 2115670
Bewertet: eBook (ePUB)
Die Autorin verarbeitet den schrecklichen Tod ihres Sohnes, der der Macht der Drogen verfallen war .
Aber man könnte es auch als Mahnung an Eltern und Jugendlichen sehn was Drogen alles vernichten können. Und nicht nur den Erkrankten. Die ganze Familie, Freund eigentlich das ganze Umfeld leidet da drunter.
Sie schreibt wie sie die ganze Situation empfunden hat, wie ihr Sohn sie belogen und betrogen hat und die Autorin immer noch gehofft hat das ihr Sohn aufwacht und zur Besinnung kommt .
Es wird auch nichts beschönigt ( denk ich mir mal )Auch die Zeit nach der Beerdigung ist ein großes Thema, wie sie (und Familie und Freunde) mit dem nicht mehr Anwesend sein von Daniel .
Die Autorin schrieb in dem Buch, es geht nicht weg dieses Gefühl, aber es wird besser .
Für mich ist es mehr ein abfinden und neu orientieren . (Nein ich musste noch kein Kind beerdigen aber meinen Vater , auch wenn es glaube ich kein Vergleich ist)
Die Autorin erzählt alles aus ihrer Sicht und in Gesprächsform mit ihrem Sohn.
Selbstverständlich gibt es ab und an auch etwas zum schmunzeln auch bei diesem ernsten Thema
Der Schreibsteil ist berühren , angenehm und ehrlich .
Ich findet dies Buch sollte jeder lesen der schon einen engen Familienangehörigen verloren , insbesondere durch Drogen .
Dies Buch ist absolut lesenswert auch wenn man nicht betroffen ist
Mit der Trauer leben heißt anders leben
Bewertung am 24.02.2024
Bewertungsnummer: 2138528
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Zu Anfang erst einmal: meinen höchsten Respekt vor der Autorin. Dieses Buch zu schreiben so kurz nach dem schrecklichen Verlust des geliebten Sohnes empfinde ich als eine Meisterleistung.
Ich konnte dieses Buch nur häppchenweise lesen, hat es mich doch immer wieder an die – zum Glück schon überstandenen – Situationen mit meinem eigenen Sohn, der auch Daniel heißt, erinnert. Oft hatte ich ein Déjà-vu und musste das Buch für einige Tage beiseitelegen. Immer wieder kamen mir während des Lesens die Tränen.
Und doch ist es ein wunderbares Buch mit so vielen schönen Erinnerungen und Begegnungen und so voller Liebe.
Ich kenne es aus eigener Erfahrung, wie Drogen einen Menschen verändern können, eine Person erschaffen, die dir völlig fremd ist. An die du mit den sonst immer funktionierenden Dingen nicht mehr herankommst. Der vor dir steht und du denkst, das ist nicht mein Sohn, das ist eine fremde Person. Und ich kenne den Schmerz, der dich innerlich zerreißt, dein Kind so zu sehen. Nichts tun zu können, machtlos zu sein. Das ist jedoch ein winziger Schmerz im Gegensatz dazu, dieses Kind zu verlieren.
Dieses Buch zeigt den Weg durch eine Zeit, die keine Mutter, kein Vater, keine Geschwister, Familienmitglieder, Freunde und Bekannte durchleben wollen. Dazu noch allein gelassen von Institutionen, die helfen könnten, es aber nicht tun. Und dann am Ende am Grab des Kindes stehen zu müssen und mit der dieser grausamen Endgültigkeit leben zu müssen. Wer hätte alles eingreifen können, wären da nicht Vorschriften und Regeln gewesen, die viele Hilfen gestoppt haben. Alleine schon die Corona Regeln damals, die zugelassen haben, dass alte Menschen alleine und einsam sterben mussten und dass jungen Menschen, wie Daniel, einfach nicht geholfen wurde. Aber die Regeln sind ja so enorm wichtig und naja, Daniel war dann eben ein Einzelschicksal, ein Kollateralschaden. So einfach ist das. Würg.
Es gibt nur eines, dass nach einem so schweren Verlust nicht mehr quält: Die Angst. Die Angst, die jede einzelne Sekunde über dir schwebt. Die Angst, was die Drogen jetzt gerade mit dem Sohn/der Tochter/dem Bruder/der Schwester oder dem Freund gerade machen. Zu was es ihn/sie treibt. Und diese Angst, lasst es euch von mir gesagt sein, die bleibt IMMER. Auch wenn – wie in meinem Fall – mein Sohn den Absprung geschafft hat. Es folgen Nachwehen: Depressionen, Panikattacken und vieles mehr, aus dem sich der ehemals Drogenabhängige immer wieder herauskämpfen muss. Und auch hier helfen unsere Behörden nicht gerade weiter. Mein Sohn fühlt sich auch heute noch, nach fast fünfzehn Jahren, oft alleine gelassen. Und ich als Mutter habe immer Angst um ihn. Gestern, heute und auch morgen.
Und deshalb kann ich den Appell der Autorin nur mit Vehemenz unterstreichen: Tut etwas, sobald ihr auch nur den geringsten Verdacht habt, dass euer Kind/Geschwister/Freund etwas mit Drogen zu tun hat. Sofort. Jeder Tag kann wichtig sein. Auch ich habe meiner Meinung nach viel zu spät gehandelt – und das ist etwas, das ich mir immer wieder vorwerfe.
Was ich wunderbar an diesem Buch finde, wie die Autorin und Mutter es dennoch geschafft hat, all die wunderbaren Erinnerungen, die schönen Begegnungen und die Liebe, die Daniel jetzt immer noch umgibt, in diese schrecklichen Ereignisse einzubinden. Den Fokus auf das Schöne und die liebevollen Erinnerungen zu richten.
Chapeau!
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