Wenn die Liebe zu Geschichten ein Licht im Dunkeln istIda ist eine Autorin ohne Worte. Ihr Kopf ist so leer wie die weißen Blätter Papier auf ihrem Schreibtisch. Aus der Not heraus nimmt sie einen Haushaltsjob an und lebt fortan bei der älteren Dame Ottilie, die ungern spricht und mit jedem Tag ohne Worte und Silben ein wenig mehr zu verblassen scheint. In dem heruntergekommenen Herrenhaus findet Ida bald unter dicken Schichten aus Staub, Moder und Vergangenheit unzählige Schätze aus Papier und Erinnerungen; Erinnerungen eines Lebens in Glanz, der nach und nach abblättert. Bald erkennt Ida, dass Ottilies Faden zur Gegenwart zu reißen droht – und Ida Worte finden muss, um Ottilies Verblassen zu verhindern. Im Schein des Kaminfeuers beginnt Ida eine Geschichte zu erzählen, die nicht nur Ottilies alte Wunden zu heilen vermag, sondern auch Ida eine Antwort auf ihre drängendste Frage liefert – jene nach dem Gewicht der Worte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
06.10.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Pure Bücherliebe
Was in jedem Kapitel und jedem Satz dieser Geschichte spürbar wird, ist die Liebe zu Büchern der Protagonistin und indirekt auch der Autorin. Während ich das Hörbuch höre, bringt es so viel zum Ausdruck, was ich fühle, wenn ich lese und warum ich Literatur liebe. Das macht das Buch für mich besonders und vor allem auch erinnerungswürdig. Die Figuren sind zwar auch sympathisch und die Handlung herzerwärmend, aber auch vorhersehbar. Beides ist nett, aber begeistert mich nicht so sehr wie das tiefe Verständnis und die Liebe zu Büchern, die dabei spürbar wird. Ich habe mich von dem Buch verstanden gefühlt und es deswegen geliebt. Ich kann das Hörbuch deswegen wärmsten jeden empfehlen, der oder die sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen kann und ebenso gerne wie ich in Büchern schwelgt, die Literatur auf sehr ehrliche Weise würdigt.
lielo99
aus Bad Münstereifel
5/5
26.09.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Ein Wohlfühlbuch mit Tiefgang
Ida muss endlich handeln. Seit Wochen ist sie sprachlos. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei lebt sie von und mit der Sprache. Sie ist eine Autorin, die keinen Satz mehr auf ein Blatt Papier bekommt. Also nimmt sie einen Job an. Eigentlich so gar nicht ihr Ding, putzen für fremde Menschen. Aber, was soll sie machen? Sie muss Geld verdienen. "Die Vermesserin der Worte" ungekürzt erzählt nicht nur von Ida und ihrer Chefin.
Die junge Ida fängt als Reinigungsfrau bei einer älteren Dame an. Die lebt in einem riesigen Haus. Das ist eigentlich nicht groß verwunderlich. Erstaunlich nur, dass sie nie vor die Türe geht und ihr Dasein in einem kleinen Zimmer fristet. Auf Ansprache reagiert sie unwirsch. Aber Ida gibt nicht auf, sie versucht es immer wieder. Schon das kleinste Lächeln gibt ihr Mut und sie macht weiter.
Ein Buch zum Wohlfühlen und Nachdenken. Wie kommt jemand dazu, dass er über Jahrzehnte nicht vergeben kann? Dabei nicht den anderen, sondern nur sich selbst schadet? Die Autorin hat eindrücklich umgesetzt, wie man mit viel Geduld selbst einen Eispanzer zum Schmelzen bringen kann. Das Vorlesen durch Inka Lioba Breitschneider nahm mich gefangen. Ihr lebendiger Stil und das Verstellen ihrer Stimme, stets passend zum jeweiligen Charakter, einfach toll. Daher gibt es eine unbedingte Empfehlung von meiner Seite.
Funkelnder Sternenstaub
5/5
06.05.2024
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Lücken zwischen den Gedanken
Manchmal greift man instinktiv zu einem Werk und es gibt einem dieses seltene und wunderbare Wohlfühlgefühl, dieses Werk ist so eines. Die Autorin Katharina Seck, versteht es mit Worten etwas Wunderschönes zu erschaffen. Die beiden Protagonistinnen Ida und Ottilie, sind für mich beide auf ihre eigene Art liebenswürdig, aber zusammen sind sie ein kleines Gedicht. Am meisten berührt haben mich die Themen der Menschlichkeit: Jung trifft auf Alt, fehlende Worte treffen auf ungeahnte Schätze, Geschichten holen Menschen ab und zwischenmenschliche Schwierigkeiten können lösbar sein. Mir gefiel auch die Vertonung durch die Synchronsprecherin Inka Lioba Bretschneider, ihre Stimmnuance passte für mich gut zu dieser emotionalen Geschichte. Es werden auch immer wieder Literaturwerke in die Geschichte mit eingewebt, empfand ich als sehr passend. Ich kann diese poetisch realistische Erzählung, jedem ans Herz legen, der die Liebe zu Worten und zu Geschichten mit authentischer Tiefe genau zu schätzen und spüren weiß ich, aber Vorsicht es ist wirklich berührend. ;) Sehr gerne, mehr von solchen Kleinodien.
«Irgendwie schien Ottilie wie ein Buch zu sein, dem man heimlich über die Jahre ein paar Seiten ausgezupft hatte, so das allein noch schöne, aber zusammenhanglose Sätze übrig waren.»
«,...denn ein Mensch der zu einer ersten Begegnung ein Buch mitbrachte, dem würde sie zu Beginn immer einen Vertrauensbonus gewähren. Das war ein ungeschriebenes Gesetz unter Lesenden.»
«Es ist die Geschichte eines jeden Bücherkindes.»
«Na wegen der Lücken zwischen den Gedanken.»
«Sie sehen aus. als wären sie selbst aus Buchseiten gemacht.»
«Etwas fehlte. Jemand fehlte. So sehr, das es ihr oft den Atem nahm.»
«Und sie hatte all ihre Trauer in die Seiten gepresst, all die Liebe und Freundschaft zwischen die Zeilen.»
«Es waren die Kleinigkeiten die sich wie ein Trostpflaster auf ihre wunde Seele legten.»
easymarkt3
5/5
16.03.2024
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Der Zauber der Worte und die Magie der Sprache
Das Cover wirkt wie ein stilvolles Gemälde auf beruhigendem, grünem Passepartout, wie ein Stillleben mit drei Büchern und einem üppigen Blumenarrangement in Gelb – edel, schlicht, passend. Der Titel des Buches macht neugierig, denn man fragt sich: Kann man Worte vermessen? Diese ungewöhnliche Geschichte zweier sehr verschiedenen Frauen aus zwei Generationen handelt von der Liebe zu Büchern, gefüllt mit Worten, die ein Gewicht haben. Die bildreiche, teils poetische Sprache hier fängt viele Gefühle ein. Neben Themen wie Einsamkeit, Demenz, Schreibblockade, Freundschaft, Heimat, Trauer, Verlust etc. geht es auch um die Kraft der Sprache. Indem Ida Hermann, die junge Autorin mit Schreibblockade, auf der Reise nach Worten ist und der dementen Ottilie Selig, der Madame des papierenen Anwesens mit Lücken zwischen den Gedanken, ihren Lebensweg abschnittweise in Erinnerung bringt, baut sich spannende Dynamik auf. Beide gegensätzlichen Charaktere ergänzen sich in besonderer Weise. Die Beschreibung des Miteinanders ist berührend, teils tiefgründig. Kann man Fantasie und Worte messen? Ist ein Buch ein Vermächtnis gegen das Vergessen, um einen Abdruck auf dieser Welt zu hinterlassen?
SternchenBlau
4/5
12.09.2024
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Ein Buch wie eine warme Decke, die sich wohlig um euch legt
Ida ist Autorin und lebt ein sehr zurückgezogenes Leben. Doch als sich eine Schreibblockade immer länger zieht, geht sie auf eine Annonce ein, die ihr der Postbote bringt – eigentlich der einzige Mensch, mit dem sie regelmäßig Kontakt hat. Also kommt sie als Haushaltshilfe zu der älteren Dame Ottilie ins papierene Anwesen.
Von Katharina Seck mochte ich bereits den Fantasy-Roman „Die letzte Dichterin“, besonders den Stil, und irgendwie war ich neugierig, wenn sie erstmals keinen Genreroman schreibt. Obwohl, ganz hat sie der Magie nicht entsagt, denn die realistische Geschichte trägt auch noch einige magische Funken.
Zunächst verhält sich Ottilie recht abweisend, dafür bekommt Ida viele Freiheiten, wie sie ihre Arbeit gestalten kann. Das fängt schon bei der Auswahl ihres Zimmers in dem großen Anwesen an und Ida entscheidet sich für das Zimmer, das ein Schild mit der Aufschrift „Die Wortvermesserin“ ziert. Nach und nach taucht Ida immer mehr in die Geschichte ihrer Arbeitgeberin ein und die introvertierte junge Frau taut auch bei den Dorbewohnenden etwas auf.
»Ottilie wirkte ausgelaugt, wie Tinte, die aus einem Füllfederhalter heraus von einem Blatt Papier aufgesogen wurde. Tinte, die nicht wieder aufgefüllt werden konnte.«
Besonders gefallen hat mir die poetische Sprache, die das papierene Anwesen, Idas Gefühle und Gedanken, die Beziehung zu den Dorfbewohnenden und Ottilies Sonderbarkeiten ganz nahbar und einfühlsam entstehen lässt. Ottilie wird immer vergesslicher und da hat mich etwas gestört, dass Ida deutlich länger benötigt, den Ernst der Lage einzuschätzen, als man das selbst beim Lesen tut. Umso mehr mochte ich, dass Ida Ottilie, soweit das möglich ist, die Selbstbestimmung lässt. Die Charaktere sind mir alle ziemlich ans Herz gewachsen. Einzig die Enthüllung des Konflikts fand ich etwas schwach. Dafür konnte ich umso mehr darin schwelgen, dass diese realistische Geschichte, die Möglichkeit von Büchermagie in den Bereich das Möglichen rückt. Es geht um Emanzipation und Selbstermächtigung und mir gefiel auch, dass zwar Liebe eine Rolle spielt, die sich aber angenehm (und auf Augenhöhe) im Hintergrund bleibt.
Ein richtiges Highlight ist die Lesung beim ungekürzten Hörbuch von Inka Lioba Bretschneider. Bretschneider liest das Buch wie einen warmen, sanften Sommerregen, immer mit einem Lächeln und viel Wärme in der Stimme. Ich habe da wirklich so gerne zugehört und konnte mich richtig fallenlassen.
Ein Buch wie eine warme Decke, die sich wohlig um euch legt. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundinnenschaft mit magischen Funken. 4 von 5 Sternen.
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5/5
04.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was für eine wundervolle Geschichte...
Was für eine wundervolle Geschichte von einer Autorin die ihre Worte verloren hat und einer alten Dame, die in "Mauerwerken aus Papier, einer Festung aus Literatur und Türmen aus Worten" sich ihrer beginnenden Demenz versucht zu widersetzen.
Meine neue Herzbuch-Empfehlung
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5/5
16.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Macht der Worte und die Schönheit des Schreibens
Eine junge Autorin, die ihre Worte verloren hat, und eine alte Dame, die genug für zwei Leben erlebt hat. 'Die Vermesserin der Worte' ist eine unglaublich emotionale Geschichte über das Vergessen, das Vergessenwerden, aber auch über das Erinnern. Darüber, wie Menschen sich gegenseitig eine Stütze sein können, und über die Macht der Worte. Wunderschön!
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4/5
11.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Vermesserin der Worte
Ida ist Autorin, doch sie hat die Worte verloren. Aus Verzweiflung wird sie Haushälterin bei der skurrilen älteren Dame namens Ottilie, die isoliert und vergesslich in ihrem riesigen Haus vor sich hinlebt. Die Suche nach den Erinnerungen der alten Dame verbindet sich mit der Suche nach Idas Worten.
Katharina Seck ist eine sehr schöne Geschichte gelungen, über das Vergessen und Vergeben und vor allem auch über die Liebe zur Literatur und zu den Büchern. Die Charaktere sind mir allesamt sehr ans Herz gewachsen und die Handlung hat mich sehr berührt, ich kann das Buch wirklich empfehlen!
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4/5
28.08.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Inspiration gesucht
Bekannt geworden und erfahren im Verfassen von Fantasy-Literatur, wendet sich Katharina Seck mit “Die Vermesserin der Worte” der realen Welt zu. Die Hauptfigur Ida hofft zurückzufinden in den Schaffensprozess, sie ist Autorin. Wo könnte das besser gelingen als bei Ottilie Selig? Die Seniorin steckt enge Grenzen um sich, lebt strikt zurückgezogen in einem alten Herrenhaus, es ist gefüllt mit Papier, Literatur und Geheimnissen. Ida ist zuständig für Ordnung und Sauberkeit im Haushalt, die beiden Frauen fassen Vertrauen zueinander. Inspiriert von Gesprächen, der Atmosphäre im Haus, auch von verschiedenen Gegenständen, beginnt Ida eine Geschichte zu erzählen, noch kann Ottilie folgen, doch sie gleitet in die Welt der Demenz ab. Die Sprecherin liest freundlich, schön zum Genießen nebenbei.
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4/5
05.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Geschichte über eine Autorin,...
Eine Geschichte über eine Autorin, der die Worte fehlen und die diese im Laufe ihrer Reise zu sich selbst und als Begleitung einer älteren Dame mit Demenz wiederfindet. Frau Seck hat hier eine andere Seite von ihrer Schreibkunst gezeigt und das sanft und besonders umgesetzt.
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