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Service Ein Roman

12

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.02.2024

Verlag

Kein & Aber

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

19/12,1/3,2 cm

Gewicht

354 g

Auflage

2. Auflage

Übersetzt von

Anna-Christin Kramer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-0369-5018-1

Beschreibung

Rezension

»Dieser rasante Roman zeigt die glamouröse Fine-Dining-Welt in einem neuen Licht. Und dass es nie zu spät ist, sich zu wehren!« Johanna von Festenberg, ELLE, 31.07.2024 ("ELLE")
»Nahrhaftes Thema, ungemein schwungvoll serviert.« Domenico Blass ("Schweizer Illustrierte")
»Ein erstaunliches Buch... ein Einblick in eine völlig andere Welt.« Christof Niedt, Radio freeFM, 14.06.2024 ("freeFM")
»Sarah Gilmartins beeindruckendes Buch erzählt aus einem Irland, in dem sich die Entwicklungen überschlagen haben und für alle eine Zeit noch ganz nah ist, in der Männer Frauen ihre sexuellen Bedürfnisse aufdrängten (...) Auf erschütternde Weise erzählt das Buch schließlich, wie sich auch die scheinbar nächsten Menschen unbekannt sein können.« Bernadette Conrad, SRF, 07.05.2024 ("SRF")
»Sarah Gilmartin erzählt von den Schattenseiten der glamourösen Fine-Dining-Welt, von brutalem Druck und steilen Hierarchien, unmöglichen Arbeitszeiten und alltäglichen Grenzüberschreitungen. Große Lese-Empfehlung!« ELLE, 18.04.2024 ("ELLE")
»Authentische Figuren, eine wahnsinnig spannende Story, die verschiedenen Erzählperspektiven und das (scheinbar?) glamouröse Restaurantsetting haben diese Geschichte für mich zu einem Pageturner gemacht (...) Sarah Gilmartin hat einen Roman verfasst, den ich von Herzen weiterempfehle.« @bettybuecherwurm ("BLOG")
»Ich konnte von „Service“ kaum die Finger lassen! Die 3 Charaktere haben alle Tiefenschärfe, aber besonders Julie macht eine spannende Entwicklung durch.« @sie_spricht ("BLOG")
»Sarah Gilmartin gelingt ein eindrücklicher Roman, der von den erniedrigenden Prozeduren in einem Prozess nach dem Vorwurf einer Vergewaltigung erzählt, wie er auch die Verteidigung und die Angehörigen in einem solchen Prozess klug in den Blick nimmt. Ebenso unterhaltsam wie aufrüttelnd!« Blog Buch-Haltung ("BLOG")
»'Service' ist nicht nur ein starker Roman, es ist auch eine Ermächtigungsgeschichte für Frauen.« Lilo Solcher, Augsburger Allgemeine, 16.03.2024 ("Augsburger Allgemeine")
»Leicht, atmosphärisch und scharf beobachtet erzählt Gilmartin vom Alltag in der Sternegastronomie, von den Lügen, mit denen wir uns selbst zu täuschen versuchen, und von dem Mut, der nötig ist, um sich der Wahrheit zu stellen. Ein grandioses Buch.« Altmühl-Bote, 09.03.2024 ("Altmühl-Bote")

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.02.2024

Verlag

Kein & Aber

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

19/12,1/3,2 cm

Gewicht

354 g

Auflage

2. Auflage

Übersetzt von

Anna-Christin Kramer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-0369-5018-1

EU-Ansprechpartner

Kein & Aber Verlag
Württembergallee 12
14052 Berlin
DE
berlin@keinundaber.de

Herstelleradresse

Kein & Aber AG
Bäckerstrasse 52
8004 Zürich
CH
berlin@keinundaber.de

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  • Bewertung

    aus Freiberg

    5/5

    21.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Opfer oder Überlebende: Aufwühlender, authentischer #metoo-Roman

    Hm, noch ein weiterer #metoo-Roman, brauchen wir den wirklich? Im Fall von Sarah Gilmartins Roman „Service“ sage ich eindeutig: JA, brauchen wir! Die Thematik ist zwar an sich nicht neu, hier ist das Setting aber mal in der Nobel-Restaurant-Szene angesiedelt, zudem ist die Umsetzung mit den drei Erzählperspektiven wirklich sehr gelungen. Dass nicht nur das Opfer, sondern auch der Täter und dessen Ehefrau zu Wort kommen, sorgt hier für ein besonderes Lesevergnügen. Insbesondere die Sicht und Gedankengänge von Julie, der Ehefrau, fand ich sehr interessant. Der Titel „Service“ mutet recht harmlos an und zu Beginn des Buchs wird man auch erstmal in die Welt der Sterne-Restaurants und die stressigen Tagesabläufe eingeführt. Diese Beschreibungen fand ich sehr authentisch und glaubwürdig, besonders was die Situation der Frauen im Service und das Klientel im Restaurant angeht: "Die ganze Atmosphäre. Das Anspruchsdenken. Bloß weil sie reich sind, können sie uns, das Personal, behandeln, wie sie wollen." Und dann geht es richtig los: Hannah wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, obwohl sie die Erinnerungen an ihre Zeit im Restaurant vor 10 Jahren lieber weiterhin verdrängen will. Sie möchte sich nicht mehr mit dem befassen, was damals passiert ist. Daher möchte sie nicht im Gerichtsverfahren gegen ihren früheren Chef Daniel aussagen. Dem berühmten Sternekoch werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen, weswegen er gezwungen war, sein Restaurant zu schließen. Er kann das gar nicht fassen, da er selbst dem Vorfall, um den es bei der Anklage geht, kaum Bedeutung beimisst. Er sieht sich selbst als Opfer von Rufmord und einer ungerechtfertigten Anklage. Gleichzeitig muss sich seine Frau Julie neu sortieren, nicht nur die Belagerung durch die Presse setzen ihr zu, sondern auch die Frage, wie gut sie den Mann an ihrer Seite eigentlich wirklich kennt? "Die Frage verfolgt mich überall hin: wie konnte ich nicht wissen, dass mein Mann mit anderen Frauen anwandelte? Und dahinter die Frage, die mir noch niemand gestellt hat: Wie konnte ich nicht wissen, dass mein Mann ein Triebtäter ist? Aus irgendeinem Grund habe ich darauf keine Antwort, lediglich den grausamen Gedanken, dass all die Jahre bedeutungslos waren, unsere Ehe eine Illusion." Auf dem Weg bis zur Gerichtsverhandlung nimmt die Handlung ordentlich an Fahrt auf. Dabei gibt es immer wieder Rückblenden, die die Spannung ebenso aufrechterhalten. Ich möchte hier nicht spoilern und sage daher nichts zum Ende der Geschichte - lest dieses Buch unbedingt selbst! Wer „Prima facie“ von Suzie Miller mochte, dem wird sicher auch dieses Buch gefallen. Für mich ist es auf jeden Fall ein echtes Highlight zu einem sehr wichtigen Thema! "Dieser Sommer ruinierte tatsächlich mein letztes Studienjahr, aber nicht so, wie meine Eltern befürchtet hatten. Im September kehrte ich als anderer Mensch als Trinity College zurück, beschädigt und wachsam, konnte die Geschehnisse nicht hinter mir lassen und war zu verängstigt, um auf eine bessere Zukunft zu vertrauen. Tage, Wochen, Monate, die ich mit der Frage verschwendete, wieso es mir passiert war. Ich war wütend auf alles. .... .... während meine eigentliche Frage lautete: könnt ihr mir helfen, nicht mehr kaputt zu sein?" "Gelegentlich gelingt es einem, das Trauma auszublenden, doch die Nachwirkungen vergisst man nicht." "Und danach, als sie sagte, man könne sich entscheiden, ob man Opfer oder Überlebende sein wolle, dachte ich: Schon, oder man kann sich entscheiden, beides zu sein." „Auf einmal bin ich wutentbrannt, spüre denselben grenzenlosen Zorn wie nach jener Nacht: Ich war nicht diejenige, die das Problem verursacht hatte, musste es aber trotzdem beseitigen, da die Welt nie müde wird, Frauen mit Aufgaben zu überhäufen.“

  • nessabo

    5/5

    07.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein weiterer, äußerst lesenswerter #MeToo-Roman

    Wer „Prima facie“ mochte, wird hier eine würdige Alternative finden, denn wenig überraschend ist es völlig egal, in welcher Branche oder in welchem Land sich ein 6ueller Übergriff ereignet - das Victim Blaming und die juristischen Hürden sind überall gleich. Während „Prima facie“ aber einen starken Fokus auf das Rechtssystem und den Wandel der Protagonistin von Verteidigerin zu Betroffener legte, setzt „Service“ die Komplexität der Tat anders um. So gibt es hier drei Erzählstimmen, die den zu Beginn nur zaghaft angedeuteten Vorfall vielschichtig betrachten. Ich mag verschiedene Perspektiven sehr, weil sie, wenn gut geschrieben, ein komplexes Gesamtbild schaffen können. Das ist Sarah Gilmartin eindeutig geglückt! Kellnerin Hannah, die sehr jung im gehobenen Restaurant T anfängt, schildert zunächst eindrücklich die Atmosphäre in der Gastronomie. Wer dort schon einmal gearbeitet hat, wird das Geschriebe wohl körperlich fühlen, so authentisch ist es. Daniel, der Beschuldigte, ist ein arrogantes Ekel und ich habe mich einfach kontinuierlich aufgeregt. Andere schreiben davon, dass sie sogar fast auf seine Sicht hereingefallen sind, das war bei mir gar nicht der Fall. Auch, wenn der Charakter eines Menschen nicht zwangsläufig auf sein Verhalten schließen lässt, war für mich hier von Anfang an alles klar. Seine Sicht, so gut sie auch in die Handlung passt, ist der Grund, warum ich einen halben Stern weniger vergebe als für „Prima facie“ - es hat mich einfach zu sehr aufgewühlt, ihn wiederholt in meinem Kopf zu haben. Julie, seine Ehefrau, ist eine faszinierende Figur, die erst im Laufe der Geschichte Vergangenes neu einordnet und damit die für mich spannendste Entwicklung durchläuft. Sie ist die Figur, die zwischen den beiden anderen steht und deren Urteil wiederholt schwankt. Ein großes Plus des Romans ist die Solidarität unter den Kellnerinnen und die war für mich auch das, was das Buch zum Schluss durchaus empowernd machte, ohne angesichts der bitteren Realität naiv zu sein. Eine Geschichte, die schmerzvoll und zum Schreien, aber eine klare Empfehlung ist! 4,5 ⭐️ . . TW: Vergew@ltigung, 6uelle Übergriffe, Substanzmissbrauch

  • nessabo

    5/5

    07.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein weiterer, äußerst…

    Ein weiterer, äußerst lesenswerter #MeToo-Roman Wer „Prima facie“ mochte, wird hier eine würdige Alternative finden, denn wenig überraschend ist es völlig egal, in welcher Branche oder in welchem Land sich ein 6ueller Übergriff ereignet - das Victim Blaming und die juristischen Hürden sind überall gleich. Während „Prima facie“ aber einen starken Fokus auf das Rechtssystem und den Wandel der Protagonistin von Verteidigerin zu Betroffener legte, setzt „Service“ die Komplexität der Tat anders um. So gibt es hier drei Erzählstimmen, die den zu Beginn nur zaghaft angedeuteten Vorfall vielschichtig betrachten. Ich mag verschiedene Perspektiven sehr, weil sie, wenn gut geschrieben, ein komplexes Gesamtbild schaffen können. Das ist Sarah Gilmartin eindeutig geglückt! Kellnerin Hannah, die sehr jung im gehobenen Restaurant T anfängt, schildert zunächst eindrücklich die Atmosphäre in der Gastronomie. Wer dort schon einmal gearbeitet hat, wird das Geschriebe wohl körperlich fühlen, so authentisch ist es. Daniel, der Beschuldigte, ist ein arrogantes Ekel und ich habe mich einfach kontinuierlich aufgeregt. Andere schreiben davon, dass sie sogar fast auf seine Sicht hereingefallen sind, das war bei mir gar nicht der Fall. Auch, wenn der Charakter eines Menschen nicht zwangsläufig auf sein Verhalten schließen lässt, war für mich hier von Anfang an alles klar. Seine Sicht, so gut sie auch in die Handlung passt, ist der Grund, warum ich einen halben Stern weniger vergebe als für „Prima facie“ - es hat mich einfach zu sehr aufgewühlt, ihn wiederholt in meinem Kopf zu haben. Julie, seine Ehefrau, ist eine faszinierende Figur, die erst im Laufe der Geschichte Vergangenes neu einordnet und damit die für mich spannendste Entwicklung durchläuft. Sie ist die Figur, die zwischen den beiden anderen steht und deren Urteil wiederholt schwankt. Ein großes Plus des Romans ist die Solidarität unter den Kellnerinnen und die war für mich auch das, was das Buch zum Schluss durchaus empowernd machte, ohne angesichts der bitteren Realität naiv zu sein. Eine Geschichte, die schmerzvoll und zum Schreien, aber eine klare Empfehlung ist! 4,5 ⭐️ . . TW: Vergew@ltigung, 6uelle Übergriffe, Substanzmissbrauch

  • madamebiscuit15

    5/5

    25.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Absolut lesenswert, aktuell und packen geschrieben

    Das schillernde Restaurant T. zieht die junge Kellnerin Hannah in seinen Bann. Glamourös, ein toller Verdienst, ein eingeschworenes Team und der hoch angesehene Chefkoch Daniel, der hinter den Kulissen den Ton angibt. Schnell wird sie ein Teil davon und akzeptiert den Sexismus und die verbalen Erniedrigungen der Kellnerinnen, weil es eben dazu gehört. Doch dann gibt es diesen einen Abend, nachdem die Gäste gegangen waren, das Team ausufernd feiert und der für Hannah alles verändert. 10 Jahre später wird Daniel von einer Kellnerin des sexuellen Missbrauchs angeklagt. Ob er ihn wirklich begangen hat? Sarah Gilmartin schreibt fesselnd und psychologisch scharfsinnig. Innerhalb weniger Zeilen war ich in die Gastrowelt abgetaucht und konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Dabei wird die Geschichte nicht nur aus Hannahs, sondern auch aus Daniels und der Perspektive seiner Frau Julie erzählt. Für mich ein absolut gelungener Kniff, der dem Roman noch mehr Tiefe und Substanz verleiht. Anhand aller drei Protas verdeutlicht die Autorin plastisch unsere gesellschaftlichen Erwartungshaltungen. Egal, ob die althergebrachten, patriarchalen oder die sich etablierenden, feministischen und wie tief gerade die gestrigen Ansichten auch in uns Frauen immer noch verankert sind. „Bin ich dir jemals so vorgekommen, als müsste ich Frauen zum Sex zwingen?“ S. 205 Dieses Buch hat mich in vielen Momenten wütend gemacht, weil die Aussagen darin so treffend und wahr sind. Es offenbart mit einer erschreckenden Leichtigkeit, wie sehr wir gewillt sind, uns selbst zu belügen, um den Schein zu wahren und was für schreckliche Folgen das für uns hat. Aber es zeigt auch auf, dass wir nicht machtlos sind. Von mir gibt es eine 100% Leseempfehlung für alle.

  • Bewertung

    5/5

    26.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wessen Wahrheit zählt?

    Dieser Roman erzählt eine realistische, moderne Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Hannah, die junge Studentin,beginnt im Sternelokal von Daniel als Kellnerin zu arbeiten. Sie wird unter dem Kriterium ‚optisch ansprechend‘ eingestellt und damit ist schon viel über die Auswahl des Servicepersonals gesagt. Durch Hannah und ihre Beobachtungen entfaltet sich der Kosmos eines hierarchisch geführten Restaurants. Auch Daniel erzählt über sein Leben, seine Erfolge und seine Ansprüche. Während man die beiden Erzählstränge verfolgt wird klar, dass hier etwas nicht zusammen passt. Und tatsächlich wird Daniel angezeigt und vor Gericht gestellt: er habe eine Angestellte vergewaltigt. Nun berichtet auch seine Ehefrau über ihr Leben mit ihm und den Kindern. Dieser Roman ist spannend wie ein Krimi, spart sich aber Klischees. Erst kurz vor Schluss erfahren die Leser/innen die Wahrheit und welche Konsequenzen die verschiedenen Personen daraus ziehen.

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Bewertungen (12)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Tina Lampe

    Tina Lampe

    Thalia Bad Zwischenahn

    Buchhändler*in

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    5/5

    04.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Es beginnt mit der Arbeit in einem...

    Es beginnt mit der Arbeit in einem Restaurant und deren Faszination, anzüglichen Bemerkungen und Verhaltensweisen und endet mit einem Prozess um eine Vergewaltigung.Aus drei Sichtweisen erzählt wird man in die Gedanken geworfen in ihrer unterschiedlichen Betrachtung.Schonungslos!
  • Zum Bewerterprofil von Alexander S.

    Alexander S.

    Thalia Nürnberg

    Buchhändler*in

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    5/5

    02.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Koch ist ein Mann, der ...

    Eine Gruppe junger Frauen, ein angesagtes Restaurant, ein berühmter und sehr attraktiver Chefkoch. Diese Grundbausteine verwandelt Sarah Gilmartin in eine Geschichte über sexualisierte Gewalt in der Gastronomie, die mich inhaltlich erschüttert und literarisch begeistert hat. Aus verschiedenen Perspektiven umkreisen wir mehrere vermeintliche Vorfälle von sexuellem Missbrauch, deren Details wir Lesenden nicht kennen. Was wirklich geschah, erfahren wir erst spät im Buch und genau das macht "Service" so spannend und eindringlich. Wir hangeln uns erzählerisch von den Auswirkungen des Vorfalls (der Vorfälle?) zu deren Ursprüngen zurück, während wir an anderer Stelle miterleben, wie die im Raum stehende Anschuldigung eine Ehekrise auslöst und die gesamte Vergangenheit eines Paars in Frage stellt. Das ist Ihnen alles zu uneindeutig? Lassen Sie sich bitte darauf ein! Sarah Gilmartin kreiert ein beeindruckendes, hochspannendes Narrativ, das perfekt zur Geschichte passt. Die Schuldfrage wird so lange wie möglich vage gehalten, wobei es Hinweise auf sprachlicher Ebene gibt, die jede Leserin und jeder Leser selbst interpretieren muss. Meiner Meinung nach hätte Gilmartin hier etwas subtiler bleiben können - einige Formulierungen sind überdeutlich - insgesamt schadet dieses gelegentliche 'dick auftragen' dem Buch jedoch nicht. Manches bleibt inhaltlich offen bzw. juristisch ungeklärt, was umso mehr dazu beiträgt, dass sich die fiktive Geschichte so schrecklich echt und geradezu tagesaktuell anfühlt. Mehrfach habe ich mir vor Wut, Entsetzen und schierer Verzweiflung an den Kopf gefasst. Ein großartiges Buch, ein wichtiges Buch, ein Buch, das hoffentlich viele Menschen lesen werden.
  • Zum Bewerterprofil von Markus Felsmann

    Markus Felsmann

    Thalia Mayersche Köln – Neumarkt

    Buchhändler*in

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    4/5

    26.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein intensiver MeToo-Roman

    Dublin in den in den Nullerjahren: Hannah kellnert im angesagten Nobelrestaurant T., das sie nach nur drei Monaten urplötzlich wieder verlässt. Was ist geschehen? Die Romanhandlung folgt dieser Frage aus drei unterschiedlichen Perspektiven und zeigt dabei, wie subjektiv unsere Wahrheit konstruiert ist. Atmosphärisch dicht und mit psychologischem Scharfblick schildert Gilmartin die Welt der gehobenen Gastronomie als toxisches Arbeitsumfeld, das zutiefst frauenfeindlich geprägt und sexuell aufgeladen ist. Mit zunehmender Beklemmung folgt man Hannahs Geschichte und spürt dabei lange vor ihr die Katastrophe aufziehen. Ein intensiver MeToo-Roman, der sowohl die Opfer- als auch die Täterperspektive ausleuchtet und dabei zeigt, wie schwer es für Betroffene ist, sich der Wahrheit zu stellen und Gerechtigkeit zu erlangen. Packend von der ersten bis zur letzten Seite.
  • Zum Bewerterprofil von Maren Höll

    Maren Höll

    Thalia Aschaffenburg – City-Galerie

    Buchhändler*in

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    4/5

    01.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer nützt wen aus? Wie weit sind...

    Wer nützt wen aus? Wie weit sind Fremd- und Eigenbild von einander entfernt. Gilmartin spielt mit den unterschiedlichen Perspektiven und Tönen zwischen Schwarz und Weiß. Das Ende ist so realistisch wie überzeugend

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