Vor Jahrhunderten entwickelten die Roboter auf dem kleinen Mond Panga ein Bewusstsein ihrer selbst – worauf sie umstandslos in der Wildnis verschwanden und zu einem Mythos wurden, zu einer urbanen Legende. Den Menschen hingegen ist es seither gelungen, die Klimakrise zu überwinden und zu einem gedeihlichen Dasein im Einklang mit ihrer Umwelt zu finden. Dex zieht als Teemönch mit Fahrrad nebst Wohnanhänger durch die Lande und lädt in den Siedlungen zu besinnlichen, therapeutischen Gesprächen ein. Doch die Welt gerät aus den Fugen, als urplötzlich ein Roboter aus dem Wald tritt und die Frage stellt: »Was brauchen die Menschen?« Der erste Teil eines Doppelromans, der sich bewusst der heute vorherrschenden Untergangsstimmung entgegenstellt und, mit leichter Hand erzählt, ein positives Zukunftsszenario entwirft.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Becky Chambers bleibt eine meiner Lieblingsautorinnen
Vor Jahrhunderten wurden die Roboter sich selbst bewusst. Mit den Menschen kamen sie überein, sich die Welt zu teilen und zogen sich in die Wildnis zurück. Ohne Maschinen verzichteten die Menschen auf weitere Industrialisierung und lebten mehr mit der Natur in Einklang.
Geschwister Dex fühlt die Berufung, ein Teemönch zu werden, also zu reisen und Menschen mit Problemen jeglicher Art ein paar ruhige und entspannte Stunden zu gönnen, in dem ser ihnen zuhört und passenden Tee serviert. Nachdem ser in dieser Berufung erfolgreich ist, spürt ser das Bedürfnis auf mehr, und macht sich auf den Weg, eine ehemalige Einsiedelei zu finden. Unterwegs trifft ser auf den Roboter Helmling, eigentlich Grüngefleckter Helmling, denn Roboter benennen sich nach dem, was sie als erstes wahrnehmen. Helmling wurde ausgesandt, nach den Menschen zu sehen, und ist somit der erste, der wieder auf einen solchen trifft. Die beiden reisen fortan zusammen und erhalten nach und nach tiefe Einblicke in das jeweilige andere Wesen.
In Becky Chambers Wayfarer-Romanen bin ich das erste Mal auf queere Pronomen gestoßen, sehr passend, denn auf anderen Planeten gibt es andere Fortpflanzungsmöglichkeiten. Auch dieser Roman spielt nicht auf unserer Erde, auch wenn die Welt sehr erdähnlich ist, sondern auf einem Mond namens Panga.
Auch sonst sind die Romane der Autorin immer sehr aufgeschlossen für anderes, und tragen eine Botschaft in sich, die mir sehr zusagt, nämlich andere so zu nehmen, wie sie sind. Und so kommen sich auch der Helmling und Dex immer näher, verstehen nach und nach den anderen besser, akzeptieren Unterschiede, wobei es Helmling meist etwas besser gelingt.
Becky Chambers ist nicht umsonst eine meiner Lieblingsautorinnen. Ihre Widmung zu diesem Roman lautet „Für alle, die eine Auszeit gebrauchen könnten“ (Seite 5), und ja, das passt, und zwar nicht nur, weil Dex solche Auszeiten schafft. Ich mochte diesen Roman wieder sehr und freue mich, Dex und Helmling im zweiten Band der Dilogie wiederzutreffen. Absolute Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
27.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein grandioser, positiver Zukunftsentwurf...
Ein grandioser, positiver Zukunftsentwurf mit herrlichen Charakteren, den schönsten Beschreibungen, welche es in der aktuellen Sci-Fi-Welt zu finden gibt und eine Geschichte, die zum (guten) Nachdenken anregt - sowohl über eine:n selbst, als auch über das Große Ganze!
Bewertung
4/5
09.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Neopronomen erschweren Lesefluss
Guten Tag zusammen,
ich habe bisher nur die ersten 60 Seiten von dem Buch gelesen und muss gestehen, dass ich kein guter Rezensiongeber bin. Nichtsdestotrotz möchte ich gerne ein paar Worte zu dem Buch verlieren. Ich habe es auf Empfehlung einer Freundin (Arbeitskollegin) gekauft, als auch, weil es mit dem Hugo Award als bester Kurzroman des Jahres ausgezeichnet wurde. Mir gefällt das Buch bisher sehr gut. Es verbirgt sich eine sehr schöne Geschichte hinter dem Hauptcharakter, es ist visuell verfasst und leicht verständlich. Ich werde dieses Buch sicher in den kommenden zwei Tagen verschlingen. Eine Sache aber stört mich doch schon ziemlich. In dem Buch wurden Neopronomen verwendet (Laut besagter Freundin in der englischen Version ebenfalls). Ich bin mit Neopronomen zuvor noch nie konfrontiert gewesen und hatte das Buch zu Anfang dadurch falsch verstanden und bin zu falschen Schlüssen gekommen. Stellt euch somit darauf ein mit den Worten ser/sirem/sire/sihm etc. statt er/ihrem/seine/ihm etc. konfrontiert zu werden und diesen Neopronomen auch sehr häufig pro Seite zu begegnen (mich stört es leider noch immer beim Lesefluss). Auch gibt es wohl Charaktere die weder Mr. noch Ms. sondern Mx. sind (Persönliche Meinung: Das verwirrt mich schon ziemlich, weil ich nicht weiß wie ich mir den Charakter vorstellen kann, aber jedem das seine). Hin und wieder wird in dem Buch, zu Anfang zumindest, von "Geschwister Dex" gesprochen. Hier ist wichtig zu verstehen, dass Dex nicht Teil einer Geschwisterschaft ist, die Dex heißt und selber "ser" heißt, wie ich selbst die ganze Zeit annahm, bis zum Gespräch mit meiner Arbeitskollegin, sondern mit "Bruder Dex" 'übersetzt' werden kann.
Bis auf diese Neopronomen finde ich das Buch sehr gut. Ohne diese (wegen des Leseflusses und der Ahnungslosen wie mir, die sich erst intensiv mit Neopronomen auseinandersetzen müssen) würde ich es sofort empfehlen. So tatsächlich nur ausgewählten Personen (Die englische Version hingegen soll wohl leserlicher sein - Vielleicht kommentiert hierzu meine Arbeitskollegin ja auch noch).
Bewertung
2/5
19.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sie schreibt in Plüsch
Gute Idee, betulicher Schreibstil. Diese Betulichkeit wirkt, als ob gekünstelt eine bedeutsame Empfindsamkeit hervorgerufen werden soll. Das gefällt mir nicht. Die Idee ist ok. Daher zwei Punkte.
FlorianJung
aus Köln
1/5
29.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
nicht lesbar
Leider ist das Buch nicht lesbar. Man stoplert unentwegt über die Gnedersprache, verliest sich, versteht Zusammenhänge nicht, muss zurückblättern oder Sätze mehrmals lesen. Nach 50 Seiten hatte ich das Gefühl einen schweren Fachliteratur-Text zu lesen und habe abgebrochen. Political Correctness in allen Ehren - das ist hier einfach nur übertrieben und absoluter Schwachsinn.
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4/5
13.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Philosophisch und mit einem Hauch von idealer Welt
Ich bin großer Fan von Becky Chambers "Wayfarer"-Reihe und habe daher mit Spannung auf diese kurze Dilogie über die Begegegnung zwischen Teemönch und wildem Roboter gewartet. Und ich wurde nicht enttäuscht: Leicht zu lesen und dennoch voll Tiefgang beschreibt Chambers die Suche nach der eigenen Erfüllung, den Umgang mit der Welt in der man lebt und das Zusammentreffen zwei völlig unterschiedlicher Wesen. Eine absolute Empfehlung meinerseits!
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4/5
18.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr erfrischende Science Fiction,...
Sehr erfrischende Science Fiction, die sich stark von dem unterscheidet, was ich in dem Genre eigentlich sonst lese. Nichtsdestotrotz hat Chambers hier eine wunderschöne und optimistische Parabel über Identität und das Anders-Sein geschrieben. Band 2 folgt sogleich.
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