KI-Beratung Beta

  • Produktbild: Solange es eine Heimat gibt. Erika Mann
  • Produktbild: Solange es eine Heimat gibt. Erika Mann

Solange es eine Heimat gibt. Erika Mann

5

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.02.2024

Verlag

Ebersbach & Simon

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,6/13,8/2,7 cm

Gewicht

400 g

Farbe

Dunkelbraun / Messing

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86915-293-6

Beschreibung

Rezension

»In feinen Porträts zeichnet Unda Hörner ein Bild der Zwischenkriegszeit aus weiblicher Perspektive.« NZZ Geschichte über »1919 – Das Jahr der Frauen«

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.02.2024

Verlag

Ebersbach & Simon

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,6/13,8/2,7 cm

Gewicht

400 g

Farbe

Dunkelbraun / Messing

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86915-293-6

Herstelleradresse

ebersbach & simon
Mozartstraße 2
12247 Berlin
DE

Email: info@ebersbach-simon.de

Ein neues Kapitel für Ihre Bücher

Ein neues Kapitel für Ihre Bücher

Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben und erhalten Sie dafür eine Thalia Geschenkkarte.

Jetzt verkaufen
Jetzt verkaufen

Kundinnen und Kunden meinen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

  • Bewertung

    aus Heyerode

    5/5

    17.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Exzellente Mann-Biografie

    Ich lese immer super gern etwas über die Manns. Neulich habe ich ein neues Buch entdeckt. Es erzählt von Erika Mann und den anderen Manns. Unda Hörner, von der ich schon einige Bücher gelesen und für positiv befunden habe, schreibt in diesem Buch die Geschichte Erika Manns, die mit den Eltern nach dem Amerika-Exil auf Europareise geht. In Stockholm wohnen sie im Grand Hotel. Thomas sollen Preis in Weimar und Frankfurt verliehen werden. Erika möchte nicht, dass der Vater in die "alte Heimat" geht, weil er damals als Verlandsverräter ausgebürgert worden war. 1949 schließlich begeht Klaus Mann Freitod. Erika ordnet dessen Nachlass und erinnert sich ... Die erste Hälfte des 20. Jahrhundert wird noch einmal lebendig und die Stationen, die Erika und Klaus, die beiden Geschwister gemeinsam gehen - aber auch das Familienleben der Manns überhaupt und all das vor dem historischen Hintergrund, der sehr gut eingeordnet wurde und löblich recherchiert. Ich bin sehr angetan von diesem weiteren Buch der Autorin.

  • sleepwalker

    5/5

    23.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erika Mann war mir vor der…

    Erika Mann war mir vor der Lektüre von Unda Hörners Buch „Solange es eine Heimat gibt“ nur namentlich bekannt. Das hat das Werk gründlich verändert, sympathisch wurde mir die älteste Tochter von Thomas Mann allerdings nicht, allerdings finde ich sie durchaus beeindruckend, zumindest wird sie von der Autorin so beschrieben. Das Buch ist eine Art Biografie, da darin bekannte Fakten zusammen mit fiktionalen Passagen zu einem speziellen Roman verwandelt werden. Ausgangspunkt von Unda Hörners Buch ist der 21. Mai 1949, der Todestag von Erika Manns Bruder Klaus. Mit diesem Datum als Zentrum beschreibt die Autorin Episoden aus Erikas Leben, immer verknüpft mit Klaus, aber auch mit ihren Eltern Thomas und Katia und vielen anderen Persönlichkeiten aus Literatur und Kunst. Aber von vorn. Thomas Mann war wohl enttäuscht, als seine Frau Katia 1905 nicht den ersehnten Stammhalter bekam, sondern eine Tochter. Aber Erika sollte bis zum Schluss dasjenige seiner sechs Kinder sein, mit dem er am innigsten verbunden war, sie war bis zu seinem Tod 1955 seine Assistentin, Beraterin, Sekretärin und Vertraute. 1906 wurde Klaus geboren und er und Erika wuchsen fast wie Zwillinge auf. Weil sie nur knapp ein Jahr Altersunterschied trennte, aber auch, weil sie ein Herz und eine Seele waren. Zu den jüngeren Geschwistern grenzten sie sich ab („[…] die sechs Geschwister drei märchenhafte Pärchen. Unter ihnen waltete allerdings eine rigorose Hackordnung. Erika und Klaus, Erimaus und Aißisohn, gaben unangefochten den Ton an.“), vor allem Monika wurde von ihnen verspottet und belächelt und, wie man heute sagen würde, gemobbt. Auch charakterlich waren sich Erika und Klaus ähnlich. Immer wild und unangepasst, exzentrisch und immer auf der Suche nach Identität, Sexualität, Freiheit, Glück, dem Platz im Leben und einer echten Heimat. Sie kämpften gegen Konventionen, ihr größter Kampf ist (neben dem gegen den Nationalsozialismus) aber der gegen Drogen und Alkohol. Letzteren verliert Klaus 1949, er begeht Suizid. Nach Klaus‘ Tod ordnet Erika seinen Nachlass, begleitet von Erinnerungen. Sie erinnert sich an die gemeinsame Kindheit, ihre Weltreise nach dem Abitur, die wilden Zwanziger in Berlin und ihr zunehmend aus den Fugen geratenes Leben mit dem Erstarken des Nationalsozialismus. Sie erinnert sich an die Emigration, das Leben im Exil, ihre und Klaus‘ unzählige unglückliche Beziehungen. In ihrer beider Leben gab es nur eine wirkliche Konstante: die enge Verbindung zueinander. Unda Hörner verflicht in ihrem Buch Fakten mit Fiktion. Da ich die Familie Mann zu wenig kenne, fiel es mir als Leser oft schwer, Wahrheit und Dichtung zu unterscheiden, manchmal springt die Autorin für mich auch zu wild durch die Zeitebenen. Bei manchen Themen fehlt mir auch die Einordnung der Dinge, die die Autorin zwischen den Zeilen anspricht. Zur Ehe ihrer gemeinsamen Freundin Pamela Sternheim (Tochter des Dramatikers Frank Wedekind) mit dem wesentlich älteren Dramatiker Carl Sternheim sagte Erika: „»Am schlimmsten ist es, sie so unglücklich zu sehen«. »Das fatale Gesetz der Bindung an den Vater«, erinnerte Klaus. Erika war klar, warum Klaus das so genau wusste. Ein solches Gesetz herrschte über vieles in seinem Handeln. Und in ihrem.“ – was bedeutete das für sie und Klaus und ihr Leben? Machten sie den Vater dafür verantwortlich, dass sie nie wirklich glücklich wurden? Auch Erika hatte eine „verhängnisvolle Schwäche für einen Mann, der gut ihr Vater hätte sein können“, Klaus suchte die Liebe in finsteren Kabuffs „wo ihm mehr oder weniger junge Männer zu Diensten waren, um ihn richtig glücklich zu machen – meistens vergeblich.“ Aber die Autorin schreibt mitreißend. Ihre Sprache ist bildhaft und das Buch lässt sich flüssig lesen. Es ist eine Mischung aus Biografie und historischem Roman, Familiengeschichte verwoben mit Zeitgeschichte. Trotz des für mich unbekannten Terrains war es für mich eine Freude, es zu lesen, auch wenn mir die Familie Mann unsympathisch blieb. Von mir fünf Sterne.

  • Bewertung

    aus Bamberg

    5/5

    10.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Es gibt keine Heimat!

    »Die Deutschen zeigen nicht die Spur einer Empfindung von Verantwortung, geschweige denn ein Gefühl von Schuld. […] Es gibt keine Heimkehr!« Wir schreiben den 21. Mai 1949. Der Tag, an dem Klaus Mann, ältester Sohn von Thomas Mann, eine Überdosis Schlaftabletten schluckte und somit sein Leben freiwillig dem Tod übergab. Ausgehend von diesem Ereignis und immer wieder darauf zurückkehrend erzählt die Autorin Unda Hörner, beginnend mit der Jugend, prägende Facetten aus dem Leben von Erika Mann. Oft spielt dabei ihr geliebter Zwillingsbruder eine wichtige Rolle, dessen Todessehnsucht ihn schon früh plagte und für dessen nun vollzogenen Selbstmord sie sich selbst verantwortlich fühlt. Schließlich war sie nicht bei ihm, hat ihn allein gelassen in Cannes und war stattdessen mit den Eltern auf einer Vortragsreise in Stockholm unterwegs. Das Buch beinhaltet eine wilde Reise durch das spannende und mehr als vielfältige Leben von Erika Mann. In dessen Mitte stehen leitmotivisch der Vater Thomas Mann, Erikas Drang nach Freiheit, Veränderung sowie ihre scharfe Kritik am NS-Regime, welche sie besonders durch prägnante Essays und durch ihr politisches Kabarett „Die Pfeffermühle“ äußerte, aber auch der Umgang mit dem Exil, dem damit einhergehenden Verlust von Heimat und dem Leben in der Schwebe. Eindrücklich wird auch das Ende des Buches in Erinnerung bleiben, welches sich mit den Nürnberger Prozessen sowie der Auseinandersetzung mit der Schuld-Frage beschäftigt und das Aufeinandertreffen von NS-Größen mit der ihnen wohl bekannten und verhassten Gegnerin schildert. Unda Hörner gelingt es, dass Leben von Erika Mann spannend und auf eine annähernd reale Weise darzubieten, indem sie ihrem Buch epische Elemente zugrunde legt und dem Leser erlaubt, quasi direkt – als außenstehender Beobachter – an den Geschehnissen beteiligt zu sein.

  • ins_lebenlesen

    aus Schleswig-Holstein

    4/5

    04.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was fasziniert uns nur so an…

    Was fasziniert uns nur so an der Familie Mann, dass wir immer wieder nach neuen Perspektiven auf diese komplexe Familiengeschichte suchen? Erika Mann war das älteste und dasjenige der sechs Kinder von Katia und Thomas Mann, dem Thomas Mann sich am innigsten zugeneigt zeigte. Ihre Geschichte lässt sich nicht ohne den „Zauberer“, aber vor allem nicht ohne die symbiotische und undurchdringliche Beziehung zu ihrem Bruder Klaus Mann erzählen. Unda Hörner wählt deshalb als Ausgangspunkt und Ende ihrer Biografie den 21. Mai 1949, den Tag an dem Klaus Mann in Cannes den Freitod wählte. Erika weilt – von bösen Ahnungen beschlichen – zu dem Zeitpunkt mit ihren Eltern in Stockholm. Die erste Reise der Manns nach dem Krieg und dem Exil durch Europa, auf der Thomas Mann verschiedene Reden halten und wichtige Auszeichnungen entgegennehmen wird. Verstörend wirkt es auf Erika und auch auf mich, dass die Eltern ihr Programm weiterverfolgen, anstatt zu der Beerdigung nach Cannes aufzubrechen. Von tiefer Trauer und großen Schuldgefühlen durchdrungen, beginnt Erika den Nachlass ihres Bruders zu ordnen. Dabei blickt sie zurück auf die Jahre ihrer Jugend, auf die Zeit zwischen den wilden 20ern und diesem schicksalhaften Tag im Mai 1949. Unda Hörner erzählt das Leben der Schauspielerin, Kabarettistin und Publizistin Erika Mann vor allem als gemeinsame Geschichte der exzentrischen Geschwister Klaus und Erika Mann. Sie widersetzen sich, bäumen sich auf gegen patriarchale, festgefahrene, bürgerliche Werte, probieren sich aus, erkunden die Welt und erlauben sich jede Freiheit: politisch, sexuell und künstlerisch. Und widmen ihre Leben vor allem dem Antifaschismus und dem Widerstand gegen die Nazis. Erika Mann erwacht in ihrer ganzen Vielfalt und Lebendigkeit zu einer quirligen, getriebenen, auch streitbaren Frau, die sich kompromisslos für ihre Ideale und auch ihre Familie einsetzt. Diese Lebendigkeit erzeugt Unda Hörner mit einer einfühlsamen, fließenden, klaren Sprache, die ganz dem Wesen von Erika Mann entspricht, die „von herbem Charme,“ und „dem kräftigen Tonus der Entschlossenheit“ getragen, aber auch zart und mitfühlend sein kann. Ich habe diese Biografie sehr gern gelesen und empfehle sie, wenn man sich fundiert, aber ohne Fußnoten und unendliche Querverweise dem Leben von Erika Mann und ihrer Familie annähern möchte.

  • Bewertung

    aus Quickborn

    4/5

    04.04.2024

    eBook (ePUB 3)

    Wir treffen uns im Unendlichen

    Ein Sachbuch, spannend und bewegend wie ein Roman, eine Biographie, die unter die Haut geht. Unda Hörner – die ich bisher als Autorin noch gar nicht kannte – hat sich der Lebensgeschichte von Erika Mann angenommen, sie verfolgt, erforscht, analysiert. Erika Mann, Tochter des Zauberers Thomas Mann, Schwester von Klaus Mann, dem Wilden und Verzagten, dem Mutigen und Traurigen. Nicht ganz einfach, eine solche Familienbeziehung zu beschreiben, über die schon so viel gesagt, geschrieben, gefilmt und getuschelt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wachsen Erika und Klaus, nur ein Jahr auseinander, wie Zwillinge auf, verwirren und verunsichern nicht nur Nachbarn und Spielgefährten, später auch die Lehrerschaft. Kaum den Kinderschuhen entwachsen, machen sie sich auf die Reise, erkunden und erforschen Europa und die Welt. Jeder von ihnen auch immer mit eigenen Ideen, sexuellen Erlebnissen, missglückten Ehen und unerschöpflichem Enthusiasmus. Als der Nationalsozialismus in Deutschland Tatsachen schafft, die ihnen das Bleiben nicht erlauben, beginnt die endlose Zeit der Emigration. Dass Erika zusätzlich zum eigenen Unglück auch das der Eltern und des Bruders bewältigen muss, macht ihr das Leben nicht leichter. Erst als die Eltern in Kalifornien ein neues Zuhause gefunden haben und auch die Großeltern in die Schweiz auswandern konnten, fällt eine kleine Last von Erika ab. Aber es sind bei Weitem nicht nur die praktischen Dinge des Alltags der Emigranten, die Probleme bereiten, auch die lange und als unerträglich empfundene Zurückhaltung des Vaters gegenüber dem Hitlerregime macht ihr zu schaffen. Erika Mann schlägt sich durch, tapfer, immer wieder von Neuem versuchend, ihre Meinung nicht nur zu verbreiten, sondern auch zu verteidigen. Gegenüber den Amerikanern, die eher skeptisch und gefühlt weitab vom Geschehen in Europa sind, ist das besonders schwierig. Erst mit Eintritt der Amerikaner in den Krieg ändert sich das etwas. Und Bruder Klaus meldet sich freiwillig zur Armee, steht zwar nicht an der Front, aber arbeitet in Propagandaabteilungen. Auch von Erika wird berichtet, dass sie in Uniform nach Europa kommt, leider wird hierzu wenig berichtet. Dass sie nach dem Ende des Krieges die Angeklagten des Nürnberger Prozesses „besichtigen“ kann, ist eine schaurige Seite ihrer Erlebnisse. Das Buch geht gedanklich den Weg zurück vom Suizid des geliebten Bruders, der sich im Mai 1949 in Cannes ereignete, als Erika mit ihren Eltern in Schweden weilte. Erika Mann wird danach mit ihren Eltern Kalifornien verlassen, in die Schweiz ziehen und ihrem Vater bis zum Tod 1955 als Assistentin, Beraterin, Sekretärin und Vertraute zur Seite stehen. Über diese Zeit und die Jahre bis zu ihrem Tod erfährt man im Buch von Unda Hörner nichts mehr. Es endet um die Zeit ihres vierundvierzigsten Geburtstags mit den Worten „Wir treffen uns im Unendlichen, Klaus, eines Tages. Du weißt, wir reisen als Zwillinge.“ Im Anhang findet sich ein umfangreiches Literaturangebot, ein neueres Buch möchte ich noch zusätzlich empfehlen: Uwe Wittstocks Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur. Dort finden sich einige der bei Unda Hörner genannten Literaten wieder, die mit viel Mühe und unter Lebensgefahr dem Zugriff der Nazis entkommen konnten. So auch Erika Manns Onkel Heinrich mit Frau Nelly, die Werfels und die Feuchtwangers. Aus meiner Sicht eine passende Ergänzung. Was mir am Ende etwas gefehlt hat, waren Kurzbiografien der wichtigsten Personen (Familie, Freunde) aus diesem Buch, wie sich ihr Leben nach 1945 entwickelt hat, welchen Widerständen sie zum Beispiel in Deutschland – Ost und West – begegneten. Zumindest eine kurze Beschreibung der letzten Jahre von Erika Mann fände ich unerlässlich. Sicher, man kann das alles im Internet oder den Literaturen, die genannt werden, nachlesen, aber es hätte das Buch abgerundet. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, manchmal jedoch fand ich Formulierungen nicht ganz passend, gerade „geflügelte Worte“, die erst wesentlich später geprägt wurde, erschienen mir etwas aufgesetzt. Als Beispiele nenne ich die Banalität des Bösen, ein Begriff, der erst 1961 von Hannah Arendt geprägt wurde, oder auch die Verwandlung der Deutschen nach dem Krieg in lupenreine Demokraten. Dass Erika Mann und auch Klaus Mann niemals ihre Heimat Deutschland wiedergefunden haben, steht sehr im Gegensatz zum Buchtitel. Die Heimat ist ihnen und auch den Eltern abhandengekommen, da halfen niemals Drogen, Alkohol und Exzesse. Fazit: Man lernt Erika Mann und ihren Bruder gut kennen in diesem Buch. Und man versteht die unendliche Trauer und Traurigkeit, die Erika Mann nach dem Tod ihres Bruders empfand. Sie konnte ihn nicht beschützen, nicht vor der Welt und nicht vor sich selbst. Ich empfehle dieses Buch gern, wer sich für Literatur und Biografien und die Geschichte des 20. Jahrhunderts interessiert, ist hier richtig. #SolangeeseineHeimatgibtErikaMann #NetGalleyDE

Kundinnen und Kunden meinen

5

3

4

2

3

0

2

0

1

0

Bewertungen (5)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Kristina Oberlinger

    Kristina Oberlinger

    Thalia Mayersche Gummersbach

    Buchhändler*in

    5/5

    26.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Vom Leben im Exil

    Unda Hörner erzählt in dieser Chronik die Geschichte der Geschwister Mann, die stellvertretend für so viele Autoren der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts steht, angefangen von der unbeschwerten Kindheit im München Bogenhausen Anfang des Jahrhunderts über die wilden 1920er Jahre, wo es die Geschwister durch die Welt und schließlich ins schillernde Berlin trägt, bis hin zu ihren verschiedenen Aufenthaltsorten des Exils. Sie nimmt dabei die Perspektive Erika Manns ein, die das Geschehen im Rückblick, aus Anlass der Todesnachricht des geliebten Bruders Klaus, erzählt. Wir erleben Erika Mann als unerschrockenes, temperamentvolles und unangepasstes Kind und ebensolche junge Frau, die 1933, gerade als die Nazis in den Reichstag einziehen, mit ihrem politischen Kabarett „Die Pfeffermühle“ in Berlin Furore macht. Die schwierigen Bedingungen in Deutschland zwingen die Manns jedoch alsbald zu dauerhaften Aufenthalten im Ausland, was Erika und Klaus jedoch nicht davon abhält, weiterhin mit kabarettistischen und literarischen Vorträgen auf die Verhältnisse in der Heimat aufmerksam zu machen. Während die Eltern Katia und Thomas die meiste Zeit im vermeintlich sicheren Schweizer Exil. wie man meinen könnte, die Dinge nicht so recht wahrhaben wollen und fast ein bisschen Realitätsflucht betreiben, verstehen sich Geschwister als kritische Stimme der Exilgeneration. Doch es geht eben nicht nur um Mut und Stärke, sondern auch um die innere Zerrissenheit der Protagonisten, die dem Druck des Lebens nur schwer standhalten, Während Erika den ruhelosen und ausschweifenden Lebensstil noch relativ gut verpackt, versinkt der geliebte Bruder immer mehr in Drogen- und Alkoholproblemen, die letztlich in seinem Freitod münden. Auch das ein Phänomen zwar nicht nur dieser Generation von Exilanten, denen der Verlust der Heimat und ihrer Sprache lebenslang zu schaffen macht. Und gerade weil die literarische Elite Deutschlands und allen voran die Familie Mann noch zu den eher privilegierten Exilanten gehört, die aufgrund ihrer Bildung und Kultur relativ leicht in der Welt Fuß fassen konnten, so kann man nicht umhin zu denken, dass Migration, wie wir sie heute erleben, um ein vielfaches schwerer für die Betroffenen sein muss. Denn hier müssen zusätzlich zu allen traumatischen Erlebnissen ganz andere soziale und kulturelle Grenzen überwunden werden, als es dort der Fall war. Insofern kann man Unda Hörners Buch sowohl als zeitgeschichtliche Darstellung einer besonderen literarischen Generation des 20.Jahrhunderts lesen, durch die Parallele zur gegenwärtigen Zeit hat es auch unbestrittene Aktualität.

Unsere Meinungen

Bewertungen (1)

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Solange es eine Heimat gibt. Erika Mann
  • Produktbild: Solange es eine Heimat gibt. Erika Mann