Produktbild: Sund

Sund Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

15.02.2024

Verlag

C.H.Beck Digital

Seitenzahl

130 (Printausgabe)

Dateigröße

1125 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783406813788

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

15.02.2024

Verlag

C.H.Beck Digital

Seitenzahl

130 (Printausgabe)

Dateigröße

1125 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783406813788

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  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    18.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Mahnmal und Zeichen gegen das Vergessen. Poetisch und direkt.

    Das Buch beginnt mit einer Triggerwarnung: „Der Roman enthält Zitate in ableistischer, saneistischer, rassistischer, queerfeindlicher und antisemitischer Sprache.“ Man kann sich also in Teilen auf den Inhalt einstimmen. Zu recht, denn es kommt noch schlimmer, im Mittelteil dieses sehr beeindruckenden Werks. Die Rahmenhandlung dreht sich um die Erzählerin, welche sich am Sund aufhaltet, um auf ihre Geliebte zu warten. Doch das Warten wir zu einer Qual, die Ankunft scheint sich zu verzögern, die Recherchearbeit über ihren Urgroßvater kommt vorerst zum Erliegen. In poetischer Sprache erzählt uns Lichtblau von dieser Zeit, von den Gesängen der Insel Lykke (Lykke heißt auf dänisch „Glück“), welche wie ein Lockruf klingen. S.19: „Als sie geht, ist es still. Dann schreien in den Baumwipfeln die Möwen, die Köpfe im Nacken, die Schnäbel in den Himmel gebohrt. Du solltest wirklich bald kommen, schreibe ich dir. Denn langsam werde ich seltsam.“ Sie setzt über, lernt die „Neue“ kennen. Sie tauchen in ein vermeintliches Idyll ein, aus holprigen Begegnungen werden sie zu Komplizinnen, denn Fremde sind dort nicht besonders willkommen. Fragen werden gestellt und nicht beantwortet, und sie mögen besser wieder abreisen. Die Geschichte der Insel, einst ein Ort von Zwangssterilisationen in der Nazizeit, verknüpft sich mit der eigenen Familiengeschichte der Erzählerin. Im Mittelteil widmet sich die Autorin resolut mit der Vergangenheit ihres Urgroßvaters. Schonungslos deckt sie in akribischen Recherchen auf, was in den Familien verdrängt und verschwiegen wurde. Ihr Urgroßvater war während des NS-Regimes ein einflussreicher Arzt, der an den Zwangssterilisationen, möglicherweise, aber nicht erwiesen, auch an der Euthanasie und Menschenversuchen, beteiligt war. Die TW am Anfang erfolgte zu recht. Lichtblau setzt mit diesem Teil des Romans ein wichtiges Zeichen, nicht nur gegen das Vergessen, sondern daran, wie instabil unsere Gesellschaft war, immer noch ist, und diese Gräuel von gewissen Subjekten nach wie vor verherrlicht werden samt dem Versuch, diese wieder salonfähig zu machen. Auch wenn in unseren Köpfen die Summe der damaligen Verbrechen herumspukt und mehr als latent präsent ist, sind diese detaillierten Ausführungen dennoch schockierend und aufrüttelnd. Das Idyll rund um eine Insel (die Insel des Vergessen?), deren Bewohner lieber unter sich bleiben möchten, ist für mich persönlich eine starke Metapher dafür, Unausgesprochenes ruhen zu lassen. Aber gerade in diesem (für mich sehr mutigen) Schritt der Autorin, die eigene Vergangenheit derart kritisch und offen zu durchleuchten und mit uns zu teilen, sehe ich ein wichtiges Zeichen, dass es andere ihr gleich tun und solche Zeiten sich hoffentlich nie wiederholen werden. Unsere Gegenwart ist zerbrechlich angesichts der versteckten Vergangenheit. S.113: „Hast du nicht gesagt, nichts verschwindet ganz? Dass beispielsweise bei einem Küstenabbruch dem Land Fläche abhandenkommt, das Material aber nicht verloren geht, sondern nur fortgespült wird, verlandet, und anderswo neues Land bildet. Eine Sandbank zum Beispiel.“ Der Roman ist ein wichtiges Werk, aufrüttelnd. Die sprachliche Gestaltung wechselt von poetischen Sätzen, welche oftmals für sich alleine dastehen, zu einem detaillierten, mit Zitaten überhäuften Bericht. Beides, so finde ich, ergänzt sich wunderbar und hinterlässt einen sehr nachdenklichen Leser. Sehr gerne gebe ich für dieses Buch eine eindrückliche, wenn nicht sogar fordernde Leseempfehlung.

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    18.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Mahnmal und Zeichen gegen…

    Ein Mahnmal und Zeichen gegen das Vergessen. Poetisch und direkt. Das Buch beginnt mit einer Triggerwarnung: „Der Roman enthält Zitate in ableistischer, saneistischer, rassistischer, queerfeindlicher und antisemitischer Sprache.“ Man kann sich also in Teilen auf den Inhalt einstimmen. Zu recht, denn es kommt noch schlimmer, im Mittelteil dieses sehr beeindruckenden Werks. Die Rahmenhandlung dreht sich um die Erzählerin, welche sich am Sund aufhaltet, um auf ihre Geliebte zu warten. Doch das Warten wir zu einer Qual, die Ankunft scheint sich zu verzögern, die Recherchearbeit über ihren Urgroßvater kommt vorerst zum Erliegen. In poetischer Sprache erzählt uns Lichtblau von dieser Zeit, von den Gesängen der Insel Lykke (Lykke heißt auf dänisch „Glück“), welche wie ein Lockruf klingen. S.19: „Als sie geht, ist es still. Dann schreien in den Baumwipfeln die Möwen, die Köpfe im Nacken, die Schnäbel in den Himmel gebohrt. Du solltest wirklich bald kommen, schreibe ich dir. Denn langsam werde ich seltsam.“ Sie setzt über, lernt die „Neue“ kennen. Sie tauchen in ein vermeintliches Idyll ein, aus holprigen Begegnungen werden sie zu Komplizinnen, denn Fremde sind dort nicht besonders willkommen. Fragen werden gestellt und nicht beantwortet, und sie mögen besser wieder abreisen. Die Geschichte der Insel, einst ein Ort von Zwangssterilisationen in der Nazizeit, verknüpft sich mit der eigenen Familiengeschichte der Erzählerin. Im Mittelteil widmet sich die Autorin resolut mit der Vergangenheit ihres Urgroßvaters. Schonungslos deckt sie in akribischen Recherchen auf, was in den Familien verdrängt und verschwiegen wurde. Ihr Urgroßvater war während des NS-Regimes ein einflussreicher Arzt, der an den Zwangssterilisationen, möglicherweise, aber nicht erwiesen, auch an der Euthanasie und Menschenversuchen, beteiligt war. Die TW am Anfang erfolgte zu recht. Lichtblau setzt mit diesem Teil des Romans ein wichtiges Zeichen, nicht nur gegen das Vergessen, sondern daran, wie instabil unsere Gesellschaft war, immer noch ist, und diese Gräuel von gewissen Subjekten nach wie vor verherrlicht werden samt dem Versuch, diese wieder salonfähig zu machen. Auch wenn in unseren Köpfen die Summe der damaligen Verbrechen herumspukt und mehr als latent präsent ist, sind diese detaillierten Ausführungen dennoch schockierend und aufrüttelnd. Das Idyll rund um eine Insel (die Insel des Vergessen?), deren Bewohner lieber unter sich bleiben möchten, ist für mich persönlich eine starke Metapher dafür, Unausgesprochenes ruhen zu lassen. Aber gerade in diesem (für mich sehr mutigen) Schritt der Autorin, die eigene Vergangenheit derart kritisch und offen zu durchleuchten und mit uns zu teilen, sehe ich ein wichtiges Zeichen, dass es andere ihr gleich tun und solche Zeiten sich hoffentlich nie wiederholen werden. Unsere Gegenwart ist zerbrechlich angesichts der versteckten Vergangenheit. S.113: „Hast du nicht gesagt, nichts verschwindet ganz? Dass beispielsweise bei einem Küstenabbruch dem Land Fläche abhandenkommt, das Material aber nicht verloren geht, sondern nur fortgespült wird, verlandet, und anderswo neues Land bildet. Eine Sandbank zum Beispiel.“ Der Roman ist ein wichtiges Werk, aufrüttelnd. Die sprachliche Gestaltung wechselt von poetischen Sätzen, welche oftmals für sich alleine dastehen, zu einem detaillierten, mit Zitaten überhäuften Bericht. Beides, so finde ich, ergänzt sich wunderbar und hinterlässt einen sehr nachdenklichen Leser. Sehr gerne gebe ich für dieses Buch eine eindrückliche, wenn nicht sogar fordernde Leseempfehlung.

  • Bewertung

    aus Maihingen

    4/5

    11.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erschreckend. Experimentell. Erstaunlich

    Sund ist speziell. Experimentelles Werk, persönliche Erzählung und ein geschichtlicher Aspekt, der wenig bekannt ist, aber dennoch nie vergessen werden darf. Deshalb fällt es mir schwer, das Buch zu rezensieren. Mit dem experimentellen Teil haderte ich sehr, zu wenig wurde mir klar, was gemeint ist: wer oder was ist der Balg? Der Elch? Ist die Neue eine Person oder ein Teil der Persönlichkeit der Erzählerin? Wäre der Roman nicht nur 130 Seiten lang, weiß ich nicht, ob ich nicht abgebrochen hätte, einfach weil ich nicht wusste, was ich gerade lese. Das wäre aber sehr schade gewesen, denn der Sund ist sozusagen Rahmenhandlung für Recherchen der Erzählerin über die Rolle des Uropas zur Zeit des Nationalsozialismus. Ein Orthopäde, der an den Euthanasie-Verbrechen beteiligt war, nach Ende des 2. Weltkrieges war er als renommierter Medizinier bekannt, als wäre nichts gewesen. Straßen sind nach ihm benannt und da mir der Name bekannt vorkam, begann ich zu googeln. Tatsächlich, ich hatte Recht. Sogar in meinem Navi zeigt es die Straße noch an. Anfang 2023 war ich in Bad Tölz und Lenggries unterwegs, weil dort Special Olympics Winterspiele sattfanden. Sportwettbewerbe für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Was für ein erschreckender Zufall, dass ich ausgerecht in diesem Zusammenhang die Straße entlangfuhr, die nach einem Medizinier benannt ist, der an Programmen beteiligt war, in denen unter anderem Menschen mit Behinderung ermordet wurden. Chronologisch wird die Recherche aufarbeitet, Fakten treffen auf offene Fragen, auch deshalb, weil die Biografie des Mediziners „beschönigt“ wurde, weil Dokumente vernichtet wurden, weil man es ignorieren will, weil das dem Morden zugrundeliegende Gedankengut nach wie vor verbreitet. Was ist die Wahrheit? Wer ist die Erzählerin, wer war der Urgroßvater? Was ist der Sund? Was passiert auf der Insel? Die offenen Fragen sind für mich das, was die Handlung am Sund und die Recherchen über die NS-Zeit verbinden, auch wenn sie inhaltlich nichts miteinander zu haben. Oder doch? Ich weiß es nicht, denn mir als Leserin blieben viele Fragen unbeantwortet. Vielleicht eignet sich der Roman nicht, alleine gelesen zu werden; vielleicht muss er diskutiert werden. Letztendlich gibt es 4 Sterne von mir, auch wenn ich mit der Rahmenhandlung echt Schwierigkeiten hatte, aber gleichzeitig habe ich selten so viel noch über die Handlung eines so kurzen Romans nachgedacht. An dieser Stelle möchte ich unbedingt "Schwarzpulver", den Debütroman von Laura Lichtblau, empfehlen. 2020 schon aktuell, jetzt erschreckenderweise noch aktueller, leider.

  • Bewertung

    aus Buchen

    4/5

    20.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein heller Gesang

    Eine Frau reist auf die dänische Insel Lykke und wartet dort auf ihre Freundin. Es ist eine komische Stimmung auf der Insel. Die Leute sind unzugänglich, außer die Neue, die ebenfalls neu auf der Insel ist und mit der sie viel Zeit verbringt. Der Hauptteil des Buches beschreibt dann die Recherche der Erzzählerin über ihren Urgroßvater und dessen braune Vergangenheit. Er war beteiligt an Euthanasieverbrechen. Neben dunklen Tönen kommen auch wieder helle, vor allen als endlich ihre Freundin auftaucht. Das Buch besticht durch einen lyrischen Ton und einer einfallsreichen Sprache. Ich mag diesen Stil.

  • yellowdog

    4/5

    20.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein heller Gesang Eine Frau…

    Ein heller Gesang Eine Frau reist auf die dänische Insel Lykke und wartet dort auf ihre Freundin. Es ist eine komische Stimmung auf der Insel. Die Leute sind unzugänglich, außer die Neue, die ebenfalls neu auf der Insel ist und mit der sie viel Zeit verbringt. Der Hauptteil des Buches beschreibt dann die Recherche der Erzzählerin über ihren Urgroßvater und dessen braune Vergangenheit. Er war beteiligt an Euthanasieverbrechen. Neben dunklen Tönen kommen auch wieder helle, vor allen als endlich ihre Freundin auftaucht. Das Buch besticht durch einen lyrischen Ton und einer einfallsreichen Sprache. Ich mag diesen Stil.

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Bewertungen (10)

Unsere Meinungen

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    Bianca Werner

    Thalia Göttingen – Kauf Park

    Buchhändler*in

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    4/5

    26.04.2025

    eBook (ePUB)

    kompliziertes kleines Buch

    Der Text ist anstrengend zu lesen und zu verstehen, dabei ist nie ganz klar in welcher Zeit oder Gedankenwelt wir uns gerade befinden. Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen. Das Ganze ist mehr eine geschriebene Gefühlswelt und damit ist die schweren Thematik angemessen umgesetzt.
  • Zum Bewerterprofil von Nikole Schell

    Nikole Schell

    Thalia Landau

    Buchhändler*in

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    4/5

    11.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was ist Realität und was Fiktion?...

    Was ist Realität und was Fiktion? Sprachlich herausfordernd, teilweise verwirrend und trotzdem interessant verwebt Lichtblau die NS-Vergangenheit ihrer eigenen Familie mit dem fitkiven Sund.
  • Zum Bewerterprofil von Hannelore Wolter

    Hannelore Wolter

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

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    4/5

    23.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ja, so eine Geschichte muss man...

    Ja, so eine Geschichte muss man mögen. Das Thema Nationalsozialismus in der eigenen Familie ist schwierig. Sich dem stellen oder schweigen? Die Autorin hat es beeindruckend wiedergegeben.
  • Zum Bewerterprofil von Kevin Beckmann

    Kevin Beckmann

    Thalia Mayersche Wuppertal-Barmen

    Buchhändler*in

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    3/5

    19.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Auch wenn dieser Roman wirklich...

    Auch wenn dieser Roman wirklich nicht leicht zugänglich ist, so strahlt er doch eine ganz eigene Faszination aus, der man sich wenn man sich darauf einlässt nur schwer entziehen kann. Nicht ganz so stark wie ihr Debüt "Schwarzpulver" aber dennoch einen Blick wert.

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