Die Brandstifter zeichnet die Geschichte der Republikanischen Partei nach und stellt ihre wichtigsten Akteure vor.Dabei wird deutlich, wie porös die Brandmauer zwischen Rechtsextremismus und Konservatismus in den USA schon immer war, nicht erst seit Trump. Brockschmidt erzählt packend, wie historische Entwicklungen und Machtkämpfe die Partei geprägt und radikalisierthaben - und warum das Ergebnis derPräsidentschaftswahl 2024nicht nur für die USA von entscheidender Bedeutung sein wird.
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4.7/5.0
SternchenBlau
5/5
27.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannend wie ein Thriller. Leider bittere Realität
Vermutlich war ich schon immer ein recht politischer Mensch, aber kaum etwas hat mich so politisiert wie die Trump-Wahl 2016. Die traurige Tatsache ist allerdings, dass Trump mehr ein Symptom als die Ursache dafür ist, dass die US-amerikanische Demokratie massiv bedroht ist. Die Hintergründe, warum das so ist, gibt euch das krass spannende Buch von Annika Brockschmidt.
„Die Brandstifter“ las sich für mich, als wäre ich live dabei gewesen. Im Verlauf des Buches radikalisiert sich hier eine Partei vor unseren Augen. Brockschmidt spannt dabei den Bogen vor allem von den 1950ern bis ins Heute. Von den „Brandstifter*innen“ im Hintergrund wurde durchaus einkalkuliert, dass sich manche Strategien nicht sofort, oder bei der nächsten Wahl in vier Jahren, sondern erst langfristig von Erfolg gekrönt sein werden.
„Landesweit rührte die Religiöse Rechte die Werbetrommel für den ehemaligen Filmstar aus Kalifornien - und sie tat dies hauptsächlich, indem sie potenziellen Wähler*innen Angst einjagte. In einem Brief, der im Rahmen einer Direct-Mail-Kampagne der rechtsreligiösen Lobbygruppe Christian Voice verschickt wurde, war etwa zu lesen, dass die Kinder durch «militante Schwule, liberale Erzieher, grausame Atheisten und gottlose Politiker» gefährdet seien. Das Einzige, was zwischen der Nation und dem Abgrund stehe, so das Narrativ, sei Ronald Reagan.“
Genau das Narrativ wird auch heute noch andauernd bedient. Die Wahl Trumps war ein wichtiger Etappensieg, der sich nun mit der Wahl im November zementieren könnte: Ein rechter „Thinktank“ gibt mit dem Project 2025 eine gruselige Vision vor, die das komplette System umstellen möchte. Man könnte meinen, ja, irgendein ThinkTank, aber der gab schon Ronald Reagan die Leitlinie vor. Leider gibt es in der Berichterstattung und in der Politik wenig Auseinandersetzung mit diesem Themen. Es scheint zu leicht, die Augen zu verschließen und zu tun, als läge alles nur an Trump.
Wenn ihr die Hintergründe besser verstehen wollt, lest bitte das Buch von Annika Brockschmidt. Leider betreffen die Auswirkungen Frauen, BIPoC, queere Menschen und Behinderte in den USA, aber über die Außenpolitik letztendlich uns alle.
Große Leseempfehlung, liest sich wie ein Thriller, 5 von 5 Sternen.
Bewertung
5/5
19.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gut lesbares und informatives Sachbuch...
Das neue Buch von Annika Brockschmidt packt mich immer wieder neu. Trotz seiner vielen profunden Details liest es sich sehr gut und lässt mich die erschreckende Entwicklung/Geschichte gut verstehen.
Besonders hervorheben möchte ich die Verwendung der gendergesprechten Sprache, welche keinerlei negativen Einfluss auf das Lesevergnügen hat.
Lieben Dank für das sehr informative und wichtige Buch.
Bewertung
4/5
24.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erschreckend
Gruselig. Die Entwicklung der ehemals für Sklavenbefreihung stehende republikanische Partei hin zu Segregation, Extremismus, Trumpismus uvm ist erschreckend.
Brockschmidt konzentriert sich dabei auf die Entwicklung der letzten 100 Jahre und Personen, die entscheidende Weichen gestellt haben. Mit vielen Zitaten und Forschungen belegt.
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5/5
02.12.2025
eBook (ePUB 3)
Deprimierend aber brillant
Wer verstehen möchte, wie demokratische Systeme durch schleichende Radikalisierung gefährdet werden können, sollte dieses Buch lesen. Annika Brockschmidt beschreibt, wie die Republican Party in den USA sich über Jahrzehnte hinweg radikalisierte — bis hin zur Dominanz rechtsextremer, christlich-nationalistischer und autoritärer Kräfte. Brockschmidt spannt einen langen historischen Bogen von den politischen und ideologischen Wurzeln in der Mitte des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart — inklusive der Entwicklungen, die den Aufstieg von Donald Trump möglich machten.
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5/5
25.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Pflichtlektüre!
Wie konnte es dazu kommen, dass eine kleine kleine Gruppe radikaler, rassistischer, religiöser Fanatiker die amerikanische Politik seit Jahrzehnten vor sich her treiben kann? Dieses akribisch recherchierte Buch ist eine großartige, umfassende Darstellung dieser Entwicklung. Fest steht: Trump ist nicht die Ursache des Wahnsinns, sondern ein Symptom der Krankheit.
Nach der Lektüre werden Sie auch die Entwicklungen in Deutschland mit anderen Augen sehen...
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5/5
12.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Die Brandstifter" von Annika Brockschmidt, erschienen bei Rowohlt.
Der Extremismus, der die amerikanische Gesellschaft derzeit spaltet, hat seine Ursache nicht in der Person Donald Trumps, dessen erratische Form des Regierens Partner und Freunde der USA auf der ganzen Welt zutiefst verunsichert hat. Extremistische, erzkonservative religilöse Rechte haben schon vor langer Zeit die Partei der Republkaner, die GOP, die Grand Old Party, gekapert, um Politik nach ihren Vorstellungen durchsetzen zu können, Dabei waren und sind sie nicht zimperlich in ihren Mitteln und Methoden. Die Präsidenten der Republikaner Richard Nixon, Ronald Reagan, Bush Vater und Sohn, und die Führer in Kongress und Senat Newt Gingrich oder Kevin McCarthy erscheinen uns zur Zeit nur dewegen moderat, weil Trump die Grenzen des Sagbaren so weit an den rechtsextremen Rand verschoben hat, daß Nixon schon fast wie ein Liberaler wirkt. Ohne Hemmungen, das wird zur Zeit wieder deutlich, suchten und suchen die Republikaner nicht den Kompromiss, sondern haben den unbedingten Willen ihre Positionen maximal durchzusetzen. Die Autorin beschreibt minutiös wie seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Republikaner machtbewusst dem Land ihren Willen aufzuzwingen versuchen, wie schon Reagan und Bush senior die Legislative mit ihnen genehmen Richtern besetzen konnten, um am Supreme Court, dem obersten Gericht der USA, die Gesetzgebung nach ihren Wünschen zu beeinflussen. Auf der Strecke bleiben Bürgerrrechte und der Wählerwille, auch durch die Möglichkeit Wahlkreise beliebig zuschneiden zu können, um demokratische Stimmen auf diese Weise zu entwerten. Viele Errungenschaften, wie das Recht auf Abtreibung oder die Gleichheit vor dem Gesetz, sind den klerikalen Zynikern in der GOP seilt langem ein Dorn im Auge.
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