Produktbild: L’école, c’est moi

L’école, c’est moi Schüler:innen im Zentrum zeitgemäßen Unterrichts

1

23,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.12.2024

Verlag

Hep verlag

Seitenzahl

148

Maße (L/B/H)

0,9/15,5/22,5 cm

Gewicht

279 g

Farbe

Silbergrau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-0355-2676-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.12.2024

Verlag

Hep verlag

Seitenzahl

148

Maße (L/B/H)

0,9/15,5/22,5 cm

Gewicht

279 g

Farbe

Silbergrau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-0355-2676-9

EU-Ansprechpartner

Brockhaus Commission
Kreidler Str. 9
70806 Kornwestheim
DE
t.duchardt@brocom.de

Herstelleradresse

HEP Verlag
Gutenbergstr. 31
3000 Bern
CH
info@hep-verlag.ch

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  • Bewertung

    5/5

    11.05.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Die Hand an der Klinke: Warum agile Didaktik mehr ist als nur gute Planung

    Beim Lesen von Philippe Wampflers Buch habe ich die aktuellen Hattie-Erfolgsfaktoren vor Augen, wie er sie im März bei uns in der Schweiz präsentiert hat. Für mich markiert diese Gegenüberstellung einen klaren Wegweiser: Philippe Wampfler liefert mit seinen sofort umsetzbaren Massnahmen das passende Werkzeugset dazu. Schon der Titel „Schülerinnen im Zentrum“ harmoniert perfekt mit dem Anspruch auf echte Partizipation. Die weitere Neugier wird durch ein Inhaltsverzeichnis geweckt, das mit diversen Metaphern und teils nicht selbstsprechenden Kapiteltiteln arbeitet. Auch die Einleitung, die u.a. das Relativieren von Angst und das Vermitteln von Sicherheit fokussiert, bildet das notwendige Fundament, das sich direkt mit Hatties erstem Faktor – dem Vorrang des Lernklimas – deckt. Ohne diese emotionale Basis ist kein nachhaltiger Lernprozess möglich, was gerade für Lernende die wichtigste Voraussetzung für jegliche Entwicklung darstellt. Philippe Wampfler plädiert für eine Lernkultur, die „Out of the box“ denkt und das Lernen der Schüler:innen als Zentrum wie einen Magneten versteht, der durch Relevanz und echte Bedeutung wirkt. Ein zentraler Aspekt ist hierbei auch die Überwindung veralteter Lernmuster: Lehrpersonen neigen oft dazu, primär so zu lehren, wie sie selbst früher gut gelernt haben. Diese biografische Reproduktion holt jedoch niemals alle Lernenden ab und wird den komplexen Herausforderungen der zukünftigen Bildungs- und Arbeitswelt nicht gerecht. Plandidaktik oder die für mich neue Türklinkendidaktik unterstreichen, wie wichtig die Spontanität in Form einer agilen Didaktik ist. Diese bedarf ebenso der tiefen Kenntnis der individuellen Lernunterstützung von Schüler:innen, was exakt Hatties dritten Faktor - kenne deinen Einfluss - spiegelt. Asynchrone Lernphasen und ein individuelles Tempo verschaffen der Lehrperson wertvolle Zeit für Reflexion – ein Aspekt, der für die Neuroinklusion von unschätzbarem Wert ist. In Bezug auf die Neurodiversität hätte ich mir im Kapitel über Vielfalt zwar noch eine explizitere Benennung dieses Potenzials gewünscht, doch die Ausführung über den negativen Einfluss von Adultismus bringt es auf den Punkt: Bevormundung schränkt Partizipation und damit den Lernerfolg massiv ein. Dies korrespondiert mit Hatties Forderung nach Selbststeuerung und gemeinsamer Verantwortung. Ein wichtiger Differenzierungspunkt bleibt für mich die soziale Komponente: Während Lernen oft als soziale Aktivität gerahmt wird, sollte dies für Autist:innen etwas relativiert werden. Für sie bedeutet weniger sozialer Aufwand oft mehr Kapazität für den eigentlichen Inhalt. Insgesamt zeigt das Buch eindrücklich, wie neuroinklusives, adaptives Lernen gelingen kann, wenn wir Vielfalt als Motor und nicht als Hindernis begreifen. Ich empfehle dieses Buch allen pädagogischen Fachpersonen, die bereit sind, Schule konsequent neu zu denken – und zwar mit den Schüler:innen als Magnete im Zentrum. Was bedeutet Schule für Sie persönlich? Wenn wir Philippe Wampfler folgen, ist die Antwort klar: „L’école, c’est moi“. Doch sind unsere eigenen Assoziationen mit Schule überhaupt repräsentativ für die aktuelle Lebenswelt von individuellen Lernenden? Sind wir bereit, den Weg von der klassischen Plandidaktik über die spontane „Türklinkendidaktik“ hin zu einer zeitgemäßen, agilen Didaktik zu gehen, die sich an den Bedürfnissen, Sorgen und Herausforderungen der Jugendlichen orientiert? Schule ist nicht das System oder das Gebäude. Vielmehr sind es die Lernenden selbst, die uns einen Weg zur Agilität ebnen, wenn wir bereit sind, ihnen zuzuhören und Raum für Mitgestaltung zu geben.

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