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Die Unbehausten Roman | »Eine Wucht. Wer die USA verstehen will, muss Kingsolver lesen.« Brigitte

24

26,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

18103

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.06.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

624

Maße (L/B/H)

20,7/13,3/4,3 cm

Gewicht

646 g

Farbe

Terracotta

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

Unsheltered

Übersetzt von

Dirk van Gunsteren

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-28463-9

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Eine Wucht (...) wer die USA verstehen will. muss Kingsolver lesen. ("Brigitte")
Ein vielschichtiges Bild der USA. ("Flow")
Barbara Kingsolvers großer, visionärer Roman über unsere Welt in Krisenzeiten entlässt uns trotzdem nicht ohne Perspektive: ›Die Unbehausten‹ ist das Buch zur Zeit. ("Buchkultur")
Mit der verspäteten Übersetzung von ›Die Unbehausten‹ untermauert Barbara Kingsolver auch bei ihren deutschsprachigen Lesern den Ruf, eine Schriftstellerin zu sein, die weiß, wie man fesselnd erzählt. Pageturner mit anspruchsvoller Architektur, sie sind das Metier dieser Bestsellerautorin. ("Hamburger Abendblatt")
Alles kollabiert in diesem Roman: das Haus, die Körper, die Ideologien und die Welt. ("3sat, Buchzeit")
In diesem Roman sieht man, dass America nie great war. ("3sat, Buchzeit")
Ein Superschmöker! ("3sat, Buchzeit")
›Die Unbehausten‹ ist eine kluge und reichhaltige Lektüre und darf gern ins Urlaubsgepäck. ("Die Presse")
Und auch wenn sie keine Antworten liefert und ihre Protagonisten kämpfen müssen, steckt in ›Die Unbehausten‹ ein hoffnungsvoller, teilweise sogar humorvoller Ton. Das macht dieses Buch zu einer der erhellendsten und unterhaltsamsten Lektüren dieser Saison. ("SWR Kultur")
Warmherzig, humorvoll und zutiefst menschlich erzählt Barbara Kingsolver von Verwerfungen der Gegenwart, in denen gespenstisch die Vergangenheit anklingt. ("Event Magazin")

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Verkaufsrang

18103

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.06.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

624

Maße (L/B/H)

20,7/13,3/4,3 cm

Gewicht

646 g

Farbe

Terracotta

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

Unsheltered

Übersetzt von

Dirk van Gunsteren

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-28463-9

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: produktsicherheit@dtv.de

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  • Lesenswege

    5/5

    10.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn nichts mehr sicher ist

    „Aber alle Regeln haben sich geändert, und es ist schwer, den Leuten dabei zuzusehen, wie sie immer weitermachen, als wäre alles ganz normal.“ Zitat von Seite 554. Sätze wie dieser sind es, die mich immer wieder haben schlucken lassen bei der Lektüre von Barbara Kingsolvers großartigem Roman „Die Unbehausten“. Denn unbehaust werden wir sein in absehbarer Zukunft, nicht alle, und nicht überall auf der Welt, aber alle werden mit den Ursachen und den Auswirkungen dieser Unbehaustheit zu tun bekommen. Denn vermutlich wird es uns nicht gelingen, den weiteren Klimawandel noch aufzuhalten, und auch die politischen Entwicklungen in Ländern, die gerade noch Demokratien und blühende Wirtschaften waren, stimmen nicht hoffnungsfroh. Kingsolver erzählt auf zwei Zeitebenen vom Leben in den Vereinigten Staaten, ein Sehnsuchtsland für viele einst. Eine Zeitebene sind die letzten Monate der Präsidentschaft Obamas. Der Name seines Nachfolgers wird kein einziges Mal genannt, und doch ist stets klar, von wem die Rede ist. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind selbige nicht mehr so unbegrenzt - zumindest nicht nach oben. Nach unten dagegen sind dem Abstieg keine Grenzen gesetzt, eine Erfahrung, die die Erzählerin Willa und ihr Mann machen müssen, obwohl sie ihr Leben lang um ein wirtschaftlich abgesichertes Leben bemüht waren. Ihren beiden Kindern sollte es besser gehen. Nun ist Willa unfreiwillig selbstständige Journalistin mit null Aussicht, in ihrem Alter noch einmal eine Festanstellung in diesem Beruf zu bekommen, und Iano, ihr Mann, hat auch nur einen befristeten Lehrauftrag an einer Uni. Ihr Sohn hat gerade seine Partnerin verloren und steht nun mit einem Neugeborenen da, und ihre Tochter ist nach Jahren aus Kuba zurück und bei ihnen eingezogen. Als ob dies alles nicht schon belastend genug wäre, leben sie in einem vor kurzem ererbten Haus, das buchstäblich vor ihren Augen auseinander bricht. Grundlegende Fehler in der Bausubstanz, irreparabel. Dass an diesem Haus seit Anbeginn geflickschustert wurde, können sie nicht ahnen. Der Bauherr, schlecht beraten, hat in den 1870ern auf Sand gebaut. Schon seine damaligen Bewohner hatten die gleichen Probleme. Womit wir bei der zweiten Zeitebene wären. Der junge Naturkundelehrer Thatcher Greenwood lebt seit kurzem mit seiner Frau und deren Mutter, die die Besitzerin ist, und Schwester in diesem Haus. Er freundet sich mit der Nachbarin an, Mary Treaty, eine später sehr angesehene Naturforscherin ihrer Zeit, doch das ist damals noch nicht weithin bekannt. Sie steht in regem Briefwechsel mit Charles Darwin und arbeitet anderen Forschern zu, absolut untypisch für eine Frau ihrer Zeit. Thatcher hat es schwer an seiner Schule, denn der Direktor schwört den modernen Wissenschaften ab, hält sie für Blasphemie, einzig die Bibel lässt er gelten. Eine Situation, in der Thatcher nicht glücklich werden kann, nicht in dem Haus, nicht in dieser Schule, nicht mit … aber ich will ja nicht alles verraten. In beiden Zeitebenen kann das Haus seinen Bewohnern keinen Schutz bieten, nicht im wörtlichen und auch nicht im übertragenen Sinn. In beiden Ebenen vollziehen sich tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft, die nicht auf die einzelnen Personen beschränkt bleiben werden. Besonders beeindruckt haben mich zwei Frauenfiguren. Einmal ist da Mary Treaty, die Forscherin, aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammend, deren Erwartungen sie jedoch mit ihrem unangepassten Lebensstil nicht erfüllt. Ich bewundere den klugen Geist, das Beharrungsvermögen, die Beobachtungsgabe und die Ausdauer dieser ungewöhnlichen Frau, die über keine universitäre Bildung verfügte (war ja auch nicht verbreitet bei Frauen ihrer Generation) und sich keinen Deut darum scherte, was ihre Zeitgenossen von ihr hielten. Die andere ist Tig, Antigone, die Tochter von Willa. Tig musste immer kämpfen, sie ist eine sehr kleine Frau, nichts ist ihr jemals leicht gefallen, ganz im Gegensatz zu ihrem gutaussehenden, erfolgreichen Bruder, der sie das spüren lässt. Doch Tig hat einen messerscharfen Verstand, den absoluten Durchblick und die von mir sehr bewunderte Fähigkeit, mit wenigen Worten Dinge für jeden verständlich herunter zu brechen und augenöffnend ganz klar auf den Punkt zu bringen. Wow! Barbara Kingsolver hat einen mich sehr begeisternden Roman geschrieben, der ein paar Passagen enthält, die mich das Fürchten lehren. Versteht mich nicht falsch, ich weiß das alles längst, und es macht mich wütend, traurig und fassungslos, aber diese nicht zu leugnenden Wahrheiten in diesen knappen, prägnanten Worten zu lesen, die Kingsolver der jungen Frau in den Mund gelegt hat, das macht mich einfach fertig. „Aber alle Regeln haben sich geändert, und es ist schwer, den Leuten dabei zuzusehen, wie sie immer weitermachen, als wäre alles ganz normal.... In kleinen Dingen können die Menschen sich ändern, aber wenn’s um was Großes geht, würden sie lieber sterben. Sie haben ihr ganzes Leben in dem Glauben gelebt, dass die Speisekammer nie leer sein wird, und die Vorstellung, dass der Planet verbraucht ist, macht ihnen eine Scheißangst. “ - Zitat Tig auf Seite 554. Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • Snowbird

    5/5

    10.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    „Aber alle Regeln haben sich…

    „Aber alle Regeln haben sich geändert, und es ist schwer, den Leuten dabei zuzusehen, wie sie immer weitermachen, als wäre alles ganz normal.“ Zitat von Seite 554. Sätze wie dieser sind es, die mich immer wieder haben schlucken lassen bei der Lektüre von Barbara Kingsolvers großartigem Roman „Die Unbehausten“. Denn unbehaust werden wir sein in absehbarer Zukunft, nicht alle, und nicht überall auf der Welt, aber alle werden mit den Ursachen und den Auswirkungen dieser Unbehaustheit zu tun bekommen. Denn vermutlich wird es uns nicht gelingen, den weiteren Klimawandel noch aufzuhalten, und auch die politischen Entwicklungen in Ländern, die gerade noch Demokratien und blühende Wirtschaften waren, stimmen nicht hoffnungsfroh. Kingsolver erzählt auf zwei Zeitebenen vom Leben in den Vereinigten Staaten. Eine Zeitebene sind die letzten Monate der Präsidentschaft Obamas. Der Name seines Nachfolgers wird kein einziges Mal genannt, und doch ist stets klar, von wem die Rede ist. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind selbige nicht mehr so unbegrenzt - zumindest nicht nach oben. Nach unten dagegen sind dem Abstieg keine Grenzen gesetzt, eine Erfahrung, die die Erzählerin Willa und ihr Mann machen müssen, obwohl sie ihr Leben lang um ein wirtschaftlich abgesichertes Leben bemüht waren. Ihren beiden Kindern sollte es besser gehen. Nun ist Willa unfreiwillig selbstständige Journalistin mit null Aussicht, in ihrem Alter noch einmal eine Festanstellung in diesem Beruf zu bekommen, und Iano, ihr Mann, hat auch nur einen befristeten Lehrauftrag an einer Uni. Ihr Sohn hat gerade seine Partnerin verloren und steht nun mit einem Neugeborenen da, und ihre Tochter ist nach Jahren aus Kuba zurück und bei ihnen eingezogen. Als ob dies alles nicht schon belastend genug wäre, leben sie in einem vor kurzem ererbten Haus, das buchstäblich vor ihren Augen auseinander bricht. Grundlegende Fehler in der Bausubstanz, irreparabel. Dass an diesem Haus seit Anbeginn geflickschustert wurde, können sie nicht ahnen. Der Bauherr, schlecht beraten, hat in den 1870ern auf Sand gebaut. Schon seine damaligen Bewohner hatten die gleichen Probleme. Womit wir bei der zweiten Zeitebene wären. Der junge Naturkundelehrer Thatcher Greenwood lebt seit kurzem mit seiner Frau und deren Mutter, die die Besitzerin ist, und Schwester in diesem Haus. Er freundet sich mit der Nachbarin an, Mary Treaty, eine später sehr angesehene Naturforscherin ihrer Zeit, doch das ist damals noch nicht weithin bekannt. Sie steht in regem Briefwechsel mit Charles Darwin und arbeitet anderen Forschern zu, absolut untypisch für eine Frau ihrer Zeit. Thatcher hat es schwer an seiner Schule, denn der Direktor schwört den modernen Wissenschaften ab, hält sie für Blasphemie, einzig die Bibel lässt er gelten. Eine Situation, in der Thatcher nicht glücklich werden kann, nicht in dem Haus, nicht in dieser Schule, nicht mit … aber ich will ja nicht alles verraten. In beiden Zeitebenen kann das Haus seinen Bewohnern keinen Schutz bieten, nicht im wörtlichen und nicht im übertragenen Sinn. In beiden Ebenen vollziehen sich tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft, die nicht auf die einzelnen Personen beschränkt bleiben werden. Besonders beeindruckt haben mich zwei Frauenfiguren. Einmal ist da Mary Treaty, die Forscherin, aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammend, deren Erwartungen sie jedoch mit ihrem unangepassten Lebensstil nicht erfüllt. Ich bewundere den klugen Geist, das Beharrungsvermögen, die Beobachtungsgabe und die Ausdauer dieser ungewöhnlichen Frau, die über keine universitäre Bildung verfügte und sich keinen Deut darum scherte, was ihre Zeitgenossen von ihr hielten. Die andere ist Tig, die Tochter von Willa. Tig musste immer kämpfen, nichts ist ihr jemals leicht gefallen, ganz im Gegensatz zu ihrem gutaussehenden, erfolgreichen Bruder, der sie das spüren lässt. Doch Tig hat einen messerscharfen Verstand, den absoluten Durchblick und die von mir sehr bewunderte Fähigkeit, mit wenigen Worten Dinge für jeden verständlich herunter zu brechen und augenöffnend ganz klar auf den Punkt zu bringen. Wow! Barbara Kingsolver hat einen mich sehr begeisternden Roman geschrieben, der ein paar Passagen enthält, die mich das Fürchten lehren. Versteht mich nicht falsch, ich weiß das alles längst, und es macht mich wütend, traurig und fassungslos, aber diese nicht zu leugnenden Wahrheiten in diesen knappen, prägnanten Worten zu lesen, die Kingsolver der jungen Frau in den Mund gelegt hat, das macht mich fertig. „Aber alle Regeln haben sich geändert, und es ist schwer, den Leuten dabei zuzusehen, wie sie immer weitermachen, als wäre alles ganz normal.... In kleinen Dingen können die Menschen sich ändern, aber wenn’s um was Großes geht, würden sie lieber sterben. Sie haben ihr ganzes Leben in dem Glauben gelebt, dass die Speisekammer nie leer sein wird, und die Vorstellung, dass der Planet verbraucht ist, macht ihnen eine Scheißangst. “ - Zitat Tig auf Seite 554. Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    5/5

    07.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn neue Zeiten einen Wertewandel verlangen...

    "Die Unbehausten" von Barbara Kingsolver ist ein Buch, das mich außergewöhnlich beeindruckt hat. Die Lektüre ist bei mir nun schon mehrere Wochen her, und doch denke ich immer noch fast jeden Tag an dieses Buch... und nicht nur denke ich darüber nach, ich bin emotional eng damit verbunden. Denn es ist ein Buch, das für mich - obwohl es schon in den 2010er-Jahren von der Autorin verfasst und auf Englisch veröffentlicht wurde - gerade aufgrund seiner immer noch so starken Aktualität so stark berührt. Auch nach Jahrzehnten fleißiger Arbeit, folgend auf ein Universitätsstudium, ist es Willa und ihrem Mann Iano nicht gelungen, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Willa selbst verdient als freiberufliche Journalistin höchstens mittelmäßig und auch ihr Mann hat seine als sicher eingeschätzte Professorenstelle nach einer Universitätsschließung verloren und muss sich nun auch im höheren Lebensalter noch als schlechter bezahlter freier Dozent durchschlagen. Die Familie hat ein bruchfälliges Haus geerbt und für die Reparatur ist kein Geld da. Die beiden erwachsenen Kinder, Tig und Zeke, haben in den Augen der Eltern mittlerweile leider auch so einige Probleme und leben temporär wieder mit den Eltern gemeinsam in dem bruchfälligen Haus. Tig wurde schon immer von der Mutter als klein und zart, gleichzeitig aber auch rebellisch und widerspenstig betrachtet, die Mutter-Tochter-Beziehung ist keine einfache, es gibt viel Reibung. Zeke wurde lange von der Mutter idealisiert, war ihr Goldjunge, der "immer das Richtige tat", ein erfolgreiches Studium absolvierte und mit einer wunderschönen und erfolgreichen Anwältin vor kurzem Eltern eines kleinen Jungen geworden war. Doch nun hat die Anwältin sich suizidiert, Zeke alleine mit dem Baby zurückgelassen, dieser ist kurzfristig wieder ins Elternhaus zurückgezogen, und es stellt sich heraus, dass er außerdem auf einem riesigen Schuldenberg aufgrund der hohen Studiengebühren sitzt, die er für sein Studium an der prestigeträchtigen Eliteuni zahlen musste. Dazu kommt, es teilt zumindest Tig auch überhaupt nicht die kapitalistisch geprägten Werte ihrer Eltern und deren Glauben an die Meritokratie, wie etwa diese Textstelle einer Unterhaltung zwischen Willa und Tig zeigt: "Ich dachte, sagte sie, "wir könnten vielleicht irgendwann mal aufhören, uns Sorgen zu machen, und uns relativ bequem zur Ruhe setzen. Ihr würdet uns besuchen. Mit Enkelkindern. Und ihr würdet woanders einen Job und ein eigenes Haus haben." "Oh, oh", sagte Tig. "Mom wird vom Geist der vergangenen kapitalistischen Fantasien heimgesucht." "Ich finde, das ist nicht zu viel verlangt", sagte Willa gereizt. "Niemand findet, dass er zu viel verlangt", gab Tig gereizt zurück. (S. 405) Tig, wie so viele junge Menschen ihrer Generation, sieht die Seifenblase des Versprechens des immerwährenden Wachstums schon lange als geplatzt an. Mehr und mehr haben, mehr und mehr konsumieren, das ist eine Haltung, die sie nicht verstehen kann, und die in ihren Augen viel zu den Problemen beiträgt, mit denen unsere Welt gerade zu kämpfen hat. Hier eine Aussage Tigs dazu: "So viele Menschen werden obdachlos werden. Nicht nur obdachlos, sondern heimatlos. Städte werden im Meer versinken, und dann? Man kann nicht in geschlossenen Räumen Schutz suchen, wenn es keine Räume mehr gibt." (S. 553) Auch aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen in ihrer Kindheit, als sie jedes Mal ihre Freunde verlor, als die Eltern berufsbedingt mal wieder umziehen wollten, hat sie ein anderes Wertesystem als die ältere Generation entwickelt. Nicht nur sieht Tig großen Wohlstand für ihre Generation als schwer erreichbar an, sie will ihn gar nicht. Stattdessen kümmert sie sich liebevoll um ihren kleinen Neffen Dusty, der von seinem Vater, dem Goldjungen Zeke, im Stich gelassen wird, denn dieser will sich lieber um das Vorantreiben seiner Karriere kümmern. Tig hingegen packt an, sie knüpft Verbindungen zu anderen engagierten jungen Leuten in der Umgebung, kümmert sich um ihren pflegebedürftigen Opa (obwohl dieser politisch eine ganz andere Meinung vertritt als sie und Obamacare und Medicaid selbst dann noch ablehnt, als er es dringend brauchen könnte - hilfsbedürftig sein widerspricht schließlich dem amerikanischen Traum von der Unabhängigkeit und Selbständigkeit), repariert gemeinsam mit ihren neuen Freunden Autos, wickelt Dusty in Stoffwindeln und kocht selbst Babybrei. Ein nachhaltiger Lebensstil ist ihr wichtig, und das predigt sie nicht nur, das lebt sie vor. Inspiration dazu hat sie unter anderem auf Kuba bekommen, wo sie einige Zeit gelebt hat. Es ist ihr wichtig, sich auf ursprünglich von manchen als überkommen angesehene, scheinbar "alte" Werte wie Bescheidenheit, Dankbarkeit und auf den Wert von Freundschaften zu besinnen. Damit habe ich euch eine Hälfte des Buches in der Reihenfolge dargestellt, so wie sie mich am meisten emotional berührt hat und auch nach Wochen noch nachschwingt. Nicht verschweigen möchte ich aber allen am Buch Interessierten, dass es sich um ein zweigeteiltes Buch handelt. Diese zutiefst berührende und emotionale Geschichte ist tatsächlich nur etwa eine Hälfte des umfangreichen Buches, die abwechselnd mit einer zweiten Geschichte erzählt wird. Die zweite Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts, hier steht der Naturwissenschaftslehrer und kritische Geist Thatcher im Mittelpunkt, der mit einer sehr statusinteressierten und konservativen Frau verheiratet ist, immer wieder mit dem kirchengläubigen Direktor wegen der Evolutionstheorie in Konflikt gerät, und sich mit seiner ebenfalls an Naturwissenschaften sehr interessierten und mit Charles Darwin in einem Briefwechsel stehenden Nachbarin anfreundet. Auch das eine sehr interessante Geschichte, die viele Parallelen zu der Geschichte in der heutigen Zeit aufweist. Bei beiden geht es um nötige Paradigmenwechsel, gesellschaftlichen Wandel, den dadurch nötigen Wertewandel und die Menschen, die dessen Notwendigkeit erkennen und mit jenen zu kämpfen haben, die sich am Alten festhalten und gegen jegliche Veränderung stemmen wollen. Mich persönlich konnte dieser Vergangenheitsstrang etwas weniger emotional erreichen als der Gegenwartsstrang. Das heißt nicht, dass ersterer schlecht geschrieben wäre, er ist für sich auch sehr interessant, nur war zweiterer für mich persönlich spannender und ich habe mich emotional damit mehr verbunden gefühlt. Beide Geschichten weisen viele Parallelen auf und interessanterweise beginnt jeweils der erste Satz eines neuen Kapitels aus dem jeweils anderen Zeitstrang mit wortgenau dem gleichen Satz aus dem Ende des einen Zeitstrangs. Insgesamt ist das Buch ein sehr klug komponiertes Werk, in dem sich viel Weisheit finden lässt, sowohl zu Themen, die die Zeiten überdauern, als auch zu den momentan wichtigsten Themen sowohl des ausgehenden 19. Jahrhunderts als auch der 2010er-Jahre und der jetzigen Zeit. Würde ich das Buch noch ein paar Mal lesen, würde ich sicher jedes Mal wieder neue Erkenntnisperlen darin entdecken, so tiefgründig und vielschichtig ist es. Das Buch macht zutiefst nachdenklich über die Zeit, in der wir uns gerade befinden und über die verschiedenen Perspektiven, die man dazu einnehmen kann. Es eignet sich auch äußerst gut für tiefgehende Diskussionen über die Werte unterschiedlicher Generationen und Sozialmilieus, über die Träume, die uns vermittelt wurden und die wir selbst verfolgen, über alternative Wege und Sichtweisen und über das, was bleibt, wenn viele Gewissheiten nicht mehr halten und vermeintliche Sicherheiten gebröckelt sind, kein Haus uns mehr schützt. Denn, ein Schlüsselsatz, der im Buch mehrmals vorkommt: "Unbehaust stehen wir im hellen Licht des Tages" (S. 574) Und was können wir da erkennen? Absolute Leseempfehlung!

  • Bewertung

    aus Villach

    5/5

    06.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Alles scheint zusammenzubrechen

    Im Zentrum des Romans steht ein Haus in Vineland, New Jersey, das baufällig ist und einzustürzen droht. Im 19. Jahrhundert wohnen in diesem Haus der Lehrer Thatcher Greenwood und seine Frau Rose mit deren Schwester und Mutter. Im Nachbarhaus wohnt Mary Treat, eine Naturforscherin und Anhängerin des neu aufkommenden Darwinismus, die mit Darwin und weiteren aufstrebenden Naturwissenschaftlern jener Zeit korrespondiert. Thatcher unterrichtet an der hiesigen Schule in Vineland und ist von der Evolutionstheorie Darwins überzeugt. Mit seiner Nachbarin tauscht er sich aus, geht mit ihr in die Natur. Der Direktor der Schule überwacht Thatcher, damit die Theorien von Darwin nicht an die Schüler*innen vermittelt werden. Der Direktor glaubt nämlich an die Bibel und nur diese Entstehungsgeschichte der Welt soll in der Schule vermittelt werden. Der Kampf zwischen Thatcher und dem Direktor eskaliert bei einer Podiumsveranstaltung. Neben der Sorge, den Job in der Schule zu verlieren, droht das Haus einzustürzen, jedoch sind die finanziellen Mittel für eine Renovierung kaum gegeben. Insgesamt weiß Thatcher, dass er weder das Haus noch seine Frau mit seinem Lehrergehalt halten kann. Die Erzählung wechselt immer wieder in die Gegenwart. In dieses Haus ist gerade die arbeitslose Journalistin Willa und ihre Familie eingezogen. Ihre Tochter Tig kommt gerade unerwartet aus Kuba retour, wohin sie abgehauen ist. Ihr Sohn Zeke ist gerade Vater geworden; die Mutter des Kindes ist nach der Geburt verstorben, so dass auch das Baby in dem Haus unterkommt, da Zeke nicht in der Lage ist für den Kleinen zu sorgen – da ist einerseits Trauer, anderseits das Bemühen, Geld für die gesamte Familie zu verdienen. Nach dem Einzug von Willas Familie droht das Haus in sich zusammenzubrechen: das Dach ist undicht, der Verputz bröckelt von den Wänden, die Stiegen sind morsch und sollten daher erneuert oder nicht mehr benützt werden. Es ist ein vererbtes Haus, bei dem jedoch kein Geld für die Renovierung vorhanden ist. Obamas Amtsende steht gerade bevor und es sieht danach aus, dass Donald Trump der neue Präsident der USA wird. Am Beispiel der beiden Familien, zeitversetzt im selben Haus, zeigt die Autorin, welche hitzigen Diskussionen zur aktuellen Politik und Gesellschaft, zu medizinischer Versorgung und Armut, zu Wissenschaft, Darwinismus, Klimakrise und Umwelt heute und vor 150 Jahren geführt wurden. Die beiden Erzählstränge wechseln sich kapitelweise ab und sind genial miteinander verknüpft. Was für eine großartige Geschichte zweier Familien und einem Haus in unterschiedlichen Zeiten. Es geht um die Umstände der jeweiligen Zeit und deren aktuellen Themen und diese sind wunderbar sowie einprägend aufs Papier gebracht. Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren

  • Bewertung

    5/5

    06.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwei Familien, zwei Jahrhunderte, ein marodes Haus – und eine Gesellschaft im Umbruch

    Kingsolver verwebt 1870 und 2017 zu einem klugen, bissigen Roman über Wissenschaft, Ideologie, soziale Spaltung und das fragile Fundament unserer Lebensentwürfe. Mit feinem Sarkasmus, erzählerischer Raffinesse und einer messerscharfen Sprache springt sie durch die Zeiten – und zeigt, wie erschreckend ähnlich sich Vergangenheit und Gegenwart manchmal sind. Ich habe das Buch mit Begeisterung, Empörung und Neugier gelesen. Es ist politisch, literarisch stark und hochaktuell – ein Denkmal für die fast vergessene Biologin Mary Treat und ein Spiegel der amerikanischen Gesellschaft. Nicht so soghaft wie Demon Copperhead, aber ebenso brillant. Für alle, die Lust auf anspruchsvolle, gesellschaftskritische Literatur mit Tiefgang haben.

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  • Zum Bewerterprofil von Susanne Trübestein

    Susanne Trübestein

    Thalia Bad Godesberg

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Von Mensch und Natur

    Eine nahezu zeitlose, große Erzählung, ohne stilistische Überladung und mit brandaktuellen Bezügen. Ein altes Haus, zwei Geschichten, eine im Hier und Jetzt, die andere angesiedelt im 19. Jahrhundert. Der junge Lehrer Thatcher Greenwood liebt die Naturwissenschaft und ist ein glühender Anhänger der darwinistischen Lehre. Damit allerdings stößt er bei seinem Direktor und den Bewohnern seiner Stadt auf taube Ohren. Ablehnend steht man hier dem Neuen gegenüber, das den Menschen als Krone der göttlichen Schöpfung vom Thron stößt. Einzige Verbündete ist die Nachbarin Mary Treat, eine begnadete Naturwissenschaftlerin, die Spinnen beim Nestbau beobachtet und mit Darwin persönlich korrespondiert. Willa dagegen, eine arbeitslose Journalistin, versucht ihre Familie zusammenzuhalten in einem Haus, das auseinanderzufallen droht. Da ist nicht nur der schwerkranke Schwiegervater und die ums Klima besorgte Tochter, sondern auch der kleine Enkel Dusty, den sie mit ihrem Mann nach dem Selbstmord der Schwiegertochter bei sich aufgenommen hat. Willa ist es, die bei dem Versuch ihr Haus zu retten, auf die faszinierende Geschichte von Mary Treat stößt, die es als historische Person tatsächlich gegeben hat Mal laut, mal leise und zwischen den Zeilen erzählt Barbara Kongsolver in ihrem neuen großen Roman vom Menschen und seiner Beziehung zu Umwelt und Natur. Großartig, wie die Autorin Altes und Neues miteinander verknüpft und das Bild des verfallenden Hauses als Metapher nutzt. Altes geht verloren, damit sich Neues Bahn schaffen kann. Dieses Buch hat mich sehr fasziniert, auch wenn ich eine Weile brauchte, um in den Lesefluss zu kommen. Sehr empfehlenswert!
  • Zum Bewerterprofil von Heike Dreyer

    Heike Dreyer

    Thalia Wilhelmshaven

    Buchhändler*in

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    5/5

    27.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zuhause in verschiedenen Jahrhunderten

    Barbara Kingsolver hat einen wunderbaren Roman über Familie, Zugehörigkeit und Zuhause geschrieben. Ein Haus, 2 Familien in 150 Jahren Zeitabstand. Willa und ihre Familie kurz vor der ersten Trump-Regierung und Thatcher und seine Familie um 1875. Der Ort, Vineland, wurde von "König" Landis (historische Person) erschaffen. Wer dort leben wollte, konnte das nur unter seinen Bedingungen. Die Parallelen zwischen Trump (hier: das Megafon) und König Landis sind erstaunlich. Dieser Roman ist eine subtile Kritik, großartig zu lesen. Ich bin traurig, dass es vorbei ist.
  • Zum Bewerterprofil von Monika Föckeler

    Monika Föckeler

    Thalia Mayersche Castrop-Rauxel

    Buchhändler*in

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    4/5

    06.08.2025

    eBook (ePUB 3)

    Die Unbehausten

    Nachdem mich "Demon Copperhead" nachhaltig beeindruckt hat, habe ich mich auf diesen Roman von Barbara Kingsolver sehr gefreut. Sie hat einen großartigen Schreibstil, bei dem ich sofort in die Geschichte versunken bin, auch wenn mich der Inhalt diesmal nicht ganz so mitgerissen hat. Der Roman wird in zwei Zeitebenen geschrieben, spielt im gleichen Haus, aber dazwischen liegen etwa 150 Jahre. In der heutigen Zeit ist es Willa Knox, die mit ihrer Familie wegen finanzieller Nöte im fast zerfallenen Haus leben muss, in der Vergangenheit ist es der Lehrer Fox, der wegen seiner darwinistischen Lehre und der Nähe zur Nachbarin, der Pflanzenforscherin und Darwin-Anhängerin Mary Treat, in Verruf gerät. Die Autorin hat die Situationen der Hausbewohner sehr einfühlsam beschrieben, Naturbeschreibungen und Forschungen mit eingefügt und zusätzlich sehr raffiniert zeitkritische und politische Aspekte einfließen lassen, die die aktuelle politische Lage in Amerika widerspiegeln.
  • Zum Bewerterprofil von Felicitas zur Horst

    Felicitas zur Horst

    Thalia Cuxhaven

    Buchhändler*in

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    4/5

    26.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein neues Buch von Kingsolver!

    Wieder mal schafft es die Autorin ihre Protagonisten so wunderbar nahbar zu gestalten, dass es eine Freude ist immer mehr über diese zu erfahren. Auch ihr Schreibstil ist erneut so schön schwerelos; da fliegt man geradezu durch die Seiten wie durch den spannenden Wechsel der Zeiten!
  • Zum Bewerterprofil von Simone Büchner

    Simone Büchner

    Thalia Coburg

    Buchhändler*in

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    4/5

    20.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Keine Bleibe ist von Dauer

    Der Roman „Die Unbehausten“ von Barbara Kingsolver erschien auf Englisch bereits 2018. Nun ist er erstmals ins Deutsche übersetzt worden. Das Buch ist unterhaltsam, erreicht aber nicht ganz das Niveau und Funkeln von „Demon Copperhead“. Schauplatz ist der US-Bundesstaat New Jersey, die Stadt Vineland - ein Haus. Die Autorin verknüpft gekonnt zwei Leben und die gleichen Schauplätze bis in die Vergangenheit, anno 1874. Die Geschichte um Willa Knox und ihre Familie, die einen Schicksalsschlag verkraften muss, in dem verfallenen Haus lebt und finanziell unter Druck steht, hat mich stärker berührt als die Erzählung längst vergangener Geschehnisse. Dort wird die Pflanzenforscherin Mary Treat beschrieben, die Briefe an Charles Darwin verfasst und die Bekanntschaft des Lehrers Thatcher Greenwood macht, der mit seiner Familie nebenan wohnt. Insgesamt ist „Die Unbehausten“ ein anrührendes Buch, das zeitgenössische und historische Themen sowie die Bedeutung von Flora und Fauna eindrucksvoll verbindet. Mit Freude gelesen und ein weiteres Mal davon überzeugt worden, dass die Menschheit wohl leider nichts dazu lernt und die "falschen" Menschen immer wieder das Sagen erlangen.

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