Ein holsteinisches Dorf in den 20er Jahren: Das Dorf und der kleine elterliche Hof in der Elbmarsch sind seine ganze Welt: Der empfindsame Hannes leidet unter seinem gewalttätigen, unberechenbaren Vater und den Schikanen in der Schule. Zuflucht findet er allein in der Natur und in seinen Büchern. Doch Hannes beginnt, sich zu wehren, und unversehens gerät er dabei in die politischen Spannungen der Dorfgemeinschaft. Dabei will er doch eigentlich nur eines – die geheimnisvolle Mara für sich gewinnen, die so ganz anders ist als all die Mädchen im Dorf. Ein anderes Leben, denkt Hannes, ein anderes Leben muss doch möglich sein.
»›Kronsnest‹ ist ein so wuchtiger wie überzeugender Roman, der es schafft, dass man vergisst, dass man ein Buch liest.« Frank Keil | taz
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Das Buch hat mich nicht nur durch die äußerst angenehme Schreibart begeistert, sondern auch durch den tiefgründigen Stil.
Das Buch kann sehr emotional sein und berühren, es wirft viele Gedanken auf und zieht die Leser mit sich.
Mich persönlich hat das Buch und der Autor beeindruckt und ich kann es definitiv nur weiterempfehlen, ich selbst werde es auch demnächst erneut lesen.
Genauso könnten die 20er Jahre in Norddeutschland gewesen sein
Bewertung am 31.03.2025
Bewertungsnummer: 2453531
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Hannes wächst als 15jähriger in den 20er Jahren auf dem elterlichen Hof in Kronsnest nordwestlich von Hamburg auf. Der Fluss, an dem die Kinder sich häufig treffen heißt Krückau und fließt weiter westlich in die Elbe.
Es gibt reiche Bauern mit viel und gutem Land, es gibt aber auch ärmere Bauern, die sehr ums Überleben kämpfen müssen. Hannes Eltern sind eigentlich kleine Bauern, die aber versuchen, durch harte Arbeit ihren Besitz zu vergrößern.
Hannes Vater hatte sehr genaue Vorstellungen von seinem Sohn und Hannes genügte ihnen nur selten. Der Vater ist gespalten zwischen gutem Willen, der Liebe zu seiner Frau und dem Vorbild des eigenen Vaters, der ihn mit harter Hand erzogen hatte und später dem Alkohol verfallen war. Er kann seine Wut nicht immer zügeln, auch wenn es ihm hinterher leid tut.
Hannes selbst ist zu Beginn der Handlung noch Kind, meistens will er es seinen Eltern Recht machen. Doch hin und wieder kommt auch schon ein recht rebellischer Jugendlicher zum Vorschein, der seinem Vater Paroli bietet. Diese Vater-Sohn-Beziehung ist gut beschrieben und man kann sich die Verbitterung beider vorstellen, wenn der jeweils andere mal wieder ganz anders reagiert, als erwartet.
Seine Bezugspersonen in der Schule sind Thies, der Nachbarsjunge und die Kinder des reichen Bauern von Heesen Mara und Jakob. Mara ist sein großer Schwarm, sie will er für sich gewinnen und es gelingt ihm auch. Doch auch Mara und Jakob haben Probleme. Der Hof ist in Schieflage geraten, weil er schlecht geführt wird. Der Vater ist eigentlich Kaufmann und hat von Landwirtschaft keine Ahnung.
Ende der 20er Jahre beginnen die rechten Parteien auch auf dem Land immer mehr Anhänger zu sammeln. Da sind zum einen die Kommunisten und auf der anderen Seite das rechte Landvolk, das immer mehr zum Anhängsel der aufstrebenden NSDAP wird. Schlägereien auf den Straßen sind keine Seltenheit und manchmal sind auch Opfer zu beklagen. Viele Auseinandersetzungen werden nicht nur mit Worten sondern noch mit Prügeleien geführt, Hannes ist so lange Opfer der rechtsgesinnten Landjugend, bis er selbst boxen und sich zu wehren lernt.
Die Situation zuhause spitzt sich zu und die Mutter steht dazwischen. Eigentlich hält sie mehr zu Hannes, ihrem Mann zeigt sie wochenlang die kalte Schulter, was ihn aber letztendlich ebenfalls in den Alkohol treibt. Ein tragischer Unfall bereitet seinem Leben ein jähes Ende.
Florian Knöppler schildert das tägliche Leben der Familie Thormälen auf eindrückliche Art und Weise. Die Bauern hatten kaum den ersten Weltkrieg mit den großen menschlichen Verlusten überstanden, da kam die unstete Weimarer Zeit und legte den Samen für die rechtsradikalen Entwicklungen in den 30er und 40er Jahren. Selbst jemand, der eigentlich unpolitisch sein wollte, konnte sich den Entwicklungen nicht entziehen und stieß auf die ein oder andere Weise mit denen zusammen, die sich bereits radikalisiert hatten. Insbesondere junge Leute hatten es schwer, sich dem entgegenzustemmen. Wie sagt es Govinski irgendwann: „Und auf Dauer muss man sowieso Position beziehen.“ Er meint es sowohl politisch als auch privat und Hannes weiß, was er tun muss. Diese kleinen Fluchten sind es, die das Leben für ihn dann doch lebenswert machen.
Ich fand das Buch ausgesprochen lesenswert.
Meinung aus der Buchhandlung
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Kronsnest, Elbmarsch in den 1920er Jahren. Hannes, ein sanftmütiger, intelligenter und fleißiger Junge ist das einzige Kind einer Bauernfamilie. Außerhalb seines Elternhauses baut er gesunde Beziehungen auf und knüpft zarte Bande zur Tochter eines Großbauern. Sämtliche landwirtschaftliche Arbeit verrichtet er bereitwillig und gerne, auch um sich abzulenken vom Jähzorn des Vaters, der sich jederzeit mit großer Brutalität entladen kann. Hannes ist keine friedliche Kindheit und Jugend beschieden, die Mutter kaum hilfreich, eines Tages geraten die Dinge außer Kontrolle. Bemerkenswert eindrucksvoll geschildert, bis hin zum Nationalsozialismus. Die Erzählung kam mir näher, als ich anfangs dachte.
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"Die Welt ist groß und zum Staunen schön und schrecklich..."
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Dorf an der Unterelbe, Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, Kronsnest. Die Zeiten ändern sich gewaltig, politisch und wirtschaftlich. Die Maschinisierung der bäuerlichen Arbeiten schreitet unaufhaltsam voran, die Märkte werden internationaler, für den Kleinbauern wird die eh schon harte Arbeit immer weniger lohnend, die Weltwirtschaftskrise trifft nicht nur die Industrie, die Nationalsozialisten sind auch in den ländlichen Regionen auf dem Vormarsch.
Hannes Thormählen ist anders als die meisten Jugendlichen aus Kronsnest. Er liest viel und gern, neben der Schule arbeitet er hart, härter als manch anderer, aber dem Vater, der ihm Vorbild und Hassfigur zugleich ist, kann er oft nicht genügen. Der Mann ist jähzornig, gewalttätig, unberechenbar - und doch von tiefer Liebe zu Ehefrau und Sohn erfüllt. Den als Soldat im Ersten Weltkrieg begonnen Kampf gegen alles und jeden hat er nie beenden können. Als dieser übermächtige Mann seine Rolle als Familienoberhaupt aus Gründen, die ich hier nicht verraten möchte, nicht länger ausfüllen kann, wird Hannes endgültig erwachsen...
So, also noch eine der unzähligen "Coming-of-Age-Geschichten"? Nur nicht "städtisch" geprägt, sondern ländlich? Mit viel Wind und Wasser, dazu reiche Großbauern und arme "kleine" Landwirte, dazu ein ordentlicher Generationenkonflikt, gewürzt mit einer Prise norddeutscher Folklore? Weit gefehlt! Es erwartet Sie hier ein Roman, der zum besten gehört, was ich seit langer Zeit gelesen habe: Hier stimmt einfach alles, buchstäblich jedes Wort. Eine Geschichte, einfühlsam, spannend und mit großer erzählerischer Kraft geschrieben. Florian Knöppler lässt immer wieder Bilder entstehen, scheinbar leicht und ganz einfach, poetisch dazu, dass man als Leser nur staunen kann. Ohne jeglichen Kitsch oder Verklärung, dafür traumhaft schön, gelingt es dem Autor obendrein, hier die mehr als zu Herzen gehende Liebesgeschichte von Hannes und Mara zu erzählen. Etwas, an dem schon mehr als ein Schriftsteller grandios gescheitert ist!
Ein Buch wie "aus einem Guß", das lange nachklingt, das man garantiert wieder liest, fast ungläubig, dass das ein "Erstling" sein soll - ist es doch einfach P E R F E K T!
Genug geschwärmt. Einfach erwerben, loslesen und ich bin sicher, Sie werden mir in jedem einzelnen Punkt recht geben :-)
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