Jara steht auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr und starrt ins tiefdunkle Gewässer. Anto, die gerade noch neben ihr saß, ist in den Fluss gesprungen und taucht nicht wieder auf. Das Einzige, was Jara von hier oben erkennen kann, ist der Baseballschläger, mit dem sie in dieser Nacht ein Autofenster eingeschlagen haben und der jetzt nicht sinken will. Als Jara zum ersten Mal auf Anto trifft, ist diese zwar die schlechteste Spielerin auf dem Fußballplatz, aber trotzdem mit Abstand die mutigste. Die beiden freunden sich an, und schnell ist klar: Ihre Schwesternschaft steht über allem – sie teilen Lipgloss, Cherry Cola und Gewaltfantasien. Jeden Abend ein neuer Plan, sie haben alles im Blick und alles im Griff. Bis ihnen Stück für Stück die Kontrolle entgleitet. Es bleibt die Frage: Wohin mit all der Wut? In ihrem Debütroman zeichnet Mascha Unterlehberg das bestechende und kraftvolle Porträt einer zarten Freundinnenschaft, die sich gegen den Druck von außen und eine stets drohende Gewalt behaupten muss – bis es Zeit ist, zurückzuschlagen …
Mascha Unterlehberg wurde für ›Wenn wir lächeln‹ mit der Alfred-Döblin-Medaille ausgezeichnet.
»Ein Rausch, flirrend und intensiv. Ein Buch über die Kraft der Freundschaft, über bedrohliche Momente beim Erwachsenwerden und über junge Frauen, die nicht länger still bleiben.« EMOTION
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Lea
3/5
22.03.2025
Hörbuch-Download
Hm...
Mit "Wenn wir lächeln" legt Mascha Unterlehberg einen Debütroman vor, der auf den ersten Blick eine kraftvolle Geschichte über Freundschaft, Wut und den Druck von außen verspricht. Doch während das Buch inhaltlich viele wichtige Themen wie toxische Freundschaften und patriarchale Strukturen anspricht, konnte es mich stilistisch nicht völlig überzeugen.
Die Geschichte dreht sich um Jara und Anto, zwei Mädchen, die sich in ihrer Jugend in einer intensiven, beinahe unauflöslichen Freundschaft verbinden. Ihr Leben ist geprägt von Rebellion, Alkohol, toxischer Männlichkeit und einer stetig wachsenden Wut, die sie schließlich nicht mehr kontrollieren können. Der Roman beginnt mit einer dramatischen Szene: Jara steht auf einer Brücke und blickt in die Dunkelheit, während Anto – ihre beste Freundin – in den Fluss gesprungen ist und nicht wieder auftaucht. Dieser Moment ist der Ausgangspunkt einer Rückblende auf ihre gemeinsame Zeit, die von Zärtlichkeit, Wut und Verdrängung gleichermaßen geprägt ist.
Die Autorin schafft es, die Unbeständigkeit und die zerbrechliche Natur von Jugendfreundschaften spürbar zu machen. Die Charaktere sind widersprüchlich und leben in einer Welt, die von sozialen und persönlichen Unsicherheiten durchzogen ist. Besonders die Dynamik zwischen den beiden Protagonistinnen ist spannend und bietet Raum für Reflexion über die eigenen Jugendjahre. Die Geschichte lässt uns über die Frage nachdenken, wie viel wir bereit sind zu opfern, um Teil einer Freundschaft zu sein, und wann diese Freundschaft zu einem gefährlichen Konstrukt wird.
Was den Schreibstil betrifft, so fand ich die Erzählweise zu Beginn schwierig. Die fragmentarische Struktur und die häufigen Zeitsprünge machten es mir schwer, mich in die Geschichte einzufühlen (und ich bin mir sehr sicher, dass das nicht am Hörbuch lag). Zwar ist diese Erzählweise an sich interessant, um die chaotische Natur von Jaras und Antos Welt zu spiegeln, doch sie war für mich oft verwirrend und hinderlich, um wirklich in die Emotionen der Charaktere einzutauchen. Die fehlenden Anführungszeichen für die wörtliche Rede haben den Lesefluss zusätzlich erschwert, und trotz der gewollten Authentizität des Stils verlor ich manchmal den Überblick.
Die Sprache ist roh und direkt, was grundsätzlich zu der aufgeladenen Atmosphäre des Romans passt. Doch trotz der direkten Sprache blieb vieles an oberflächlicher Beschreibung hängen. Die Wut der Protagonistinnen kam nie so richtig bei mir an, sie wurde nicht tiefgründig genug dargestellt, um den emotionalen Impact zu erzeugen, den ich mir gewünscht hätte. ✋
Der Plot von "Wenn wir lächeln" ist von der ersten Seite an spannend, aber er leidet unter der fragmentarischen Erzählweise. Die Geschichte bleibt über weite Strecken eher skizzenhaft und verzichtet darauf, die komplexen Gefühle der Figuren in ihrer vollen Tiefe zu schildern. Die Konflikte zwischen den Charakteren, vor allem zwischen Jara und Anto, sind nachvollziehbar, aber leider werden sie nicht immer greifbar. Besonders das Ende hat mich ratlos zurückgelassen. Ich hatte das Gefühl, dass Mascha Unterlehberg viel andeutet, aber zu wenig ausführt, was die tiefere Wirkung der Geschichte mindert. Der Versuch, Armut durch die bloße Nennung von Markennamen wie Longchamp-Taschen oder bestimmten Marken zu thematisieren, hat für mich den Eindruck erweckt, dass hier eher ein Bild vermittelt werden soll, anstatt wirklich tief in die Problematik einzutauchen. Es fühlte sich ein wenig an, als ob die Autorin versuchte, eine soziale Realität darzustellen, ohne jedoch den nötigen Raum für die tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen. ️
Trotz der strukturellen Schwächen ist das ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Die Themen von Wut, Selbstfindung und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens in einer von patriarchalen Strukturen geprägten Gesellschaft sind relevant und wichtig. Ich konnte mich in vielen Momenten der Geschichte wiederfinden, besonders in Bezug auf die Unsicherheiten und das Streben nach Bestätigung, das die Jugend prägt. Auch die Darstellung der toxischen Freundschaft zwischen Jara und Anto, in der gegenseitige Bewunderung und Missverständnisse aufeinandertreffen, fand ich nachvollziehbar.
Fazit: Für Leser:innen, die sich mit den Themen Wut, Freundschaft und dem Erwachsenwerden auseinandersetzen wollen, bietet der Roman viel Stoff zum Nachdenken. Wer jedoch eine klare und tiefgehende Erzählung sucht, wird hier vielleicht enttäuscht. ⭐⭐⭐
Bewertung
1/5
26.11.2025
Hörbuch-Download
Enttäuschend
Schon beim ersten Kennenlernen von Jara und Anto sind sie sich sympathisch und obwohl sie aus völlig verschiedenen sozialen Schichten stammen,entsteht sofort eine enge Bindung.Ihre „ Schwesternschaft“ ist außergewöhnlich,sie passt in keine Schablone.Sie teilen fortan alles miteinander,auch ihre Gewaltfantasien, welche sie zum Teil auch ausleben.Als Anto eines Tages in die Ruhr springt und nicht wieder auftaucht,ist Jara fassungslos…..
Meine Meinung:
Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen und die außergewöhnliche Beschreibung, weckte meine Neugier. Leider konnte mich die Geschichte von Beginn an nicht fesseln. Der abgehackte, übergangslose Schreibstil, der immer wieder in andere Zeiten wechselte, machte es mir schwer bis unmöglich, der Geschichte zu folgen. Ich konnte zu. keiner der Protagonisten eine Beziehung aufbauen,sie blieben mir fremd.
Erschwerend kam dazu ,dass mir die Sprecherin überhaupt nicht gefallen hat,sie las ohne jegliche Emotion.
Weil es kein sehr umfangreiches Buch war, habe ich bis zum Schluss durchgehalten, muss aber sagen, dass es für mein Empfinden verschwendete Zeit war.
Leonie
aus Wien
5/5
28.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Emotional, mitreißend und einfach genial
Ich liebe dieses Buch. Es hat mich wieder für das Lesen begeistern können. Alleine die Art, in der es geschrieben wurde, ist faszinierend. Die Charakter so gut beschrieben, dass es wie reale Personen vorkommt. Ich finde es super, was das Buch alles anspricht, und vor allem wie realitätsnah es für sehr viele Mädchen kommt. Ich kann mich leider perfekt in den Charakter von Jara einsetzen, und es hat auch einige unschöne Erinnerungen ausgegraben für mich. Ich bin der Meinung, dass dieses Buch viel bekannter sein sollte.
Bewertung
5/5
12.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Sehr emotional
Mein Fazit:
Der Debütroman von der Autorin M. Unterlehberg ist mal was ganz anderes. Am Anfang wusste ich nicht, wie ich die Geschichte einordnen sollte. Sie erinnert mich an meine " stürmische Jugendzeit ", in der man alles ausprobiert hat, was ging. Sehr zum Leidwesen der Eltern und Freunde. Man hat seine Grenzen ausgelotet, geraucht und bis zum Umfallen getrunken, Männer veräppelt, mal was " Kleines " im Geschäft mitgehen lassen …
So wie die Protagonisten Jara und Anto. Zwei Mädels in der Pubertät, die sich in allem ergänzen und dabei doch so unterschiedlich sind. Anto: die unberechenbare Draufgängerin, unheimlich taff, die vor nichts Respekt hat, die sich wehrt … und Jara: das ganze Gegenteil, schüchtern, zurückhaltend, zu Anto aufschauend. Sie lässt sich von ihr mitreißen, in einen Strom von Gewalt und des Zurückschlagens.
Der Charakter von Jara hat mich sehr beeindruckt, aber auch nachdenklich gemacht. Waren wir früher auch so rebellisch auf dem Weg ins Erwachsen werden?
Die Wut gegen jeden und die Gesellschaft beherrscht bald den Alltag der beiden Mädchen und Gewalttaten bestimmen ihr Leben. Welche Rolle spielt die Frau? Das Heimchen am Herd oder die selbstbewusste Emanze?
Was steckt hinter der Überschrift " Wenn wir lächeln“? Können wir Probleme weglächeln, lächeln wir trotz Wut im Bauch für das soziale Umfeld? Und endet die Geschichte mit einem Happy End? Lest selbst.
Der Schreibstil der Autorin ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig: kurze, abgehackte Sätze, Handlungen nicht klar definiert, sehr viel der Fantasie des Lesers belassen, wenig Emotionen, aber vielleicht liegt daran der Reiz des Buches. Es ist eine Geschichte voller Widersprüche, aber sie wird polarisieren in der Bücherwelt.
Bewertung
5/5
07.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beeindruckend!
Ein Debüt, das unter die Haut geht.
Es gibt Bücher, die liest man – und dann gibt es Bücher, die spürt man. Wenn wir lächeln ist letzteres. Mascha Unterlehbergs Debütroman erzählt die Geschichte zweier Mädchen, Jara und Anto, die mehr als Freundinnen sind: eine unerschütterliche Einheit, ein kleines rebellisches System im Kampf gegen eine feindlich gesonnene Welt.
Jaras Stimme trägt durch die Seiten wie ein innerer Monolog, roh und klar, manchmal poetisch, manchmal brutal ehrlich. Von der ersten Begegnung mit Anto auf dem Fußballplatz bis zu jener dunklen Nacht auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr entfaltet sich eine Geschichte, die in ihrer Wucht kaum nachlässt. Anto – mutig, wütend, wild – wird zur Projektionsfläche, zur Heldin, zur Schwester im Chaos.
Mascha Unterlehberg schreibt mit einer Intensität, die den Puls beschleunigt. Ihr Stil ist zugleich zart und unnachgiebig, jede Zeile durchdrungen von einer Wut, die sich schwer zügeln lässt, aber auch von einer tiefen, beinahe kindlichen Sehnsucht nach Nähe, nach Verständnis. Zwischen Cherry Cola, Lipgloss und Baseballschlägern verschwimmen Kindheit und Gewalt, Jugend und Resignation.
Was bleibt, ist eine Erinnerung – oder vielleicht ein Abdruck. Ich habe selbst schon ewig keinen Kontakt mehr zu meiner Anto, aber zwischen den Zeilen dieser Geschichte gibt es uns noch.
Wenn wir lächeln ist keine einfache Lektüre, aber eine, die bleibt. Sie erzählt nicht nur von Freundschaft, sondern auch davon, wie schnell man den Halt verlieren kann – und wie schwer es ist, sich selbst wiederzufinden. Ein aufwühlendes, kraftvolles Debüt, das Lust auf mehr von dieser Autorin macht.
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5/5
14.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie weit darf Freundinnenschaft gehen?
"Wenn wir lächeln" beginnt auf einer Brücke; Anto ist ins Wasser gesprungen und während Jara wartet, dass ihre Freundin wieder auftaucht, wird in episodenhaften Abschnitten von einer intensiven Freundschaft erzählt: Von wilden und skrupellosen, aber auch zarten Momenten zwischen den beiden. Jara und Anto haben Ecken und Kanten, sie sind nicht nur jung, sondern auch wütend - und vielleicht fühlt man deswegen so mit den beiden mit, weil man viele dieser intensiven Empfindungen vor nicht allzu langer Zeit selbst in sich trug. Es ist ein dynamisches Debüt über Kontrollverlust, schimmernde Nächte, geteiltes Lipgloss und geteilte Wut, das den Vibe der 2000er wieder aufleben lässt. Ich habe es absolut verschlungen!
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5/5
03.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn wir Lächeln
Eines der besten Bücher die ich seit Langem gelesen habe! Mascha Unterlehberg schreibt so eindringlich und nahbar, dass man völlig in der Geschichte versinkt. Ich war am Ende richtig wütend – aber auf diese besondere Art, die nur ein wirklich gutes Buch auslösen kann.
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5/5
26.05.2025
eBook (ePUB)
Ein Buch, wie ein Aufschrei
Wenn wir lächeln ist wie eine wilde Achterbahnfahrt, die einen mit ihrer Intensität und dem ungewöhnlichen Schreibstil sofort fesselt und bis zur letzten Seite nicht loslässt.
Eine Coming-of-Age Geschichte darüber, als Frau in unserer Gesellschaft auf zu wachsen, voller Ungerechtigkeiten, Grenzen, Angst, Wut und davon diese Grenzen mit Gewalt sprengen zu wollen und aufzuschreien.
Hin und Her geworfen zwischen tatsachlichen Erinnerungen, real wirkenden "Was-Wäre-Wenn-Szenarien" in Jaras Kopf und impulsiven Gewaltfantasien, erlebt man diese Erzählung über eine so tiefe, von nichts erschüttern lassende Freundschaft, zwischen Jara und Anto, das gemeinsame erwachsen werden der beiden, aber auch das leise, schleichende entfremden, was auch in der intensivsten Beziehung aufkommen kann, egal wie wichtig diese Person für einen ist.
Manchmal sehr direkt, manchmal nur bedrückend, leise, unausgesprochen zwischen den Zeilen, erzählt Wenn wir lächeln in so wenigen Worten so viel und lässt einen darüber nachdenken wie oft man sich selbst, oder wie oft sich andere in solchen, oder ähnlichen Situationen befunden haben. Es erinnert uns daran, wie oft man sich klein gemacht, Angst gehabt hat, die Augen verschlossen hat, wie oft man schreien wollte und doch nicht immer die Kraft dazu hatte. In manchen Szenen hätte ich mir gewünscht, dass es noch etwas weiter geht, man noch einen Moment länger in der Erinnerung bleibt. Irgendwie kam oft das Gefühl auf, dass es noch nicht genug ist.
Wenn wir lächeln erinnert uns daran, dass wir lange genug leise waren und dass es Zeit ist aufzustehen, aufzuschreien und etwas zu verändern, weil sich sonst nie etwas ändern wird und das ohne einen direkt dazu aufzufordern, oder zu bedrängen.
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5/5
18.05.2025
eBook (ePUB)
Was für eine Wut...
Ein Buch über eine Freundschaft. Als 13-Jährige lernen sich Anto und Jara kennen und durchleben gemeinsam ihre Jugendzeit. In einer Welt der Erwachsenen, in der sie dem gesellschaftlichen Druck standhalten müssen. Nur keine Angst zeigen, sonst ist man schon verloren. Die Themen sind stark, laut, präzise und schonungslos. Die Echtheit der Wut und der Emotionen der Mädchen wird deutlich, als sie sexuelle Übergriffe erleben. Alles gerät zunehmend außer Kontrolle und sie sind nicht mehr in der Lage, dem Druck standzuhalten.
Anto und Jara – eine neue Generation, die nicht alles mit einem Lächeln wegsteckt.
Mit ihrem Debüt legt Mascha Unterlehberg einen Roman vor, der zum Nachdenken anregt.
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5/5
26.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
,,Ich dachte, es wäre cool, nicht immer nur zu zweit rumzuhängen, sagt Anto auf dem Weg nach Hause, obwohl ich nicht danach gefragt habe.”
Jara und Anto verbindet eine so tiefe Freundschaft, da passt kein Blatt mehr zwischen. Wie Schwestern teilen sie alles. Gemeinsam werden Grenzen ausgetestet, Grenzen überschritten und dann gerät alles außer Kontrolle. Wohin mit der Wut, wenn man in der Kleinstadt aufwächst? Der Schreibstil ist originell anders und ich möchte davon bitte mehr lesen! Eine Content Note befindet sich am Ende des Buches, dafür war ich sehr dankbar.
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