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Requiem Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2023

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

19,5/12,6/3,5 cm

Gewicht

350 g

Auflage

2. Auflage, 2023

Sprache

Deutsch

EAN

2710000239482

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Beschreibung

Rezension

»›Requiem‹ ist bestürzend und ergreifend. Souverän wird die kriminelle Energie des politischen Systems in Form eines Kriminalromans dargestellt. […] ›Requiem‹ ist eine raffinierte literarische Mischung. Der Roman spielt mit der Ästhetik des Trivialen und setzt Effekte präzise ein. Gleichzeitig behält er seine komplexen erzählerischen Strategien im Auge. […] Als Buch ist es ein Glücksfall. Es wandert über den Umweg des Exils in die deutsche Literatur ein und wir hier bleiben.« Paul Jandl, Neue Züricher Zeitung, 05. April 2023 ("NZZ")
»Was tatsächlich die Faszination dieses Buches ausmacht, sind diese unglaublich feinen und psychologisch toll ausgearbeiteten Beschreibungen einer Gesellschaft unter dem Nationalsozialismus und diese Abgründe, die sich auftun, aber eben auch zwischenmenschliche Wunder, die sich ereignen. […] Bei all der Tragödie versteht Loeser mit einer großartigen, lakonischen Distanz zu schreiben und das ist in meinen Augen wirklich ganz große literarische Kunst.« Stephanie Oppen, Deutschlandfunk Kultur, 28. Februar 2023 ("Deutschlandfunk Kultur")
»›Requiem‹ ist ein Buch über Ideale: Was sind sie noch wert, wenn die Zeiten sich ändern? Wo stehe ich, und wofür? Das Gewissen eines jeden ist die heimliche Hauptperson in diesem großartigen Roman.« Anna Hartwich, NDR, 17. Februar 2023 ("NDR")
»Loeser schildert auf meisterhafte Weise die Vielfalt der komplexen Gesellschaft aus Mutigen und Feiglingen, aus Gleichgültigen und Tätern. […] ›Requiem‹ ist besser als manches Sachbuch über die Anfangszeit des Nazi-Regimes und deshalb nicht zuletzt auch jungen Lesern zum besseren Verständnis jener Jahre zu empfehlen.« Sigismund von Dobschütz, Saale-Zeitung, 16. August 2023 ("Saale Zeitung")
»›Requiem‹ ist ein aus der Rückschau entworfener Versuch einer Antwort auf die Frage ›Wie konnte es dazu kommen?‹ Der Roman führt die sozialen Mechanismen der Ausgrenzung und der Korrumpierung der öffentlichen Meinung sehr nachvollziehbar vor.« Katharina Granzin, TAZ, 10. Juli 2023 ("taz")
»Ein sowohl sprachlich als auch erzählerisch gelungenes Werk!« Carolin Kaiser, Literatur und Feuilleton, 02. April 2023 ("Literatur und Feuilleton")
»Loesers Sprache ist geschmeidig. Und durchaus auf dem Niveau der in jüngster Zeit zum wiederholten Male aufgelegten und neu zu lesenden Gabriele Tergit.« Alexander Kluy, Buchkultur, April 2023 ("Buchkultur")
»Beachtlich, wie Loeser all die Argumente ausbreitet, mit denen sich die Helfer im Angesicht der Bewährung zurückhalten. Kläglich versagt der Bildungsbürger wie der alte Adel. Und Anhand Krakaus und der Figur des Doktor Spitzer […] zeichnet Loeser nach, wieviel innere und äußere Überwindung die Emigration kostet.« Reinhard Kalb, Nürnberger Zeitung / Nürnberger Nachrichten, 28. März 2023 ("Nürnberger Zeitung")
»Zeugnis und Warnung zugleich, aktueller denn je und unbedingt lesenswert. Mit informativem Nachwort.« Bettina Prior-Kamer, ekz, 27. Februar 2023 ("ekz-Informationsdienst")
»Loeser entwickelt in ›Requiem‹ ein atemberaubendes, zunehmend sich verdichtendes und beklemmendes Szenario, in dem er jedoch einen Spalt Hoffnung lässt, dass am Ende doch noch die Menschlichkeit siegt.« Sibylle Peine, Jüdische Allgemeine, 21. Februar 2023 ("Jüdische Allgemeine")

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Erscheinungsdatum

18.02.2023

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

19,5/12,6/3,5 cm

Gewicht

350 g

Auflage

2. Auflage, 2023

Sprache

Deutsch

EAN

2710000239482

Herstelleradresse

Klett-Cotta Verlag
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de

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Der Fall Krakau

Bewertung am 23.05.2023

Bewertungsnummer: 1947112

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

War ursprünglich der geplante Titel des Exil-Autoren Loeser, dessen Geschichte erst 1999 nach seinem Tod gefunden wurde. Wann genau er das Buch geschrieben hat lässt sich leider nicht genau datieren, stets im Schatten seiner Arbeit schreibend hat er leider keiner seiner verfassten Texte veröffentlicht. Glücklicherweise fand die Geschichte rund um den Cellisten Krakau, der aus seinem Orchester aufgrund seines "Wesens" rausgeekelt und verhaftet wird, das Licht der Welt. Loeser geht aber vielmehr auf den psychologischen Aspekt der Charaktere ein und bereichert uns mit einer Menge wertvoller und humaner Gedanken, die aufgrund des historischen Kontexts, einen Funken Hoffnung spenden. Im Hintergrund umschließt nämlich die Krake samt Regierung die Herzen der Bürger und erschafft eine Gesellschaft der ständigen Überwachung, Misstrauen und Angst. Moral und Gerechtigkeit werden hintergangen und läutet die grausamste Zeit der Menschheitsgeschichte ein.

Der Fall Krakau

Bewertung am 23.05.2023
Bewertungsnummer: 1947112
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

War ursprünglich der geplante Titel des Exil-Autoren Loeser, dessen Geschichte erst 1999 nach seinem Tod gefunden wurde. Wann genau er das Buch geschrieben hat lässt sich leider nicht genau datieren, stets im Schatten seiner Arbeit schreibend hat er leider keiner seiner verfassten Texte veröffentlicht. Glücklicherweise fand die Geschichte rund um den Cellisten Krakau, der aus seinem Orchester aufgrund seines "Wesens" rausgeekelt und verhaftet wird, das Licht der Welt. Loeser geht aber vielmehr auf den psychologischen Aspekt der Charaktere ein und bereichert uns mit einer Menge wertvoller und humaner Gedanken, die aufgrund des historischen Kontexts, einen Funken Hoffnung spenden. Im Hintergrund umschließt nämlich die Krake samt Regierung die Herzen der Bürger und erschafft eine Gesellschaft der ständigen Überwachung, Misstrauen und Angst. Moral und Gerechtigkeit werden hintergangen und läutet die grausamste Zeit der Menschheitsgeschichte ein.

Ein meisterhaft komponierter und exzellent geschriebener Roman über die Judenverfolgung in Deutschland in den 30ger Jahren

Bewertung am 04.04.2023

Bewertungsnummer: 1915361

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Requiem“ erzählt die Geschichte des herausragenden Cellisten Erich Krakau, der Mitte der 30ger Jahre in einer Stadt in Westfalen Mitte erfahren muss, was es heißt, kein Christ zu sein. Die Nationalsozialisten sind an der Macht und Juden soll es verboten werden, in deutschen Orchestern zu spielen. Es gibt zwar noch Ausnahmen, wie im Fall Erich Krakau, doch das soll sich ändern, als der Bäckersohn Fritz Eberle, ein mäßig begabter Musiker, die Stelle im Orchester einnehmen will. Als Mitglied der SA holt er sich Unterstützung bei seinen Kameraden und tritt damit eine Lawine los, aus der keiner verschont übrigbleibt. Erich Krakau wird Objekt eines Angriffs und der Kreis beginnt sich um ihn zu schließen. Meine persönlichen Leseeindrücke „Requiem“ – was für ein Roman! Unglaublich, dass dieses herausragende Werk so lange im Verborgenen schlummerte und Jahrzehnte nach seiner Erstehung den weiten Weg nach Deutschland gefunden hat. In eindringlicher Weise schildert Loeser in einer sehr anschaulichen Darstellung, was in Deutschland nach der Machtübernahme von Hitler geschah und wie diese Verfolgung stattgefunden hatte. Die authentische Beschreibung dessen, was passiert ist, eingepackt in einen sehr interessanten Ton, lässt mich nachvollziehen, wie es tatsächlich gewesen ist das Leben in Deutschland in den 30ger Jahren. Loeser teilt jeder Romanfigur stellvertretend für die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten und -gruppen, die in jener Zeit agierten, eine bestimmte Rolle zu und fasst somit übersichtlich und leicht verständlich zusammen, wie die neuen Spielregeln im Deutschen Reich funktionierten. Da ist einmal der junge Fritz Eberle, der die Rolle des kleinen Vorboten spielt. Er ist ein Unbegabter, ein Stümper, ein Unzufriedener, ein Hasser, hinter dem die Masse der Gosse steht, die ganze organisierte Armee, die die Herrschaft innehatte. Dann ist da der Journalist Wendt, der schielende, gewissenlose Opportunist, ein skrupelloser Filou mit zweischneidiger Zunge. Er scheut vor keiner Missetat zurück, um zu bekommen, was er will. Er steht für die Charakterlosen, die vielen Mitläufer, den Wesen ohne Rückgrat und Verantwortung. Es graust einem gar arg vor so einem Individuum. Aber es gibt auch die guten Figuren in „Requiem“ wie z.B. den Theaterintendanten und seinen Freund, den Gauleiter. Beide haben zusammen im ersten Weltkrieg gekämpft und noch ein Ehrgefühl für Werte und Gerechtigkeit. Beide haben gesellschaftlich geachtete Positionen inne, doch die politischen Änderungen entzweit beide mehr als sie wahrhaben wollen. Der Gauleiter wird seiner militärischen Ehre durch die Rettung Krakaus gerecht, doch steht der Selbstmord des alten Wehrmachtsoldaten für die Kapitulation der alten Militärgilde vor der neuen Macht der Nationalsozialisten. Eine Entwicklung, die allen Angst macht, die die Gefahr erkennen, egal ob Deutsche oder Juden. Eine besondere Rolle wird Lisa Krakau zuteil. Obwohl sie als liebreizende, schwache junge Frau dargestellt wird, hat sie so endlich viel Courage, dass sich alle anderen eine Riesenscheibe davon abschneiden könnten! Sie stellt sich dem Übel mit all ihrer Kraft und ihrem Mut entgegen und obwohl die Lage ausweglos scheint, schöpft sie all ihre Möglichkeiten aus, um ihren Mann zu retten. Jeder Mensch kann etwas bewegen, nur, die meisten denken, ihr Etwas wäre so wenig, dass es sich nicht lohnt, eine Anstrengung zu unternehmen. Und das Unterlassen ist um so viel bequemer, schreibt Loeser. Wie wahr; gerade auch in unserer heutigen Zeit! „Requiem“ verdankt seine Publikation dem Urgroßenkel des Autors, Felipe Provenzale, der Peter Graf (Herausgeber) das Manuskript mit dem Titel „Der Fall Krakau“ zukommen ließ. Es ist Peter Grafs Verdienst diesen bislang unveröffentlichte Roman von Karl Alfred Loeser, der beinahe prophetisch und philosophisch wirkt, dem deutschen Lesepublikum zuzuführen. Denn geschrieben wurde er, bevor die Vernichtung der europäischen Juden ins Werk gesetzt wurde. Fazit „Requiem“ von Alfred Loeser ist ein meisterhaft komponierter und exzellent geschriebener Roman, der mir unendlich viel bedeutet, seit ich ihn gelesen habe. Nachwort des Herausgebers Peter Graf: Ein solches Buch ist vor allem auch eine nach außen gerichtete poetische Erinnerungsarbeit, die, obwohl nicht dokumentarisch, sondern fiktional erzählt, über den eigentlichen Erzählgegenstand hinausreicht und indirekt auch auf die unbekannten Schicksale vieler Namenloser verweist. Es ist Zeugnis, Warnung, Anklage und will gelesen werden.

Ein meisterhaft komponierter und exzellent geschriebener Roman über die Judenverfolgung in Deutschland in den 30ger Jahren

Bewertung am 04.04.2023
Bewertungsnummer: 1915361
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Requiem“ erzählt die Geschichte des herausragenden Cellisten Erich Krakau, der Mitte der 30ger Jahre in einer Stadt in Westfalen Mitte erfahren muss, was es heißt, kein Christ zu sein. Die Nationalsozialisten sind an der Macht und Juden soll es verboten werden, in deutschen Orchestern zu spielen. Es gibt zwar noch Ausnahmen, wie im Fall Erich Krakau, doch das soll sich ändern, als der Bäckersohn Fritz Eberle, ein mäßig begabter Musiker, die Stelle im Orchester einnehmen will. Als Mitglied der SA holt er sich Unterstützung bei seinen Kameraden und tritt damit eine Lawine los, aus der keiner verschont übrigbleibt. Erich Krakau wird Objekt eines Angriffs und der Kreis beginnt sich um ihn zu schließen. Meine persönlichen Leseeindrücke „Requiem“ – was für ein Roman! Unglaublich, dass dieses herausragende Werk so lange im Verborgenen schlummerte und Jahrzehnte nach seiner Erstehung den weiten Weg nach Deutschland gefunden hat. In eindringlicher Weise schildert Loeser in einer sehr anschaulichen Darstellung, was in Deutschland nach der Machtübernahme von Hitler geschah und wie diese Verfolgung stattgefunden hatte. Die authentische Beschreibung dessen, was passiert ist, eingepackt in einen sehr interessanten Ton, lässt mich nachvollziehen, wie es tatsächlich gewesen ist das Leben in Deutschland in den 30ger Jahren. Loeser teilt jeder Romanfigur stellvertretend für die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten und -gruppen, die in jener Zeit agierten, eine bestimmte Rolle zu und fasst somit übersichtlich und leicht verständlich zusammen, wie die neuen Spielregeln im Deutschen Reich funktionierten. Da ist einmal der junge Fritz Eberle, der die Rolle des kleinen Vorboten spielt. Er ist ein Unbegabter, ein Stümper, ein Unzufriedener, ein Hasser, hinter dem die Masse der Gosse steht, die ganze organisierte Armee, die die Herrschaft innehatte. Dann ist da der Journalist Wendt, der schielende, gewissenlose Opportunist, ein skrupelloser Filou mit zweischneidiger Zunge. Er scheut vor keiner Missetat zurück, um zu bekommen, was er will. Er steht für die Charakterlosen, die vielen Mitläufer, den Wesen ohne Rückgrat und Verantwortung. Es graust einem gar arg vor so einem Individuum. Aber es gibt auch die guten Figuren in „Requiem“ wie z.B. den Theaterintendanten und seinen Freund, den Gauleiter. Beide haben zusammen im ersten Weltkrieg gekämpft und noch ein Ehrgefühl für Werte und Gerechtigkeit. Beide haben gesellschaftlich geachtete Positionen inne, doch die politischen Änderungen entzweit beide mehr als sie wahrhaben wollen. Der Gauleiter wird seiner militärischen Ehre durch die Rettung Krakaus gerecht, doch steht der Selbstmord des alten Wehrmachtsoldaten für die Kapitulation der alten Militärgilde vor der neuen Macht der Nationalsozialisten. Eine Entwicklung, die allen Angst macht, die die Gefahr erkennen, egal ob Deutsche oder Juden. Eine besondere Rolle wird Lisa Krakau zuteil. Obwohl sie als liebreizende, schwache junge Frau dargestellt wird, hat sie so endlich viel Courage, dass sich alle anderen eine Riesenscheibe davon abschneiden könnten! Sie stellt sich dem Übel mit all ihrer Kraft und ihrem Mut entgegen und obwohl die Lage ausweglos scheint, schöpft sie all ihre Möglichkeiten aus, um ihren Mann zu retten. Jeder Mensch kann etwas bewegen, nur, die meisten denken, ihr Etwas wäre so wenig, dass es sich nicht lohnt, eine Anstrengung zu unternehmen. Und das Unterlassen ist um so viel bequemer, schreibt Loeser. Wie wahr; gerade auch in unserer heutigen Zeit! „Requiem“ verdankt seine Publikation dem Urgroßenkel des Autors, Felipe Provenzale, der Peter Graf (Herausgeber) das Manuskript mit dem Titel „Der Fall Krakau“ zukommen ließ. Es ist Peter Grafs Verdienst diesen bislang unveröffentlichte Roman von Karl Alfred Loeser, der beinahe prophetisch und philosophisch wirkt, dem deutschen Lesepublikum zuzuführen. Denn geschrieben wurde er, bevor die Vernichtung der europäischen Juden ins Werk gesetzt wurde. Fazit „Requiem“ von Alfred Loeser ist ein meisterhaft komponierter und exzellent geschriebener Roman, der mir unendlich viel bedeutet, seit ich ihn gelesen habe. Nachwort des Herausgebers Peter Graf: Ein solches Buch ist vor allem auch eine nach außen gerichtete poetische Erinnerungsarbeit, die, obwohl nicht dokumentarisch, sondern fiktional erzählt, über den eigentlichen Erzählgegenstand hinausreicht und indirekt auch auf die unbekannten Schicksale vieler Namenloser verweist. Es ist Zeugnis, Warnung, Anklage und will gelesen werden.

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Requiem

von Karl Alfred Loeser

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Tobias Groß

Thalia Leipzig – Grimmaische Straße

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5/5

Viele gegen einen

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Literatur ist vergänglich. Sie kann in Vergessenheit geraten. Oder gar nicht erst veröffentlich werden. Und so kann es geschehen, dass großartige Bücher in Schubladen oder Kisten verstauben und niemals erscheinen. Doch wie so oft sorgt der Zufall dafür, dass manch großartiges Buch doch noch das Licht der Öffentlichkeit erblickt – wie im Fall von »Requiem«, dem vergessenen Roman des deutschen Emigranten Karl Alfred Loeser. Geschrieben zu Beginn der NS-Diktatur, erzählt der 1934 nach Brasilien ausgewanderte Loeser die Geschichte einer hinterhältigen Verschwörung - einer menschenverachtenden Intrige gegen den großen Cellisten Erich Krakau. Initiiert durch einen talentfreien, nach Krakaus Posten im städtischen Orchester schielenden Bäckersjungen, einem opportunistischen Journalisten, den örtlichen SA-Schlägern und dem stellvertretenden Gauleiter persönlich. Sie alle wollen am nicht-religiösen Juden Krakau ein Exempel statuieren und der Bevölkerung zeigen, wer die Macht in der westfälischen Stadt namens D hat. Mit visionärer literarischer Voraussicht beschrieb Karl Alfred Loeser einen Vorfall, welcher im späteren Verlauf der Diktatur Realität und zur schrecklichen Regel wurde. Getrieben von Hass, antisemitischen Fanatismus und Opportunismus versündigt sich eine ganze Stadt an einem Mann – der nur von wenigen Menschen aufrecht verteidigt und gestützt wird. Loesers »Requiem« ist daher ein einprägsamer und fesselnder autobiographisch beeinflusster Roman, welcher die Lesenden fassungslos zurücklassen wird. Ein Paradebeispiel für deutschsprachige Exilliteratur, dessen Wiederentdeckung ein riesengroßer Glücksfall ist. Unbedingte Leseempfehlung!
  • Tobias Groß
  • Buchhändler/-in

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Literatur ist vergänglich. Sie kann in Vergessenheit geraten. Oder gar nicht erst veröffentlich werden. Und so kann es geschehen, dass großartige Bücher in Schubladen oder Kisten verstauben und niemals erscheinen. Doch wie so oft sorgt der Zufall dafür, dass manch großartiges Buch doch noch das Licht der Öffentlichkeit erblickt – wie im Fall von »Requiem«, dem vergessenen Roman des deutschen Emigranten Karl Alfred Loeser. Geschrieben zu Beginn der NS-Diktatur, erzählt der 1934 nach Brasilien ausgewanderte Loeser die Geschichte einer hinterhältigen Verschwörung - einer menschenverachtenden Intrige gegen den großen Cellisten Erich Krakau. Initiiert durch einen talentfreien, nach Krakaus Posten im städtischen Orchester schielenden Bäckersjungen, einem opportunistischen Journalisten, den örtlichen SA-Schlägern und dem stellvertretenden Gauleiter persönlich. Sie alle wollen am nicht-religiösen Juden Krakau ein Exempel statuieren und der Bevölkerung zeigen, wer die Macht in der westfälischen Stadt namens D hat. Mit visionärer literarischer Voraussicht beschrieb Karl Alfred Loeser einen Vorfall, welcher im späteren Verlauf der Diktatur Realität und zur schrecklichen Regel wurde. Getrieben von Hass, antisemitischen Fanatismus und Opportunismus versündigt sich eine ganze Stadt an einem Mann – der nur von wenigen Menschen aufrecht verteidigt und gestützt wird. Loesers »Requiem« ist daher ein einprägsamer und fesselnder autobiographisch beeinflusster Roman, welcher die Lesenden fassungslos zurücklassen wird. Ein Paradebeispiel für deutschsprachige Exilliteratur, dessen Wiederentdeckung ein riesengroßer Glücksfall ist. Unbedingte Leseempfehlung!

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Haike Zimmer

Thalia Dresden – Elbe Park

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5/5

Neuentdeckte Erstveröffenlichung

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Viele jüdische Mitbürger wollten einfach nicht wahrhaben, was um sie herum passierte. Es war undenkbar und sicher vorrübergehend in einer zivilisierten Gesellschaft. Karl Loeser schildert das in seinem Anfang der 30er Jahre erschienenen Roman, anhand des Schicksals des Cellisten Krakau. Dieses vom Enkel Loesers entdeckte Manuskript ist nun nach Jahrzehnten erstmalig veröffentlicht wurden. Der Roman ist deshalb so eindringlich, weil er nicht nach dem Weltkrieg , dessen Folgen und Ende wir alle kennen geschrieben wurde, sondern zu Beginn des Nationalsozialismus, mit großer Weitsicht auf das kommende Unheil. Zudem besticht der Roman durch seine literarische Eleganz.
  • Haike Zimmer
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Neuentdeckte Erstveröffenlichung

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Viele jüdische Mitbürger wollten einfach nicht wahrhaben, was um sie herum passierte. Es war undenkbar und sicher vorrübergehend in einer zivilisierten Gesellschaft. Karl Loeser schildert das in seinem Anfang der 30er Jahre erschienenen Roman, anhand des Schicksals des Cellisten Krakau. Dieses vom Enkel Loesers entdeckte Manuskript ist nun nach Jahrzehnten erstmalig veröffentlicht wurden. Der Roman ist deshalb so eindringlich, weil er nicht nach dem Weltkrieg , dessen Folgen und Ende wir alle kennen geschrieben wurde, sondern zu Beginn des Nationalsozialismus, mit großer Weitsicht auf das kommende Unheil. Zudem besticht der Roman durch seine literarische Eleganz.

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