Port Angeles, Trinidad. In den sonnendurchglühten Gassen mischt sich das vielstimmige Geschrei der Händler mit Vogelgezwitscher und Verkehrslärm; es riecht nach Gewürzen und reifen Früchten. Unter stillen, schattigen Bäumen ruht Fidelis, der jahrhundertealte Friedhof der Insel. Hier arbeitet Emmanuel als Totengräber. Der junge Rastafari hat sein Zuhause verlassen, um seinen Vater zu finden. Als er Yejide trifft, hat das Schicksal ihre Wege längst fest miteinander verflochten. Und so beginnt dort, wo das Leben endet, eine magische Liebesgeschichte.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Der junge Rastafari Darwin lässt seinen Glauben und seine Überzeugungen hinter sich, um als Totengräber zu arbeiten. Auf dem Friedhof trifft er auf Yejide, die von ihrer Mutter die Fähigkeit geerbt hat, mit den Toten zu kommunizieren und ihre Seelen ins Jenseits zu begleiten. Beide sind komplexe Charaktere, deren respektive Handlungsbögen über die sich entspinnende Liebesgeschichte hinausreichen – und einander dennoch spiegeln. So sucht Darwin nach seinem Vater, der die Familie vor langer Zeit verließ, während Yejides Beziehung zu ihrer zornigen, verbitterten Mutter zutiefst konfliktgeladen ist. Der Tod ist allgegenwärtig in dieser Geschichte, die doch so bunt und voller Leben ist. Ein Widerspruch? Nein, denn Darwin und Yejide verkörpern das ganze Kaleidoskop des Umgehens damit: Trauer, Wut, Schmerz, Angst – aber auch Versöhnung, Hoffnung, Liebe und Akzeptanz. Yin und Yang: Tod und Leben sind Gegensätze, die sich nicht bekämpfen, sondern ergänzen; eine Ganzheit, die Ayanna Lloyd Banwo in wunderschönen Worten zelebriert. Die Sprache klingt, die Sprache singt in Worten voller Liebe und Wärme … Die spirituelle Ebene der Geschichte speist sich aus trinidadischen Mythen und Schöpfungsgeschichten. Und so fügt sich das Thema Tod harmonisch ein in den Themenkomplex des Romans: Es geht auch um Liebe, es geht um Familie, es geht um Gemeinschaft. Passenderweise sind die Charaktere für sich genommen schon überzeugend und stark, doch ihr volles literarisches Potenzial entfalten sie erst im Zusammenspiel. Im Original ist der Roman in Kreolisch-Englisch geschrieben, was eine gänzlich andere ‚Klangfarbe‘ erzeugt, die die Atmosphäre und die lebendige Darstellung der Schauplätze ergänzt und ihnen eine zusätzliche Dimension verleiht. Die deutsche Übersetzerin Michaela Grabinger erzeugt, insofern es möglich ist, einen ähnlichen Sog mit Sprachrhythmus und Takt, was sicher keine einfache Aufgabe war! «… und sie kommen über sie wie die Flut, wie ein brennendes Haus, wie Erde, die nach Regentagen den Berg hinunterdonnert, zu schwer, um ihre Form zu bewahren. Und sie spürt, dass sie die Arme weit öffnet, den ganzen Friedhof umfasst und noch mehr. Der Regen prasselt auf ihren Kopf, und die Fluten steigen an ihren Beinen hinauf, und sie hält alles in ihren Armen: Ich seh euch. Ich seh das Unrecht, das man euch angetan hat. Ich trink euren Schmerz, bis ich voll davon bin, trink euren Kummer, bis ich voll davon bin, trink eure Freude, bis ich voll davon bin, trink euren Tod, bis ich voll davon bin. Ich schmeck euer Fleisch, ja, ihr wart Fleisch, ich kann es sehen, ich weiß es. Ihr habt geliebt, ja, ich weiß, habt getötet, ich weiß. Du warst hier, ja, ich weiß, und du und du, ihr wart hier. Niemand hat eure Gräber kenntlich gemacht, aber wer zur Erde zurückkehrt, den macht sie kenntlich. Ihr seid nicht vergessen, nein, ihr seid nicht vergessen, nein, ihr seid nicht vergessen, nein, ihr seid nicht vergessen …» «Als wir Vögel waren» ist ein atmosphärisch dichtes und kulturell reichhaltiges Debüt; die mystische und kulturelle Tiefe der Geschichte entwickelt eine ungeheure Sogwirkung – wenn man sich darauf einlässt. Ich habe das Buch geliebt!
Bewertung
aus Horn-Bad Meinberg
5/5
23.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein Buchhöhepunkt 2023
Es gibt wenige Bücher, denen es auf Anhieb gelungen ist mich so intensiv zu berühren wie das hier vorliegende von Ayanna Lloyd Banwo. Es ist eines, wo 5 Sterne definitiv nicht ausreichen, zehn wären das mindeste.
Inhaltlich geht es um zwei junge Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die junge Schamanin Yejide, die die Gabe besitzt, Verstorbene auf den Weg in die andere Welten zu begleiten und wo die Gabe von Mutter zu Tochter weiter vererbt wird. Und der junge Emmanuel, der sein Heimatdorf verlassen hat, um Geld zu verdienen und eine Arbeit als Totengräber gefunden hat. Über eine mystische Vision erkennen Yejide und Emmanuel einander und finden sich dann auch auf den Friedhof in der Realität. Wird es eine gemeinsame Zukunft geben können?
Die Geschichte wird von der Autorin voller Tiefgang und Intensität erzählt, der mensch sich als Leser*in nicht wirklich entziehen kann. Es geht um mythisch - magische Traditionen, die Verbundenheit mit der eigenen Familie und den Ahnen, Heilung, seiner eigenen Aufgabe zu folgen, aber auch eigene Wege zu gehen. Und natürlich um eine tiefe Form von Liebe, die sich mit Worten nicht beschreiben lässt. Danke für dieses wundervolle Buch.
Elaine
aus Horn-Bad Meinberg
5/5
23.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein Buchhöhepunkt 2023 Es…
Mein Buchhöhepunkt 2023 Es gibt wenige Bücher, denen es auf Anhieb gelungen ist mich so intensiv zu berühren wie das hier vorliegende von Ayanna Lloyd Banwo. Es ist eines, wo 5 Sterne definitiv nicht ausreichen, zehn wären das mindeste. Inhaltlich geht es um zwei junge Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die junge Schamanin Yejide, die die Gabe besitzt, Verstorbene auf den Weg in die andere Welten zu begleiten und wo die Gabe von Mutter zu Tochter weiter vererbt wird. Und der junge Emmanuel, der sein Heimatdorf verlassen hat, um Geld zu verdienen und eine Arbeit als Totengräber gefunden hat. Über eine mystische Vision erkennen Yejide und Emmanuel einander und finden sich dann auch auf den Friedhof in der Realität. Wird es eine gemeinsame Zukunft geben können? Die Geschichte wird von der Autorin voller Tiefgang und Intensität erzählt, der mensch sich als Leser*in nicht wirklich entziehen kann. Es geht um mythisch - magische Traditionen, die Verbundenheit mit der eigenen Familie und den Ahnen, Heilung, seiner eigenen Aufgabe zu folgen, aber auch eigene Wege zu gehen. Und natürlich um eine tiefe Form von Liebe, die sich mit Worten nicht beschreiben lässt. Danke für dieses wundervolle Buch.
yellowdog
5/5
15.07.2023
eBook (ePUB 3)
Liebe und Tod auf Trinidad
Bücher, die in Trinidad handeln, liest man auf dem dfeutschen Buchmarkt nicht so oft, aber der Debütroman der Autorin Ayanna Lloyd Banwo nutzt diese Umgebung detailliert und auf poetische Art.
Das Buch ist aus dem trinidad-kreolischen Englisch von Michaela Grabinger übersetzt.
Der bestechende, manchmal auch beklemmende Schauplatz ist die fiktive Stadt Port Angeles. Ein mystischer Einschlag bestimmt das Buch, in dem es neben der Liebe auch um den Tod und um Geister geht.
Zu den Hauptfiguren; Da ist Yeyide, die, wie die Frauen aus ihrer Familie, Tote sehen kann.
Und dann Emmanuel Darwin, ein Rastafari, der aus Not den Job eines Totenmgräbers auf einem Friedhof annehmen muss, obwohl Rastafari nichts mit dem Tod zu tun haben wollen.
Erst Mitte des Buches begegnen sie sich wirklich.
Darwin und Yeyide sind lebendige Charaktere. Sie sind beide jung. Beide sind sie gefangen von den Traditionen und spezifischen Glauben ihrer Familien und Vorfahren und sie schwanken zwischen Widerstand und Annehmen eines vorgegebenen Schicksals.
Bewertung
5/5
14.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Reise in die Mystische Welt der Karibik
Mit ihrem Debütroman lässt Ayanna Lloyd Banwos den Leser in die farbenfrohe Welt von Port Angeles, Trinidad eintauchen. Schon das Cover lädt den Leser in diese mystische Welt ein.
Die Perspektive wechselt zwischen Yejide und Darwin, zwei jungen Menschen auf der Suche nach ihrer Bestimmung.
Darwin ist ein junger Rastafari, der auf dem Land in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Die Rastafaris meiden den Tod, dennoch nimmt Darwin aus finanzieller Not einen Job auf dem Stadtfriedhof Fidelis an.
Yejide stammt aus einem vollkommen anderen Kulturkreis, der Tod gehört für sie zum Leben und ihr ist es bestimmt für Ruhe in der mystischen Welt zwischen den Lebenden und Toten zu sorgen.
Während beide Protagonisten mit Ihrem Schicksal hadern, führt das Schicksal Sie am Tor von Fidelis zusammen. Es beginnt eine wunderschöne, sanfte Liebesgeschichte.
Der Roman beinhaltet eine Liebesgeschichte, Elemente eines Krimis sowie zahlreiche mystische und religiöse Begebenheiten. Es ist definitiv keine leichte Lektüre für zwischendurch und man muss sich darauf einlassen und dem Buch seine volle Aufmerksamkeit schenken.
Durch ihre Bildhafte Sprache schafft die Autorin einen gelungenen Kontrast zwischen der lebhaften, pulsierenden Stadt und der Stille des Friedhofs. Die mystische Liebesgeschichte zieht den Leser sofort in ihren Bann.
Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.
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5/5
23.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine großartige Geschichte in einem wunderschönen Gewand!
Trinidad: Darwin und Yejide scheinen füreinander bestimmt. Darwin, der junge Rastafari, geht in die Stadt, um seinen Vater zu finden und Geld zu verdienen, um damit seine Mutter finanziell zu unterstützen. Den einzigen Job, den er erhält, ist der eines Totengräbers. Ob seine Mum dieses Geld annehmen wird?
Darwin strandet in Fidelis, dem jahrhundertealten Friedhof von Port Angeles. Die Stadt mit ihren dunklen Geschichten nimmt ihn stark in Anspruch und stellt ihn auf die Probe - Alkohol, miese Geschäfte, umtriebige Gestalten.
Dann begegnet ihm Yejide, während eines starken Sturms.
Ihre Vorfahren und sie sind den Toten sehr verbunden.
Die Welten der Lebenden und der Toten verschmelzen miteinander. Das Schicksal hat die Wege der beiden jungen Leute schon längst geebnet.
Dieses starke literarische Debüt hat mich tief berührt mit seiner mystischen Stimmung. Die spirituelle Ebene und das Traditionelle haben mich sehr an "Singt ihr Lebenden und ihr Toten, singt" von Jasmin Ward erinnert.
"Als wir Vögel waren" ist eine tiefberührende Geschichte zweier Menschen, die über den Tod hinaus miteinander verbunden zu sein scheinen. Einerseits ist es eine zarte Liebesgeschichte, aber auch eine Geschichte über Kulturen, die uns hier in der westlichen Welt vielleicht eher fremd erscheinen. Leser und Leserinnen, die sich darauf einlassen können und der spirituellen Welt ein wenig zugeneigt sind, werden dieses Buch geniessen können. Für mich ein Herzensbuch!
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5/5
30.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Farbenprächtiges Debüt
Ein Feuerwerk aus Tradition und Moderne, verwoben mit einer starken Liebesgeschichte zwischen Yejide und Darwin, die unterschiedlicher nicht sein können, und doch füreinander geschaffen sind.
Und eine Reise in die exotische Kultur Trinidads, in der sich Leben und Tod auf seltsam eigenwillige Art begegnen.
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5/5
24.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mystisch!
Eine sprachgewaltige und farbenfroh erzählte Geschichte, die zeitlos wirkt.
Es geht um Yejide, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Erbe umgehen lernen muss: sie kann die Toten sehen und hat die Aufgabe, ihnen den Weg ins Jenseits zu zeigen. Doch die Toten sind in Unruhe...
Und es geht um Darwin, der sich sein ganzes Leben vom Tod fern gehalten hat und dann aus der Not einen Job als Totengräber auf dem größten Friedhof in Port Angeles, Trinidad anfängt. Dort scheint aber etwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen.
Als die beiden schließlich aufeinander treffen, wird ihnen klar, dass sie auf mystische, schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind.
Tauchen Sie ein in diese gelungene Mischung aus Familiengeschichte, Krimi und Liebesroman!
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4/5
09.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vom Leben und der Frage, wer wir sind.
Wer gerne Geschichten mit einem historischen Hintergrund und leichten Fantasy-Aspekten, Mystik, Spannung und Dragik liest, für den ist dieses Buch genau das Richtige.
In der Geschichte begegnen wir Emmanuel, einem Totengräber aus Trinidad, der sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater macht. Dabei wird immer wieder die Frage aufgeworfen, wer er eigentlich ist.
Die Geschichte hat mir gut gefallen und beinhaltet sehr viele tiefgründige Gedanken und Inhalte. Je länger ich mich nach dem Lesen mit den Inhalten auseinandergesetzt habe, umso mehr gefällt mir das Buch. Im Allgemeinen war die Geschichte nicht herausragend und die Handlung hat mich teilweise sehr verwirrt. Außerdem gibt der Klappentext nicht voll und ganz die Geschichte wieder, denn es geht meiner Ansicht nach um sehr viel mehr als um die Suche nach dem verschollenen Vater und einer Liebesgeschichte. Es geht viel mehr um die Frage, wer uns zu dem Menschen gemacht, der wir sind.
Der Schreibstil war fabelhaft, teilweise magisch und sehr mitreißend.
Das Buch hat, ähnlich zu Stephen King-Romanen, einen leichten Fantasy-Touch und bringt Mystik, Historie, Tragik und Spannung zusammen.
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4/5
19.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
“Über viele verschiedene Arten von Liebe”
Die Handlung des Romans ist in Trinidad, Port Angeles angesiedelt. Yejide wächst mit vielen Sagen und Mythen auf, ihr soll die Verantwortung obliegen, die Tradition weiterzuführen. Ihre Gabe Tote zu sehen, prädestiniert sie dafür. Sie trifft auf den Rastafari Darwin, der seinen Vater sucht, die Geldnot zwingt ihn auf dem Friedhof der Stadt zu arbeiten, entgegen seiner Religion. Diese Arbeit tut Darwin nicht gut, kriecht ihm in die Seele. Zwischen Yejide und Darwin gedeiht zarte Liebe, trotz großer Verwerfungen im Umfeld. Eine interessante, bannend verfasste Geschichte, durch Schauplatz und Religionen sowie etwas Krimi ungewöhnlich.
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