Es ist Sommer. Alex Schulman kommt ins Landhaus seiner Mutter, um sie davon abzuhalten, sich zu Tode zu trinken. Und sie zu überzeugen, sich in eine Entzugsklinik einzuweisen. Genug ist genug. Er will seine Mutter zurück. Die glückliche Mutter, die er aus seiner Kindheit kennt. Was genau ist passiert, wie ist aus der schillernden, liebevollen Mutter dieses geisterhafte Wrack geworden? In kraftvollen und herzzerreißenden Rückblenden erzählt Alex Schulman vom Auseinanderbrechen der Beziehung zwischen Mutter und Sohn und vom verzweifelten Versuch des erwachsenen Kindes, die Beziehung zu reparieren, ausgerechnet als die Kluft zwischen ihnen am größten zu sein scheint. Eine ergreifende und zutiefst persönliche Erzählung von der unbedingten Liebe eines Kinds zu seiner Mutter, über Co-Abhängigkeit, Sehnsucht und das unerbittliche Bedürfnis nach Versöhnung.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Violettera
aus Stuttgart
5/5
23.04.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Schonungslos offen erzählt und faszinierend gelesen
Vergiss mich, sagt die alkoholkranke Mutter zu ihrem Sohn Alex, aber dieses Hörbuch kann man nicht vergessen, so wenig wie der Sohn seine Mutter. Es ist die sehr berührende, oft erschütternde autobiografische Schilderung der Beziehung zwischen Alex Schulman und seiner Mutter, von seinen ersten Erinnerungen Ende der Siebziger Jahre, geprägt von großer Liebe und fürsorglicher Zärtlichkeit über Jahre zunehmender Kälte und Zurückgezogenheit der Mutter bis hin zu ihrem Tod im Jahr 2015. Die sehr intelligente, belesene und wortgewandte Mutter und ihr viel älterer Ehemann waren beide beim Fernsehen im Mediengeschäft tätig. In zahlreichen Rückblenden lässt der Autor Szenen aus dem Familienleben erstehen, vorwiegend aus dem Sommerhaus am See, in dem die Eltern mit ihren drei Söhnen jeden Sommer verbrachten. Mit schonungsloser Offenheit schildert er die grausamen Auswirkungen der wachsenden Alkoholsucht der Mutter auf die Kinder, besonders die Härte ihrer Zurückweisungen. Die daraus entstandenen Verletzungen konnten die Söhne nie überwinden, hatten nur unterschiedliche Strategien entwickelt, um mit all dem Unsagbaren zu leben. Unsagbar war auch das Thema Alkoholsucht, von einem strengen Familientabu belegt. Immer wieder versuchte noch der erwachsene Alex die Mutter in ihrer selbst gewählten Isolation zu erreichen, zumal nach dem Tod des Vaters. Unvergesslich bleiben die Schilderungen ihres Blickes, wenn sie sich in sich selbst zurückzog und keine Wahrnehmung mehr zuließ.
Einen großen Anteil an der Faszination dieses Hörbuchs hat der herausragende Sprecher Fabian Busch, einer der ganz Großen dieses Metiers. Ich kannte seine angenehme Stimme schon vom Hörbuch „Demon Copperhead“, dessen Welt er in über 18 Stunden alleine vor den Hörern entstehen lässt. Und nun diese anrührenden autobiografischen Szenen, die er wieder atmosphärisch dicht alleine spricht und nie einen Zweifel aufkommen lässt, wessen Rolle er gerade vorträgt. Dieses Hörerlebnis ist kostbar.
V
aus München
5/5
05.04.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Eine ganz normale Familiengeschichte
Eine ganz "normale" Familiengeschichte - die bereits etwas ältere Mutter trinkt, ihre selbst schon erwachsenen Söhne machen sich Sorgen und der Erzähler möchte seine Mutter von einem Entzug überzeugen. Tragisch und packend, als Hörbuch gut erzählt.
wal.li
4/5
02.02.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Eine Mutter
Könnte es doch nur wieder so sein wie früher. Die Kinder, seine Mutter, sein Vater, sie waren mal eine glückliche Familie. Doch irgendwann fing es an, der Blick. War es als seine Mutter auf dem Weg zum Ferienhaus einfach vorbeigefahren ist, ohne ihn wahrzunehmen? Schon während ihrer Kindheit müssen Alex und seine Brüder auf Zehenspitzen um die Mutter herumtanzen. Ihre Wünsche müssen sie vorherahnen, ihre Launen aushalten. Jahr für Jahr wird es schlimmer. Die Söhne werden erwachsen und selber Väter. Gleichzeitig bleiben sie Kinder ihrer Mutter. Es ist schwierig eine Balance zu finden, einen Unterschied zwischen der Mutter und der Trinkerin.
Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist mitunter eh nicht einfach. Noch schwieriger wird es, wenn auf einer Seite eine Suchtproblematik hinzukommt. Lisette, die Mutter von Alex, trinkt schon seit langen Jahren. Ihre Söhne befürchten, dass sie sich bald zu Tode trinkt. Erst da, als sie wirklich Angst um ihre Mutter haben, sprechen sie das Thema ihrer Trinksucht an. Lässt sie sich überzeugen, dass ihr nur noch ein Entzug helfen kann? Weiß sie überhaupt, was sie ihren Söhnen angetan hat? Kann sie es schaffen, vom Alkohol loszukommen, nachdem sie so lange getrunken hat?
Fabian Busch liest dieses Hörbuch. Dabei schafft er es mit seiner Stimme, die Emotionen der handelnden Personen so darzustellen, dass man sie beinahe am eigenen Leibe spürt. Man fühlt einen Widerwillen gegen die Mutter und bekommt doch auch Verständnis für sie. Vielleicht wurde sie in ihrer eigenen Familie so geprägt, dass sie kaum eine andere Chance hatte. Man glaubt ihr, dass sie es versucht hat. Man fühlt auch mit dem Erzähler Alex, der seine Mutter immer mit Samthandschuhen anfasst. Als ob er seine Schultern einzieht, so wirkt es manchmal. Bis seine Mutter in ihrer betrunkenen Achtlosigkeit zu weit geht. Es ist einfach schwer. Und doch schafft es der Autor, seinen Charakteren mit einem liebenden Blick zu begegnen und den Leserinnen und Lesern ein positives Gefühl zu geben.
4,5 Sterne
maison.tania
Thalia Book Circle Community
5/5
12.04.2026
eBook (ePUB 3)
Wenn Kindheit nie wirklich endet
Vergiss mich von Alex Schulman ist kein Buch, das man einfach liest oder hört – es ist eines, das unter die Haut geht. Im Zentrum steht die Beziehung eines Sohnes zu seiner alkoholkranken Mutter und der verzweifelte Versuch, sie – und vielleicht auch sich selbst – zu retten.
Schon beim Hören wird schnell klar: Hier geht es nicht um Unterhaltung. Es geht um das Hinsehen. Um das Aushalten. Um diese leise, aber dauerhafte Anspannung, die entsteht, wenn ein Kind nie wirklich Kind sein darf. Das Thema Parentifizierung zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte – diese unsichtbare Last, die Kinder tragen, wenn sie plötzlich Verantwortung übernehmen müssen, die ihnen nicht zusteht.
Besonders eindringlich ist die Atmosphäre. Diese Unberechenbarkeit der Mutter, dieses ständige Auf-der-Hut-Sein – man spürt es fast körperlich. Es ist diese Art von Anspannung, die sich nicht abschütteln lässt, weil sie sich tief eingeprägt hat. Genau das macht das Buch so stark.
Auch die Rolle des Vaters hat mich beschäftigt. Seine Überforderung, sein Rückzug – und die Tatsache, dass er die Kinder letztlich mit dieser Situation allein lässt. Das löst Wut aus, aber auch eine große Traurigkeit. Weil man merkt, wie sehr hier alle an ihre Grenzen kommen – und wie wenig Halt es für die gibt, die ihn am dringendsten brauchen.
Dass dieses Buch autobiografisch geprägt ist, macht es noch eindringlicher. Es wirkt wie ein Versuch der Verarbeitung, vielleicht auch der Annäherung an etwas, das sich nie ganz auflösen lässt. Gleichzeitig weiß man, dass nicht jede Geschichte so einen Weg findet – gerade wenn man, wie ich, beruflich mit Kindern aus schwierigen Lebensverhältnissen zu tun hat. Das verleiht dem Ganzen noch einmal eine zusätzliche Schwere.
Das Hörbuch selbst ist sehr gelungen. Der Sprecher trägt die Geschichte ruhig und klar, ohne sie zu überladen – und gerade dadurch kommen die Emotionen umso stärker zur Geltung.
Was bleibt, ist die Erkenntnis:
Eine Kindheit ohne Sicherheit endet nicht einfach mit dem Erwachsenwerden.
Sie bleibt. In Gedanken, in Mustern, im ganzen Leben.
Fazit:
Ein schonungslos ehrliches, tief berührendes Buch über Co-Abhängigkeit, Verlust und die lebenslangen Spuren einer unsicheren Kindheit.
Kein leichtes Lesen – aber ein wichtiges.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
11.04.2026
eBook (ePUB 3)
Wenn Hoffnung zur Gewohnheit wird
Ich habe „Vergiss mich“ ohne unmittelbaren persönlichen Bezug gelesen und bin dennoch auf eine Weise in diese Geschichte hineingezogen worden, die mich nachhaltig beschäftigt hat. Es ist ein Buch, das sich nicht aufdrängt, das keine großen Gesten braucht, um zu wirken, und gerade darin liegt seine eigentliche Wucht.
Alex Schulman erzählt in fragmentarischen Rückblenden von einer Kindheit, die zunehmend von der Alkoholsucht der Mutter überschattet wird. Dabei entsteht kein geschlossenes Bild, sondern ein Mosaik aus Erinnerungen, das sich erst nach und nach zusammensetzt. Diese Form des Erzählens wirkt erstaunlich authentisch, als würde man einem Prozess des Erinnerns beiwohnen, der selbst von Unsicherheiten und Brüchen geprägt ist.
Was mich beim Lesen besonders bewegt hat, ist die unerschütterliche Sehnsucht des Sohnes nach mütterlicher Zuwendung. Diese Sehnsucht endet nicht mit der Kindheit, sie zieht sich bis weit ins Erwachsenenalter hinein. Immer wieder sucht Alex die Nähe, hofft auf einen Moment der Wärme, ein Zeichen von Anerkennung, ein Aufblitzen jener Liebe, die einst vorhanden war. Und als Leser erkennt man mit wachsender Klarheit, dass sich diese Hoffnung kaum erfüllen wird. Gerade dieses Auseinanderklaffen von Erwartung und Realität ist kaum zu ertragen.
Es sind diese wiederholten Annäherungsversuche, die mich besonders getroffen haben. Dieses beinahe tastende, vorsichtige Zugehen auf eine Mutter, die sich längst entzogen hat und das dennoch nicht aufhört. Darin liegt etwas zutiefst Menschliches, fast Archaisches, das Bedürfnis nach elterlicher Liebe, das sich nicht einfach ablegen lässt, selbst dann nicht, wenn es immer wieder enttäuscht wird. Ich habe beim Lesen nicht selten den Impuls verspürt, ihn innerlich zurückzuhalten, ihn zu schützen vor der nächsten Zurückweisung und zugleich verstanden, warum er diesen Weg immer wieder aufs Neue geht.
Die Figur der Mutter bleibt dabei vielschichtig. Sie erscheint nicht ausschließlich als Täterin, sondern auch als eine zutiefst verlorene Frau, gefangen in ihrer Sucht und in sich selbst. Gerade diese Ambivalenz macht es unmöglich, einfache Urteile zu fällen. Vielmehr entsteht ein Spannungsfeld aus Verletzung und Mitgefühl, aus Distanz und einem gewissen Verstehen.
Sprachlich ist der Roman von einer bemerkenswerten Klarheit geprägt. Schulman verzichtet auf Pathos und lässt gerade dadurch die emotionalen Brüche umso deutlicher hervortreten. Viele Szenen wirken beinahe nüchtern erzählt und entfalten doch eine nachhaltige Wirkung, die sich erst im Nachhall vollständig zeigt.
Für mich ist dieses Buch vor allem eine eindringliche Studie über die Persistenz von Bindung. Darüber, wie tief das Bedürfnis nach Liebe verwurzelt ist und wie schwer es ist, sich davon zu lösen, selbst wenn es immer wieder enttäuscht wird. Ein schmerzhaft ehrliches Buch.
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5/5
16.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schonungslos und berührend
In Alex Schulmans neuem Buch schildert er intensiv die Mutter-Sohn-Beziehung.
Seine Gedanken, sein ganzes Leben kreisen um die Alkoholsucht der Mutter, er versucht durch Leugnen sie und auch sich zu schützen.
Schonungslos beschreibt er seine Wut und Verzweiflung, den Einfluss der Mutter und die zerrüttete Familie. Um diese Beziehungen besser zu verstehen, ist es ratsam, das Buch "Die Überlebenden" vorab gelesen zu haben.
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5/5
10.07.2025
eBook (ePUB 3)
Aufgeben ist keine Option
Dieser Roman über die zerrissene und gleichzeitig innige Beziehung Schulmans zu seiner alkoholkranken Mutter berührt aufs Tiefste und hat zugleich eine große positive Strahlkraft. Schulmans unverwechselbare Erzählkunst verleiht dem Roman eine große Gültigkeit weit über das persönliche Schicksal des Autors hinaus. Ein weiteres Buch von Alex Schulman, das einen tiefen, bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat! Große Leseempfehlung!
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5/5
07.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ungeschönt und doch würdevoll
Alex Schulman schreibt über die schwierige Beziehung zu seiner seit Jahrzehnten alkoholkranken Mutter. Voller Liebe und Traurigkeit erzählt er in kleinen Erinnerungsepisoden aus seiner Kindheit und dem Erwachsenenalter: Vom zärtlichen Miteinander und spannungsgeladenen Auseinandersetzungen. Ein kleines, eindringliches Buch, das lange nachhallt.
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5/5
22.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unvergesslich
Alex Schulman schafft es immer wieder, das Persönliche literarisch unglaublich wertvoll und bewegend zu verarbeiten. Eine wundervolle Geschichte von einer alkoholkranken Mutter und ihrem Sohn, der immer wieder gefangen ist zwischen Angst vor ihren Launen, Verzweiflung wegen ihrer Sturheit und trotz allem der Liebe, die ihre Beziehung schon immer geprägt hat.
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5/5
17.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schonungslos ehrlich
Alex Schulman schreibt sehr klug, klar und ehrlich über die Beziehung zu seiner Mutter, jahrzehntelang geprägt von ihrem Alkoholismus.
Eine sehr berührende und aufwühlende Lektüre, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
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