Frau Shibata ist vierunddreißig und arbeitet als Angestellte in einer Firma in Tokyo, in der Männer das Sagen haben. Ständig wird sie herumgeschubst, schlecht behandelt und soll Kaffee kochen. Doch dann hat sie eine geniale Idee: Sie behauptet, schwanger zu sein – und plötzlich wird sie rücksichtsvoll behandelt. Doch wie weit lässt sich dieses Spiel treiben? Frau Shibata geht aufs Ganze, stopft sich die Kleidung aus und 'erlebt' die gesamte Schwangerschaft. Bis schließlich unausweichlich der Moment der Wahrheit naht – und die sieht anders aus, als gedacht. Frau Shibatas geniale Idee ist eine kluge, moderne und feministische Antwort auf tief verankerte patriarchalische Strukturen in der japanischen Gesellschaft – und zugleich ein fulminantes Hörvergnügen! -
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Pauline
aus Bochum
5/5
30.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Zauberhaft, poetisch, realistisch und surreal….
Zauberhaft, poetisch, realistisch, surreal und berührend….
Ein hinreißendes Buch - nicht nur für Exil-Japan-Deutsche…. die sich durch dieses Buch zurück nach Japan versetzt fühlen….. in allen Details.
Bewertung
aus Nürnberg
5/5
22.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Überraschend, informativ, mal nüchtern, mal poetisch
Frau Shibata lebt in Tokyo in ihrer 12qm Wohnung. Sie ist 34, alleinlebend und arbeitet von morgens bis spätabends. Wenn sie danach noch einkaufen geht, findet sie nur noch minderwertige Reste in den Verkaufsregalen. Dabei ist sie gut qualifiziert, hat einen anspruchsvollen Job für Produktionsabläufe in einer Papierrollenfabrik. Doch ihre Arbeit wird immer mehr. Da sie die einzige Frau in der Abteilung ist, wird von ihr automatisch erwartet, dass sie sich auch um all den anderen Kokolores kümmert, der die Büros am Laufen hält: Kaffee kochen und servieren, wenn Geschäftspartner kommen, hinterher alles aufräumen, spülen, Müll wegbringen, für Nachschub an Tee usw. sorgen, den Kühlschrank sauber machen, die Post verteilen, die Telefonate annehmen, Kuchenbuffets aufbauen usw. Sobald etwas derartiges nicht gleich erledigt ist, wird vom Vorgesetzten oder auch Kollegen geschrien: "Shibata! Aufräumen!". Ständig wird sie aus ihrer Hauptaufgabe und ihren Excel-Tabellen herausgerissen.
Bis es ihr zu bunt wird. Shibata sagt spontan, dass sie die Aschenbecher und die Kaffeereste nicht mehr wegbringen kann, da sie schwanger ist und ihr übel davon wird.
Da schwangere Frauen in Japan eine Sonderstellung haben (sie haben z. B. Anhänger an ihren Taschen, damit jeder ihren Status sieht und Rücksicht nimmt), ändert sich ihr Leben schlagartig.
Von jetzt an hat sie einen nine to five Job. Zum ersten Man kann sie nach der Arbeit frischen Obstsalat kaufen, knuspriges Hähnchenfleisch und andere Delikatessen, Snacks, Lieblingsspeisen und Zutaten, die Japaner lieben. Schon allein aus diesem Grund fällt ihr Schwindel nicht auf, denn das geregelte Leben und genussvolle Essen lässt sie aufblühen und schlägt ihr auf den Bauch.
Plötzlich wird sie hofiert, ein von ihr in Word gestalteter Ablaufplan zum Kochen von Instant-Kaffee hilft einen Jungingenieur in das Geheimis einzuweisen.
Shibata genießt diese Zeit. Sie stopft sich ihre Kleidung aus, geht zum Schwangerschaftsaerobic und verfolgt jede Entwicklungsstufe der Schwangerschaft in einer App. Manchmal fühlt sich sich mit Maria verbunden und stellt ihr Fragen: "Wie war das bei dir damals? So ohne Erzeuger für das Kind?"
Ich konnte die Schwangerschaft von der ersten bis zur vierzigsten Woche (in Japan zählt man anders, 10 Monate) mitverfolgen. Und natürlich war immer beim Lesen der Gedanke: "Liebe Frau Shibata, ist ja toll, dass du das so genießt, aber was kommt denn dann nach den zehn Monaten, wenn alles auffliegt?"
Es kam verblüffend anders.
Dieser Roman war ein Debüt. Er ist so interessant, weil man viel über die japanische Kultur, Denk- und Lebensweise erfährt, auf gerade einmal 200 Seiten ein sehr intensives Erlebnis. Es gibt Sätze darin, die ich unglaublich schön und gelungen fand. Z. B. als sie sich erinnert, wie sie den kleinen Kelimteppich, auf dem sie jetzt ihre Entspannungsübungen macht, im Türkeiurlaub entdeckt hatte:
"Zuerst sah er einfach nur ziegelsteinrot aus, ohne auffällige Farben oder die typischen Formen, die man bei Kelims erwartete. Er war ausnehmend schlicht. Als ich aber vorbeugte und ganz genau hinsah, erkannte ich doch ein feines, an Schlingpflanzen erinnerndes Muster. An den Ranken tanzten Knospen in so vielen Farbabstufungen, als hätte jemand das Rot aller Blumen der Welt gesammelt, um damit auf diesem Teppich einen geheimen Garten zu weben."
Dazwischen gibt es auch nüchternere Passagen, aber alleine der Textausschnitt zeigt, welches ungeheurer Potential und welche Begabung die Autorin hat.
Ich habe gesehen, dass kaum jemand fünf Sterne für dieses Büchlein vergeben hat. Das ist etwa schade, aber liegt nicht an der Autorin, sondern an der Vermarktung hier in Deutschland als feministischer Roman.
Ich muss mich hier der Meinung auf www.literaturkritik.de" rel="nofollow" target="_blank">www.literaturkritik.de anschließen, dass Shibata keine Feministin ist. Sie sehnt sich sehr nach einem Partner und Familie. Sie fordert nur das Recht auf körperliche Gesundheit, menschenverträglichen Arbeitszeiten, einen respektvollen Umgang zwischen den Geschlechtern, Abschaffung der dienenden Funktion des Weiblichen und die Aussicht auf ein Mindestmaß auf eigenbestimmtes Leben und persönliches Glück. Insofern waren sicher einige Leserinnen enttäuscht. Auch der Titel des Buches ist einer publikumswirksamen Vermarktung geschuldet. Aus dem Japanischen Übersetzt hätte er "Kernlos-Notizen" heißen müssen. Damit kann hierzulange natürlich niemand etwas anfangen. Aber es geht im den inneren Kern, der so leer und sinnentleert war, bis er erfüllt wurde, als das Babyprojekt begann.
Ganz besonders muss ich die Übersetzerin Luise Steggewentz bewundern. Die Übersetzung wurde mit Mitteln aus dem Auswärtigen Amt realisiert, so steht es im Impressum.
Bewertung
5/5
13.01.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine vergnügliche Idee, wie man...
Eine vergnügliche Idee, wie man sich als Frau durch eine vorgetäuschte Schwangerschaft im Berufsleben Freiräume schaffen kann. Plötzlich ist die Titelheldin von vielen Hilfsarbeiten, für die sich ihre männlichen Kollegen zu fein waren, befreit. Doch neue Probleme tauchen auf...
Bianca Penz
5/5
02.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Roman bei dem ich einfach...
Ein Roman bei dem ich einfach lachen musste. Um besser behandelt zu werden, behauptet Frau Shibata schwanger zu sein. Ein grandioses Buch, das den Leser mit viel Liebe und Humor in seinem Bann zieht.
Bewertung
aus Zürich
5/5
21.11.2021
eBook (ePUB 3)
Ein geniales buch
Der Inhalt dieses Buches gibt einen Einblick in die spezielle denk und lebensweise Welt der Japaner, sehr unterhaltsam und skurril zugleich
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5/5
29.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Aus dem Nichts entstehen große Veränderungen
Was für eine einzigartige Leseerfahrung! Frau Shibata gibt in ihrer Firma an, dass sie schwanger sei, was sie demnach nur erfunden hat. Doch auf irgendeine Weise hat Emi Yagi es geschafft, mich an der Wahrheit zweifeln zu lassen. Sehr klug geschrieben und dieses Ende hat mich einfach sprachlos und nachdenklich zurückgelassen. Auch der Gesellschaft gegenüber ist dieses Buch kritisierend. Es ist obskur, wie zuvorkommend und nachsichtig man plötzlich werden kann. Doch nicht nur das zweifelt dieses Buch an. Für diese "wenigen" Seiten, ist das definitiv eine Erfahrung wert. Denn Frau Shibata hat mich nachhaltig beschäftigt.
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5/5
09.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine feministische Geschichte,...
Eine feministische Geschichte, die im modernen doch konservativen Japan spiel. Durch den angenehmen Schreibstil ist das Buch gut zu lesen. Auch die Charaktere sind allesamt interessant geschrieben.
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5/5
04.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ihre Idee ist einfach und ziemlich...
Ihre Idee ist einfach und ziemlich Radikal. Umsetzbar ist sie nur, weil sie ein völlig isoliertes Leben lebt, in dem die einzelnen Lebensbereiche keine Überschneidung haben und die Anonymität in ihrer Lebenswelt allgegenwärtig ist.
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5/5
12.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das innere Leeren zu füllen vermag
Die Firma, bei der Frau Shibata vor allem fürs Kaffeekochen zuständig ist, zumindest laut ihrer Kollegen, hat mit der Herstellung von Papierrollen zu tun – Hohlkörpern.
Als die Protagonistin dann beschließt, eine Schwangerschaft vorzutäuschen, mutet das erst wie eine Rebellion gegen unfaire, sexistische Behandlung am Arbeitsplatz an.
Warum aber habe ich das Gefühl, dass es mehr der Versuch war, eine innere Leere, den eigenen, seelischen Hohlkörper zu füllen? Die Interpretation ist wahrscheinlich zu naheliegend.
Was folgt, ist eine wundervolle Geschichte über das Alleinsein, ein bisschen japanische Gesellschaftskritik, ein klein wenig Realitätsverlust. Habe ich mit den größten Freuden gelesen.
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5/5
27.12.2021
eBook (ePUB 3)
Ein "Hoch" auf das Patriachart
Eine junge Frau nimmt das Patriachart in Japan auf die Schippe.
Unterhaltsame Gesellschaftskritik.
Einfach Klasse.
Für Fans von " Kim Jiyoung, geboren 1982"
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