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Laura Marquardt Buchhandlung: Thalia Mayersche Gütersloh
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Meine letzte Rezension Dr. Slump Massiv 1 von Akira Toriyama
Diese Neuauflage hat mich überproportional glücklich gemacht. Meinen braunen Filzhut konnte ich mit dem restlichen Indiana-Jones-Kostüm in die Altkleidersammlung geben – die Ebay-Suche nach den noch fehlenden, überteuerten Einzelbänden ist Geschichte. So stürze ich mich gern in diesen Re-Read der ersten Abenteuer von Arale Norimaki und ihren Freunden; diese erleben seit Arales Geburt (wohl eher: Gebaut) ein exponentielles Wachstum an physischen und mentalen Schmerzen sowie eine Verkümmerung ihrer Intelligenz. Damit es Lesern nicht ebenso ergeht, rate ich davon ab, die Bände am Stück zu lesen. Die Kapitel funktionieren meist ohnehin episodisch, also gönnt euch lieber kleinere Portionen. Ich schäme mich zwar manchmal für die Gags, die mich hier zum Lachen bringen, aber ich merke auch, wie dabei etwas in mir heilt. „Dr Slump“ ist wie das Rettungsseil aus einer Lese-Flaute (Dr Anti Reading Slump), wirkt erfrischend im oft allzu ernsten Erwachsenenleben. So fährt das Gehirn nach einem stressigen Tag kurz gemächlich herunter und die Laune hoch. Tausendmal besser als Alkohol, noch dazu ohne langfristige Schäden zu hinterlassen. Hoffe ich zumindest.
ab 5,00 €
Produktbild Dr. Slump Massiv 1
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  • Laura Marquardt
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Dr. Slump Massiv 1

Diese Neuauflage hat mich überproportional glücklich gemacht. Meinen braunen Filzhut konnte ich mit dem restlichen Indiana-Jones-Kostüm in die Altkleidersammlung geben – die Ebay-Suche nach den noch fehlenden, überteuerten Einzelbänden ist Geschichte. So stürze ich mich gern in diesen Re-Read der ersten Abenteuer von Arale Norimaki und ihren Freunden; diese erleben seit Arales Geburt (wohl eher: Gebaut) ein exponentielles Wachstum an physischen und mentalen Schmerzen sowie eine Verkümmerung ihrer Intelligenz. Damit es Lesern nicht ebenso ergeht, rate ich davon ab, die Bände am Stück zu lesen. Die Kapitel funktionieren meist ohnehin episodisch, also gönnt euch lieber kleinere Portionen. Ich schäme mich zwar manchmal für die Gags, die mich hier zum Lachen bringen, aber ich merke auch, wie dabei etwas in mir heilt. „Dr Slump“ ist wie das Rettungsseil aus einer Lese-Flaute (Dr Anti Reading Slump), wirkt erfrischend im oft allzu ernsten Erwachsenenleben. So fährt das Gehirn nach einem stressigen Tag kurz gemächlich herunter und die Laune hoch. Tausendmal besser als Alkohol, noch dazu ohne langfristige Schäden zu hinterlassen. Hoffe ich zumindest.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Zeremonie des Lebens
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    5/5

    Zeremonie des Lebens

    Es war November und somit vor einer peinlich langen Zeit, als ich „Die Zeremonie des Lebens“ als mein aktuelles Lieblingsbuch Gästen einer Abendveranstaltung vorstellte, die sich auf skandinavische Krimis und Generationsromane freuten. Je weiter ich erzählte, desto mehr verzerrten sich die Gesichter der Zuhörenden; besonders gut kann ich mich an jene erinnern, die ihren Ekel, so angestrengt sie es auch versuchten, nicht mehr verbergen konnten. Ich war in meinem Element. Und obwohl ich meinen viel zu kurzen Vortrag mit der Gewissheit beendete, wieder eine allzu nischige Empfehlung ausgesprochen und alle Anwesenden verschreckt zu haben, durfte ich im Anschluss besonders lustige und offene Gespräche führen. Sayaka Murata schafft mit ihren wiederholt an die Grenzen des sozial Erlaubten kratzenden Ideen, aus der Reserve zu locken und Freunde der kuriosesten Literatur zu vereinen. Die vorliegenden Kurzgeschichten erzählen von einer Gesellschaft, in welcher der menschliche Körper eine Ressource ist, und von Konventionen, die aus dieser Prämisse hervorgehen (es werden zum Beispiel Möbel und Textilien aus Knochen oder Haut gefertigt). Die Alltagsprobleme und das Gefühlsleben der Protagonisten gleichen auf unangenehme Weise dem uns Bekannten, man gerät leicht ins Philosophieren und hat zu allem Überfluss Spaß dabei.

  • Produktbild Dungeon Crawler Carl
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    5/5

    Dungeon Crawler Carl

    Wenn ich das E-Book schon beinahe durchgelesen habe und mir dann trotzdem noch die Printversion kaufe, ist klar: ich kann nicht mit Geld umgehen und habe eine neue Obsession gefunden. Ich hatte schon lange nicht mehr diesen unbändigen Drang, weiterlesen zu müssen – immer und überall. Dazu eignen sich die vielen Absätze und kurzen Kapitel übrigens sehr gut; man kann kochen, Bahn fahren, essen, Zähne putzen, zocken, Straßen überqueren (lieber nicht nachmachen) und dabei stets mit einem Auge aufs Buch schielen. Wird man abgelenkt, weil man zum Beispiel fast überfahren worden wäre, kommt man problemlos wieder rein. Perfekt für Fans von Looten und Leveln, Brettspielen aus dem Genre der Dungeon Crawler, Isekai-Manga und Katzen. Besonders geeignet auch bei kurzer Aufmerksamkeitsspanne.

  • Produktbild Midori – Das Kamelienmädchen
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    5/5

    Midori – Das Kamelienmädchen

    Während ich in einem Zug sitze, der mich aus einer dunklen, nassen Wolke hinaus ins gleißend helle Sonnenlicht zieht, denke ich darüber nach, was zum Henker ich da gerade gelesen habe. Was hat Midori, ein junges Mädchen, die personifizierte Zartheit, inmitten einer Freakshow zu suchen, die höllischen Ursprungs scheint? Es war ein Fiebertraum, ein groteskes Märchen, und in seiner ganzen seltsamen Gruseligkeit, und obwohl man unendlich viele Triggerwarnungen voranstellen müsste, vor allem eines: wunderschön! Reprodukt beweist, betrachtet man die hochwertige Aufmachung des Manga, Liebe zum Detail und Zärtlichkeit gegenüber dem Medium. Vielen Dank für die Neuauflage!

  • Produktbild Jovantore
    • Laura Marquardt
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    5/5

    Jovantore

    Zu dem Jovantore-Hype kann ich nichts Erfrischendes beitragen, habe keine neuen Ansätze, keine unpopuläre Meinung. Wie so viele vor mir empfand ich beim Lesen und vor allem beim Betrachten des Artworks eine Begeisterung, die ihresgleichen sucht. Ich gerate im Folgenden sogar so sehr ins Schwärmen, dass ich es selbst kaum ertrage. Obwohl es wunderbar wenig Text gibt, wäre es fatal, durch das Buch zu rasen, ohne sich von den wimmelbildartigen Zeichnungen auf- und festhalten zu lassen, in denen man immer wieder neue Details erkennt und die, sofern man bereit ist, sich fallen zu lassen, eine besonders immersive Leseerfahrung ermöglichen. Ich bin mehr als fasziniert von den Bildern, die unterschiedlichst interpretiert werden können, schier unendlich verschachtelt sind und die den Betrachter bis hin zur augenschmerzenden Überforderung mithilfe eines Strudels aus schwarzer Tinte und Unbehagen durch Jovantore führen. Wir haben natürlich das Bedürfnis nach einer Geschichte, die uns erzählt wird, mit Figuren, an denen wir uns orientieren, die wir in unsere Herzen schließen können – eine einzelne, in einem Band abgeschlossene Story kann jedoch unmöglich denselben maßlosen Enthusiasmus auslösen wie der Anblick dieser düsteren Welt, die in ihren zahlreichen Nischen (hoffentlich) unermesslich viele weitere Geschichten beherbergt. Die Erlebnisse von Rita, die von dem ständigen Ticken, das sie hört, nahezu wahnsinnig wird, empfand ich immerhin als einen würdigen Anlass, Jovantore zum ersten Mal zu bereisen. (Meine Lieblingsfigur war tatsächlich die Hexe, die einerseits natürlich total durchgeknallt und gruselig wirkte, andererseits aber auch Spaß zu haben schien, als sei sie die einzige Person im ganzen Werk, die von unbändiger Freude getrieben wurde. Ich konnte mich wahnsinnig gut mit ihr identifizieren: so bin ich nach viel zu vielen Tassen Kaffee und viel zu wenig Schlaf. So sehe ich dann auch aus.)

  • Produktbild Gute Nacht, Punpun 01
    • Laura Marquardt
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    5/5

    Gute Nacht, Punpun 01

    „Punpun“ trifft sowohl ins Herz als auch mit einem schmerzhaften Pieksen in die Kniekehlen. Also so, dass man am liebsten ganz dramatisch umknicken würde, was mit den Strichbeinen des Helden natürlich ein bisschen weniger effektvoll wäre. Je weiter es geht, desto genialer und zugleich bedrückender entwickelt sich die Story, wobei der Eindruck erweckt wird, die irre Metaphorik entblätterte sich allmählich vor einem – die Fragezeichen im Kopf werden jedoch bestenfalls aufgebläht. Aus Anonymität, Andersartigkeit und Distanz wird dann irritierende Nähe. Ich möchte unbedingt weiterlesen und fürchte mich zugleich ein wenig davor. (Der Zeichenstil ist asanomäßig sowieso von einer anderen Welt.)

  • Produktbild Batman: Das lange Halloween (Neuausgabe)
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    5/5

    Batman: Das lange Halloween (Neuausgabe)

    Endlich gelesen. An den Zeichenstil, vor allem an die Kolorierung, musste ich mich ungefähr drei Sekunden lang gewöhnen – ein Zeitraum, der gerade mal für einen spontanen Vergleich mit rudimentärem Microsoft Paint gereicht hat. Die Zeichnungen sind minimalistisch und plakativ, haben jedoch durch klug gesetzte Akzente eine mitreißende erzählerische Kraft, die perfekt zu der spannenden Crime-Noir-Geschichte passt. Manche Panels habe ich ewig angestarrt, fest davon überzeugt, ich könne mit meinen Maulwurfsaugen Hinweise erspähen. Und wenn dann mal Tage auf einem Kalenderblatt gefehlt haben, ging sofort das Quietschen der Zahnräder in meinem Kopf los, der in wirrsten Spekulationen ertränkt zu werden drohte. Zurecht ein Klassiker, den ich am liebsten direkt noch einmal lesen würde.

  • Produktbild Asadora! 1
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    5/5

    Asadora! 1

    Mir schlägt das Herz bis zum Hals. „Asadora!“ ist, wie von Naoki Urasawa nicht anders erwartet, sowas von mehr als nur großartig. Meine Gefühlswelt ist eigentlich ein chaotisches Archiv mit einigen verstaubten sowie manch einer salzwasserdurchfluteten Ecke. Dieser Manga, obschon erst Band 1, hat Akten durchwühlt, zu denen normalerweise nur Ghibli-Filmen Zugriff gewährt wird. Zudem muss ich mein Gesicht beim Lesen zu einer ziemlich kuriosen Grimasse verzogen haben, während Betroffenheit, Erstaunen und Entzücken einen erbitterten Kampf ausfochten, den niemand gewann. Am Ende verließen sie zu dritt die Arena, zutiefst erschöpft, sich gegenseitig stützend, Arm in Arm in Arm – zufrieden lächelnd.

  • Produktbild In The Miso Soup
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    5/5

    In The Miso Soup

    Sucht man den Titel auf Deutsch, werden einem, da er längst vergriffen und relativ selten ist, unverhältnismäßig teure Angebote auf dem Gebrauchtmarkt angezeigt. Lest die englische Ausgabe – der Text ist gut verständlich (Fachbegriffe aus dem japanischen Rotlichtmilieu vielleicht ausgeschlossen) und die Seitenzahl gering. Wer schon immer seine zarten Frühlingsgefühle gewaltsam im Keim ersticken wollte und/oder Shows und Podcasts über Serienmörder konsumiert, um Geist und Seele zenmäßig zu entspannen, hat bestimmt seine Freude an dieser Geschichte, die schräg ist und faszinierend und eigentümlich. Und ein bisschen creepy.

  • Produktbild Utsubora
    • Laura Marquardt
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    5/5

    Utsubora

    Ein gefeierter Autor, dem die mysteriöse Aura eines eventuellen Plagiatsvorwurfs und Mordverdachts anhaftet, der Tod einer wunderschönen Frau, die seinen intimsten Gedanken entsprungen zu sein schien, ein verschwindend geringer Anteil Liebe, stattdessen: Abhängigkeit mit all ihren Armen und Auswüchsen. Darum geht es in diesem dicken, in sich abgeschlossenen Manga, den ich nur wegen des Covers gekauft habe. Manchmal funktioniert das halt ganz gut. Ich empfand die Story gleichermaßen als bedrückend, spannend und – wegen des besonders cleanen, minimalistischen Zeichenstils – auch irgendwie als beruhigend. Allerdings musste ich mich erst an die ganz eigene Art des Erzählens, die mir anfangs wirr und substanzlos vorkam, gewöhnen. Sie lässt vielmehr Raum für eigene Interpretationen und Theorien.

  • Produktbild Mein Freund Pierrot
    • Laura Marquardt
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    5/5

    Mein Freund Pierrot

    Als ich „Mein Freund Pierrot“ in einer Bahnhofsbuchhandlung entdeckt hatte, konnte ich den Titel nicht entziffern, weil ich zu einem Drittel Maulwurfs-DNS besitze, und schaute mir deshalb das Cover eine gefühlte Ewigkeit lang an – so brannten sich die Flammen, die Farben und das glänzende Drama des Einbandes in mein Gedächtnis. Ich habe den Comic dann erst Wochen später gekauft, weil ich immer wieder an dieses riesige, wunderschön aufgemachte Buch denken musste, ohne wirklich daran zu glauben, dass mir der Inhalt gefallen würde. Entgegen allen Erwartungen war ich hin und weg. Ein kurzweiliges, überraschendes, bisweilen düsteres und brutales Märchen, das ich mir wahnsinnig gern als Film ansehen würde.

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