Buchhändler*innen im Portrait

Meine Lieblingsbuchhändler*innen

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Profilbild von Laura Marquardt Laura Marquardt Buchhandlung: Mayersche Gütersloh
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Meine letzte Rezension Mein Freund Pierrot von Jim Bishop
Als ich „Mein Freund Pierrot“ in einer Bahnhofsbuchhandlung entdeckt hatte, konnte ich den Titel nicht entziffern, weil ich zu einem Drittel Maulwurfs-DNS besitze, und schaute mir deshalb das Cover eine gefühlte Ewigkeit lang an – so brannten sich die Flammen, die Farben und das glänzende Drama des Einbandes in mein Gedächtnis. Ich habe den Comic dann erst Wochen später gekauft, weil ich immer wieder an dieses riesige, wunderschön aufgemachte Buch denken musste, ohne wirklich daran zu glauben, dass mir der Inhalt gefallen würde. Entgegen allen Erwartungen war ich hin und weg. Ein kurzweiliges, überraschendes, bisweilen düsteres und brutales Märchen, das ich mir wahnsinnig gern als Film ansehen würde.
ab 35,00 €
Mein Freund Pierrot
5/5
5/5

Mein Freund Pierrot

Als ich „Mein Freund Pierrot“ in einer Bahnhofsbuchhandlung entdeckt hatte, konnte ich den Titel nicht entziffern, weil ich zu einem Drittel Maulwurfs-DNS besitze, und schaute mir deshalb das Cover eine gefühlte Ewigkeit lang an – so brannten sich die Flammen, die Farben und das glänzende Drama des Einbandes in mein Gedächtnis. Ich habe den Comic dann erst Wochen später gekauft, weil ich immer wieder an dieses riesige, wunderschön aufgemachte Buch denken musste, ohne wirklich daran zu glauben, dass mir der Inhalt gefallen würde. Entgegen allen Erwartungen war ich hin und weg. Ein kurzweiliges, überraschendes, bisweilen düsteres und brutales Märchen, das ich mir wahnsinnig gern als Film ansehen würde.

Laura Marquardt
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Mein Freund Pierrot von Jim Bishop

Meine Lieblingswerke

  • Zeremonie des Lebens von Sayaka Murata
    5/5

    Zeremonie des Lebens

    Es war November und somit vor einer peinlich langen Zeit, als ich „Die Zeremonie des Lebens“ als mein aktuelles Lieblingsbuch Gästen einer Abendveranstaltung vorstellte, die sich auf skandinavische Krimis und Generationsromane freuten. Je weiter ich erzählte, desto mehr verzerrten sich die Gesichter der Zuhörenden; besonders gut kann ich mich an jene erinnern, die ihren Ekel, so angestrengt sie es auch versuchten, nicht mehr verbergen konnten. Ich war in meinem Element. Und obwohl ich meinen viel zu kurzen Vortrag mit der Gewissheit beendete, wieder eine allzu nischige Empfehlung ausgesprochen und alle Anwesenden verschreckt zu haben, durfte ich im Anschluss besonders lustige und offene Gespräche führen. Sayaka Murata schafft mit ihren wiederholt an die Grenzen des sozial Erlaubten kratzenden Ideen, aus der Reserve zu locken und Freunde der kuriosesten Literatur zu vereinen. Die vorliegenden Kurzgeschichten erzählen von einer Gesellschaft, in welcher der menschliche Körper eine Ressource ist, und von Konventionen, die aus dieser Prämisse hervorgehen (es werden zum Beispiel Möbel und Textilien aus Knochen oder Haut gefertigt). Die Alltagsprobleme und das Gefühlsleben der Protagonisten gleichen auf unangenehme Weise dem uns Bekannten, man gerät leicht ins Philosophieren und hat zu allem Überfluss Spaß dabei.

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    Zeremonie des Lebens von Sayaka Murata
  • Midori – Das Kamelienmädchen von Suehiro Maruo
    5/5

    Midori – Das Kamelienmädchen

    Während ich in einem Zug sitze, der mich aus einer dunklen, nassen Wolke hinaus ins gleißend helle Sonnenlicht zieht, denke ich darüber nach, was zum Henker ich da gerade gelesen habe. Was hat Midori, ein junges Mädchen, die personifizierte Zartheit, inmitten einer Freakshow zu suchen, die höllischen Ursprungs scheint? Es war ein Fiebertraum, ein groteskes Märchen, und in seiner ganzen seltsamen Gruseligkeit, und obwohl man unendlich viele Triggerwarnungen voranstellen müsste, vor allem eines: wunderschön! Reprodukt beweist, betrachtet man die hochwertige Aufmachung des Manga, Liebe zum Detail und Zärtlichkeit gegenüber dem Medium. Vielen Dank für die Neuauflage!

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    Midori – Das Kamelienmädchen von Suehiro Maruo
  • Asadora! 1 von Naoki Urasawa
    5/5

    Asadora! 1

    Mir schlägt das Herz bis zum Hals. „Asadora!“ ist, wie von Naoki Urasawa nicht anders erwartet, sowas von mehr als nur großartig. Meine Gefühlswelt ist eigentlich ein chaotisches Archiv mit einigen verstaubten sowie manch einer salzwasserdurchfluteten Ecke. Dieser Manga, obschon erst Band 1, hat Akten durchwühlt, zu denen normalerweise nur Ghibli-Filmen Zugriff gewährt wird. Zudem muss ich mein Gesicht beim Lesen zu einer ziemlich kuriosen Grimasse verzogen haben, während Betroffenheit, Erstaunen und Entzücken einen erbitterten Kampf ausfochten, den niemand gewann. Am Ende verließen sie zu dritt die Arena, zutiefst erschöpft, sich gegenseitig stützend, Arm in Arm in Arm – zufrieden lächelnd.

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    Asadora! 1 von Naoki Urasawa
  • Gute Nacht, Punpun 01 von Inio Asano
    5/5

    Gute Nacht, Punpun 01

    „Punpun“ trifft sowohl ins Herz als auch mit einem schmerzhaften Pieksen in die Kniekehlen. Also so, dass man am liebsten ganz dramatisch umknicken würde, was mit den Strichbeinen des Helden natürlich ein bisschen weniger effektvoll wäre. Je weiter es geht, desto genialer und zugleich bedrückender entwickelt sich die Story, wobei der Eindruck erweckt wird, die irre Metaphorik entblätterte sich allmählich vor einem – die Fragezeichen im Kopf werden jedoch bestenfalls aufgebläht. Aus Anonymität, Andersartigkeit und Distanz wird dann irritierende Nähe. Ich möchte unbedingt weiterlesen und fürchte mich zugleich ein wenig davor. (Der Zeichenstil ist asanomäßig sowieso von einer anderen Welt.)

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    Gute Nacht, Punpun 01 von Inio Asano
  • Batman: Das lange Halloween (Neuausgabe) von Jeph Loeb
    5/5

    Batman: Das lange Halloween (Neuausgabe)

    Endlich gelesen. An den Zeichenstil, vor allem an die Kolorierung, musste ich mich ungefähr drei Sekunden lang gewöhnen – ein Zeitraum, der gerade mal für einen spontanen Vergleich mit rudimentärem Microsoft Paint gereicht hat. Die Zeichnungen sind minimalistisch und plakativ, haben jedoch durch klug gesetzte Akzente eine mitreißende erzählerische Kraft, die perfekt zu der spannenden Crime-Noir-Geschichte passt. Manche Panels habe ich ewig angestarrt, fest davon überzeugt, ich könne mit meinen Maulwurfsaugen Hinweise erspähen. Und wenn dann mal Tage auf einem Kalenderblatt gefehlt haben, ging sofort das Quietschen der Zahnräder in meinem Kopf los, der in wirrsten Spekulationen ertränkt zu werden drohte. Zurecht ein Klassiker, den ich am liebsten direkt noch einmal lesen würde.

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    Batman: Das lange Halloween (Neuausgabe) von Jeph Loeb
  • Strange Academy von Skottie Young
    5/5

    Strange Academy

    Ich bin die Wahnsinnige, die Comics in Zügen liest und Mitreisende mit gelegentlichen Gefühlsausbrüchen erschreckt. Davon gab es beim ersten Band von „Strange Academy“ schon einige - ich wiederhole: beim ersten Band! Es passiert so unglaublich viel, dass ich beinahe überfordert war, aber auf die bestmögliche Art. Es ist „Harry Potter und der Stein der Weisen“, als die Nachwuchsmagierin Emily Bright abgeholt wird, nur ohne die nervigen Dursleys, mit einem viel attraktiveren Direktor, einer cooleren Protagonistin und mit einer Winkelgasse, die einfach New Orleans ist. Emily trifft früh auf ihre Mitschüler, einen Haufen, der bunter und besser nicht sein könnte, wir lernen ein paar der Schulfächer kennen, deren Beschreibungen witzig sind und es werden immer mal wieder Infoblätter eingestreut, die zu lesen mir fast am meisten Spaß gemacht haben. Und doch ist nicht alles quietschbunt und fröhlich. Obwohl ich mit dem Ende nicht einverstanden bin, verspricht die Reihe ein schönes Maß an Düsternis und Ernsthaftigkeit zum Ausgleich für den wundervoll gezeichneten Zuckerschock. Das ist jetzt meine Leseempfehlung für die nächsten dreihundert Jahre. Für Marvel-Newbies, für -Veteranen, für Kinder, Erwachsene, für die ältere Dame im Supermarkt, die die Gemüsebrühe nicht finden kann.

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    Strange Academy von Skottie Young
  • My Broken Mariko von Waka Hirako
    5/5

    My Broken Mariko

    Aus dem krakeligen Artwork quillt so viel pure Verzweiflung, dass ich einen Kloß im Hals hatte, zwischendurch pausieren und aus dem Zugfenster schauen musste, durchatmen. Mir kamen die Tränen. Shiino hat gerade Mittagspause, als sie erfährt, dass ihre beste Freundin, die jahrelang von ihrem Vater missbraucht wurde, sich das Leben genommen hat. Kurzentschlossen macht sie sich auf, Marikos Asche zu stehlen – denen, die sich nie um sie gesorgt haben –, um sie an einen besseren Ort zu bringen. Ihre Trauer ist grenzenlos. Ihr Zorn ebenso. Es geht um Freundschaft, Schuld, Wut. Shiino ist eine wahnsinnig gut gelungene Figur. Sie ist glaubwürdig, echt, man kann sich mit ihr identifizieren. Überhaupt pulsiert die Geschichte, obwohl sie mit einem Tod beginnt, vor Leben.

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    My Broken Mariko von Waka Hirako
  • Boys Run the Riot 01 von Keito Gaku
    5/5

    Boys Run the Riot 01

    Eine Gruppe Außenseiter, wie sollte es auch anders sein, hat mein Herz erobert. Ich musste die ganze Zeit grinsen, auch bei den ernsten Stellen, weil die Zeichnungen so schön sind und die Figuren so liebenswert. Hier geht es um Selbstvertrauen, Selbstverwirklichung, Freundschaft. Ryo fühlt sich nur dann wohl, wenn er seinen Mädchenkörper in der Kleidung verstecken kann, die er liebt. Jin, der neu in Ryos Klasse gekommen ist und mit seinem Stil direkt aneckt, ist stattdessen der Überzeugung, dass man mit Mode der Welt zeigen kann, wer man wirklich ist. Die beiden tun sich zusammen, um ihre eigene Modelinie zu entwickeln, und werden Freunde. Es zeichnet sich bereits ab, dass weitere Figuren hinzukommen werden, die ebenso mit fehlender Akzeptanz zu kämpfen haben, jede auf ihre Art. Wenn die auch so sympathisch und glaubwürdig werden, ziehe ich meinen unsichtbaren Hut, von dem ich beschlossen habe, dass es eine Melone ist.

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    Boys Run the Riot 01 von Keito Gaku
  • Utsubora von Asumiko Nakamura
    5/5

    Utsubora

    Ein gefeierter Autor, dem die mysteriöse Aura eines eventuellen Plagiatsvorwurfs und Mordverdachts anhaftet, der Tod einer wunderschönen Frau, die seinen intimsten Gedanken entsprungen zu sein schien, ein verschwindend geringer Anteil Liebe, stattdessen: Abhängigkeit mit all ihren Armen und Auswüchsen. Darum geht es in diesem dicken, in sich abgeschlossenen Manga, den ich nur wegen des Covers gekauft habe. Manchmal funktioniert das halt ganz gut. Ich empfand die Story gleichermaßen als bedrückend, spannend und – wegen des besonders cleanen, minimalistischen Zeichenstils – auch irgendwie als beruhigend. Allerdings musste ich mich erst an die ganz eigene Art des Erzählens, die mir anfangs wirr und substanzlos vorkam, gewöhnen. Sie lässt vielmehr Raum für eigene Interpretationen und Theorien.

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    Utsubora von Asumiko Nakamura
  • Schöne Welt, wo bist du von Sally Rooney
    5/5

    Schöne Welt, wo bist du

    Bei Rooney weiß ich nie, ob sie ihre Figuren ins Glück oder Verderben rennen lässt. Ich befürchte jedoch immer Letzteres, bis zum Schluss, und das macht mich regelrecht wahnsinnig. Süchtig und verrückt. Verblendet gar, weil ich jedes Mal denke: okay, das ist jetzt ihr bisher bestes Buch. Es geht um Freundschaft, Liebe, Literatur, Erotik, Erfolg und Erfolglosigkeit. Darum, plötzlich inmitten der Ödnis des Erwachsenendaseins zu stehen und unzufrieden zu sein, einsam, hilflos. Überfordert mit seinem Leben zu sein, obwohl man zugleich, mit einiger Arroganz, davon überzeugt ist, die Welt verstanden zu haben. Hin und wieder wird (in E-Mail-Form) so sehr geschwafelt, dass beinahe Langeweile aufkommt, aber nicht einmal das passiert so richtig. Ich kann mich auch nicht über die Charaktere aufregen, obwohl sie stur Selbstsabotage betreiben, weil ich sie mochte. Ich mochte alles.

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    Schöne Welt, wo bist du von Sally Rooney

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