Alles beginnt mit einem gemütlichen Abendessen in den ehrwürdigen Hallen eines Oxforder College. Die Professoren genießen das angeregte Gespräch mit ihrem Gast Ernest Brendel, einem Anwalt und Amateurdetektiv aus Wien. Doch dann wird einer ihrer Kollegen im Büro des Dekans erschossen aufgefunden. Als Inspector Cotter von Scotland Yard nicht so recht vorankommt mit den Ermittlungen, schalten sich Brendel und sein zunächst unwilliger Gastgeber, der sechzigjährige Dozent Francis Wheatley Winn, ein. Schon bald offenbart sich den beiden ein Netz aus Intrigen und geheimen Ambitionen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
05.03.2026
eBook (ePUB 3)
Kurzweiliger kleiner klassischer Krimi
Freunde des klassischen Britischen Krimis kommen hier voll auf ihre Kosten. Ein 183-seitiger Whodunit, in dem der Mord an einem Fellow eines oxforder Colleges durch einen österreichischen Gastprofessor und Hobbydetektiv aufgeklärt wird. Wer Hercule Poirot mag, wird auch an dieser Geschichte Gefallen finden, die ungeahnt tragischere Hintergründe hat, als es auf den ersten Blick scheint. Man merkt dem Buch nicht an, dass es bereits vor fast 100 Jahren geschrieben wurde. Manches Mal musste ich als Naturwissenschaftlerin schmunzeln über die Beschreibungen der Ambitionen der Protagonisten, weil sich scheinbar nicht viel verändert hat in der Jagd nach Ruhm und Ehre. Gleichzeitig gibt der Erzähler Preis, wie viel zwischenmenschliche Kontakte eigentlich wert sind und wie schnell man diese im Alltag vergisst. Ein kurzweiliger kleiner britischer Krimi, der mehr Tiefgang hat, als geahnt. Schade, dass der Autor J.C. Masterman nur ein weiteres Buch geschrieben hat.
odile
5/5
24.10.2025
eBook (ePUB 3)
Der erste Oxford-Krimi
Francis Wheatley Winn, Dozent und Vizepräsident des St. Thomas-College in Oxford genießt das Abendessen zusammen mit den Kollegen. Heute nimmt ein Besucher aus Österreich, Ernst Brendel, Anwalt und Gastdozent, daran teil. Die angenehme Atmosphäre des anschließenden geselligen Beisammenseins wird jäh zerstört, als im Büro des Dekans ein ermordeter Kollege aufgefunden wird.
„Die Oxford-Tragödie“ wurde von John Cecil Masterman 1933 geschrieben und ist jetzt auch auf Deutsch erhältlich. Meine Erwartungen an einen Kriminalroman aus dem „Goldenen Zeitalter“ wurden voll erfüllt.
Der Anwalt Ernst Brendel ist ein begeisterter Amateurdetektiv, der bereits bei einigen Kriminalfällen mitgearbeitet hat. Mit dieser Erfahrung ist er dazu prädestiniert, im vorliegenden Fall zu ermitteln, zumal sich der durchaus fähige Inspektor Cotter in der geschlossenen Gemeinschaft des Colleges schwertut. Francis Winn unterstützt Brendel als eine Art Dr. Watson bei den Ermittlungen. Die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt. Aufschlussreich sind Finns Gedanken über die geladene Waffe auf dem Schreibtisch des Dekans, die der geselligen Runde nach dem Abendessen als Thema diente. Oder über die Fragen, die Brendel zu seinen Mordermittlungen gestellt wurden. Seine Selbstreflexionen habe ich gern gelesen. Wenn er grübelt, ob er sich angemessen verhalten hat oder sich wegen seiner Entscheidungen, die er (meist nicht) getroffen hat, grämt. Seine Reaktionen auf das Geschehen, das die Welt, in der er seit 40 Jahren lebt, in den Grundfesten erschüttert, und seine Versuche, damit klarzukommen, werden eindrücklich geschildert. Dadurch ist die Atmosphäre nach der Entdeckung des Mordes eher düster.
Masterman hat einen traditionellen Whodunit-Krimi geschrieben, der in einer nahezu geschlossenen Gemeinschaft spielt und einen überschaubaren Kreis an Verdächtigen aufweist. Sein Schreibstil wirkt etwas altmodisch, wie erwartet, aber gut lesbar und passend. Neben Winn verfügt nur der Charakter Ernst Brendel über Tiefe, die übrigen Protagonisten sind eher als typische Vertreter ihrer Rollen angelegt.
Warum einen Krimi lesen, der bereits 1933 geschrieben wurde? Zunächst hat mich die beeindruckende Biografie des Autors John Cecil Masterman neugierig auf seine Erzählung gemacht. Zudem war ich gespannt auf den Roman, der als erster Oxford-Krimi überhaupt gilt. Viele sollten folgen. Von Autoren wie Michael Innes oder Edmund Crispin bis hin zur aktuellen Oxford-Krimireihe von Simon Mason. Außerdem liebe ich alte Krimis, vor allem britische. Mich interessiert daran vor allem die Zeitgeschichte. Hier das Universitätsleben in den 1930er Jahren. Da Masterman selbst Dozent in Oxford war, beschreibt er das Setting perfekt.
Der Fall wird nach einigem Rätseln und der Erläuterung mehrerer Hypothesen restlos aufgeklärt. Das Ende zieht sich ein wenig, aber das stört nicht besonders. Für Freunde von actionreichen Krimis mag der Roman eher langweilig sein, ich fand ihn dagegen sehr unterhaltsam. Es ist schade, dass der Autor, der auch Mitglied im legendären Detection Club war (wie Agatha Christie, Dorothy L. Sayers u.a.) nur zwei Kriminalromane geschrieben hat.
melange
aus Bonn
4/5
28.09.2025
eBook (ePUB 3)
Klassischer Krimi
Zum Inhalt:
Katastrophe in den heiligen Hallen einer Oxforder Universität: Ein Professor wird erschossen in den Räumen des Dekans aufgefunden. Da nur wenige wussten, dass er sich dort aufhielt und eine Schusswaffe zur Hand sein würde, geraten genau diese Menschen unter Verdacht und bei Ihnen handelt es sich fast ausschließlich um Professoren der Fakultät.
Mein Eindruck:
Natürlich ist ein Buch, welches 1939 veröffentlicht und - wenn überhaupt - höchstens unmerklich verändert wurde, aus heutiger Sicht altmodisch anmutend. Sprache und Verhalten der Personen zeigen überdeutlich diese Alterserscheinungen. Andererseits erhält man so einen unverfälschten Blick auf Vorgänge an altehrwürdigen, britischen Institutionen, die sich zum Teil bis heute gehalten haben und es ist schön, dass so einige Verhaltensweisen über die Jahre geschliffen wurden. Der Kriminalfall an sich ist hingegen so stringent dargestellt, dass er auch in heutiger Zeit funktionieren würde - möglicherweise dann mit Verfolgungsjagd, mehr Blut und mindestens einer psychischen Störung.
Mein Fazit:
Ein Zeitzeugnis
rallewu
aus Niedersachsen
4/5
02.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Außergewöhnlicher Krimi im alten Stil
Ein gewaltsamer Todesfall unter der Lehrerschaft des altehrwürdigen, zur Oxford Universität gehörenden St. Thomas College sorgt für Entsetzen und Unverständnis unter den Universitätsangehörigen. Besonders den Vizepräsidenten und Seniortutor Francis Wheatley Winn lässt dieses grausame Verbrechen nicht los. Er beginnt gemeinsam mit dem österreichischen Gastdozenten Ernst Brendel, der sich in seiner Heimat bereits einen Namen als Experte für die Auflösung undurchsichtiger Verbrechen gemacht hat, Ermittlungen anzustellen. Das Problem - scheinbar jeder, der als Täter in Frage kommt, hat ein stichfestes Alibi - oder überhaupt kein Motiv...
Der Autor J.C. Masterman pflegt in "Die Oxford- Tragödie" einen altmodischen, aber sehr gut zu lesenden Schreibstil mit einem Erzähler in der Position einer dritten Person, die zwar selber ermittelt, aber das ganze Geschehen von außen betrachtet. Ungewöhnlich, aber sehr lesenswert - zumal die Atmosphäre der traditionsreichen Universität mit all ihren Regeln und Verhaltensmustern den Schauplatz sehr interessant macht. Absolut lesenswert.
melange
aus Bonn
4/5
28.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Klassischer Krimi Zum Inhalt:…
Klassischer Krimi Zum Inhalt: Katastrophe in den heiligen Hallen einer Oxforder Universität: Ein Professor wird erschossen in den Räumen des Dekans aufgefunden. Da nur wenige wussten, dass er sich dort aufhielt und eine Schusswaffe zur Hand sein würde, geraten genau diese Menschen unter Verdacht und bei Ihnen handelt es sich fast ausschließlich um Professoren der Fakultät. Mein Eindruck: Natürlich ist ein Buch, welches 1939 veröffentlicht und - wenn überhaupt - höchstens unmerklich verändert wurde, aus heutiger Sicht altmodisch anmutend. Sprache und Verhalten der Personen zeigen überdeutlich diese Alterserscheinungen. Andererseits erhält man so einen unverfälschten Blick auf Vorgänge an altehrwürdigen, britischen Institutionen, die sich zum Teil bis heute gehalten haben und es ist schön, dass so einige Verhaltensweisen über die Jahre geschliffen wurden. Der Kriminalfall an sich ist hingegen so stringent dargestellt, dass er auch in heutiger Zeit funktionieren würde - möglicherweise dann mit Verfolgungsjagd, mehr Blut und mindestens einer psychischen Störung. Mein Fazit: Ein Zeitzeugnis
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5/5
12.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Tolle Wiederentdeckung!
Die Oxford-Tragödie ist sozusagen die Mutter aller klassischen College-Krimis und jetzt wunderbarerweise wiederentdeckt und zu neuen Ehren gebracht. Nicht nur ein makellos erzählter und spannender Fall, sondern auch ungemein atmosphärisch und menschlich erzählt - und wunderbar ausgestattet, ein schönes Geschenk!
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4/5
04.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein atmosphärischer, klassischer Krimi mit einem ungewöhnlichen Ermittler
Im Gemeinschaftsraum der Unterrichtenden eines Colleges spielen sich Abend für Abend Dramen ab! Intellektuelle Streitgespräche, Missgunst und Neid... Klingt für Sie nicht wirklich spannend? Kann es aber sein, wenn der Abend mit einem Mord endet und die Umstände den Kreis der Verdächtigen auf die wenigen „Dons“ einschränken, die an dem Abend dort waren. Der Ich-Erzähler hat ein Alibi, denn er war zur Tatzeit mit dem Ehrengast, einem Juristen aus Wien, zusammen. Dieser Jurist hat bereits einige verzwickte Fälle gelöst und macht sich mit viel Menschenkenntnis und Geschick daran, auch diesen Fall zu lösen. Very British.
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