Produktbild: Tortilla Flat
Gebraucht - 74%

Tortilla Flat Roman

4
74% sparen

3,10 € 12,00 € *

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

*ggü. gebundenem Ladenpreis bzw. UVP für Neuware.

Lieferung nach Hause

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.07.1987

Verlag

dtv

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

19/11,8/1,7 cm

Gewicht

175 g

Auflage

21. Auflage

Übersetzt von

Elisabeth Rotten

Sprache

Deutsch

EAN

2710001431649

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.07.1987

Verlag

dtv

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

19/11,8/1,7 cm

Gewicht

175 g

Auflage

21. Auflage

Übersetzt von

Elisabeth Rotten

Sprache

Deutsch

EAN

2710001431649

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: produktsicherheit@dtv.de

Ein neues Kapitel für Ihre Bücher

Ein neues Kapitel für Ihre Bücher

Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben: Einfach Barcode scannen, Versandetikett ausdrucken, Bücher verschicken und Thalia Geschenkkarte erhalten.

Jetzt verkaufen
Jetzt verkaufen

Kundinnen und Kunden meinen

4 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

muss man gelesen haben

Edith Berger am 05.11.2010

Bewertungsnummer: 387367

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

John Steinbeck erzählt "in Tortilla Flat" die Geschichte von Danny und seinen Freunden. Danny kehrt aus dem Krieg in seine Heimatstadt Monterey zurück.Unerwartet erbt er zwei Häuser, die er mit seinen Kumpanen, ein paar Hunden und noch ein paar anderen, vom Glück weniger begünstigten Gestalten behausen wird. Exzessive Besäufnisse werden Dannys Besitz ziemlich rasch reduzieren. "Tortilla Flat" ist witzig, berührend, traurig,liebenswert und gut.

muss man gelesen haben

Edith Berger am 05.11.2010
Bewertungsnummer: 387367
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

John Steinbeck erzählt "in Tortilla Flat" die Geschichte von Danny und seinen Freunden. Danny kehrt aus dem Krieg in seine Heimatstadt Monterey zurück.Unerwartet erbt er zwei Häuser, die er mit seinen Kumpanen, ein paar Hunden und noch ein paar anderen, vom Glück weniger begünstigten Gestalten behausen wird. Exzessive Besäufnisse werden Dannys Besitz ziemlich rasch reduzieren. "Tortilla Flat" ist witzig, berührend, traurig,liebenswert und gut.

Lebenskünstler in Monterey…

Raumzeitreisender aus Ahaus am 15.08.2016

Bewertungsnummer: 2726782

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Lebenskünstler in Monterey John Steinbeck gehört zu den größten amerikanischen Schriftstellern (1962 Nobelpreis für Literatur). „Tortilla Flat“, 1935 erschienen, ist sein erster bekannter Roman. Er ist einfacher strukturiert als z.B. „Jenseits von Eden“, versprüht aber einen Charme, der die Leser in ihren Bann ziehen kann. Die Geschichte spielt in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Monterey (Kalifornien) und handelt von Danny und einer Clique von Tagedieben, deren Gedanken stets um Wein, Weib und die Organisation der nächsten Mahlzeit kreisen. Es sind echte Lebenskünstler, die nicht die Zeit damit verschwenden, viel über die Zukunft nachzudenken. Monterey ist ein wunderschönes kleines Küstenstädtchen an der Pazifikküste, in dem stets die Sonne scheint. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass die Protagonisten ihr (objektiv gesehen schwieriges) Leben leicht nehmen. Der Humor und die Leichtigkeit des Seins überwiegen in dem Roman. Es fehlt das resignative Element der Tagträumer, wie Wilhelm Genazino es in seine Werke einbaut. Steinbeck beschäftigt sich in seinen Romanen mit Randgruppen, er beschreibt originelle Typen. Wer seine Werke nicht kennt, findet in diesem Schelmenroman einen leichten Einstieg. In „Tortilla Flat“ sind Parallelen zu seinem zehn Jahre später erschienen Roman „Die Straße der Ölsardinen“ erkennbar. Beide Romane sind auch heute noch zu empfehlen.

Lebenskünstler in Monterey…

Raumzeitreisender aus Ahaus am 15.08.2016
Bewertungsnummer: 2726782
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Lebenskünstler in Monterey John Steinbeck gehört zu den größten amerikanischen Schriftstellern (1962 Nobelpreis für Literatur). „Tortilla Flat“, 1935 erschienen, ist sein erster bekannter Roman. Er ist einfacher strukturiert als z.B. „Jenseits von Eden“, versprüht aber einen Charme, der die Leser in ihren Bann ziehen kann. Die Geschichte spielt in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Monterey (Kalifornien) und handelt von Danny und einer Clique von Tagedieben, deren Gedanken stets um Wein, Weib und die Organisation der nächsten Mahlzeit kreisen. Es sind echte Lebenskünstler, die nicht die Zeit damit verschwenden, viel über die Zukunft nachzudenken. Monterey ist ein wunderschönes kleines Küstenstädtchen an der Pazifikküste, in dem stets die Sonne scheint. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass die Protagonisten ihr (objektiv gesehen schwieriges) Leben leicht nehmen. Der Humor und die Leichtigkeit des Seins überwiegen in dem Roman. Es fehlt das resignative Element der Tagträumer, wie Wilhelm Genazino es in seine Werke einbaut. Steinbeck beschäftigt sich in seinen Romanen mit Randgruppen, er beschreibt originelle Typen. Wer seine Werke nicht kennt, findet in diesem Schelmenroman einen leichten Einstieg. In „Tortilla Flat“ sind Parallelen zu seinem zehn Jahre später erschienen Roman „Die Straße der Ölsardinen“ erkennbar. Beide Romane sind auch heute noch zu empfehlen.

Kundinnen und Kunden meinen

Tortilla Flat

von John Steinbeck

0 Bewertungen filtern

Meinung aus der Buchhandlung

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Jérôme Wiedenhaupt

Thalia Hildesheim

Zum Portrait

5/5

„Zwischen Wein und Weisheit"

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

John Steinbecks „Tortilla Flat“ ist ein Roman, der schon auf den ersten Seiten erkennen lässt, welch unvergleichliches Erzähltalent in seinem Autor steckt, und der zugleich ein Werk darstellt, das in seiner scheinbar leichten, in Wahrheit jedoch hoch kunstvollen Mischung aus Humor, Einfühlung und gesellschaftlicher Beobachtung ein Meisterstück der Literatur darstellt. Steinbeck gelingt es, mit spielerischer Eleganz und gleichsam liebevoller Distanz ein ganzes Universum menschlicher Eigenheiten zu erschaffen. Er erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe von Paisanos, jener Mischlinge aus spanischen, indianischen und mexikanischen Vorfahren, die am Rande der kalifornischen Gesellschaft leben, in einem Vorort von Monterey, einer Stadt, die bei Steinbeck in vielen seiner Werke als Schauplatz dient. Doch „Tortilla Flat“ ist weit mehr als nur eine Sammlung von Episoden aus dem Leben einiger liebenswürdiger Nichtsnutze, die ihren Alltag im Müßiggang, in Wein und in gelegentlichen Abenteuern verbringen; es ist ein feines Porträt menschlicher Schwächen und Stärken, eine Komödie, die gleichzeitig eine Parabel über Freundschaft, Solidarität und die ewige Suche nach Sinn und Glück ist. Der Humor, mit dem Steinbeck seine Figuren schildert, ist dabei keineswegs spöttisch oder gar zynisch, sondern von einer warmen Ironie getragen, die die Figuren in ihrem Dasein ernst nimmt und sie gerade dadurch so komisch wirken lässt, weil sie sich in ihrer Bedürfnislosigkeit, ihrer Naivität und ihrem anarchischen Freiheitsdrang nicht um die Regeln einer konventionellen Gesellschaft scheren. Steinbeck versteht es meisterhaft, aus den kleinsten Begebenheiten große Geschichten zu formen, indem er sie mit einem Tonfall erzählt, der gleichermaßen die Leichtigkeit mündlicher Überlieferung aufgreift und doch von höchster literarischer Kunst geprägt ist. Wenn er etwa schildert, wie Danny, der Anführer dieser Bande, durch den unerwarteten Erhalt eines Hauses in Tortilla Flat in eine neue Verantwortung gedrängt wird und wie seine Freunde sich kurzerhand bei ihm einquartieren, dann könnte dies in nüchterner Darstellung banal wirken; unter Steinbecks Feder jedoch wird daraus eine Allegorie auf Besitz, Gemeinschaft und die Verführungen der Bequemlichkeit, erzählt mit einem komischen Unterton, der einen zugleich zum Lachen bringt und zum Nachdenken zwingt. Besonders faszinierend ist, wie Steinbeck die Charaktere zeichnet: keiner von ihnen ist ein Held im klassischen Sinn, doch alle tragen Züge einer zeitlosen Menschlichkeit, die über ihr lokales Milieu hinaus von universeller Gültigkeit ist. Danny, der zwischen Verantwortung und Freiheitsdrang schwankt, erinnert fast an einen tragikomischen Don Quijote, der versucht, seinem Leben eine Ordnung zu geben, und doch immer wieder von seinen eigenen Schwächen eingeholt wird. Pilon, der Meister der Ausreden, der mit listiger Rede und verschmitzter Schlauheit immer neue Wege findet, die Verantwortung zu vermeiden und dennoch zu seinem Vorteil zu handeln, ist ein Schelm von literarischem Rang, dessen Selbstrechtfertigungen so absurd wie plausibel klingen und dessen Einfallsreichtum zugleich bewundernswert und durchschaut lächerlich wirkt. Auch die übrigen Figuren – sei es der einfältige, aber gutmütige Pablo, der spirituell angehauchte Jesus Maria oder der impulsive Big Joe Portagee – erhalten von Steinbeck so viel individuelle Färbung, dass sie sofort lebendig werden und als Persönlichkeiten greifbar sind, die man im Geiste vor sich sieht und die einem bald so vertraut erscheinen wie alte Bekannte. Was Steinbeck dabei gelingt, ist ein Kunststück von seltener Qualität: er verleiht den Außenseitern der Gesellschaft nicht nur eine Stimme, sondern auch eine Würde, indem er sie in ihrer Eigenart ernst nimmt, ohne sie zu verklären. Der Humor ist nie verletzend, sondern entsteht aus der Diskrepanz zwischen den hochtrabenden Rechtfertigungen, die sich die paisanos für ihr Tun ausdenken, und der schlichten Realität, die diese Begründungen immer wieder unterläuft. So entstehen Szenen von schillernder Komik, die an die Tradition volkstümlicher Schwänke erinnern, zugleich aber von einer subtilen Menschenkenntnis durchdrungen sind, die den Blick des Autors erkennen lässt, der unter der Oberfläche des Lachens stets auch das Tragische wahrnimmt. Denn so komisch die Episoden erscheinen, so sehr schwingt in ihnen auch die Erkenntnis mit, dass diese Figuren in einer Gesellschaft leben, die ihnen keine wirkliche Perspektive bietet, und dass ihre Lebensweise, so anarchisch frei sie auch wirkt, zugleich Ausdruck einer tieferen Armut ist – materiell, aber auch sozial. Steinbeck verurteilt diese Menschen jedoch nicht, er romantisiert sie aber auch nicht; er zeigt sie, wie sie sind, und genau darin liegt seine große Kunst: das Banale und scheinbar Unbedeutende so zu schildern, dass es in einem universalen Licht erscheint. „Tortilla Flat“ ist deshalb nicht nur eine komische, sondern auch eine weise Lektüre, die mit einer Leichtigkeit erzählt wird, hinter der sich eine tiefe Ernsthaftigkeit verbirgt. Dabei ist auch der Stil Steinbecks bemerkenswert: er schreibt in einer Sprache, die einfach und klar wirkt, doch bei genauerem Hinsehen reich an Zwischentönen und Nuancen ist. Der Erzählton hat etwas Sagenhaftes, beinahe Mythisches, als ob die Taten dieser kleinen Truppe von Lebenskünstlern in eine Chronik einfließen würden, die den großen Erzählungen der Menschheit in nichts nachsteht. Die Parodie epischer Formen, mit der Steinbeck gelegentlich seine Figuren in den Rang von Helden stellt, die in Wahrheit lediglich ihren nächsten Krug Wein suchen, erzeugt eine doppelte Wirkung: sie erhebt das Alltägliche ins Komische und unterstreicht zugleich die Universalität menschlicher Wünsche und Schwächen. Auch darin zeigt sich Steinbecks Meisterschaft: dass er die Mittel der Ironie und Übertreibung so einsetzt, dass sie niemals bloße Stilübungen bleiben, sondern immer dazu dienen, das Wesen des Menschlichen sichtbar zu machen. Der Leser erkennt sich in den Schwächen dieser Figuren wieder, in ihrer Bequemlichkeit, ihrer Lust an kleinen Freuden, ihrer Neigung, Pflichten zu umgehen, und auch in ihrer Sehnsucht nach Gemeinschaft und Anerkennung. Gerade dadurch wird das Werk zeitlos: obgleich tief verwurzelt in der Kultur und Geschichte Kaliforniens, spricht es in seiner humorvollen Menschenkenntnis Leserinnen und Leser aller Zeiten und Orte an. Dass Steinbeck hier schon in einem relativ frühen Werk eine solche Balance findet, ist bemerkenswert, und man kann „Tortilla Flat“ durchaus als ein Vorspiel zu seinen späteren großen Romanen wie „Of Mice and Men“ oder „The Grapes of Wrath“ lesen, in denen er ähnliche Themen – Armut, Gemeinschaft, menschliche Würde – auf noch ernstere und umfassendere Weise behandelt. Doch während jene Werke oft von tragischer Schwere geprägt sind, zeigt „Tortilla Flat“ die heitere Seite Steinbecks, die nicht minder tiefgründig ist, sondern gerade in ihrer Leichtigkeit und ihrem Humor eine große Wahrheit vermittelt: dass das Leben, so schwer es auch sein mag, in seinen kleinen Absurditäten und in der Treue zwischen Freunden eine Schönheit besitzt, die nicht geringzuschätzen ist. Wer diesen Roman liest, erlebt ein Stück Literatur, das nicht nur unterhält, sondern auch das Herz wärmt und den Geist anregt, indem es uns auf amüsante Weise zeigt, wie universell menschliche Verhaltensmuster sind und wie eng Lachen und Nachdenken miteinander verbunden sein können. John Steinbeck erweist sich in „Tortilla Flat“ als ein Erzähler von seltener Größe, dessen Humor von Intelligenz und Empathie getragen ist und dessen Figurenzeichnung eine Meisterschaft offenbart, die in ihrer Mischung aus Einfachheit und Tiefe ihresgleichen sucht.
  • Jérôme Wiedenhaupt
  • Buchhändler/-in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

5/5

„Zwischen Wein und Weisheit"

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

John Steinbecks „Tortilla Flat“ ist ein Roman, der schon auf den ersten Seiten erkennen lässt, welch unvergleichliches Erzähltalent in seinem Autor steckt, und der zugleich ein Werk darstellt, das in seiner scheinbar leichten, in Wahrheit jedoch hoch kunstvollen Mischung aus Humor, Einfühlung und gesellschaftlicher Beobachtung ein Meisterstück der Literatur darstellt. Steinbeck gelingt es, mit spielerischer Eleganz und gleichsam liebevoller Distanz ein ganzes Universum menschlicher Eigenheiten zu erschaffen. Er erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe von Paisanos, jener Mischlinge aus spanischen, indianischen und mexikanischen Vorfahren, die am Rande der kalifornischen Gesellschaft leben, in einem Vorort von Monterey, einer Stadt, die bei Steinbeck in vielen seiner Werke als Schauplatz dient. Doch „Tortilla Flat“ ist weit mehr als nur eine Sammlung von Episoden aus dem Leben einiger liebenswürdiger Nichtsnutze, die ihren Alltag im Müßiggang, in Wein und in gelegentlichen Abenteuern verbringen; es ist ein feines Porträt menschlicher Schwächen und Stärken, eine Komödie, die gleichzeitig eine Parabel über Freundschaft, Solidarität und die ewige Suche nach Sinn und Glück ist. Der Humor, mit dem Steinbeck seine Figuren schildert, ist dabei keineswegs spöttisch oder gar zynisch, sondern von einer warmen Ironie getragen, die die Figuren in ihrem Dasein ernst nimmt und sie gerade dadurch so komisch wirken lässt, weil sie sich in ihrer Bedürfnislosigkeit, ihrer Naivität und ihrem anarchischen Freiheitsdrang nicht um die Regeln einer konventionellen Gesellschaft scheren. Steinbeck versteht es meisterhaft, aus den kleinsten Begebenheiten große Geschichten zu formen, indem er sie mit einem Tonfall erzählt, der gleichermaßen die Leichtigkeit mündlicher Überlieferung aufgreift und doch von höchster literarischer Kunst geprägt ist. Wenn er etwa schildert, wie Danny, der Anführer dieser Bande, durch den unerwarteten Erhalt eines Hauses in Tortilla Flat in eine neue Verantwortung gedrängt wird und wie seine Freunde sich kurzerhand bei ihm einquartieren, dann könnte dies in nüchterner Darstellung banal wirken; unter Steinbecks Feder jedoch wird daraus eine Allegorie auf Besitz, Gemeinschaft und die Verführungen der Bequemlichkeit, erzählt mit einem komischen Unterton, der einen zugleich zum Lachen bringt und zum Nachdenken zwingt. Besonders faszinierend ist, wie Steinbeck die Charaktere zeichnet: keiner von ihnen ist ein Held im klassischen Sinn, doch alle tragen Züge einer zeitlosen Menschlichkeit, die über ihr lokales Milieu hinaus von universeller Gültigkeit ist. Danny, der zwischen Verantwortung und Freiheitsdrang schwankt, erinnert fast an einen tragikomischen Don Quijote, der versucht, seinem Leben eine Ordnung zu geben, und doch immer wieder von seinen eigenen Schwächen eingeholt wird. Pilon, der Meister der Ausreden, der mit listiger Rede und verschmitzter Schlauheit immer neue Wege findet, die Verantwortung zu vermeiden und dennoch zu seinem Vorteil zu handeln, ist ein Schelm von literarischem Rang, dessen Selbstrechtfertigungen so absurd wie plausibel klingen und dessen Einfallsreichtum zugleich bewundernswert und durchschaut lächerlich wirkt. Auch die übrigen Figuren – sei es der einfältige, aber gutmütige Pablo, der spirituell angehauchte Jesus Maria oder der impulsive Big Joe Portagee – erhalten von Steinbeck so viel individuelle Färbung, dass sie sofort lebendig werden und als Persönlichkeiten greifbar sind, die man im Geiste vor sich sieht und die einem bald so vertraut erscheinen wie alte Bekannte. Was Steinbeck dabei gelingt, ist ein Kunststück von seltener Qualität: er verleiht den Außenseitern der Gesellschaft nicht nur eine Stimme, sondern auch eine Würde, indem er sie in ihrer Eigenart ernst nimmt, ohne sie zu verklären. Der Humor ist nie verletzend, sondern entsteht aus der Diskrepanz zwischen den hochtrabenden Rechtfertigungen, die sich die paisanos für ihr Tun ausdenken, und der schlichten Realität, die diese Begründungen immer wieder unterläuft. So entstehen Szenen von schillernder Komik, die an die Tradition volkstümlicher Schwänke erinnern, zugleich aber von einer subtilen Menschenkenntnis durchdrungen sind, die den Blick des Autors erkennen lässt, der unter der Oberfläche des Lachens stets auch das Tragische wahrnimmt. Denn so komisch die Episoden erscheinen, so sehr schwingt in ihnen auch die Erkenntnis mit, dass diese Figuren in einer Gesellschaft leben, die ihnen keine wirkliche Perspektive bietet, und dass ihre Lebensweise, so anarchisch frei sie auch wirkt, zugleich Ausdruck einer tieferen Armut ist – materiell, aber auch sozial. Steinbeck verurteilt diese Menschen jedoch nicht, er romantisiert sie aber auch nicht; er zeigt sie, wie sie sind, und genau darin liegt seine große Kunst: das Banale und scheinbar Unbedeutende so zu schildern, dass es in einem universalen Licht erscheint. „Tortilla Flat“ ist deshalb nicht nur eine komische, sondern auch eine weise Lektüre, die mit einer Leichtigkeit erzählt wird, hinter der sich eine tiefe Ernsthaftigkeit verbirgt. Dabei ist auch der Stil Steinbecks bemerkenswert: er schreibt in einer Sprache, die einfach und klar wirkt, doch bei genauerem Hinsehen reich an Zwischentönen und Nuancen ist. Der Erzählton hat etwas Sagenhaftes, beinahe Mythisches, als ob die Taten dieser kleinen Truppe von Lebenskünstlern in eine Chronik einfließen würden, die den großen Erzählungen der Menschheit in nichts nachsteht. Die Parodie epischer Formen, mit der Steinbeck gelegentlich seine Figuren in den Rang von Helden stellt, die in Wahrheit lediglich ihren nächsten Krug Wein suchen, erzeugt eine doppelte Wirkung: sie erhebt das Alltägliche ins Komische und unterstreicht zugleich die Universalität menschlicher Wünsche und Schwächen. Auch darin zeigt sich Steinbecks Meisterschaft: dass er die Mittel der Ironie und Übertreibung so einsetzt, dass sie niemals bloße Stilübungen bleiben, sondern immer dazu dienen, das Wesen des Menschlichen sichtbar zu machen. Der Leser erkennt sich in den Schwächen dieser Figuren wieder, in ihrer Bequemlichkeit, ihrer Lust an kleinen Freuden, ihrer Neigung, Pflichten zu umgehen, und auch in ihrer Sehnsucht nach Gemeinschaft und Anerkennung. Gerade dadurch wird das Werk zeitlos: obgleich tief verwurzelt in der Kultur und Geschichte Kaliforniens, spricht es in seiner humorvollen Menschenkenntnis Leserinnen und Leser aller Zeiten und Orte an. Dass Steinbeck hier schon in einem relativ frühen Werk eine solche Balance findet, ist bemerkenswert, und man kann „Tortilla Flat“ durchaus als ein Vorspiel zu seinen späteren großen Romanen wie „Of Mice and Men“ oder „The Grapes of Wrath“ lesen, in denen er ähnliche Themen – Armut, Gemeinschaft, menschliche Würde – auf noch ernstere und umfassendere Weise behandelt. Doch während jene Werke oft von tragischer Schwere geprägt sind, zeigt „Tortilla Flat“ die heitere Seite Steinbecks, die nicht minder tiefgründig ist, sondern gerade in ihrer Leichtigkeit und ihrem Humor eine große Wahrheit vermittelt: dass das Leben, so schwer es auch sein mag, in seinen kleinen Absurditäten und in der Treue zwischen Freunden eine Schönheit besitzt, die nicht geringzuschätzen ist. Wer diesen Roman liest, erlebt ein Stück Literatur, das nicht nur unterhält, sondern auch das Herz wärmt und den Geist anregt, indem es uns auf amüsante Weise zeigt, wie universell menschliche Verhaltensmuster sind und wie eng Lachen und Nachdenken miteinander verbunden sein können. John Steinbeck erweist sich in „Tortilla Flat“ als ein Erzähler von seltener Größe, dessen Humor von Intelligenz und Empathie getragen ist und dessen Figurenzeichnung eine Meisterschaft offenbart, die in ihrer Mischung aus Einfachheit und Tiefe ihresgleichen sucht.

Meinung aus der Buchhandlung

Tortilla Flat

von John Steinbeck

0 Rezensionen filtern

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Tortilla Flat