Ich fand Anti Müller richtig besonders. Im Mittelpunkt steht eine Frau Mitte 30, die nach einer Trennung merkt, wie groß ihr Wunsch nach einem Kind eigentlich ist und dass sie sich dabei immer mehr mit der Zeit beschäftigt.
Die Art, wie die Geschichte geschrieben ist, hat mir besonders gefallen. Der Schreibstil ist speziell, direkt und passt sehr gut zu der Geschichte. Das Thema Kinderwunsch wird ehrlich dargestellt und auch die Dating Szenen mit den trockenen Kommentaren über Männer fand ich echt lustig.
Am Anfang war der Schreibstil für mich etwas ungewohnt, aber ich bin schnell reingekommen. Insgesamt ein Buch, das sich von vielen anderen unterscheidet und das ich wirklich gerne gelesen habe.
Bewertung
5/5
01.09.2026
eBook (ePUB)
5 Sterne von 5
5 Sterne von 5 5 Sterne von 5 5 Sterne von 5 5 Sterne von 5 5 Sterne von 5 5 Sterne von 5
5 Sterne von 5 5 Sterne von 5 5 Sterne von 5 5 Sterne von 5 5 Sterne von 5 5 Sterne von 5
Bewertung
5/5
29.08.2026
eBook (ePUB)
Unbequem
Anti Müller hat für mich völlig zu Recht einen Platz auf der Longlist des Deutschen Buchpreises verdient. Die Protagonistin war mir dabei ehrlich gesagt nicht besonders sympathisch – und trotzdem konnte ich erstaunlich gut nachvollziehen, wie sie an diesen Punkt gelangt und warum sie sich schließlich so verhält.
Gerade darin liegt für mich die Stärke des Romans. Die Geschichte ist sehr gesellschaftskritisch und beschäftigt sich mit der Frage, was passiert, wenn Frauen ihre Wünsche und Bedürfnisse zwar klar kommunizieren, aber trotzdem immer wieder nicht ernst genommen werden. Die Entwicklung der Protagonistin ist dabei sicherlich extrem und teilweise bewusst überzeichnet. Aber gerade diese Überzeichnung macht deutlich, welche Folgen es haben kann, wenn sich Frustration, Enttäuschung und das Gefühl, nicht gehört zu werden, immer weiter aufstauen.
Auch sprachlich hat mich das Buch überzeugt. Die Sprache ist pointiert und passt sehr gut zu dieser bissigen, teilweise bitterbösen Geschichte. Die Charaktere sind insgesamt stark überzeichnet, was sicherlich nicht jedem gefallen wird, für mich aber gut zum gesellschaftskritischen Ansatz gepasst hat.
Tina Dietrich
aus Bern
4/5
22.03.2026
eBook (ePUB)
Unterhaltsam, böse für neugierige Menschen
Die Ich-Erzählerin in „Anti Müller“ hat einen Kinderwunsch. Einen ziemlich grossen Kinderwunsch - einen wahnsinnig machenden Kinderwunsch.
Das Doofe ist, dass sie schon Mitte dreissig ist und von Männern umgeben ist, die keinen Bock darauf haben, Vater zu werden. Zumindest jetzt noch. Und zumindest auch nicht mit ihr.
So wie Kar, der Ex-Freund der Erzählerin. Jahrelang hat er sie vertröstet, und dann irgendwann Schluss gemacht. Also zurück in die Tinder-/Bumble-Hölle. Mit Andi (Müller) könnte es vielleicht was werden. Blöd nur, dass er bereits zwei Kinder hat. Aber er könnte es sich durchaus vorstellen, noch mal Vater zu werden…vielleicht irgendwann.
Möchte ihr erstes Buch dann auch noch lesen. Oender hat einen ganz besonderen, irritierenden Schreibstil mit feministischer Ausrichtung. Wer sich dadurch nicht abschrecken lässt - unbedingt ausprobieren!
Bianka
Thalia Book Circle Community
5/5
29.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bissig, wütend, komisch und gleichzeitig erschreckend traurig
„Anti Müller“ ist definitiv kein Buch, das man einfach gemütlich wegliest und anschließend wieder zur Seite legt.
Yade Yasemin Önder hat mir mit diesem Roman gleichzeitig den Nerv geraubt, mich zum Lachen gebracht und mich an einigen Stellen ziemlich sprachlos zurückgelassen.
Im Mittelpunkt steht eine namenlose Erzählerin Mitte 30, deren langjährige Beziehung zu Kar zerbrochen ist. Und plötzlich wird etwas, das für sie lange gar nicht im Vordergrund stand, zu einer existenziellen Frage. Sie möchte ein Kind. Und zwar jetzt. Ihre biologische Uhr tickt, die Zeit scheint davon zu rennen und aus einem Kinderwunsch wird zunehmend eine Obsession. Die Männer, die ihr auf ihrer Suche begegnen, machen die Sache allerdings nicht gerade einfacher.
Da ist unter anderem Andi Müller, Schauspieler und vermeintlicher Muster-Feminist. Einer dieser Männer, die die richtigen Worte kennen, die sich selbstverständlich für feministisch halten und wahrscheinlich auch genau wissen, welche Haltung auf einem Dating-Profil gut aussieht, aber sobald es um tatsächliche Verantwortung, Verbindlichkeit und die Bedürfnisse einer Frau geht, sieht die Sache plötzlich ganz anders aus.. Und genau hier wird der Roman unglaublich bissig.
Önder nimmt nicht nur die Männer auseinander, sondern gleich den gesamten Mikrokosmos, in dem ihre Erzählerin sich bewegt.
Dating, Beziehungen, Kinderwunsch und einen Kulturbetrieb, der sich nach außen modern und aufgeklärt gibt und trotzdem von Macht, Konkurrenz, Abhängigkeiten und alten Strukturen geprägt ist. Besonders beeindruckend fand ich dabei die Sprache. Die ist nicht einfach nur schön oder ungewöhnlich, sie hat eine eigene Energie.
Mal sind die Sätze kurz und beinahe abgehackt, dann wieder völlig überbordend. Es gibt Tinder-Profile, Chats, Beobachtungen, Gedankenspiralen und sprachliche Bilder, die gleichzeitig absurd komisch und bitterernst sein können. Diese Erzählerin denkt, beobachtet und analysiert ohne Pause und genau dadurch bekommt man das Gefühl, direkt in ihrem Kopf festzustecken.
Und trotzdem ist „Anti Müller“ für mich keineswegs nur eine wütende Abrechnung. Unter all dem Sarkasmus liegt eine riesige Verletzlichkeit. Denn hinter der Wut steckt eine Frau, die Angst hat, dass ihr ein Leben entgleitet, das sie plötzlich unbedingt haben möchte. Eine Frau, die gleichzeitig selbstbestimmt sein will und verzweifelt nach etwas sucht, das sie nicht vollständig kontrollieren kann. Das fand ich unglaublich stark. Überhaupt hat mich überrascht, wie viel Traurigkeit in diesem Buch steckt. Man lacht über absurde Dates, über selbsternannte Feministen und über die grotesken Mechanismen des Kulturbetriebs und plötzlich kippt die Stimmung und man merkt, eigentlich geht es hier gerade um Einsamkeit, Verlust, Alter, Körper, Kinderwunsch und die Angst, am Ende mit den eigenen Wünschen allein dazustehen.
Genau diese Mischung macht das Buch für mich so besonders. „Anti Müller“ ist unbequem. Es ist teilweise anstrengend. Es fordert Aufmerksamkeit. Aber genau das wollte ich hier auch. Ich möchte bei einem solchen Roman nicht das Gefühl haben, dass mir alles hübsch erklärt und mundgerecht serviert wird. Ich möchte eine Stimme, die aneckt, übertreibt, provoziert und mich zwingt, genauer hinzusehen. Und das gelingt Yade Yasemin Önder hervorragend. Für mich ein sprachlich herausragender, bitterböser und gleichzeitig sehr verletzlicher Roman über Kinderwunsch, Beziehungen, weibliche Selbstbestimmung und die Männer, die sich für progressiv halten, solange es sie nichts kostet. Ein Buch, das mich nachhaltig beschäftigt hat, und genau deshalb bekommt es von mir 5 Sterne.
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5/5
28.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Über unerfüllte Kinderwünsche und feministische Männer
Yade Önder shreib in einer so fesselnd-humorvollen Sprache, dass dieses Buch einen ganz eigenen Sog entwickelt. Sie wagt einen Blick hinter die Fassaden von sich feministisch gebenden Männern. Die Protagonistin kämpft sich durch einen ach so gleihberechtigten Kulturbetrieb und versucht dabei ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Das wäre alles viel einfacher, wenn sich ihre Partner nicht selbst wie Kinder verhalten würden. "Dieses Jahr werde ich schwanger" verspricht sie sich immer wieder, aber wie weit ist sie bereit dafür zu gehen? Ein Buch über Abhängigkeit und Souveränität und über alles was dazwischen liegt.
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3/5
12.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
komisch
Ein unerfüllter Kinderwunsch. Performative males. Und das alles während sie ihren Debütroman verfasst. Die Protagonistin begiebt sich auf eine wilde Suche nach dem richtigen Vater für ihre noch nicht existierenden Kinder, wobei sie oft Grenzen überschreitet und sich selbst verliert. Der Schreibstil war sehr gewöhnungsbedürftig und manchmal etwas viel. Dennoch ein super interessantes Buch.
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2/5
19.09.2026
eBook (ePUB)
Nicht für jeden geeignet...
Tja, wo soll ich anfangen... Sollte die Autorin nur ansatzweise so sein, wie die Protagonistin und bei jeder negativen Rezension in Selbstzweifel stürzen, dann möchte ich folgendes sagen: "Es liegt nicht an dir, es liegt an mir".
Leider konnte ich zu diesem Buch nur unheimlich schwer Zugang finden. Die Protagonisten waren mir alle unsympathisch und ich konnte sie nicht wirklich greifen und somit auch keine große Emotion zu den Charakteren und der Geschichte entwickeln.
Den in den anderen Rezensionen hochgelobten Schreibstil fand ich am Anfang sehr orginell, aber nach dem zigsten Mal in Wiederholung hat er für mich an Zauber verloren. Durch die endlosen Aufzählungen habe ich leider immer wieder den Faden verloren und bin nicht so richtig in die Geschichte reingekommen. Auch der bissige feministische Ansatz und die Abrechnung mit dem Patriachart sind nur kurz aufgeblitzt und dann dem Gezeter und dem Lamentieren der Protagonistin zum Opfer gefallen.
Jedem, der Freude an außergewöhnlichen Schreibstilen hat, sollte sich das Buch gerne mal anschauen.
Eine 35jährige junge Frau, die nur noch einen Eierstock besitzt, bekommt Torschlusspanik, was ihre Familienplanung anbelangt, da ihre langjährige Beziehung zu Kar in die Brüche geht und ihre darauffolgenden Tinderbeziehungen auch nicht das Wahre sind: Keiner der Männer ist bereit mit ihr ein Kind zu zeugen. Am Ende beschließt die Protagonistin ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen, indem sie sich Eizellen einfrieren für den Fall der Fälle.
Das Buch "Anti Müller" spiegelt eine Generation wider, die scheinbar nur nach Selbstoptimierung strebt und Beziehungen ohne Verantwortung für Kinder führen möchte (aus den unterschiedlichsten Gründen). Ob die Entscheidung ein Kind alleine großzuziehen allerdings die Richtige ist, ist schwer zu beantworten.
Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen da ich Yade Yasemin Önders Schreibstil mochte, der mich an die rasante Poetry Slam Sprache erinnert. Die Gefühlslage der Protagonistin lässt sich gut nachvollziehen und das Thema an sich sorgt für Diskussionsstoff. Fazit: Ein supergutes Buch, trotz des traurigen realistischen Themas.
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