Der neue Roman der Weltbestsellerautorin und British-Book-Award-Gewinnerin Asako Yuzuki!
Ein Roman über Besessenheit, Freundschaft und das langsame Zerfallen zweier Leben.
Eriko hat einen prestigeträchtigen Job in einer Handelsfirma und ein makelloses Leben, doch unter dieser Oberfläche verbirgt sich eine alles verzehrende Einsamkeit. Sie ist fasziniert von Shoko, einer Hausfrau, die wie eine Katze in den Tag hineinlebt und in ihrem Lifestyle-Blog »Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau« von ihrem hausfrauenunüblichen Alltag berichtet. Als die beiden sich zufällig kennenlernen, entsteht eine besondere Verbindung, die jedoch eine toxische Wendung nimmt, als Shoko plötzlich aufhört zu bloggen und verschwindet. Sie geraten in einen Strudel der Besessenheit, der eine Spur der Verwüstung hinterlässt.
»Tokyo Girls Club« ist ein kühner Roman, fesselnd und mit psychologischem Tiefgang.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Mit Tokyo Girls Club gelingt Asako Yuzuki ein intensiver, psychologisch dichter Roman, der vor allem durch seine Perspektivstruktur überzeugt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht zweier Frauen erzählt, wodurch man tiefe Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhält. Gerade diese Nähe macht das Buch so eindringlich – und gleichzeitig auch fordernd.
Beide Protagonistinnen sind auf ihre eigene Art anstrengend, was jedoch klar Teil des Konzepts ist. Sie bewegen sich in engen, von gesellschaftlichen Erwartungen geprägten Lebensrealitäten und versuchen, darin ihren Platz zu finden. Doch die Wege, die sie wählen, führen sie eher weiter in Isolation und Abhängigkeit als zu echter Selbstbestimmung. Dadurch entsteht ein beklemmendes Bild von Rollenbildern, Einsamkeit und dem schwierigen Miteinander unter Frauen, das der Roman kritisch beleuchtet.
Sprachlich ist das Buch sehr detailliert und schafft es, die emotionalen Zustände der Figuren greifbar zu machen. Gleichzeitig ist genau das manchmal herausfordernd: Die Verzweiflung und Enge, in der sich die Figuren bewegen, können beim Lesen so intensiv werden, dass man das Buch zeitweise am liebsten beiseitelegen möchte.
Ein anspruchsvoller, interessanter Roman, der unter die Haut geht – auch wenn er nicht immer leicht auszuhalten ist.
Jürg K.
4/5
14.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einsamkeit ist nicht immer laut
Tokyo Girls Club hat mich vor allem durch seine stille, schleichende Intensität getroffen. Eriko, die perfekte Karrierefrau, trägt ihre Einsamkeit wie ein unsichtbares Korsett. Shoko dagegen wirkt frei, ungebunden, fast schwerelos und gerade deshalb wird sie für Eriko zu einer Art Sehnsuchtsfigur, zu einem Versprechen auf ein anderes Leben. Es entsteht eine Beziehung, die alles aus dem Gleichgewicht bringt. Erikos Faszination ist keine harmlose Bewunderung, sondern ein Hunger nach Nähe, nach Echtheit, nach einem Leben jenseits der glatten Oberflächen. Shoko ist zugleich Projektionsfläche und Rätsel. Ihr Blog wirkt wie ein Fenster in eine Welt, die Eriko nie betreten durfte. Das Verschwinden ist der Moment, in dem aus Neugier Besessenheit wird. Die Leerstelle, die Shoko hinterlässt, zieht Eriko hinein wie ein Strudel. Die Grossstadt wird nicht als Ort der Freiheit gezeigt, sondern als Labyrinth, in dem Menschen sich verlieren, weil sie niemanden haben, der sie wirklich sieht. Die toxische Dynamik zwischen den beiden Frauen entfaltet sich langsam, fast unmerklich, bis man merkt, dass sie längst ineinander verstrickt sind. Mich hat besonders bewegt, wie schonungslos der Roman zeigt, dass Einsamkeit nicht immer laut ist. Eriko und Shoko sind zwei Frauen, die auf unterschiedliche Weise versuchen, der Leere zu entkommen. Der Roman hinterlässt ein Gefühl von Beklemmung, aber auch von tiefer Menschlichkeit. Sehr zu empfehlen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
3/5
21.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Nähe und Zerrissenheit
Der Roman von Akiko Ogiwara wird aus der Perspektive zweier Frauen erzählt und wechselt zwischen ihren Sichtweisen. Dadurch erhält man direkte Einblicke in ihr Leben, ihre Gedanken und Gefühle, die oft von Unsicherheit, Druck und innerer Zerrissenheit geprägt sind.
Auffällig ist, dass die Hauptfiguren zunächst wenig sympathisch wirken. Im Laufe der Geschichte entwickeln sie sich zwar weiter, doch ihre düsteren Gedanken und inneren Konflikte verschwinden nie ganz. Gerade das macht sie gleichzeitig realistisch, jedoch sehr schwer greifbar.
Der Roman zeichnet ein kritisches Bild der japanischen Gesellschaft. Kommunikation fällt schwer, Emotionen werden selten offen ausgesprochen, und die Arbeit steht klar im Mittelpunkt des Lebens. Freundschaften gelten zwar als wichtig, doch genau daran scheitern die Figuren immer wieder. Die einzelnen Protagonisten sehnen sich nach Nähe, sind aber kaum in der Lage, diese wirklich aufzubauen oder zu halten. Weiterhin kämpfen sie mit psychischen Problemen und ihre Persönlichkeit ist stark von Abhängigkeiten und äußeren Erwartungen geprägt. Als Leser ist man verwirrt darüber, welche Figur eigentlich die größeren Probleme hat. Insgesamt wirken alle auf ihre Weise verloren und verstörend.
Die Atmosphäre ist emotional sehr düster, trotz eines sprachlich überzeugenden und fein beobachtenden Stils. Die Melancholie und das Streben nach Perfektion um jeden Preis können beim Lesen stellenweise erdrückend wirken. Als Fan japanischer Literatur empfinde ich den Roman als ungewohnt kritisch, düster und anders als viele andere Werke aus diesem Kontext.
Insgesamt ein tiefgründiger Einblick in komplexe Charaktere und gesellschaftliche Zwänge, der jedoch durch seine düstere Stimmung und das intensive, fast verzweifelte Streben nach Freundschaft irritieren kann. ⅗ Sterne.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
3/5
02.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anspruchsvolle Charakterstudie: 3,5⭐️
Eriko hat auf den ersten Blick ein perfektes Leben: ein toller Job in einer großen Handelsfirma, gepflegtes Äußeres. Doch innerlich verzehrt sie sich vor Einsamkeit. Sie ist Single, doch mehr als einen Ehemann wünscht sie sich schon ihr ganzes Leben lang eine beste Freundin.
Eriko ist fasziniert von Shoko, einer Hausfrau, die unter dem Pseudonym „Heilbutt“ in ihrem Lifestyle-Blog „Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau“ von ihrem für eine Hausfrau untypischen Alltag berichtet.
„Eriko war fasziniert davon, wie Heilbutt in den Tag hineinlebte, ohne etwas Bestimmtes zu tun, ohne ein Ziel zu haben oder Pläne zu schmieden. Wie eine Katze. Wann hatte sie selbst ihre Zeit zum letzten Mal so verbracht? Es musste sehr lange her sein, denn sie konnte sich an nichts dergleichen erinnern. Doch die Lektüre des Blogs half ihr, sich ein wenig von ihrer beruflichen Belastung und den allabendlichen Firmenessen zu erholen.
Eriko war stets darauf bedacht, ihre Zeit produktiv zu nutzen. Wenn sie nicht arbeitete, widmete sie sich emsig der Körperpflege, recherchierte und bildete sich weiter. Selbstverständlich sorgte sie auch für ausreichend Ruhe und Schlaf. Sie war zuversichtlich, dass alles, was sie tat, ihr zu irgendeinem Vorteil gereichte, und zweifelte nie daran, dass sie sich im Vergleich zum Vortag verbessert hatte. Allerdings verspürte sie – vielleicht seit sie dreißig geworden war? – beim geringsten Anlass einen stechenden Schmerz in der Nase. Dann bekam sie nicht ausreichend Sauerstoff und ihre Hände fühlten sich taub an, selbst wenn sie sie hektisch bewegte. In solchen Momenten versuchte sie, tief durchzuatmen. Sie sagte sich immer wieder, dass alles in Ordnung sei, und rechnete sich ihren Anteil am Wachstum und Erfolg der Firma vor. Wenn auch das nicht zu ihrer Beruhigung beitrug, bemühte sie sich, das Wohlwollen anderer durch übertrieben bescheidenes Verhalten zu erregen, bis sie ihre Fassung wiedererlangte. Doch trotz aller Bemühungen stellte sie häufig am Ende des Tages fest, dass ihr die Kontrolle entglitten war und eine Kurskorrektur sich ihr zunehmend entzog. Ob diese Unruhe etwas mit dem Alter zu tun hatte? Würde sie sich in ein paar Jahren daran gewöhnen? Wenn sie eine ähnliche Unruhe bei anderen Frauen wahrnahm, war sie unwillkürlich erleichtert und sogar erfreut.
Heilbutts Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau war frei von derartigen Beunruhigungen. Eriko fand es besonders angenehm, dass der Ehemann die einzige andere Person war, die darin vorkam. Keine Freundinnen und niemand sonst. Heilbutt bildete damit eine große Ausnahme, denn die meisten Hausfrauen prahlten in ihren Blogs ständig mit »Networking« und ihren zahlreichen Kontakten. Es war Erikos heimliches Ziel, sich Heilbutts Unbekümmertheit anzueignen.
Es ermutigte sie, dass eine Frau wie Heilbutt keine Freundinnen hatte. Offensichtlich war es möglich, dass auch ein wunderbar ausgeglichener Mensch wie die Bloggerin unter Umständen nicht in der Lage war, Freundinnen zu finden. War es denn ein Versagen, keine Freundinnen zu haben? Oder war es womöglich gar kein Versagen, sondern lediglich eine andere Form des zwischenmenschlichen Umgangs?“
Eriko forciert ein (zufällig wirkendes) Zusammentreffen mit Shoko, und obwohl beide auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, verstehen sie sich gut. Eriko glaubt, endlich eine beste Freundin gefunden zu haben – doch die Beziehung der beiden Frauen nimmt eine toxische Wendung, der in einem Strudel der Besessenheit zu enden droht …
„Tokyo Girls Club“ von Asako Yuzuki war mein erster Roman der Autorin, der sich innerhalb der japanischen Kultur hauptsächlich um die Themen Freundschaft, Familie und Social Media dreht.
Sprachlich fand ich den Stil gleichermaßen interessant wie herausfordernd. In die fremde Kultur muss man sich etwas einfühlen, doch die Darstellung der gesellschaftlichen Erwartungen und Rollenbilder, denen beide Frauen unterworfen sind, fand ich sehr überzeugend dargestellt.
Ich bin etwas zwiegespalten: Auf der einen Seite werden die Emotionen der beiden Protagonistinnen sehr detailliert dargestellt, durch die wechselnden Perspektiven bekommt man tiefe Einblicke in ihre Leben. Andererseits blieben die Charaktere insgesamt eher kühl und distanziert für mich.
„Tokyo Girls Club“ ist ein anspruchsvolles Psychogramm zweier Frauen, das mich fasziniert hat, jedoch zum Ende hin nicht ganz überzeugen konnte. Ich vergebe daher 3,5 von 5 Sternen für diese interessante Leseerfahrung.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!
Bewertung
2/5
04.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frauenfreundschaft mit vielen Tiefen und wenigen Höhen
Der Roman Tokio Girls Club von Asako Yuzuki handelt von einer ungleichen Freundschaft von zwei jungen Frauen, einer Hausfrau, Shoko, die über ihren ganz normalen Alltag und ihre Unvollkommenheit einen Blog schreibt – Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau - und dabei erfolgreich ist, und Eriko, eine erfolgreiche Managerin aus guter Familie in gehobener Position, Karrierefrau, die noch bei ihren Eltern lebt und unglaublich perfekt und organisiert ist. Die beiden Frauen sind zu Beginn voneinander sehr angetan, freunden sich an, lernen sich durch einen Blog kennen, entdecken viele Unterschiede, öffnen sich aber einander und merken doch auch, wie wenig Kontakte sie generell haben und dass sie auf der Suche nach Zweisamkeit und auch einer Freundschaft sind. Allerdings entpuppt sich ihre Beziehung immer stärker als eine toxische, Grenzen werden überschritten, die Erwartungen sind zu unterschiedlich und es gibt keine Bezugspunkte mehr. Eriko wird zuerst ein Fan von Shoko, betrachtet sie als Ideal, aber ihre Sehnsucht nach Nähe wird zu einer Obsession. Die anfänglich freundliche Atmosphäre verwandelt sich in einen Horrortrip.
Der Roman konnte mich leider nicht begeistern, die Verhaltensweisen der beiden Frauen waren sehr unrealistisch dargestellt und für mich nicht nachvollziehbar. Sicherlich werden japanische Beziehungen anders gelebt und Etikette, Nähe und Distanz spielen eine andere Rolle, was durch die Verhaltensweisen der Figuren offensichtlich wird. Aber dennoch konnte mich die Romanhandlung nicht fesseln und ich habe ihn enttäuscht zur Seite gelegt. Vermutlich lag es auch an der Stimme und der Interpretation der Sprecherin, die mich nicht erreicht hat. Schade, denn es gibt einige japanische Romane mit düsteren, aber sehr interessanten Themen, die mich durchaus sehr gefesselt haben.
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5/5
22.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn Freundschaft zur Obsession wird
Tokyo Girls Club ist ein psychologischer Thriller über Besessenheit und das toxische Potenzial von Freundschaft. Eriko, eine erfolgreiche Karrierefrau mit makellosen Fassade, ist innerlich von Einsamkeit zerfressen. Sie wird fasziniert von Shoko, einer Hausfrau, die in ihrem Blog „Heilbutt - Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau" ein Leben lebt, das Eriko fremd und verlockend zugleich erscheint.
Die zufällige Begegnung der beiden entwickelt sich zu einer intensiven Verbindung – doch als Shoko plötzlich verschwindet und ihr Blog verstummt, kippt die Dynamik in Besessenheit um. Yuzuki erzählt, wie diese Obsession beide Leben zerstört und eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Das Buch ist eine psychologische Studie über Projektion, Einsamkeit und die Gefahr, andere Menschen als Projektionsflächen für eigene Sehnsüchte zu missbrauchen.
Auf 383 Seiten wird der Roman konzentriert erzählt, psychologisch präzise und fesselnd – typisch für Yuzukis Fähigkeit, oberflächlich alltägliche Situationen in existenzielle Krisen zu verwandeln. Ein starker Roman für Leser:innen, die psychologische Komplexität und unbehagliche Wahrheiten über menschliche Beziehungen schätzen.
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4/5
30.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn der Wunsch nach Freundschaft zur toxischen Obsession wird
Kaum etwas ist so wichtig wie Frauenfreundschaften, aber was ist, wenn sich aus dem verzweifelten Wunsch heraus irgendwo dazu gehören zu wollen, eine toxische Dynamik entwickelt, die das Leben der Beteiligten nachhaltig zerstört?
Einsamkeit und Unsicherheit hat viele Gesichter, sie kann sich hinter dem nach außen perfekt wirkenden Leben einer erfolgreichen Karrierefrau wie Eriko verstecken, oder hinter dem von außen verlockend "einfach und perfekt" wirkenden Leben einer Bloggerin wie Shoko. In den jeweiligen Perspektiven der beiden Frauen, werden wir in die Abwärtsspirale ihrer Leben, Beziehungen, intimsten Gedanken, aber auch den Schwierigkeiten ihrer Vergangenheit und der Verzweiflung ihrer Gegenwart hineingezogen.
Komplex, einfühlsam und spannend erzählt "Tokyo Girls Club" von den Gefahren von Social Media, Obsession, Stalking und Erpressung. Aber auch von Reflexion und davon neu anzufangen.
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4/5
29.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hat jemand eine Freundin für mich?
Frauenfreundschaften sind für Eriko uns Shoko geradezu magisch, aber leider haben beide kein Händchen dafür. Ein Plädoyer für Freundschaften, aber auch ein Eingeständnis, dass es gar nicht mal so einfach ist neue einzugehen. Vor allem nicht, wenn die neue Freundin eine Stalkerin ist. Ein sensibles Buch, das das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit sehr genau einfängt und auch wenn die Protagonistinnen über die Stränge schlagen, so konnte ich sehr gut mit ihnen mitfühlen und genau in diesem Gefühl verbirgt sich auch der Schlüssel zu einer echten Freundschaft. Und vielleicht sollte man seine neuen Freundinnen nicht direkt stalken, nur so eine Idee.
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