Sie zerstört. Sie rettet. Sie fehlt. Sie macht aus Opfern Täter: die Liebe, die Lüge.
Mit feinem Gespür und großer Intensität erschafft Ronja von Rönne ein Mosaik über Liebe als Behauptung und Wahrheit als Konstrukt.
Laura hat schon als Kind verstanden, wie Mitleid funktioniert. Barbara füllt ihr leeres Haus mit Versandhauskatalogen und einem Mann, den es nicht gibt. Heike sitzt seit dreißig Jahren in einem Haus, das ihrer Schwiegermutter gehört, und träumt von einem Garten, den sie nie haben wird. Christina verkleinert mit ihrer Kunst die Welt, weil sie sie sonst nicht aushält.
Ein Roman, der die Grenzen von Richtig und Falsch ausleuchtet. Komisch. Grausam. Zärtlich.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
MelB2508
5/5
21.06.2026
eBook (ePUB)
Über die Liebe - beunruhigend, traurig, grausam, zärtlich
Ronja von Rönnes neues Buch "Alles Liebe" hat mich wirklich umgehauen. Die 5 kurzen Geschichten sind alle lose miteinander verbunden und alle, wirklich alle, haben mich am Ende der jeweiligen Geschichte sprachlos zurück gelassen.
Es geht um Laura, die als junges Mädchen feststellt, wie es sie aufwertet in den Augen der Mitschüler, Lehrer und anderer Eltern, wenn sie Mitleid erweckt und spannende Geschichten erzählen kann. Um Barbara, die sich aus ihrem einsamen und unfassbar traurigen Leben in eine Phantasiewelt flüchtet. Es geht um Heike, die sich mit einer lieblosen Ehe und einer passiv-aggressiven Schwiegermutter herumschlägt. Es geht um Christina, die feststellt, dass Liebe auch einfach aufhören kann. Und es geht um Mattis, der den Bogen wieder zu Laura schlägt, die nun erwachsen ist und nie aufgehört hat, zu lügen und Geschichten zu übertreiben.
Die Geschichten sind klar und pointiert geschrieben, die Figuren gut umrissen und plastisch geschrieben. Jede Geschichte, jedes Schicksal trifft beim Lesen direkt ins Herz - und die kunstvolle Verwebung der Kurzgeschichten miteinander macht den Roman wirklich zu einem Meisterwerk.
Ich habe Angst bekommen, ich habe gelacht, ich habe mit gefühlt und getrauert und ich habe Gänsehaut bekommt - ein Roman, der mich mitten ins Herz getroffen hat. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung!
Christine Schneider
aus Leonberg
4/5
26.08.2026
eBook (ePUB)
Liebe und ihre Auswüchse
Eigentlich sagt das Herz auf dem Cover schon alles. Liebe - ein großes Wort und das Leben bereichernd, kann sie doch falsch interpretiert oder extrem unterschiedlich verstanden und gelebt werden. Bis sie nicht mehr aushaltbar ist oder stirbt. Bis zum Erdrücken oder bis zur Implosion. Ein kluger Roman mit vielen eindrücklichen Sätzen.
Bewertung
1/5
29.08.2026
eBook (ePUB)
Geschichten zum Fremdschämen
Ich kann die Begeisterung nicht teilen. Die Geschichten sind hochgradig unangenehm, befremdlich und konstruiert - einfach zum Fremdschämen. Und auch sprachlich nicht gut erzählt. Ich habe das Buch dann nach einigen Kapiteln weggelegt, was ich selten tue.
Ulgu1978
5/5
10.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebenslügen
5 Kurzgeschichten, die mit "Alles Liebe" überschrieben sind, aber mit Liebe wenig zu tun haben. Zumindest ist das mein Eindruck.
Laura, Barbara Heike, Fedor und Mattis versuchen mehr oder weniger erfolgreich mit Lügen die Anerkennung oder Liebe ihrer Mitmenschen zu erhalten.
Auch wenn es erst nicht den Anschein hat, hängen alle Geschichten irgendwie zusammen.
Ich hatte mir unter dem Buchtitel vorgestellt, "echte" Liebesgeschichten lesen zu dürfen. Ich habe dann aber bei den ersten Seiten festgestellt, dass es hier wohl eher um die Suche nach Liebe geht bzw. um das was darunter verstanden wird. Und um diese "Liebe" zu erhalten, verfallen die Protagonisten auf die merkwürdigsten Ideen, die meiner Meinung nach eher Verzweiflungstaten ähneln. Und obwohl die Protagonisten mit ihrer Strategie scheitern, wenden sie ihre Taktik an anderer Stelle wieder an.
Ronja von Rönne schildert sehr anschaulich und eindringlich die Gefühle dieser fünf Menschen und ihre Beweggründe für ihr Handeln. Ich kann kein Verständnis für deren Vorgehen entwickeln, nur Mitleid. Aber interessant ist es zu beobachten wie erfindungsreich Menschen sein können um etwas zu erreichen. Mir haben nicht nur die Kurzgeschichten gut gefallen, sondern auch das ungewöhnliche Nachwort der Autorin, das auf keinen Fall ausgelassen werden sollte.
Buecherheidrun
aus Horb
5/5
18.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Oder lieber „Alles Lüge“?
„Alles Liebe“ von Ronja von Rönne
„Alles Liebe“ oder besser „Alles Lüge“?
In fünf Erzählungen, die vor allem durch die Letzte miteinander verbunden werden, spürt Ronja von Rönne gekonnt dem nach, was uns hauptsächlich als Menschen definiert: die Fähigkeit zu lieben, aber auch die Unwahrheit zu sagen oder eine Lüge zu leben.
Laura versteht es, aus dem Leid anderer Kapital für sich zu schlagen, sich interessant zu machen und sich in den beachteten Mittelpunkt zu stellen. Das macht sie zu einer extrem unsympathischen Protagonistin, deren Selbstdarstellung an Obsession grenzt und der eine noch größere Rolle zuteil wird.
„Miriams Krebs war langweilig. Aber immerhin verdankte ich ihrer Leukämiediagnose und der Freundschaft unserer Mütter meinen ersten Flug und meinen ersten All-inclusive-Urlaub.“ S. 11
Ganz anders Barbara, die ihren unermesslich schweren Verlust verschweigt, sich in eine heile Scheinwelt mit einem erfundenen Mann aus Werbeprospekten flüchtet und mehr und mehr der Kaufsucht verfällt. „So füllte sich das Erdgeschoss sehr schnell. … Einige Produkte warteten noch auf ihren Benutzer: Da war ein Nasenhaartrimmer, ein Rasierset, Anti-Schuppen-Shampoos für Männer. Man konnte nie wissen.“ S. 69
Heike lebt seit Jahrzehnten im Haus ihrer ungeliebten Schwiegermutter und wird den Traum vom eigen gestalteten Garten, selbst jetzt als Pensionärin, wohl nie verwirklichen können. „Edith war alt, aber sie war kerngesund. Nicht einmal Bluthochdruck hatte sie. Das Einzige, was auf diesem Grundstück dahinvegetieren würde, war Heike.“ (S. 127)
Fedor findet in Christina, die „ihm von Anfang an zu fett gewesen“ war, eine verwandte Künstlerseele, die das genaue Gegenteil seiner riesigen Kunst-Installationen erschafft: Sie verkleinert Alltägliches auf winzigen Zeichenblöcken mit ultrafeinen Stiften, um die Welt ertragen zu können und hat damit erstaunlich großen beruflichen Erfolg.
„Sie hatten zufällig in der Einführungsveranstaltung nebeneinandergesessen wie zwei fremde Puzzlestücke, die nicht gefragt worden waren, ob sie überhaupt zusammenpassen wollten. Zwei blaue Teilchen, die ein Stück des blauen Himmels von Schloss Neuschwanstein ergaben. … Sie versanken in der Masse anderer blauer Teile, denen man sich erst am Schluss genervt widmete.“ (S. 135)
Mit psychologischem Feingefühl entwirft die Autorin das Leben verschiedenster liebens- und hassenswerter Menschen, die doch alle eines eint: Sie versuchen sich durch Täuschung und Manipulation ein interessanteres Leben, meist ohne Rücksicht auf andere, zu erschaffen. Dabei legt sie den Finger in die kleinen Wunden, die so alltäglich und unschuldig erscheinen und doch eine große Wirkung haben. Ein Spiegel unserer Gesellschaft, in der immer mehr um die eigenen Bedürfnisse gekreist wird und Nächstenliebe, Selbstfürsorge und Empathie kaum noch einen Stellenwert haben.
Das verbindende Element aller dieser Geschichten am Schluss ist sehr überraschend und rückt die bisherigen Erzählungen in ein anderes Licht. Ein Roman, der bei mir erst im Nachgang seine volle Wirkung entfalten und mich überzeugen konnte. Tiefschürfend, mit abgründiger Figurenzeichnung und feiner Beobachtungsgabe, ein besonders unterhaltsames und nachdenklich machendes Buch in diesem Lesesommer.
4,5 Sterne
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5/5
20.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nichts ist, wie es scheint
Als Lauras Freundin an Krebs erkrankt, ist das ein echter Glücksfall: es ist der Start einer perfekten Inszenierung. In ihrer Schulklasse hat sie bisher nur eine Nebenrolle gespielt, das ändert sich, als sie wöchentlich immer dramatischer werdende Berichte über den Zustand ihrer Freundin liefert. Miriam geht es zwar nach und nach besser, diese Nachricht ist natürlich längst so interessant wie ein dramatischer Krankheitsverlauf...
In fünf einzelnen Geschichten erzählt Ronja von Rönne über Menschen, deren Wünsche, Träume und Sehnsüchte sich von ihrer tatsächlichen Realität unterscheiden. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, geht wohl den meisten von uns so. Aber die Zielstrebigkeit, mit der die Protagonisten sich in Schwierigkeiten bringen (egal, ob durch Handeln oder Untätigkeit), ist schon faszinierend.
Die titelgebende Liebe ist übrigens selten Thema, das Leugnen und Lügen schon eher. Ein großartiger Roman (richtig, keine einzelnen Geschichten) die Banalität des Lebens und menschliche Abgründe. Wunderbar und böse!
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5/5
09.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Puh, das hat es in sich!
Menschliche Abgründe, keine der Personen ist wirklich sympathisch, und alle haben mir mit ihren teils sehr verwerflichen Geschichten Magenschmerzen bereitet.
Fünf Geschichten, die scheinbar nicht zusammengehören, verbinden sich am Schluss und lassen uns wie vom Donner gerührt und völlig perplex zurück.
Es lohnt sich wirklich sehr, dieses Buch zu lesen!
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5/5
22.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was "Liebe" alles anrichten kann...
Nach langem habe ich wieder etwas lesen dürfen, was mich von Anfang bis Ende mitgerissen hat. Ich war eigentlich die ganze Zeit über sauer, weil ich das Verhalten bei manchen Charakteren absolut nicht nachvollziehen konnte. Die Liebe in diesem Buch kommt in verschiedenen Ausdrucksweisen oder gar nicht zum Vorschein. Dafür erkennt man die Zerstörung, die sie hinterlässt, sehr gut. Ich liebe liebe liebe es!! Man wird wahrscheinlich nicht jeden Charakter dort verstehen können, aber es zieht einen dennoch in den Bann!
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5/5
24.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebe, Lügen und menschliche Abgründe
Liebe, Lügen und menschliche Abgründe
In jeder Geschichte erzählt die Autorin einfühlsam und voller Mitgefühl eine tragische Begebenheit über verschiedene Formen der Liebe, die am Ende des Buches ein Ganzes werden.
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5/5
20.07.2026
eBook (ePUB)
Liebe geht komische Wege
Das lesen tut fast weh. Was Meschen so aus liebe tun, ist schon echt merkwürdig. Wobei die meisten Menschen zumindest in diesen Geschichten nicht aus Liebe zu andernen Menschen merkwürdig handeln, sondern dies eigentlich nur für sich selbst tun. Natürlich ist das Handeln dann weder rational, noch ist es logisch, aber irgendwie haben wir doch alle schonmal moralisch fragwürdig agiert und können uns in diesen Erzählungen an der einen oder anderen Stelle wiederfinden. Mal gucken was die Dame noch so schreibt. Ich werds in jedem Fall lesen oder hören.
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