Nach dem Tod seiner Mutter geht Amedeo nicht mehr zur Schule. Er flüchtet sich in Videospiele, hört viel Musik und geht dem Vater aus dem Weg. Der besorgte Vater hofft, Amedeo auf einer Zweitageswanderung auf die Punta Liberté wieder näherzukommen. Doch es kommt alles ganz anders als geplant. Und bald ist es an Amedeo, in der Abgeschiedenheit der majestätischen, aber auch rauen Bergwelt Verantwortung zu übernehmen.
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einfach spannend
begine aus Lemwerder am 03.06.2026
Bewertungsnummer: 3157126
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die italienische Schriftstellerin Raffaella Romagnolo hat ein besonderes Talent, ergreifende Romane zu schreiben.
Wir gehen mal los, ist der zweite Roman, den ich von ihr gelesen habe. Es ist fesselnd und spannend.
Amedeos Mutter ist gestorben und er hat keine Lust mehr zur Schule zu gehen. Sein Vater nimmt sich Zeit für ihn und sie machen eine Bergwanderung. Amadeo hat eigentlich keine Lust und er ist auch ängstlich. In Gedanken spricht er mit der Mutter, sie hat ihm immer Mut gemacht.
Sie erreichen das Gipfelkreuz. Beim Abstieg gibt es einen Erdrutsch und der Vater ist unter einem Fels eingeklemmt.
Trotz seiner Ängste geht Amadeo los. Es ist eine gefährliche Partie, aber er macht alles so, wie der Vater ihm beim Aufstieg gesagt hat
Erst das linke Bein, dann den linken Arm, dann das rechte Bein und die rechte Hand.
Die Autorin hat ihn dabei eine besondere Atmosphäre gegeben.
Ich zitterte mit Amadeo mit.
Der Roman ist einfach grandios geschrieben und umgesetzt.
Ich habe mit Amedeo mitgeatmet!
SimoneF am 24.05.2026
Bewertungsnummer: 3147839
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Angesichts des unscheinbaren Titels „Wir gehen mal los“ wäre dieses Buch beinahe an mir vorbeigegangen – und damit auch eine sehr eindrückliche und berührende Geschichte. „Respira con me“ ist der Originaltitel, und „Atme mit mir“ hätte auch im Deutschen sehr gut gepasst. Amedeo hat sich nach dem plötzlichen Tod der Mutter völlig zurückgezogen, die Augen hinter einem Vorhang aus Haaren verborgen, auf den Ohren Kopfhörer, aus denen der Heavy-Metal-Song „Just breathe“ tönt. Er hält sich vom Leben, von seinen Mitmenschen fern, kämpft mit Angstzuständen und reduziert sein Dasein auf das Minimum: Atmen, weiteratmen. Als sein Vater ihn zu einer Bergtour nötigt, sträubt er sich innerlich dagegen, ignoriert das angestrengte Geplauder des Vaters bei Aufstieg und bemüht sich, seine Höhenangst unter Kontrolle zu halten. Doch dann passiert etwas, das Amedeo zwingt, sich mit der Realität zu konfrontieren, eine Entscheidung zu treffen und seine Ängste zu überwinden.
Raffaella Romagnolo gelingt es, mit präzisen, leisen Worten Amedeos Gefühlswelt spürbar zu machen. Auch die Hilflosigkeit des Vaters und die Unfähigkeit der beiden, miteinander zu kommunizieren und ihren Schmerz zu teilen, wird deutlich. Wie sie in Amedeos Gedanken Gegenwart und Erinnerungen miteinander verwebt, ist grandios. Ich habe in jedem Satz mit Amedeo mitgefühlt, mit ihm mitgeatmet und bin mit ihm Schritt für Schritt mitgegangen. Besonders beeindruckt hat mich, wie in Rückblicken auf den Schulalltag deutlich wird, dass Amedeo, hinter seiner Haarlocke verborgen, seine Umwelt durchaus sehr sensibel wahrnimmt und, durch die Beobachtung seiner Mitschülerin Lucilla Colombo, einen differenzierten Blick auf seine Klassenkameraden entwickelt.
Ich möchte dieser Roman nicht nur Erwachsenen, sondern auch Jugendlichen ab ca. 16 Jahren wärmstens empfehlen.
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