Ein Roman über weiblichen Widerstand in schrecklichsten Zeiten.
Texas, 1852. Sechs versklavte Frauen schleichen aus ihren Schlafquartieren und versammeln sich im Schutz der Nacht im Wald. Die Plantagenbesitzer, die Lucys - benannt nach Luzifer selbst - haben beschlossen, die Frauen zu zwingen, Kinder zu gebären, um die nächste Generation Sklaven zu erhalten. Doch die Frauen sind entschlossen, sich zu wehren - so gut sie können. Nan, eine Ärztin, hat eine pflanzliche Lösung parat. Wenn sie sich alle an dieser gefährlichen Rebellion beteiligen, geben die Lucys vielleicht auf. Aber wenn sie entdeckt werden, wird es für die sechs mutigen Frauen schreckliche Folgen haben. "Um uns nur Dunkelkeit" ist ein kraftvoller und poetischer Roman über Liebe, Widerstand und Erlösung. Peyton findet eine eigene Sprache für die Stärke und den Zusammenhalt von sechs Frauen, die sich in schlimmsten Umständen ihre Menschlichkeit zu bewahren suchen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Rina
aus Mannheim
5/5
09.06.2026
eBook (ePUB 3)
Bewegend, schwer und wichtig
Sechs versklavte Frauen leben auf der Plantage der Luzis. Sie ernten, säen, nähen, waschen und helfen im Haus. Das Einzige, was sie besitzen, ist die Gemeinschaft, die sie miteinander bilden, und ihr Glaube. Jede von ihnen hat ihre eigene Geschichte, bevor sie in die Sklaverei verkauft wurde. Sie haben ihre Rituale und schleichen sich jeden Abend in den Wald, um zu beten und Hoffnung zu suchen.
Alles ändert sich, als die Luzis einen Zuchtsklaven auf die Farm holen. Die Frauen sollen dadurch gezwungen werden, Kinder zu gebären, die später als Arbeitskräfte dienen oder verkauft werden. Unter dem dunklen Himmel und den Sternen im Wald schmieden die Frauen einen Plan. Auch wenn ihnen alles genommen wurde, finden sie trotzdem einen Weg zum Widerstand und verweigern genau das, was die Besitzer am meisten wollen.
Eine Geschichte voller Mut und stiller Rebellion. Besonders gut gefallen hat mir, dass alle Frauen genügend Raum bekommen. Dadurch lernt man jede von ihnen besser kennen. Manche wurden in die Sklaverei hineingeboren, andere erinnern sich noch an ein früheres Leben.
Serah ist noch sehr jung und träumt davon, sich zu verlieben, legal heiraten zu dürfen und irgendwann zu fliehen. Nan ist die Älteste der Frauen und durch ihr Wissen über Kräuter und Geburten eine wichtige Unterstützung für die anderen Frauen.
Die Grausamkeiten werden nicht im Detail beschrieben, wirken aber trotzdem sehr eindringlich, sodass mir beim Lesen manchmal flau im Magen wurde. Dazu bleibt die Stimmung die ganze Zeit ziemlich schwer und bedrückend. Auch die Perspektiven der Luzis und des Zuchtsklaven werden gezeigt. Das hat für mich noch einmal mehr in die Geschichte reingebracht. Ich fand diese Perspektiven spannend zu lesen, auch wenn ich keinerlei Sympathie für die Luzis entwickeln konnte.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er trägt die Schwere der Geschichte gut und passt zur Atmosphäre. Das Ende war traurig, aber leider auch realistisch.
Insgesamt ein sehr eindringliches und bewegendes Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde.
Shilo
aus Ulm
5/5
14.05.2026
eBook (ePUB 3)
Ein bedrückender, aber starker Roman
In diesem Roman erzählt Tracey Rose Peyton von sechs Frauen, die auf einer Plantage arbeiten. Die Arbeit ist schwer und oft ungerecht. Im Wald treffen sie sich nachts, um ehrlich zu reden. Sie reden über Hoffnungen, Verletzungen und Träume. Es geht darum, wie sie zusammenhalten und füreinander da sind.
Jede Frau hat eine eigene Stimme. Man merkt, wie verschieden Schmerz und Hoffnung klingen können. Es gibt kein großes Drama, sondern sensible, ehrliche Gespräche. Im Laufe der Zeit verändern sich Erwartungen und das Gefühl, wer man ist, wenn man zusammen bleibt.
Peytons Stil ist ruhig, ja, aber nicht glatt. Die Sätze sind oft kurz, der Rhythmus hängt am Atem der Figuren. Es gibt nichts Überflüssiges, und doch fängt jedes Bild eine Welt ein: den Geruch von Erde nach Regen, das leise Knacken von Ästen, das Tasten nach Worten, die nicht verletztend, aber wahr sind. Die Autorin lässt die Figuren sprechen, ihre Sprachspuren sind verschieden – und genau das macht das Lesen so intensiv.
Wichtig sind Solidarität, sichere Räume und wie man Menschlichkeit auch unter Druck bewahrt. Die nächtlichen Treffen werden zu einem Ort der Wahrheit. Dunkelheit außen zeigt, wer man innen ist. Die Geschichte ist ruhig, aber stark im Kern.
Es gibt kein lautes Finale. Es bleibt eine stille, nachklingende Klarheit. Mut zeigt sich im Alltag, wenn Menschen zusammenhalten. Das Ende regt zum Nachdenken an.
Besonders trifft mich, wie Nähe hier praktisch ist. Es geht nicht um Schönreden, sondern um echte Hilfe und Zuwendung. Die Figuren wirken echt und verletzlich. Die Waldnächte haben eine besondere Atmosphäre, die bleibt.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich auf ernste Themen einlassen können und starke Frauenfiguren mögen.
Reader1965
aus Hamburg
5/5
13.05.2026
eBook (ePUB 3)
Ausdrucksstark
"Um uns nur Dunkelheit" von Tracey Rose Peyton ist für mich ein rundum beeindruckender Roman - und das umso mehr, da es ein Debüt ist.
Der Titel könnte nicht passender gewählt sein. Die 400 Seiten spielen in einer dunklen & harten Zeit: Sechs versklavte Frauen versuchen 1852 in Texas ihr Leben unter schwersten Bedingungen zu meistern - stark & mutig und mit großem Zusammenhalt & mit weiblichem Widerstand.
Der Sprachstil ist grossartig: bildlich, kraftvoll & ausdrucksstark. Die Atmosphäre ist durchgend düster & beklemmend. Die Frauen sind sehr unterschiedliche Charaktere, die mit ihren Ängsten & Nöten greifbar & nachvollziehbar gezeichnet sind. Ich war von Anfang an gefesselt und habe mit den Frauen mitgefühlt & mitgelitten. Die damaligen Lebensumstände waren mir bekannt und werden hier so klar & eindringlich beschrieben, dass ich dennoch erschüttert war und das Lesen viele Emotionen hervorrief. Die Geschichte endet nach so viel Dunkelheit hoffnungsvoll und das Ende hat mich zu Tränen gerührt.
Für dieses Buch gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.
Renas Wortwelt
5/5
03.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Packender Roman um ein schreckliches Kapitel der amerikanischen Geschichte – ungewöhnlich erzählt
Was für ein nachhallender Roman, was für eindringliche Figuren und welch ein interessanter Erzählstil. Dieses Buch bleibt in Erinnerung, es erschüttert, macht wütend und sehr, sehr traurig.
Im Mittelpunkt stehen sechs Frauen, Sklavinnen auf einer Baumwollfarm in Texas im Jahr 1852.
Serah, Alice, Junie, Patience, Nan und Lulu, die in elenden Hütten wohnen, kaum mehr als das, was sie am Leib tragen als Besitz haben dürfen, die bei größter Hitze, Sturm oder Kälte im Baumwollfeld oder wie Nan im Haus arbeiten müssen. Dass niemand auf ihre Gefühle und Befindlichkeiten Rücksicht nimmt, muss da kaum erwähnt werden. Sklav:innen werden gekauft und verkauft wie Möbelstücke, Kindern von ihren Eltern, Mütter von ihren Kindern, Frauen von ihren Männern getrennt, sehen diese vielleicht niemals wieder, wissen nichts über ihr Schicksal.
Unter diesen Umständen haben die Frauen nur sich selbst, mehr Sklaven gibt es nicht auf der Farm. Sie halten weitestgehend zusammen, helfen einander, gehen zu geheimen Treffen mit den Sklaven anderer Farmen.
Ihren Besitzern, den Luzis (Abkürzung für Luzifer, denn für die armen Frauen sind diese Menschen die Teufel), wachsen inzwischen die Schulden über den Kopf. Einziger wertvoller Besitz sind Sklaven, möglichst viele davon und diese möglichst billig erwerben. Der billigste Weg zu neuen Sklaven ist die Geburt von Sklavenkindern. Also holt Harlow, der Besitzer, männliche Sklaven, um den Frauen Kinder zu machen. Doch diese wehren sich, verweigern sich, finden Mittel und Weg, Schwangerschaften zu verhindern.
Schließlich werden zwei von ihnen zu Ehen gezwungen, werden den Männern ausgeliefert, Weigerung ist unmöglich. Dass Serah mittlerweile einen ganz anderen Mann liebt, sich heimlich mit ihm trifft, bleibt lange verborgen. Doch das Schicksal ist nahezu vorherbestimmt.
Mehr hier aus dem Inhalt zu verraten, hieße zu spoilern. Der Roman entwickelt einen unglaublichen Sog, eine ungeheure Spannung. Er ist sehr emotional und gleichzeitig auf eine gewisse Art auch spröde, fast abgeklärt erzählt.
Der Erzählstil ist ungewöhnlich, Erzählstimme ist ein „Wir“, ohne dass dies genauer definiert wird. Gleichzeitig wird aber auch aus den Perspektiven aller sechs Frauen erzählt, so dass man nicht festmachen kann, wer sich hinter dem „Wir“ verbirgt. Es braucht etwas Gewöhnung, bis man in diese Erzählweise hineinfindet, erstaunlicherweise führt sie aber dennoch sehr nah an die Frauen heran. Man spürt ihre Angst, ihre Verzweiflung, ihre Mutlosigkeit. Und gleichzeitig ihre Entschlossenheit, die Hoffnung nicht aufzugeben, den Glauben an ihre Zukunft, an ein besseres Leben.
Der Roman ist sehr berührend, ohne je weinerlich, kitschig oder gar schwülstig zu werden. Er fordert Bewunderung für solche Frauen, die all das seinerzeit ertragen haben, ertragen mussten. Er macht wütend, gerade auch heutzutage, wo es in den USA Bestrebungen gibt, die Geschichte der Sklaverei totzuschweigen.
Eine unbedingte Leseempfehlung für diesen besonderen Roman.
Tracey Rose Peyton - Um uns nur Dunkelheit
Originaltitel: Night Wherever we go
aus dem Amerikanischen von Agnes Krup
Aufbau, Mai 2026
Gebundene Ausgabe, 400 Seiten, 25,00 €
Jürg K.
5/5
12.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eindrückliche Geschichte
Dieser Roman hat mich tief getroffen, weil er etwas wagt, das selten gelingt. Er erzählt von unvorstellbarem Leid, ohne die Frauen, die darin gefangen sind, auf ihr Opfersein zu reduzieren. Stattdessen rückt er ihre Würde, ihre Entschlossenheit und ihren Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Die sechs Frauen, die sich im Schutz der Nacht versammeln, wirken wie ein leiser Chor aus Mut, jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihrer eigenen Angst, ihrer eigenen Hoffnung. Besonders eindrucksvoll finde ich Nan, die Ärztin. In einer Welt, die ihr jede Macht genommen hat, schafft sie sich einen winzigen Raum der Selbstbestimmung zurück. Ihre «pflanzliche Lösung» ist kein einfacher Ausweg, sondern ein Akt des Widerstands, der gleichzeitig verzweifelt und zutiefst menschlich ist. Es geht nicht um Rebellion im heroischen Sinn, sondern um das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen, ein Recht, das ihnen systematisch verweigert wird. Die Atmosphäre des Romans ist dunkel, aber nicht hoffnungslos. Zwischen den Zeilen spürt man die Zärtlichkeit, die die Frauen füreinander empfinden, die kleinen Gesten der Fürsorge, die in dieser Hölle fast wie Akte der Erlösung wirken. Für mich ein Buch über weibliche Solidarität in ihrer radikalsten Form. Es zeigt, dass Widerstand manchmal darin besteht, sich nicht brechen zu lassen, selbst dann, wenn die Welt, um einen herum nur aus Dunkelheit zu bestehen scheint.
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