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In diesem Theaterstück von 1948 geht es um den heute noch aktuellen Konflikt zwischen politischem Realismus und revolutionärer Moral.
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"Besser ein guter Journalist, als ein schlechter Mörder"
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Sartre verdeutlicht in seinem 1948 erschienenen Stück den Kontrast zwischen engagierter Menschlichkeit und absoluter Reinheit der Prinzipien. Höderer und Hugo, ein Gegensatz, der sich zwischen Reife und Jugendlichkeit abspielt. Beide kommen aus zwei unterschiedlichen Klassen, die zwei konträre Welten darstellen. Hugo, der aus bürgerlichen Verhältnissen kommt, hat sich in seinen jugendlichen Idealen verfangen. Anders steht es um Höderer, der sich durch seine charismatische Anziehungskraft und seine Weitsichtigkeit auszeichnet. Er scheint das verkörperte Ideal des Revolutionärs zu sein. Genau diese innere Festigkeit fasziniert Hugo, doch seine jugendliche Reinheit mag die politische Einstellung Höderers nicht wahrhaben zu wollen. Schließlich stößt dessen pragmatische Einstellung, nach der im Sinne der Sache auch entgegen den parteilichen Grundsätzen gehandelt werden darf, bei Hugo auf Verachtung. Es ist das träumerische Wahrheitsideal eines jungen Genossen, das ihn an die bedingungslose Einheit der Partei glauben lässt und Lügen oder Kollusionen mit der Partei nicht wahrhaben will. Höderer, der ihm den Erfolg seiner Maßnahmen versucht aufzuzeigen, rennt bei Hugo nur verschlossene Türen ein. Dieser sieht in ihm einen " Sozialverräter " und will seinen Auftrag, den kritischen Weggefährten zu töten, realisieren.
Doch darf ein Mensch, der vom Parteikern abweicht getötet werden, bedarf es nicht gerade kritischer Weggefährten, die vorausschauend und revolutionär sind? Sartre zufolge bedarf es gerade solcher Leute und spricht sich damit entschieden gegen die Methoden des Stalinismus aus, der kritische Gefolgsleute nicht duldete. Hugo, der, um seinen Auftrag auszuführen, sich als Sekretär bei Höderer beworben hatte, lernt diesen Menschen nach und nach zu schätzen, wodurch er sich in einen moralischen Gewissenskonflikt hineinmanövriert hat. Denn wenn er seinen Auftrag nicht befolgt, dann würde er selber als Verräter gelten und selber getötet werden. Doch Höderer, der die Absichten des jungen anarchistischen Intellektuellen schon früh durchschaute, hält dennoch an ihm fest und versucht ihn von seinem Dilemma und seinen Idealen durch fundierte Argumente zu befreien. Er will ihm zeigen, dass er als Intellektueller, nicht die Rolle des Killers, sondern die Aufgabe des Schreibers hat, der durch Worte und nicht durch Taten zu handeln vermag. " Besser ein guter Journalist als ein schlechter Mörder ", erklärt ihm Hoederer. Doch diese Einsicht fällt Hugo, der sich sein Leben lang nur mit Worten zu verteidigen wusste und nun endlich mal Respekt und Annerkennung durch eine getane Tat erlangen wollte, nicht leicht. Es folgt ein äußerst dramatisches Ende, welches durch einen Faktor hervorgerufen wird, der sich auch in der Politik wiederfindet und dem Leser sicherlich unerwartet vorkommt. Insgesamt ein sehr lesenswertes Theaterstück, welches aufzeigt, dass man sich manchmal eben die Hände schmutzig machen muss, um eine Ordnung zu erhalten, auch wenn bestimmte Opfer dafür gebracht werden müssen. Eine Thematik wie sie bei Sartre auch in anderen seiner Werke, wie in " Der Teufel und der liebe Gott oder " Im Räderwerk ", sehr präsent ist.
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