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Was würden Sie tun, wenn Ihr Kind ein Waschbär wäre? »›Die Verwandelten‹ ist ein wunderbar tänzelnder Gesellschaftsroman.«
In dem Provinzkaff Bräsenfelde passiert Aufregendes, Weltbewegendes: In der Waschanlage einer Tankstelle verwandeln sich Fibi und Aram in Waschbären. Was wie ein Witz klingt, den niemand glauben kann, wird unabweisbare Realität, der man sich nun stellen muss. Keine kleine Zumutung für ihre Familien, die Mitschüler und vor allem für sich selbst. Hält dieser Blödsinn einer medizinischen Untersuchung stand? Beim Veterinär? Oder beim Kinderarzt? Was sagt der Genetiker? Wie steht es um die juristischen Implikationen? Menschenrechte? Kinderrechte? Tierrechte? Geht das wieder weg? Und wenn nicht, lässt sich das Wunder touristisch nutzen, finanziell?
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Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Die Verwandelten " testlesen.
Autor : Thomas Brussig
Handlung des Buches:
Zwei junge Menschen verwandeln sich in Waschbären. Thomas Brussig macht daraus einen hoch komischen Gesellschaftsroman.
Bräsenfelde ist ein Kaff in der Provinz, das man sich ungefähr so vorstellen muss, wie es heißt. Und dennoch begibt sich dort Aufregendes, Weltbewegendes: In der Waschanlage einer Tankstelle verwandeln sich Fibi und Aram, zwei übermütige Jugendliche in Waschbären. Was wie ein Witz anmutet, den niemand glauben kann, wird unabweisbare Realität, der man sich stellen muss. Keine kleine Zumutung für ihre Familien, die Mitschüler und vor allem für sich selbst. Hält dieser Blödsinn einer medizinischen Untersuchung stand? Beim Veterinär? Oder beim Kinderarzt? Was sagt der Genetiker? Wie steht es um die juristischen Implikationen? Menschenrechte? Kinderrechte? Tierrechte? Geht das wieder weg? Und wenn nicht, lässt sich das Wunder touristisch nutzen, finanziell? Auf jeden Fall muss das ganze medial groß aufgezogen werden. Bald reisen Reporterteams aus aller Welt an, Stars und Sternchen kommen in die von Fibi moderierte tägliche Show, um sich von einem Waschbären befragen zu lassen. Aber was wird aus Fibi und Aram?
Thomas Brussig entwickelt aus einer phantastischen, aberwitzigen Ausgangssituation einen spannenden Roman, der mit großer Souveränität über unsere moderne Gegenwart erzählt.
Mein Fazit :
Das Coverbild ist sehr einfach gehalten, aber ich hätte ein anderes gewählt.
" Die Verwandelten " ist ein Gesellschaftsroman der anderen Art . Erzählt wird die Geschichte von zwei Kindern , die sich in Waschbären verwandeln.
Zugegeben , eine sehr skurile Geschichte dachte ich erst. Und am Anfang tat ich mich beim lesen etwas schwer , aber man gewöhnt sich an den Schreibstil des Autors . Man findet ganz schnell Zugang zu den Charakteren , da sie vom Autor sehr gut beschrieben wurden.
Hauptakteure sind in diesem Roman die Familie Hüveland rund um die kleine Fibi . Sie ist das schönste Mädchen in der Schule , Hansdampf in allen Gassen , sehr aufgeweckt und Aram sehr zugetan. Aram ist das ganze Gegenteil . Seit der Verwandlung hat er aufgehört zu reden , war in sich gekehrt und hat die Freundschaft zu Fibi aufgegeben. Auch sich selbst ?
Beide werden von den Medien gefeiert, vorallem Fibi rückt in den Mittelpunkt. Aram ist nicht so gefragt und gerät in den Hintergrund. Da sich keiner mehr für ihn interessiert, zieht er sich zurück und fristet ein Dasein in Einsamkeit. Ich habe mit ihm gelitten , mit ihm geweint und am Ende um ihn.......
Hinter der Geschichte steht eine traurige Story die sehr zu Herzen geht. Am Anfang noch sehr lustig , nimmt sie im Laufe der Geschichte an Dramatik und Traurigkeit zu. Mir diesem Ende hätte ich nicht gerechnet und meine Emotionen haben sich überschlagen.
Alles in allem ein gutes Buch und durchaus lesenswert.
Von Mensch zu Waschbär zum Fernsehstar
Bewertung aus Rhens am 11.08.2020
Bewertungsnummer: 1362422
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Cover: Ich finde es sehr gelungen. Vor allem die Innenseiten gefallen mir sehr gut in dem Wimmelbild Stil.
Geschichte: Die Geschichte spielt hauptsächlich in Mecklenburg in Bräsenfelde, einem kleinen Dorf. Aram und Fibi, zwei Teenager, machen Internet-Lifehacks und testen sich gegenseitig in Mutproben. Eines Tages entdeckt Fibi eine Anleitung, wie man ein Waschbär wird. Aus Spaß machen sie alles was da steht und werden tatsächlich zu Waschbären. Als MEnsch in einem Waschbärkörper lebt es sich gleich, aber auch anders. Die Familien müssen mit etwas umgehen, dass es so noch nie gab. Wie erklärt man das den Eltern? Wie sieht es rechtlich aus? Was werden die Medien sagen? Das und leichtes Familiendrama findet man in diesem Gesellschaftsroman.
Ich persönlich mochte den Humor und die Mediensatire im Buch. Es gab Stellen die eher jüngere und Stellen die eher ältere Leser verstehen. Ich finde aber, dass Thomas Brussig alle Altergruppen gut abholt.
Charaktere: Fibi und Aram sind die wichtigsten Personen, da sie sich in Waschbären verwandeln. Dabei ist Fibis Familie ebenfalls im Vordergrund. Die Erzählperspektive wechselt sich ständig innerhalb der Kapitel, doch meistens geht es um Fibi oder ihr Werdegang. Aram fällt jedoch schnell aus der Geschichte heraus. Er ist nur selten im Rampenlicht und existiert vor sich hin, ohne das er noch wichtig zu sein scheint. Das Ende des Buches ist auch eher, als ob dem Autor die Geschichte zu langweilig war ohne einen wichtigen Schicksalsschlag für ihn.
Fazit: Ich fand das Buch amüsant und zum nachdenken anregend. Es war leicht zu lesen, hatte aber in der Mitte ein paar schwierigkeiten mit den ganzen Begriffen. Das Ende war bis auf die letzten paar Seiten gut. Das tragische Ende hätte nicht sein müssen. Ich vermute einfach, dass der Autor mit dem Charakter keine Ideen mehr hatte und deshalb so das Ende geschrieben hatte. Dennoch ein wirklich gutes Buch mit einem Wink zu Stars und Medien.
Meinung aus der Buchhandlung
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"Ich bin gegen alles versichert, außer gegen das, was passiert!" (Hilmar Hüveland)
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das obige Zitat passt sicherlich auf viele Situationen und Ereignisse, aber in Hilmar Hüvelands Fall ist es besonders wahr. Haben sich doch seine Tochter Fibi (16), und deren Mitstreiter beim Erstellen der absurdesten Videos für ordentlich "Klicks" auf Youtube, Aram (15), von jetzt auf sofort in Waschbären verwandelt. Das Rezept dafür? Natürlich im Netz gefunden, es braucht nicht mehr als fünf verschiedene Beerensorten, Bärlauchblätter (die man auch durch Sauerampfer ersetzen kann...), einen festen Magen, um das Ganze zu essen, und danach einen Waschgang, ohne Fahrzeug, in einer Autowaschanlage! Nach vollzogener Metamorphose bleibt, zum Glück(?), nur das menschliche Äußere auf der Strecke, die beiden bewahren sich nicht nur das Sprachvermögen, sondern auch all ihre Eigenarten, was bei zwei Heranwachsenden nicht in allen Punkten unbedingt als positiv bezeichnet werden kann....
Das ist der Auftakt zu einem der komischsten Bücher, mindestens, des Jahres. Thomas Brussig überschreitet auf keiner Seite den schmalen Grat zum Klamauk, der Aufstieg (und Fall...) der Mensch/Waschbärin Fibi von der Ödnis Mecklenburg-Vorpommerns in die weite Welt ist ein ununterbrochener Angriff auf das Zwerchfell. Egal, ob es sich um clevere Anwälte, die Medien in all ihrer Umtriebigkeit, oder um, wie erwähnt, Versicherungen dreht, alles erzählt der Autor in fein gewählten Worten, unaufgeregt, und , vor allem, nicht aufgesetzt - das möge ihm, zumal in Deutschland, erst einmal jemand nachmachen....
Ergänzend vielleicht einfach noch dies: Der Rezensent sitzt, als beruflicher Pendler, täglich knapp drei Stunden im Zug - in den letzten Tagen bin ich, hoffentlich nicht unangenehm, dadurch aufgefallen, dass ich des öfteren schallend laut gelacht habe, glauben Sie mir, ich war der mit Abstand fröhlichste Mensch im Zug :-)
Ein Zitat:
"Die Zahnspangen waren das größte, aber auch das harmloseste Segment der Schaulustigen. Weitaus unangenehmer fand Wiebke die Unterschicht-Touristen, junge Männer mit raspelkurzen Haaren, braungebrannt, mit halblangen Cargohosen und Y-förmigen Fitness Shirts, die einen rückwärtigen Blick auf muskulöse Schulterblätter und eine für teuer Geld gestochenen Tattoo-Ornamentik ermöglichten. Sie kamen in gepimpten Autos, etwa 12 Jahre alten BMWs, und sie hatten oft Hunde dabei, deren Herkunft und Aufzucht anscheinend in Graubereiche ost- und südosteuropäischer Mafien hineinspielte. Der Part ihrer Begleiterinnen bestand meist darin, im Laufe der Stippvisite in Bräsenfelde loszuzetern: "Wo ist denn nun dieser Waschbär? Eyh, wir fahren doch nicht ne Stunde, um uns verar***en zu lassen!"
Alarmstufe "Orange" bei den Hüvelands. Hatte die Ausrufung der Vokabel "verar***t" auf die jungen Männer doch etwa die gleiche Wirkung wie der Schuss der "AURORA" auf die revolutionär gestimmten Soldaten Petrograds..."
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