Lisabeth Posthuma über wahre Freundschaft, die auch die größten Geheimnisse verkraftet. Für Fans von John Green und Benedict Wells
Der Teilzeitjob in einer Videothek verspricht endlich den Neubeginn, den Joel so lange herbeigesehnt hat. Nach jahrelanger Therapie will er die Vergangenheit hinter sich lassen. Seine neue Stelle scheint perfekt dafür: Dort darf er sich sogar einen anderen Namen geben – „Solo“, wie aus seinem Lieblingsfilm Star Wars. Endlich ein unbeschriebenes Blatt sein. Er punktet bei den Kollegen mit Ratschlägen, die er sich von Motivationspostern borgt, und freundet sich mit der schlagfertigen Nicole alias „Baby“ an, die seine Filmliebe teilt. Doch zu einer Freundschaft gehört auch Offenheit, und Nicole ahnt, dass Joel etwas verschweigt. Er muss sich entscheiden: Gibt er mehr von sich preis – oder setzt er ihre Freundschaft aufs Spiel?
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Diese Freundschaftsgeschichte von Lisbeth Posthuma hat mich extrem gepackt. Ein nicht vorhersehbares, tiefgründiges, rasantes Lesevergnügen voller Humor für alle ab 14, das einen sofort in seinen Bann zieht - nicht zuletzt wegen Sophie Zeitz‘ gelungener Übersetzung!
Joel, aka Han Solo, wagt sich nach längerem Aufenthalt in der Jugendpsychiatrie an einen Job in der Videothek. Dort lernt er Baby (Nicole) kennen, als sie sich gerade die Seele aus dem Leib kotzt. Die zwei freunden sich an, und Solo steht Baby in einer schwierigen Situation bei. Doch irgendwann kommt die Freundschaft an den Punkt, wo Joel von seinen Problemen erzählen müsste. Ob er sich traut?
ElliP
aus Hessen
5/5
09.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wunderbare Coming-of-age-…
Eine wunderbare Coming-of-age-Geschichte eines jungen Mannes, der sich von seinem Elternhaus emanzipiert, sich seiner problembeladenen Vergangenheit stellt und diese überwindet und sein Leben selbstbestimmt in die Hand nimmt. Das schafft er natürlich nicht alleine - eine ganz besondere Freundin und eine ganze Gruppe unterschiedlicher, skurriler Charaktere helfen ihm dabei. Es geht um das große Ganze, um Liebe, Freundschaft, Sexualität, psychische Erkrankungen, Lebensbewältigung, Erwachsenwerden und Verantwortung. Sprachlich sehr geschickt sind die Dialoge häufig urkomisch, salopp, und doch so ernst und nachvollziehbar, voller origineller Metaphern, Bilder, die im Kopf bleiben. Wir erleben die Protagonisten mit ihrer Verletzlichkeit, ihren Ängsten und Sehnsüchten und leiden mit ihnen bei der Aufarbeitung ihrer Probleme. Ein Roman, der zu Herzen geht, der wichtige Themen ins Zentrum rückt und zeigt, wie verrückt, traurig, urkomisch das Leben sein und wie man zu sich selbst und seinem Glück finden kann. Eine klare Leseempfehlung nicht nur für ein jugendliches Publikum!
Bewertung
aus Hamburg
5/5
01.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zurück in die Gesellschaft
Nach jahrelanger Psychotherapie ist der 17-Jährige Joel endlich bereit, das Leben auszuprobieren. Als ersten Schritt nimmt er einen Aushilfejob in der nahe gelegenen Videothek an. Dort genießt er es, eine „Tabula rasa“ zu haben und seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Schnell freundet er sich mit Nicole an, die ihre Geheimnisse mit Joel teilt. Doch Joel fällt es schwer, ihr gegenüber offen zu sein und von seiner Vorgeschichte zu erzählen. Zu sehr genießt er es, ein „normaler“ Mensch zu sein. Als die Freundschaft hierunter zu leiden beginnt, steht Joel am Scheideweg. Kann er die Freundschaft zu Nicole retten, indem er ihr von seiner Vergangenheit erzählt oder wird er sie hierdurch vielleicht erst recht verlieren?
„Baby und Solo“ ist das Romandebüt von Lisabeth Posthuma und für mich ein voller Erfolg. Zart und behutsam wird dem Leser die bewegende Geschichte von Joel nahegebracht, der nach einem schweren Schicksalsschlag eine schizoaffektive Psychose entwickelt und wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden soll. Mit angenehmem und leichtfüßigem Schreibstil werden einem die Themen wie Verlust, Trauer, Selbstfindung, Ausgrenzung, Mobbing, Homophobie und Hass nahegebracht. Dem Leser wird bewusst, wie stigmatisiert Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen werden, vor allem, wenn sie an einer psychiatrischen Erkrankung leiden. Dabei bleibt es nie langweilig, denn viele Entwicklungen sowie Nebenhandlungen sorgen für überraschende Wendungen. Dennoch bleibt die Atmosphäre stets ruhig. Die Figuren sind wahre Unikate und tiefgründig ausgearbeitet. Joel, der in der Videothek „(Han) Solo“ genannt wird, ist ein sensibler, empfindsamer und empathischer Charakter, der trotz seines jungen Alters schon sehr reif wirkt und für nahezu jeden einen passenden Rat hat. Seine zart aufkeimende Freundschaft mit Nicole („Baby“) ist wunderschön beschrieben und erfährt aufgrund mehrerer Ereignisse immer wieder Rückschläge. Auch die Emotionen kommen nicht zu kurz. Vom Mitfiebern, Wut, Freude bis hin zu Tränen war bei mir alles dabei.
Insgesamt ist dies ein wirklich toller, sehr behutsam erzählter Coming of Age Roman, der unglaublich spannend, anrührend und bezaubernd ist. Für mich ein weiteres Jahreshighlight 2021!
CorniHolmes
5/5
28.09.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein echtes Highlight für mich!
„Baby & Solo“ war mal wieder so ein Werk, bei welchem ich schon nach wenigen Zeilen wusste: Dieses Buch wirst du ganz bestimmt lieben. Tja, und wisst ihr was? Ich habe mit dieser Vermutung goldrichtig gelegen. Ich habe einfach genau das bekommen, was ich mir von dem Roman erhofft habe: Eine Geschichte, die mich auf die reinste emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt, durchweg mitreißt und nicht mehr loslässt. Solltet ihr gerne, wie ich, zu Jugendbüchern greifen, die schwierige und tiefgründige Themen mit viel Leichtigkeit und Humor behandeln, kann ich euch echt nur nahelegen das Jugendbuchdebüt von Lisabeth Posthuma kennenzulernen.
„Baby & Solo“ beinhaltet viele Aspekte, die es in meinen Augen zu einem ganz besonderen Werk machen. Da hätten wir zum einen die Zeit, in der es spielt. Das Buch entführt uns ins Jahr 1996, was ich genial fand. Das Setting war wirklich absolut meins, diesen einmaligen 90er-Jahre-Charme, der dank Dinge wie Videokassetten und alte Film- und Buchtitel aufkommt, habe ich richtig geliebt. Da ich selbst Anfang der Neunziger geboren wurde und daher mit so etwas wie VHS-Kassetten und Telefonzellen groß geworden bin und miterleben durfte wie ein Leben ohne Smartphones, Social Media und Netflix war, musste ich beim Lesen öfters an meine Kindheit denken und bin daher stellenweise ziemlich nostalgisch geworden.
Super fand ich auch, dass die Autorin als Hauptkulisse eine Videothek gewählt hat. Die Atmosphäre, die dadurch geschaffen wird, hat‘s mir irgendwie sofort voll angetan. Aber auch die anderen Schauplätze mochte ich sehr wie beispielsweise das Café von Babys Mum.
Was dieses Buch ebenfalls zu etwas Besonderem macht: Zwischen Joel (alias Solo) und Baby, unseren beiden Hauptfiguren, wird sich keine Romanze entwickeln, sondern eine innige Freundschaft. Für das YA-Genre ist das meinem Empfinden nach ja schon eher untypisch. Also mir hat dieser Punkt echt gut gefallen. Die freundschaftliche Beziehung zwischen Joel und Baby wird wundervoll beschrieben; ich mochte das Zusammenspiel zwischen den beiden unheimlich gerne.
Mit den Charakteren hat mich die Autorin ebenfalls vollends überzeugen können. Manche bleiben zwar recht blass, aber mich persönlich hat dies überhaupt nicht gestört. Ich habe es als vollkommen stimmig empfunden, dass wir über einige Personen nicht allzu viel erfahren und sie daher für uns Leser*innen ein bisschen farblos bleiben. Mir haben wirklich alle Charaktere sehr gut gefallen, sowohl die Haupt- als auch die Nebenfiguren. Manche sind so herrlich schräg drauf, Scarlet zum Beispiel, ist echt eine Nummer für sich, und allesamt sind sie einfach einzigartig. Besonders liebgewonnen habe ich Joel und Baby.
Joel, aus dessen Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Er ist so ein toller und liebenswerter Typ, ich mochte seine sympathische und selbstironische Art auf Anhieb und habe mich jederzeit problemlos in ihn hineinversetzen und sein Denken, Handeln und Fühlen nachvollziehen können. So habe ich es nur zu gut verstehen können, dass er sich aufgrund seiner dunklen Vergangenheit nach einem Neuanfang und Normalität sehnt, zugleich aber auch große Sorge hat, dass ihm dies aufgrund seiner Eigenheiten vielleicht nicht vergönnt sein könnte.
Was genau er durchmachen musste, erfahren wir erst am Ende. Bis zur Enthüllung spricht Joel immer nur von „das Schlimme“. Dass wir diesbezüglich so lange im Dunkeln gelassen werden, hat mir extrem gut gefallen. Die Handlung gewinnt dadurch eine gewisse Spannung, da man die ganze Zeit am überlegen ist, was damals nur Furchtbares passiert sein könnte, dass Joel so dermaßen aus der Bahn geworfen hat. Man ahnt zwar, was es in etwa sein könnte, aber aufgeklärt werden wie gesagt erst am Schluss. Wie die Antwort lautet, werde ich euch hier aber natürlich nicht erzählen. Nur so viel: Ich persönlich hätte eine Triggerwarnung eigentlich gar nicht so schlecht gefunden. Das Buch befasst sich mit teils ziemlich schweren Themen wie psychische Gesundheit und Homophobie und noch so einige weitere, die ich hier aus Spoilergründen lieber nicht nennen möchte.
Auch Baby hat mit Problemen zu kämpfen. Leider kann ich auch da nicht näher ins Detail gehen, da ich ansonsten vermutlich zu viel verraten würde. Das Päckchen, das sie zu tragen hat, ist jedenfalls auch ein äußerst großes.
Zu Babys Charakter möchte ich aber gerne noch ein paar Worte loswerden. Mit ihr hat die Autorin eine außergewöhnliche Figur skizziert. Baby ist tough, schlagfertig und manchmal ziemlich ruppig drauf, gleichzeitig wirkt sie aber auch sehr verletzlich und ist trotz ihrer Kratzbürstgkeit eine echte Sympathieträgerin. Also ich fand Baby klasse.
Zur Handlung kann ich mich ebenfalls nur positiv äußern. Mich hat sie tief bewegt und nachdenklich gestimmt und obwohl gefühlt eigentlich gar nicht so viel passiert und ich die Story als recht ruhig bezeichnen würde, konnte sie mich dennoch so richtig packen und an die Seiten fesseln.
Neben dem Mitfiebern und Mitfühlen bin ich beim Lesen an vielen Stellen auch sehr ins Schmunzeln geraten. Trotz der teils sehr ernsten Themen verströmt die Geschichte eine herrliche Leichtigkeit und steckt voller Witz und Charme. So mochte ich vor allem die humorvolle und jugendliche Erzählweise total gerne und auch der Aspekt, dass Joel uns Leser*innen öfters direkt anspricht, hat gänzlich bei mir punkten können.
Was das Ende angeht, wurde ich ebenfalls nicht enttäuscht. Es hat mich in so mancher Hinsicht sehr überrascht (im positiven Sinne, versteht sich) und absolut zufriedenstellen können. Dies war also mein erstes Buch von Lisabeth Posthuma und es wird hoffentlich nicht mein letztes gewesen sein.
Fazit: Emotional, tiefgründig, witzig und ergreifend. Ein wunderbares und wichtiges Buch, das mitreißt, berührt und nachhallt.
Für mich hat sich „Baby & Solo“ von Lisabeth Posthuma zu einem echten Highlight entwickelt. Ich habe großartige Lesestunden mit diesem Buch verbracht und kann es jedem, der gerne Bücher im Stil von John Green liest und auf 90er Jahre Vibes steht, nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
Jenne
aus Bassum
5/5
24.09.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine fantastische Geschichte über FReundschaft und Anderssein
Ein neues Lesehighlight im September
Wow, was für ein emotionales, romantisches, wunderbares Buch!!
Joel bekommt von seinem Therapeuten das okay, die "normale" Welt zu erkunden. Das erste gesetzte Ziel, ein Nebenjob. So landet er in einer Videothek, in der alle Filmnamen auf der Arbeit nutzen. Schon ist er Solo.
Dort lernt er Baby (Dirty Dancing) kennen und sie freunden sich an. Doch mit der Zeit stellt es sich als schwierig raus in einer zwischenmenschlichen Beziehung nichts von sich preiszugegeben. Davor hat Solo nämlich unheimlich Angst, denn er will endlich als "normal" wahrgenommen werden. Doch gerade noch rechtzeitig findet er den Mut sich Baby zu öffnen.
Es wird so wunderbar erzählt, wie sie sich kennenlernen und ihre kleinen und großen Probleme, wie Baby Solo in ihren "Scheiß" (ihre Worte) einweiht und letztlich doch Zurückweisung spürt weil er nichts erzählt, wie das vorangegangene Leben Solo geprägt hat und was es für Auswirkungen haben kann, wenn etwas Schlimmes passiert und dies dann in der Familie totgeschwiegen wird.
Über die Mutter von Solo konnte ich mich permanent aufregen, sowas engstirniges
Am Ende musste ich ein paar Tränen verdrücken und wünschte der Epilog wäre noch einen Ticken weiter in die Zukunft vorgedrungen
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5/5
03.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lieblingsbuch!
Dieses berührende Jugendbuch ist eines von denen, die noch lange nachdem man die letzte Seite gelesen hat nachwirken. Vor allem ein Buch, das möglichst viele Leser*innen verdient! Die Autorin hat die Geschichte in die frühen 1990er Jahre versetzt, was dem Ganzen für mich noch einen besonderen Reiz gibt. Die Themen Trauer, ungewollte Schwangerschaft, psychische Probleme und LGBTQ werden hier sehr feinfühlig behandelt. Alles wirkt sehr realistisch und niemals aufgesetzt. Ich habe dieses Buch geliebt!
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5/5
29.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Und wieder ein tolles Jugendbuch...
Und wieder ein tolles Jugendbuch aus dem Hanser Verlag-für Leser, die auch John Green oder Bendict Wells mögen...
Zeit:die 90er
Setting:eine Videothek mit Angestellten, die sich nach Filmfiguren benennen!
Protas:Joel+Nicole bzw. Solo+Baby und ihre "steinige" Freundschaft - klasse
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