Ein Mann sitzt in einem Café mit Blick auf den Bahnhof, nippt an einem grünen Saft und beobachtet die Menschen. Das Leben steht für einen Moment still, während er auf den Bus wartet, der ihn zu seiner Frau bringt.Jeden Tag ist er im Krankenhaus an ihrer Seite, bürstet ihr das Haar und erinnert sich an die prägenden Momente ihrer Beziehung. Und während er spürt, wie ihm die Liebe seines Lebens entgleitet, ringt er damit, wie seltsam der Umgang mit Pflege und Krankheit in der Gesellschaft ist. Er kommt nicht umhin, sich zu fragen, warum es normal ist, Trauerurlaub nach einem Tod zu nehmen, wenn er doch lieber die wenige Zeit, die ihnen noch bleibt, bei seiner Frau verbringen würde. So setzt er alles daran, seiner Frau in ihren letzten gemeinsamen Stunden ein Gefühl von Hoffnung zu geben. Wenn sie den Alltag bewahren möchten, dürfen gewisse Grenzen nicht überschritten werden. Aber liegt nicht genau in dieser Distanz eine große Schönheit?Nao-Cola Yamazaki erzählt aufrichtig, tiefgründig und bewegend von Fürsorge und Pflege, aber auch von Gemeinschaft und Zusammenhalt in einer Welt, die sich zu schnell dreht.»Yamazaki entwirrt und beleuchtet auf lebendige und einfühlsame Weise all die unausgesprochenen Emotionen, die zwischen ihren Figuren bestehen.« HIROMI KAWAKAMI
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Der Autorin schreibt eine sehr schöne, aber auch für mich persönlich sehr traurige Geschichte. Es gibt keine unerwartete Wendung, keine Höhepunkte, nur der ruhige Verlauf einer zarten menschlichen Liebe mit purer Zuwendung, mit Respekt. Beim Lesen des Buchs merkt man leichte Unterschiede in der Mentalität.
So eine Diagnose hinterlässt tiefe Spuren im Leben des Betroffenen und der gesamten Familie. Und schweißt nochmal zusammen. Die Fürsorge, die Zeit und die Pflege sind die Investition in die Hoffnung, dass es ein Wunder gibt.
Eine absolute Leseempfehlung.
AnnaLovesBooks23
5/5
31.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein leises, wunderschönes Buch über Liebe, Abschied und die vielen kleinen Dinge, die bleiben. 4,5 ⭐️
Erster Satz: „Bewegung ist interessant.“
Was für ein schöner erster Satz für dieses Buch. Und je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich verstanden, wie viel in dieser Geschichte in Bewegung ist.
Die Schönheit der Distanz hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist ruhig, sehr besonders und gleichzeitig unglaublich eindringlich. Es sind gar nicht die großen Ereignisse, die einen festhalten, sondern die vielen kleinen Beobachtungen und Gedanken. Immer wieder gab es Stellen, bei denen ich kurz innehalten musste, weil ich sie so schön oder richtig klug fand. Ich hätte das Buch ohne Probleme an einem Stück lesen können. Stattdessen habe ich bewusst Pausen gemacht, weil ich diese Geschichte nicht einfach nur lesen, sondern ein bisschen bei mir behalten wollte.
Im Mittelpunkt steht ein Mann, dessen Frau schwer an Krebs erkrankt ist. Er begleitet sie durch ihre letzten Wochen, kümmert sich um sie und versucht gleichzeitig, ihr ihre Selbstständigkeit zu lassen. Man weiß ziemlich schnell, wohin die Geschichte führen wird. Und trotzdem hat mich dieser Weg unglaublich mitgenommen. Vor allem die Art, wie die beiden miteinander umgehen, hat mich berührt. Ich habe ihre Beziehung nie als kühl oder distanziert empfunden. Für mich war da eine große Nähe, die gar nicht viele Worte braucht. Sie sagen sich nicht ständig, was sie füreinander empfinden. Man sieht es in den kleinen Gesten. In der Fürsorge. In dem Respekt, den sie einander entgegenbringen. Gerade diese stille Form von Liebe fand ich wunderschön. Auch die vielen Wiederholungen haben für mich genau richtig gepasst. Pflege bedeutet eben auch, immer wieder dieselben Dinge zu tun. Und gerade dadurch bekommen diese kleinen Gesten eine solche Bedeutung. Was zunächst alltäglich wirkt, wird später schmerzhaft, weil es irgendwann nicht mehr möglich ist.
Sehr gefallen hat mir außerdem, dass keine der Figuren einen Namen trägt. Es gibt den Mann, die Frau, die Mutter, den Vater, die Tochter. Mehr braucht es nicht. Für mich hat das die Geschichte noch einmal allgemeiner gemacht, ohne dass die Figuren dadurch weniger persönlich wurden.
Besonders hängen geblieben sind bei mir die vielen philosophischen Gedanken. Zum Beispiel die Frage nach der Restlebenszeit. Wenn ein Mensch eine Diagnose bekommt, die zum Tod führen wird, sprechen wir plötzlich von der Zeit, die ihm noch bleibt. Aber eigentlich beginnt die Restlebenszeit doch schon mit unserer Geburt. Diesen Gedanken fand ich so schön und gleichzeitig so selbstverständlich, dass ich mich gefragt habe, warum ich darüber noch nie so nachgedacht habe. Solche Momente gibt es in diesem Buch immer wieder.
Der Umgang mit Krankheit, Krebs und Tod wird aus ganz unterschiedlichen Perspektiven gezeigt. Dazu kommen die Einblicke in die japanische Gesellschaft, besonders in dem Umgang mit Sterben, Trauer und Bestattung. Wie mit einem Körper umgegangen wird, welche Rituale dazugehören und was gesellschaftlich erwartet wird, fand ich sehr interessant. Das alles wirkt nie wie ein eingeschobener Exkurs, sondern gehört ganz selbstverständlich zu dieser Geschichte.
Das Ende hat für mich noch einmal alles zusammengeführt. Plötzlich versteht man den Titel auf eine ganz andere Weise. Distanz muss nicht bedeuten, dass Liebe verschwindet. Man kann einen Menschen auch aus der Entfernung lieben. Eine Beziehung kann sich verändern, ohne aufzuhören zu existieren. Genau das hat dieses Buch für mich so besonders gemacht.
Ich habe es wirklich sehr gerne gelesen. Es war eine Bereicherung für mich, hat mich berührt und mir viele Gedanken mitgegeben, die wahrscheinlich noch eine Weile bei mir bleiben werden. Ein leises Buch, das ganz ohne große Worte sehr viel erzählen kann. Und eines, das ich von Herzen gerne weiterempfehle.
meerblick
5/5
25.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Den Tod vor Augen
Die Diagnose Krebs ist eine erschütternde Nachricht, die verkraftet werden will und die in den meisten Fällen ein zeitnahes Lebensende ankündigt. Nicht nur der oder die Betroffene leidet, auch Angehörige, Freunde, Bekannte empfinden großen Schmerz.
Nao-Cola Yamazaki beschreibt in ‘Die Schönheit der Distanz‘ wie nahestehende Menschen den respektvollen Umgang zu einer todkranken Frau pflegen, wie sie tagtäglich aufs Neue den Augenblick der Gemeinsamkeit genießen. Kleine Dinge wie das Kämmen des Haares werden zum alltäglichen Ereignis, was vom Ehemann hinterfragt wird bezüglich eines gebührenden respektvollen Abstandes zur Kranken, um die Würde zu wahren. Der Verfall des Körpers und die ebenso schwindenden Kräfte, ein Abbild des Leidens, sind unübersehbar. Doch der Moment zählt und allen Besuchern wird gemeinsame Zeit mit der Erkrankten eingeräumt, um persönliche Worte zu wechseln, Erinnerungen aufleben zu lassen.
Es ist eine berührende und gleichzeitig erklärende Geschichte, die die japanische Gesellschaft spiegelt. Sie zeigt das Verhalten, die Gedanken und Gefühle der Menschen bis hinein in den Arbeitsalltag und deren Organisation, um die Besuche im Krankenhaus zu organisieren. Bei aller Traurigkeit, das Wesen des Romans zeigt er doch sehr anschaulich, wie Menschen um in Stückchen Normalität ringen.
Bewertung
5/5
24.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Übung vor dem Tod
Dieser Roman erzählt vom langsamen Abschied eines Ehemannes, dessen Gattin an Krebs erkrankt ist und nicht mehr viel Zeit hat.
Er hilft ihr, so gut er es eben vermag. Seine täglichen Besuche im Krankenhaus, alles wird zur Routine, er kämpft mit sich, denn es ist schmerzvoll zu erleben, wenn der geliebte Mensch, mit dem man über 15 Jahre lang in Liebe verbunden war, von Tag zu Tag weniger Energie besitzt, weniger sie selbst ist. Doch er macht seine Sache gut, er lässt ihr ihre Selbstbestimmung, er zeigt ihr nicht ständig sein Mitleid oder seinen Kummer. Mit den Besuchen scherzt sie, schmiedet auch Pläne, trotz des Wissens, dass diese niemals mehr Realität werden können.
Im Buch wird gezeigt, dass der Tod, den man selbst oder eine nahestehende Person vor Augen hat, nicht nur schmerzvoll und traurig ist und macht, sondern dass da auch die Gegenwart noch genug Platz hat. Jeder Tag ist voller Geschenke und Überraschungen und man muss dankbar sein und soll Freude empfinden dürfen.
Obwohl diese Lektüre aus der Sicht der japanischen Bevölkerung geschrieben wurde und für uns manches eher fremd anmutetet, so gibt es genug Parallelen. Es ist ein schweres Thema, schonungslos ehrlich geschrieben, das hier behandelt wird, aber irgend wann im Leben betrifft es jeden.
Venenorojo
Thalia Book Circle Community
5/5
23.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vom würdevollen Umgang mit dem Partner
“Die Schönheit der Distanz” ist ein wundervolles Buch über ein Ehepaar, die sich in einer schwierigen Situation befinden. Die Ehefrau befindet sich trotz ihres noch relativ jungen Alters im Endstadium ihrer Krebserkrankung. Wir erfahren zwar viel über die Ehefrau, lesen die Geschichte aber dennoch aus der Perspektive des japanischen Mannes. Es sind seine Gedanken zu der Erkrankung, zu der Ehe, zu seiner Frau, aber auch zu dem Job, dem er nach wie vor ausübt, auch wenn er diesem eingeschränkter nachgeht. Der Roman lässt uns nachdenken über Würde, Respekt und einem distanzierten und dennoch schonungslos engem Kontakt zu der Ehepartnerin. Der Ehemann besucht seine Frau nahezu jeden Tag im Krankenhaus, er wäscht sie, kämmt sie, redet mit ihr, jedoch ohne an die Zukunft denken zu wollen. Er möchte die Momente im Jetzt auskosten, ist aber durchaus bereit, diese Momente mit seinen Schwiegereltern und Freunden seiner Frau zu teilen, denn er möchte nicht entscheiden, mit wem sie Zeit verbringt. Nao-Cola Yamazaki schreibt in einer wundervoll einfühlsamen Art und lässt Respekt, Selbstbestimmung und Würde im Mittelpunkt seiner Geschichte stehen. Der Roman hat mich sehr berührt, und ich kann ihn uneingeschränkt weiterempfehlen.
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5/5
17.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebe und Respekt
“Die Schönheit der Distanz”, dieser Titel wird von dem Ehepaar durch dieses schlanke Buch gelebt. Irgendwo in Japan in einem Hospital. Eine Frau liegt im Sterben. Der Ehemann lässt ihr Raum, sucht ihre Nähe. Essentielles haben sie geklärt. Er spricht die Dinge behutsam an, wahrt ihre Würde, verrichtet Handlungen diskret, das hat etwas zutiefst Intimes. Ein Abschied mit Melancholie und Dankbarkeit, ohne Drama, wie man es sich wünscht. Unaufdringlich, leise, wunderschön.
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5/5
01.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dem Tod kann man nicht entgehen...
Wie nähert man sich dem Thema als Roman? Erzählt wird von den letzten Tagen, die der Protagonist mit seiner Frau erlebt; welche Gedanken ihm durch den Kopf gehen und wie er die Würde seiner Frau bis zuletzt bewahren kann. Aber auch ganz praktische Dinge wie lebensverlaengernde Massnahmen ja oder nein, die Routine im Krankenhaus und andere Themen werden auf eine sehr zurückhaltende Art vom Ehemann erzählt. All diese Dinge kommen auf jeden von uns zu und ich finde es bewundernswert, wie die Autorin uns auf diesen Weg vom Leben zum Tod und darüber hinaus mitnimmt. Ein wichtiges, leises Buch!
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3/5
29.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sorry, das geht besser...
Klar ist das Thema wichtig und schlecht ist dieser Text auch nicht zu nennen.
Falls sie dieses Thema vertiefen möchten?!
Gabriele von Arnim hat "Das Leben ist ein voruebergehender Zustand" geschrieben und Helga Schubert " Der heutige Tag" .
Diese beiden Werke sind, wie ich finde, um Längen besser.
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