'Miriam Carbe erzählt in einer bewegenden Familiengeschichte von einem ganzen Jahrhundert.' Mariana Leky
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Wer dieses Buch liest, begegnet sich selbst und den eigenen Familiengeschichten. Episch und epochal - ein Meisterwerk.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Ingrid
Thalia Book Circle Community
5/5
05.07.2026
eBook (ePUB)
Vielschichtiges Generationenporträt der Frauen der Familie der Autorin
In ihrem Roman „Unerwünschte Töchter“ spannt Miriam Carbe einen Bogen über vier Generationen ihrer Familie und beleuchtet das Leben ihrer Urgroßmutter Margarethe, ihrer Großmutter Marianne, ihrer Mutter Monika sowie ihre eigenen Kindheit. Entsprechend des Titels kamen sie jeweils zu einem Zeitpunkt zur Welt, der von ihren Müttern eher unpassend empfunden wurde.
Margarethe wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Dresden, bereits drei Monate nach der Hochzeit ihrer Eltern in wohlhabende Verhältnisse hineingeboren und war bedauerlicherweise nicht der erwartete Sohn. Sie selbst gebar ihre Tochter Marianne 1914, nur wenige Tage bevor ihr Ehemann zum Kriegsdienst eingezogen wird und davon nicht zurückkehrte. Während des Zweiten Weltkriegs ist Marianne mit einem Offizier der Wehrmacht liiert, der zunächst im Innendienst eingesetzt wird, später jedoch an die Front versetzt wird und dort fällt. Zu diesem Zeitpunkt erwartet sie bereits Monika. 1967 kommt in dieser Kette der Mütter die Autorin zur Welt, gegen den Wunsch ihrer Großmutter und ihres Vaters.
Ein über die Generationen weitergereichter Kirschholzschrank ihrer Urgroßmutter, der sich heute im Besitz der Autorin befindet, erinnert sie an ihre Vorfahrinnen, deren Lebenswege den Roman inspiriert haben. Einst beherbergte er Bücher wechselnder Genres, die stets als Bereicherung der Lebensqualität galten sowie Dekorationsartikel. Heute bewahrt die Autorin darin jedoch einen besonderen Schatz auf: die Tagebücher und Notizen der Frauen ihrer Familie, die diese zahlreich hinterlassen haben und deren älteste Ausgabe Eintragungen von 1908 enthält. Sie haben darin Familienereignisse festgehalten oder einfach ihre Gedanken zu Themen, die sie gerade beschäftigten.
Miriam Carbe erzählt die familiären Geschehnisse in chronologischer Reihenfolge. Zwischen die historischen Kapitel fügt sie Abschnitte ein, in denen sie eigene Erinnerungen schildert und Kenntnisse, die auf den Aufzeichnungen der Vorfahrinnen basieren, aus denen sie immer wieder zitiert, was maßgeblich zur Authentizität des Romans beiträgt. Zeiträume, zu denen sich keine Hinweise in den Eintragungen finden, füllt sie mit Fiktion, was ihr hervorragend gelingt, da sich keine Brüche erkennen lassen. Um bestimmte Aspekte der gesellschaftspolitischen Entwicklung und deren Auswirkungen in die Erzählung einzubinden, erschafft sie fiktive Figuren, deren Lebensgeschichten sich ebenso nahtlos in die überlieferte Familiengeschichte einfügen.
Die Geschichte zeichnet zwischen den Zeilen die Entwicklung der Rolle der Frau über die Jahre hinweg ab. Sie zeigt allerdings auch, wie tief Konventionen prägen können, so dass sie an die nächste Generation weitergegeben werden, obwohl sie längst überholt sind. Die Vorfahrinnen der Autorin stellen sich auf ihre eigene Art und den ihn gegebenen Möglichkeiten gegen die ihnen auferlegten, gesellschaftlichen Erwartungen und erkämpfen sich gewisse Freiräume. Dennoch bleiben sie manchmal ihrer eigenen Meinung gegenüber Widerständen fest verhaftet.
Mit „Unerwünschte Töchter hat Miriam Carbe einen bewegenden Roman geschrieben, der Familiengeschichte, historische Fakten und Fiktion überzeugend miteinander verbindet. Die zitierten Tagebucheinträge machen die Schicksale der Vorfahrinnen der Autorin unmittelbar erfahrbar, so dass ein vielschichtiges Generationenporträt entsteht, das nachhallt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter.
Leser
Thalia Book Circle Community
5/5
05.07.2026
eBook (ePUB)
Vier Generationen einer Familie
Dieses Buch ist nicht nur ein sehr unterhaltsamer Roman, es ist auch ein vielschichtiges Generationenporträt deutscher Geschichte.
Die Einblicke in die Familie der Autorin, basierend auf Tage- und Notizbüchern ihrer Vorfahren, ist zugleich eine Zeitreise durch ein Jahrhundert deutsche Geschichte, mit allen Höhen und Tiefen dieser Zeit.
Sie schildert die schmerzhafte Erkenntnis, als uneheliches schwarzes Kind in den 1960er Jahren von der eigenen Familie als unerwünscht betrachtet worden zu sein. Sie legt dar, wie rassistische Denkmuster und Vorurteile, die tief in der Gesellschaft verwurzelt waren, von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
Ein schwieriges Erbe, dass aber auch einen Blick auf die Gesellschaft eines ganzes Jahrhunderts wirft, und zeigt wie schwierig es ist eigene selbstbestimmte Wege zu gehen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
21.06.2026
eBook (ePUB)
Vier Generationen
Ich lese gerne Romane die über das Leben mehrerer Generationen erzählen.
Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Vier Frauen, die ein Jahrhundert wieder lebendig werden lassen.
Erzählt wird die Geschichte von Miriam Carbe, die ihren Lesern Einblicke in ihre Familiengeschichte gewährt. Anhand von Tagebucheintragungen, Erinnerungen und Überlieferungen werden ihre Mutter, Großmutter und Urgroßmutter wieder lebendig und nehmen uns mit in eine bewegte und bewegende Vergangenheit.
Es ist eine Zeitreise, die all das widerspiegelt, was im Laufe der Jahrzehnte die Menschen bewegt und geformt hat. Technologische Fortschritte, Kriege, medizinische Errungenschaften, das Bild der Frau und des Mannes in der Gesellschaft, Rassismus und all die Dinge, die unsere Generationen geprägt haben.
Es ist interessant zu beobachten was sich verändert hat und was über die Jahre erhalten und in manchen Köpfen geblieben ist. Authentisch und unterhaltsam geht diese Reise über viele Seiten.
Mir hat es gut gefallen und an manchen Stellen die Augen geöffnet und an anderen den Kopf schütteln lassen.
Mandel120999
5/5
28.05.2026
eBook (ePUB)
Die Herzfrequenz der Generationen
„In der Herzfrequenz der Generationen markieren Margarethe und Monika die großen Ausschläge, wir die ruhigen Abschnitte.“ In diesem autobiografischen Buch geht es um vier Generationen von Frauen: Margarethe, Marianne, Monika und Miriam. Miriam ist die Autorin, die das Buch anhand von Notizbüchern und Tagebüchern ihrer Vorfahrinnen schrieb.
Das Buch schildert ein großes Stück deutscher Geschichte, erzählt anhand der Leben der vier Frauen. Zeitlich umfasst es den ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, den zweiten Weltkrieg, die Zeit danach mit dem Aufschwung und dem Mauerbau. Die Autorin benutzt eine kraftvolle Sprache und ausdrucksstarke Bilder, nimmt die Leserschaft auf atemlose, rastlose Art mit auf eine Reise durch die Jahrzehnte. Die Erlebnisse, die die Frauen haben, gehen beim Lesen unter die Haut, auf schonungslos anschauliche Art und Weise befasst sich die Autorin mit der Brutalität des Krieges, mit dem Verlust von Brüdern und Ehemännern. Die Literatur ist es, die auf fast absurde Weise vor allem Margarethe Hilfe und Trost in den schweren Zeiten spendet.
Keine der vier Frauen hat Glück mit den Männern, alle sind den Zwängen und Konventionen ihrer Zeit unterworfen.
Der Roman liest sich sehr fesselnd, macht betroffen und nachdenklich. Trotzdem ist er unterhaltsam und lässt einen als Leserin mit der Hoffnung zurück, dass die jüngste der Frauen, Miriam, über die man im Buch am wenigsten erfährt, ein ruhigeres und zufriedeneres Leben hat als ihre Vorfahrinnen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
24.07.2026
eBook (ePUB)
Unerwünscht und doch geliebt!
“Unerwünschte Töchter” ist ein vielschichtiger Familienroman, der anhand mehrerer Frauengenerationen ein deutsches Jahrhundert erfahrbar macht. Im Mittelpunkt stehen Frauen, die lieben, leiden, sich behaupten wollen und sich doch immer wieder an gesellschaftlichen Erwartungen, familiären Mustern und historischen Umbrüchen aufreiben.
Besonders eindrücklich ist, wie Carbe die weibliche Linie der Familie sichtbar macht. Nicht die großen politischen Ereignisse allein stehen im Vordergrund, sondern die Spuren, die Krieg, gesellschaftliche Enge, Rassismus, soziale Erwartungen und familiäre Verletzungen in den Lebensläufen der Frauen hinterlassen. Dadurch entsteht eine Erzählung, die leise beginnt, aber lange nachhallt. Man liest nicht nur über einzelne Schicksale, sondern über weitergegebene Muster: über Strenge, Scham, Sehnsucht nach Freiheit und das schwierige Erbe, das Mütter und Töchter einander manchmal ungewollt mitgeben.
Die Rolle der Mutter ist dabei eines der stärksten Themen des Buches. Carbe zeigt Mutterschaft nicht romantisiert, sondern als widersprüchlichen, oft überfordernden Raum: Mütter können schützen und verletzen, Halt geben und Grenzen setzen, lieben und zugleich weitergeben, worunter sie selbst gelitten haben. Gerade diese Ambivalenz macht den Roman so glaubwürdig. Er fragt, wie viel Freiheit eine Frau haben kann, wenn sie selbst unter Erwartungen aufgewachsen ist, die sie kaum erfüllen konnte.
Auch das Thema psychische Gesundheit zieht sich berührend durch die Geschichte. Die Verletzlichkeit einzelner Figuren wird nicht als Randnotiz behandelt, sondern als Teil der Familien- und Zeitgeschichte. Das Buch macht deutlich, wie psychische Belastungen verschwiegen, fehlgedeutet oder innerhalb von Familien weitergetragen werden können. Gerade deshalb wirkt die Lektüre stellenweise schwer, aber nie beliebig: Sie öffnet einen Blick dafür, wie eng persönliche Krisen mit gesellschaftlichen Bedingungen verbunden sind.
Eine klare Leseempfehlung, die einen auch lange nach der Lektüre beeinflusst.
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5/5
08.07.2026
eBook (ePUB)
Absolut lesenswert!
Carbes Mutter, Großmutter und Urgroßmutter waren begeisterte Leserinnen und Tagebuchschreiberinnen. Nach dem Tod ihrer Mutter erbte Carbe diese Tagebücher und schenkte uns auf ihrer Grundlage diesen fesselnden Roman über ihre Familiengeschichte.
Wir tauchen ein in ein Jahrhundert voller Kriege, Umbrüche und Verluste, das besonders die Frauen traf, die Männer, Söhne oder Brüder verloren. Carbe wechselt gekonnt zwischen den Erzählperspektiven der einzelnen Frauen und unterbricht diese durch autobiografische Einblicke. Besonders spannend fand ich, wie sich bestimmte Verhaltensmuster über Generationen hinweg bei den Frauen weitervererbt haben.
Carbes literarisches Erbe ist unverkennbar. Für mich ist dies einer der interessantesten und vielschichtigsten Romane zum Thema Familiengeschichte, den ich seit langem gelesen habe.
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5/5
29.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unbedingt lesen!
Ja es sind vier starke Frauenschicksale, die dieses Buch prägen. Von Dresden bis in den Westen, eine lange Zeit vom 19. Jahrhundert bis heute mit Kriegen, NS-Zeit, geteiltes Deutschland, mit Widerstand, Opportunismus, Diskriminierung, Rassismus - ein Spiegelbild der Gesellschaft. Alle Frauen haben gekämpft mit ihren Möglichkeiten und Mitteln. Großartig.
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5/5
22.06.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Unerwünschte Töchter
Vier Frauen, vier Generationen. In „Unerwünschte Töchter“ erzählt Miriam Carbe von ihrer Familiengeschichte.
Sie lässt uns an einem wertvollen Familienschatz teilhaben, der auf Tagebucheinträgen und Erinnerungen ihrer Mutter, Großmutter und Urgroßmutter beruht. Die vier Frauen – Margarete, Marianne, Monika und die Autorin selbst – nehmen uns mit auf eine Zeitreise und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Der Roman beleuchtet die verschiedenen Charaktere und die familiären Prägungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, sehr intensiv.
Es ist eine sehr bewegende Geschichte, die durch Simone Kabst zu einem wunderschönen Hörerlebnis wird.
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5/5
16.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vier Frauen, eine Geschichte
Eine Familiengeschichte, geprägt von zwei Weltkriegen – dieses Schicksal verbindet viele Familien. Besonderheit in der Familie Grundmann/Carbe: es gibt Tagebuchaufzeichnungen, zurückreichend bis ins Jahr 1908. Aus den literarischen Hinterlassenschaften ihrer Ahninnen hat Miriam Carbe einen wunderbaren Roman gemacht. Sie erzählt nüchtern, fühlt sich aber in alle Frauen hinein, sodass ein lebendiges Bild der jeweiligen Zeit entsteht. Spannend fand ich, wie zwar alle Frauen ganz unterschiedliche Charaktere sind, sich aber nicht vom Einfluss der Familie lösen können und die Fehler ihrer Mütter wiederholen. Natürlich keine leichte Lektüre, aber superspannend, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
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5/5
13.06.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Vier Frauen namens M......
Der Hanser Verlag überrascht mit einem umfangreichen Text, für mich DER Verlag für schlankere gehaltvolle Bücher. Mit literarischem Anspruch, entlang den historischen Entwicklungen ihrer Zeit, schildert die Autorin eine Familiengeschichte, mit autobiographischen Zügen, die Urenkelin, die auf den hinteren Seiten geboren wird, ist sie selbst. Die vier Frauen aus den vier Generationen sind eng miteinander, sie stehen sich bei, kämpfen zusammen gegen Widrigkeiten, streiten. Jede Generation sieht sich anderen Konflikten gegenüber, hat andere Wünsche, Ideen und Ansprüche, ist von den Müttern und Vätern verschieden geprägt. Die Geschichte und die Stimme von Simone Kabst nahmen mich gefangen, ein rundes, empfehlenswertes Hörerlebnis.
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