"Ein Jahr nachdem er den Élysée-Palast verlassen hat, ist der ehemalige Präsident Dan Lehman ein Schatten seiner selbst. Seine Ehe mit einer Schauspielerin ist nur noch Fassade. Er trinkt, wird in Gerichtsverfahren verwickelt und versucht mit einem Buch in die Medien zurückzukehren, während seine Frau die Rolle ihres Lebens spielt. Ihr Film ist ein Erfolg, wird für die Goldene Palme in Cannes nominiert. Und dort, in diesem Tempel des Kinos, in dem alles Illusion ist, vermischen sich Realität und Fiktion auf verheerende Weise.
Ein mitreißendes Hörbuch über die zerstörerischen Auswirkungen der Medienwelt auf Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen - aber vor allem über die Liebe."
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Jürg K.
5/5
12.05.2026
Hörbuch-Download
Ruhm, Illusion und die Macht der Medien
Ein Roman über Ruhm, Illusion und die zerstörerische Macht der Medien. Karine Tuil erzählt von Dan Lehman, einem einst mächtigen Präsidenten, der nach dem Élysée-Palast zerbricht. Ein Jahr nach seinem Rücktritt ist Dan Lehman nur noch ein Schatten seiner selbst. Seine Ehe mit einer gefeierten Schauspielerin wirkt nach aussen perfekt, doch hinter den Kulissen zerfällt alles. Alkohol, öffentliche Skandale und ein verzweifelter Versuch, mit einem Enthüllungsbuch zurück in die Schlagzeilen zu kommen. Währenddessen erlebt seine Frau den grössten Triumph ihrer Karriere. Ihr Film wird in Cannes gefeiert und für die Goldene Palme nominiert. Im Tempel des Kinos, wo alles auf Inszenierung beruht, geraten Wahrheit und Fiktion ausser Kontrolle. Die Blitzlichter der Presse, die Gier nach Geschichten und die Mechanik des Ruhms setzen eine Kettenreaktion in Gang, die nicht nur Karrieren, sondern auch Herzen zerstört. Für mich ein mitreissender, schonungsloser Blick auf Menschen im Rampenlicht und auf die Liebe, die unter dem Druck der Öffentlichkeit zerbricht. Richard Barenberg; Sandrine Mittelstädt mit ihren Stimmen geben dem Hörbuch die nötige Spannung, Intensiv und eindringlich. Ideal als Hörbuch für alle, die sich für psychologisch dichte Erzählungen über Macht, Medien und zerbrechende Beziehungen interessieren. Ein eindringlicher Roman, der zeigt, wie die Medienwelt Menschen formt und zerstört. Die Geschichte trifft mitten ins Herz und lässt lange nachdenken.
jennylovesreading
Thalia Book Circle Community
4/5
24.05.2026
Hörbuch-Download
Macht, Medien und persönliche Opfer
Das Hörbuch zum gesellschaftskritische Roman Die Liebeshungrigen von Karine Tuil erschien am 15. Mai 2026 im argon Verlag. In 9 Stunden und 8 Minuten beleuchten die beiden Sprecher die Auswirkungen eines Lebens in der Öffentlichkeit aus der Perspektive eines ehemaligen französischen Präsidenten, seiner Ex-Frau und seiner aktuellen Ehefrau.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Machtverlust, öffentliche Wahrnehmung, mediale Berichterstattung und die unterschiedlichen Maßstäbe, nach denen Männer und Frauen bewertet werden. Besonders eindrücklich wird dargestellt, welche persönlichen Opfer hinter einer erfolgreichen politischen Karriere stehen.
So hat die Ex-Frau des Präsidenten ihre eigene Laufbahn als Schriftstellerin selbstverständlich zurückgestellt, um seinen beruflichen Erfolg zu unterstützen, ohne dass diese Entscheidung jemals bewusst miteinander besprochen wurde. Auch seine heutige Ehefrau verzichtete zunächst auf ihre Karriere als Schauspielerin. Als sie später selbst beruflich erfolgreich wird und in Cannes gefeiert wird, erlebt sie jedoch, wie stark Frauen in der Öffentlichkeit auf ihr Äußeres und ihr Alter reduziert werden.
Auch die Rolle der Medien wird differenziert betrachtet. Einerseits sind sie ständig auf der Suche nach Skandalen und persönlichen Fehltritten, andererseits tragen sie dazu bei, Missstände sichtbar zu machen, etwa bei der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen in der Filmindustrie.
Die beiden Sprecher:innen passen aus meiner Sicht hervorragend zu den Figuren mittleren Alters. Ihre Stimmen wirken passend zur Atmosphäre und transportieren die unterschiedlichen Emotionen glaubwürdig. Lediglich das Sprechtempo war mir stellenweise etwas zu langsam, weshalb ich problemlos auf 1,25-facher Geschwindigkeit hören konnte.
Das Hörbuch regt zum Nachdenken über Politik, Medien und gesellschaftliche Erwartungen an. Gleichzeitig zeigt er eindrucksvoll, welche Auswirkungen öffentliche Aufmerksamkeit auf Beziehungen und Familien haben kann. Ein empfehlenswertes Hörerlebnis für alle, die sich für Politik, Medien und die #MeToo-Debatte interessieren.
Buecherheidrun
aus Horb
5/5
25.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klug, realitätsnah und eindrucksvoll geschrieben
Es geht um Liebe in diesem Buch. Um die Liebe zu Menschen, die einmal das Wichtigste in unserem Leben waren, um flüchtige, vergängliche Liebe, die Liebe zu unseren Kindern, aber auch um die Liebe zur Macht und ihre Auswirkungen, wenn sie plötzlich nicht mehr verfügbar ist. Daher trifft der französische Originaltitel „Krieg mit anderen Mitteln“ den Kern der Geschichte besser, denn Dan Lehman, ehemaliger französischer Präsident, führt Krieg gegen sich selbst, betäubt mit maßlosem Alkohol- und Tablettenkonsum seine „Machtlosigkeit“, versucht nach einer langjährigen gescheiterten Ehe und seiner in Auflösung begriffenen zweiten Ehe, sein Leben und seine Dämonen in den Griff zu bekommen. „Lehmans erster Blick am Morgen galt der aktuellen Bestsellerliste, er wollte prüfen, auf welcher Position sein neuestes Buch stand. Erst danach schluckte er einen Angstblocker, in der Regel Xanax, aber auch Lexotanil vertrug er gut.“ (S. 11)
Doch dieser noch vor einem Jahr so bedeutende Mann scheitert an sich selbst, während seine Noch-Ehefrau als Schauspielerin kurz vor dem großen Durchbruch ihrer Karriere steht. Ihr Film wird für den Preis in Cannes nominiert, was die Abwärtsspirale, in der sich Dan befindet, unaufhaltsam und noch schneller weiterdreht. Doch auch Hildas Preis für den Erfolg ist hoch, denn bei der Verleihung der „Goldenen Palme“ kommt es zum Eklat.
Jeder Satz dieses außergewöhnlichen Romans ist wohlformuliert, trifft mit seiner sprachlichen Brillanz ins Schwarze und ist ein wahrer Lesegenuss. Daher gebührt den beiden Übersetzerinnen Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch ein riesengroßes Kompliment.
Im Fokus der Medien zu stehen, der rücksichtslosen Penetranz der sozialen Netzwerke und verbalen Attacken völlig fremder Menschen ausgesetzt zu sein, jeden Schritt den man tut, jede unbedachte Äußerung, jeden Fehltritt kommentiert und ausgebreitet zu sehen, wird hier schmerzhaft deutlich gemacht. Welche Auswirkungen ein Leben in der Öffentlichkeit als Politiker auf das Private hat und wieviel dadurch zerstört und zunichte gemacht werden kann, eindrucksvoll geschildert.
Mich hat dieser kluge, ethische Fragen umkreisende und erschreckend realitätsnahe Roman in seiner Aussagekraft über die verheerenden Einflüsse der Medienwelt auf Menschen, die im Fokus der sensationsgierigen Öffentlichkeit stehen, sehr berührt. Unbedingte Leseempfehlung.
hamburg.lesequeen
aus Bargfeld-Stegen
5/5
15.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einfach strak ...
DIE LIEBESHUNGRIGEN
Karine Tuil
ET: 15.05.26
Lehman fühlt sich ausgebrannt, demoralisiert und greift immer häufiger zur Flasche. Was war passiert? Vor einem Jahr war er noch der Präsident Frankreichs. Er hatte seine langjährige Ehefrau, die ihm über Jahre den Rücken freigehalten und ihre eigene Karriere für ihn zurückgestellt hatte, für eine zwanzig Jahre jüngere Schauspielerin verlassen. Es lief alles gut! Dann kriselte auch diese neue Beziehung. Gleichzeitig warfen ihm linke Politiker*innen vor, sich mit den Rechten verbündet zu haben. Sein Ansehen schwand, das Vertrauen seiner Anhänger und Wähler ging verloren, und schließlich verlor er die nächste Präsidentschaftswahl. Er musste den Élysée-Palast räumen.
Doch damit nicht genug: Nun soll er sich auch noch einer Befragung der Finanzermittler stellen. Währenddessen erhält seine zweite Ehefrau die Spielfilmrolle ihres Lebens. Für Lehman, der ohnehin an seiner Entmachtung und dem Verlust seines früheren Lebens knabbert, ist all das ein weiterer Grund, noch tiefer ins Glas zu schauen.
Wer jetzt denkt, damit sei die Handlung von Karine Tuils neuem, äußerst klugen Roman bereits erzählt, irrt. DIE LIEBESHUNGRIGEN ist ein vielschichtiger, dicht erzählter Roman mit zahlreichen Figuren und Handlungssträngen, der dabei nie überladen wirkt. Es geht um Macht und Anerkennung, um #MeToo, toxische Beziehungen, gesellschaftliche Erwartungen und Femizid.
Besonders gefallen haben mir die unterschiedlichen Erzählperspektiven, durch die sich nach und nach ein immer größeres Bild zusammensetzt. Hinzu kommen zahlreiche kleine Wendungen, die die Geschichte durchgehend spannend halten.
Lieblingszitat:
"Im Leben eines verheirateten Paars kommt der Zeitpunkt, an dem es in einer angenehmen Behaglichkeit, einer tröstlichen Zuneigung erstarrt, das ist angenehm, friedlich, wohltuend. Man unterhält sich mit einer etwas aufgesetzten Zärtlichkeit, man streichelt sich noch ein wenig. Der eine ist für den anderen zu einer Art Haustier geworden.“ (S. 30)
Fazit:
Ein vielschichtiger und gesellschaftskritischer Roman über Macht, Abhängigkeiten und zwischenmenschliche Dynamiken. Karine Tuil zeigt eindrucksvoll, welchem Druck politische Akteure ausgesetzt sind, und verknüpft dies mit Themen wie Femizid, Beziehungen und gesellschaftlichen Machtstrukturen. Klug erzählt und absolut lesenswert.
5/5
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
14.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Milieustudie mit Blick hinter die Kulissen der Eliten
Mit „Die Liebeshungrigen“ legt Karine Tuil einen vielschichtigen Gesellschaftsroman vor, der die Verflechtungen von Macht, Begehren, öffentlicher Inszenierung und persönlichem Scheitern mit Präzision ausleuchtet. Vor der glanzvollen Kulisse von Politik, Medien und Filmindustrie entfaltet sie das Porträt einer Gesellschaft, in der Anerkennung zur Währung geworden ist und Liebe allzu oft mit Besitzanspruch, Abhängigkeit oder Selbstbestätigung verwechselt wird.
Im Zentrum der Handlung steht Dan Lehman, ein ehemaliger französischer Präsident, der ein Jahr nach seiner Wahlniederlage an den Folgen seines jähen Machtverlustes zerbricht. Einst Mittelpunkt des politischen Geschehens, findet er sich nun in einer existenziellen Leere wieder, die er zunehmend mit Alkohol zu betäuben versucht. Tuil zeichnet dabei eindrucksvoll das Bild eines Mannes, dessen Identität untrennbar mit seinem öffentlichen Amt verbunden war und der ohne dieses Fundament den Halt verliert.
Besonders gelungen finde ich die Erzählweise des Romans. Durch die wechselnden Perspektiven entsteht ein facettenreiches Panorama der handelnden Figuren, deren Sehnsüchte, Verletzungen und Widersprüche mit psychologischem Feingefühl offengelegt werden. Hervorzuheben sind insbesondere die Kapitel aus der Sicht von Marianne, Lehmans erster Ehefrau. Ihre reflektierte, bisweilen scharfsinnige Beobachtungsgabe verleiht dem Roman eine zusätzliche Tiefenschärfe und eröffnet einen Blick hinter die Fassaden gesellschaftlichen Erfolgs.
Karine Tuil interessiert sich dabei weniger für politische Programme als für die Mechanismen der Macht und deren Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen. Politik, Filmbranche und Literaturbetrieb erscheinen als eng miteinander verflochtene Systeme, in denen öffentliche Wahrnehmung oftmals wichtiger ist als persönliche Integrität. Besonders eindringlich gelingt der Autorin die Darstellung des gefeierten Regisseurs Romain Nizan, dessen Charisma und Einfluss die problematischen Machtstrukturen der Kulturindustrie exemplarisch sichtbar machen. Die Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt und den Nachwirkungen der MeToo-Debatte fügt sich dabei organisch in die Handlung ein und vermeidet erfreulicherweise plakative Vereinfachungen.
Beeindruckt hat mich zudem die differenzierte Darstellung von Dan Lehmans Alkoholismus. Seine schleichende Selbstzerstörung wird weder romantisiert noch moralisch verurteilt, sondern als Symptom eines tieferliegenden Verlustes beschrieben. Der Roman zeigt eindringlich, wie schwer es sein kann, nach Jahren öffentlicher Bedeutung in die Unsichtbarkeit zurückzukehren.
Zugleich wirft Karine Tuil grundlegende Fragen nach Liebe, Alter, Attraktivität und gesellschaftlicher Anerkennung auf. Besonders die weiblichen Figuren bewegen sich in einem Spannungsfeld aus Selbstbestimmung und äußeren Erwartungen. Die junge Léonie etwa verkörpert die Widersprüche einer Generation, die sich ihrer politischen Überzeugungen bewusst ist und dennoch nicht frei von emotionalen und gesellschaftlichen Verstrickungen bleibt.
Für mich überwiegt der positive Gesamteindruck deutlich. „Die Liebeshungrigen“ ist ein klug komponierter, sprachlich eleganter und gedanklich anregender Roman, der weit über eine bloße Milieustudie hinausgeht. Hinter der glänzenden Oberfläche von Ruhm, Macht und öffentlicher Aufmerksamkeit offenbart Karine Tuil die Verletzlichkeit ihrer Figuren und die oft schmerzhafte Diskrepanz zwischen Selbstbild und Wirklichkeit.
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5/5
25.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Immer hoch aktuell
Der Präsident ist abgewählt, verliert seine Macht und wird zum Opfer gnadenloser Medien.
Die Mitmenschen, welche auf der Erfolgswelle mitgeschwommen sind, lassen ihn fallen.
Tuil seziert Aufstieg und Fall des Machtmenschen.
Auch die Doppelmoral der Filmindustrie, in der seine zweite Frau den Aufstieg erzwingen will,
macht sie zum Thema.
Jeder ihrer Romane ist hochaktuell und handelt psychologisch, gesellschaftliche und politische
Themen aus. Sie hat mich als Leserin noch nie enttäuscht.
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5/5
16.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nah am Zeitgeist
Die französische Schriftstellerin Karine Tuil ist für mich eine sichere Bank, auch ihr neuer Roman "Die Liebeshungrigen“ bestätigt dies. Die Themen Machtmissbrauch, Feminismus, Gewalt gegen Frauen und das Älterwerden greifen stimmig ineinander; man liest mit wechselnden Gefühlen. Die Handlung setzt bei Dan Lehman an, einem abgewählten Präsidenten, der um seine Relevanz ringt und in die Alkoholsucht abrutscht. Nach und nach wenden wir uns weiteren Personen zu, blicken in Familien, in brüchig gewordene Beziehungen, sowie in Politik, Filmindustrie und Medien, faszinierend und unglaublich spannend. Erneut ist Tuil ein klug komponiertes Gesellschaftsporträt gelungen, das niemanden schont. Engagiert und großartig erzählt.
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4/5
22.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie immer hinterfragt Karine Tuil unsere Gesellschaft
Wie immer hinterfragt Karine Tuil unsere Gesellschaft.
In ihrem Buch regt sie uns zum Nachdenken über Machtverhältnisse und die Beziehung zwischen Männern und Frauen sowie Jung un Alt in einer Gesellschaft an, die nach wie vor stark heteronormativ und patriarchalisch geprägt ist!
Der einzige etwas schwierige Punkt besteht darin, dass es viele Bezüge zur französischen Kultur und zu verschiedenen Ereignissen – insbesondere politischen – gibt, die sich in den letzten Jahren zugetragen haben und die manchmal schwer zu übersetzen oder in den richtigen Kontext zu setzen sind.
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