1994, eine abgehängte australische Kleinstadt: Vier Freundinnen wollen dem Mindestlohn-Schicksal ihrer Mütter entkommen und mit ihrer Musik beim Battle of the Bands durchstarten. Kurt Cobain ist ihr Kompass, Grunge ihr Rhythmus, und dieser Wettbewerb soll ihr Ticket in die Freiheit werden - auch wenn sie nur drei Akkorde können. Doch als die Leadsängerin Lily ihren verehrten Musiklehrer Mr P des Missbrauchs beschuldigt, droht alles zu zerbrechen. Wie weit sind die übrigen drei Mädchen bereit zu gehen, um ihren Traum zu retten - und was sind sie bereit zu opfern?
Eine kritische Hommage an die nicht so rosigen 90er und ihre zweifelhaften Helden, ein ungeschönter Blick auf Freundinnenschaft und das Aufwachsen in prekären sozialen Verhältnissen - smells like disillusioned teen spirit.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Blaxy87
aus Hannover
5/5
03.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderschön und schmerzend
Auch, wenn ich ein wenig "zu spät" zur Welt kam, gehört Nirvana definitiv für mich zum Gefühl des Erwachsenwerdens dazu.
Trauer, Wut, Ohnmacht und Aufregung - Kurt Cobain verstand es meisterhaft den Nerv derer zu Treffen, die die Kindheit hinter sich ließen und mit einer neuen, kritischen Perspektive durchs Leben gehen.
Neben einer Liebeserklärung an Kurt Cobain findet man in Liz Allans Debüt allerhand Themen, die berühren und gleichermaßen abschrecken: sexuelle Nötigung, Ausgrenzung und Mobbing, aufwachsen in der Unterschicht und vor allem liest man von dieser besonderen Phase im Leben, in der man die Welt um sich herum ohne Weichzeichner und kindlichem Optimismus wahrnimmt, und gleichzeitig noch zu jung ist, um selbst bestimmen zu können welche Richtung man im Leben einschlägt.
Und dies wird unglaublich intensiv erzählt.
Der Plot berichtet von drei Teenagermädchen in einer australischen Kleinstadt im Jahre 1994.
In einer symbiotischen Erzählweise wird der Leser Zeuge davon, wie die drei ursprünglich geplant hatten mit Hilfe ihres Musiklehrers zu einem Battle of the Bands-Contest zu fahren um von dort aus das Sprungbrett raus aus dem Elend der Kleinstadtarmut zu nutzen.
Doch dieser Traum zerplatzt, als ein junges Mädchen - einst eine von ihnen - den Lehrer des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
Nun geht es darum die Wahrheit aufzudecken..
"In Bloom" hat eine faszinierende Erzählweise, die mir zuvor noch nicht untergekommen ist. Nicht nur, dass die Mädchen vorerst keine eigene Erzählstimme bekommen, was den Zusammenhalt grandios unterstreicht, sondern auch die Resignation, Frustration und das kleine bisschen Hoffnung, was in ihnen schlummert, wird absolut authentisch eingefangen.
Und je weiter man der Geschichte folgt, desto eindringlicher wird der Wunsch all dem zu entfliehen.
Ich habe teilweise mitgelitten, ganz besonders ab einem bestimmten Punkt. </3
Die 270 Seiten waren butterweich, teilweise poetisch und auch bretthart - vorallem aber waren sie wichtig.
Wie Nirvana - wunderschön und schmerzend.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
30.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wem glaubt man?
[Unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar]
Missbrauch.
Freundschaft.
Loyalität.
Wow! Dieser Roman und dieses Ende hat es in sich.
Mit „In Bloom“ ist Liz Allan ein sehr berührender Roman gelungen, der stellenweise wirklich schwer zu ertragen ist. Gleichzeitig ist er locker und sehr flüssig geschrieben. Ich fand dieses Buch intensiv, berührend und wirklich gut.
Im Mittelpunkt stehen Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch schwierige und prekäre Familienverhältnisse, soziale Ungleichheit und Hoffnungslosigkeit. Die Musik wird dabei zu einem Ausweg und gibt den Jugendlichen Halt und Hoffnung. Doch dann steht plötzlich die Anschuldigung des sexuellen Missbrauchs im Raum und es geht um Vertrauen, Loyalität und die Frage, was das mit einer Freundschaft macht.
Die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Alle haben ihr eigenes Päckchen zu tragen. In ihren Familien finden sie oft nicht den Halt, den sie brauchen. Stellvertretend dafür nimmt die Freundschaft der Jugendlichen einen wichtigen Platz in ihrem Leben ein.
Immer wieder steht die Frage im Raum: Wem glaubt man und wem nicht? Und das ganze Dorf scheint über die Freundinnen und die Situation mehr zu wissen als sie selbst.
Der im Unionsverlag erschienene und von Lisa Kögeböhn übersetzte Roman „In Bloom“ hat mich bis zum Schluss gefesselt und mit seinem Ende sprachlos zurückgelassen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!
Vielen herzlichen Dank an den Unionsverlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
Q: Welches Buch über Freundschaft hat euch sehr berührt?
TontoM
aus Luxemburg
5/5
23.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Teenager Tristesse im australischen Kaff der 90‘er
Wunderbar wie Liz Allan von der Teeniewelt in einem trostlosen australischen Kleinstadtkaff der 90’er mit ihrer Radikalität und Kompromisslosigkeit erzählt. Den Zeitgeist mit seinem Idol Kurt Cobain unterstreicht der an einen Nirvana-Titel angelehnte Buchtitel sowie die beigefügte Playlist.
Die Teenies Amy, Jade, Violet und früher auch Lily träumen vom Sieg ihrer Band beim Bandwettbewerb, um in ein neues Leben zu starten. Das Leben in Vincent ist öde und perspektivlos. Die zumeist schwierigen Familienverhältnisse, von Eltern und Lehrern ständig missverstanden, bieten vielfältiges Konfliktpotential. Allein der vermeintlich verständnisvolle, letztendlich doch nicht uneigennützige Musiklehrer Mr P unterstützt das Bandvorhaben der Mädchen. Die Geschichte wird meist von Amy erzählt, später mit steigender Spannung auch von Jade und Violet. Sie nehmen es Lily übel, dass diese ihren gemeinsamen Traum verraten hat, um nun auf einer Privatschule in einer größeren Stadt mit neuen Freunden ein spannenderes Leben zu entdecken. Es geht im Buch immer um Lily, der früheren Sängerin der Band, die viel reifer ist und deshalb ihre Freundinnen beschützen möchte.
Die Wut und Verzweiflung der drei Mädchen, die Steif und Bein ihre eigene Wahrheit beschwören, führen zu einer Katastrophe. Das Buchende ist glaubwürdig und lässt ein wenig hoffen.
Bewertung
5/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wild, laut und viel zu jung für all das
Ich habe diese Mädchen wirklich ins Herz geschlossen. Diese Mischung aus wild, laut, abgeklärt und gleichzeitig unglaublich zerbrechlich fand ich richtig gut gelungen.
In St. Vincent kennt eigentlich jede:r jede:n und als Lily ihren Musiklehrer Mr P des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, ist plötzlich nichts mehr so, wie es vorher war. Lilys ehemalige Freundinnen, die gemeinsam als „The Bastards“ Musik machen, sind überzeugt, dass er unschuldig ist. Schließlich brauchen sie ihn. Sie wollen bei einem Musikwettbewerb gewinnen und damit raus aus dieser Kleinstadt, in der es für sie gefühlt nur zwei Möglichkeiten gibt: weggehen oder bleiben und irgendwann genauso enden wie ihre Mütter.
Und genau diese Perspektivlosigkeit hat mich beim Lesen immer wieder getroffen. Die drei sind gerade einmal 14, wirken aber an manchen Stellen so abgeklärt, als hätten sie schon viel zu viel vom Leben gesehen. Gleichzeitig sind sie eben doch noch Kinder, die sich verzweifelt an ihren Traum klammern.
Man möchte ihnen am liebsten hundert andere Möglichkeiten zeigen, ihnen sagen, dass es noch mehr gibt als Vincent. Und gleichzeitig versteht man, warum sie selbst kaum daran glauben.
Besonders mochte ich die Erzählperspektive. Die drei Mädchen erzählen gemeinsam als „Wir“, ihre Namen erfahren wir dabei nicht einmal. Dadurch hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass sie irgendwie eine einzige Stimme sind.
Wir bekommen nur einzelne Szenen aus ihrem Leben, dazu Rückblicke in die Zeit, als Lily noch zu ihnen gehörte. Nach und nach setzt sich so ein Bild dieser Freundschaft, ihres Lebens und der Ereignisse zusammen.
Und dann ist da natürlich die große Frage: Was ist wirklich passiert? War Mr P unschuldig? Wem können wir glauben?
Ich mochte auch sehr, wie viel von ihrem Leben im den Zeilen steckt: schwierige Familienverhältnisse, Gewalt, fehlende Perspektiven, Mütter, die selbst kaum über die Runden kommen. Gleichzeitig merkt man bei allen drei, wie sehr sie geliebt, gesehen und irgendwo dazugehören wollen. Das macht ihre Freundschaft für mich noch berührender.
„In Bloom“ ist für mich eine wilde, manchmal raue, dann wieder unglaublich verletzliche Geschichte über Freundschaft, Loyalität, Träume und die Frage, wie weit man gehen würde, um aus einem Leben auszubrechen, das einem eigentlich keine große Hoffnung lässt.
Mit Nirvana habe ich übrigens wirklich so gar nichts am Hut. Wenn mir deshalb irgendwelche musikalischen Anspielungen durchgerutscht sind, dann liegt es definitiv daran, dass ich davon einfach keine Ahnung habe. Der Geschichte hat das aber überhaupt keinen Abbruch getan.
Europeantravelgirl
5/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kollektiv in die Katastrophe
Sie sind ein WIR. Sie sind THE BASTARDS. Deshalb haben die drei erzählenden Teeniegirls auch keine Namen. Vorerst.
Dafür sind sie LAUT. REBELLISCH. ANDERS. UNANGEPASST. Und vor allem sind sie NIRVANA.
Der Roman besticht für mich vor allem durch den unorthodoxen Schreibstil von Liz Allen. Die Wir-Perspektive wird konsequent durchgezogen. Es gibt keine Individuen, sondern die drei verschmelzen zu einer Einheit. Dies schafft eine derartige Nähe und Unmittelbarkeit, dass man die Wut und die Auflehnung der drei Mädchen förmlich spüren kann. Der Text hat einen Sound, und der Sound ist Nirvana, gemischt mit Kleinstadtverzweiflung und Unangepasstheit und ganz viel Teen Spirit. Die Heldinnen sind keine solchen, sondern sind White Trash und daher wird viel geträumt, aber nicht in rosa, sondern in laut.
Gerade zu besessen von Kurt Cobain und dem anstehenden Bandwettbewerb drohen alle Träume zu zerplatzen, als die ehemals Vierte im Bunde schwere Vorwürfe erhebt gegen ausgerechnet den Lehrer, der die Bastards als einziger versteht und unterstützt. Je näher der Termin rückt, desto mehr steigern sich Verzweiflung und Erzähltempo. Die Lage spitzt sich zu und wie bei einem drängenden Gitarrensolo treibt alles auf den einen Punkt zu, an dem schließlich alles explodiert. Das Instrument wird auf der Bühne zerschmettert und genauso fühlt sich mein Inneres beim letzten schrillen Ton an.
Danach bleiben Schweigen und Leere und alles zerbricht in seine Einzelteile.
Ein phänomenaler Roman in starker Sprache, die in der Übersetzung von Lisa Kögeböhn eindringlich herausgearbeitet wurde.
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4/5
17.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Smells like Teen Spirit
Besonders faszinierend an "In Bloom" ist die Erzählweise: Die Wir-Perspektive sorgt dafür, dass man als Leser*in ganz nah am Geschehen, quasi Teil der Freundinnengruppe ist. Vier Mädchen, eine australische Kleinstadt in den 90ern. Sie sind jung, arm und laut, sie sind Punkrockerinnen, nennen sich "The Bastards". Ihr großes Vorbild: Kurt Cobain: Ihr Ziel: Einen Bandwettbewerb gewinnen und es endlich aus der verhassten Stadt schaffen. Hilfe bekommen sie dabei von ihrem Musiklehrer Mr. P - doch dann beschuldigt eine Freundinnen ihn des sexuellen Missbrauchs, und alles droht auseinanderzubrechen... Was für ein wilder, unkonventioneller Roman! Es geht darum, die eigenen Träume zu verwirklichen und zu leben, um Grunge und Geldnöte, um das Aufwachsen in "schwierigen Verhältnissen" und ein Alter, in dem enge Freundinnenschaft (fast Schwesternschaft) mehr zählt als alles andere auf der Welt. Und natürlich darum, die Wahrheit herauszufinden - welche Schuld lastet auf Mr. Ps Schultern?! Die kurzen, prägnanten Kapitel und das flotte Erzähltempo sorgen dafür, dass man sich beim Lesen denkt "Ach, eins geht noch.." und regelrecht durch die Seiten fliegt. Ein wilder Roman, der nur so sprüht vor Einfallsreichtum, Teen Spirit und Lebenslust. Wieder großartig übersetzt von Lisa Kögeböhn!
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4/5
08.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Hoffnung, Träumen und Auswegslosigkeit...
Ein Buch mit wirklich außergewöhnlicher Perspektive.
Wir erleben die Geschichte durch die Augen dreier Freundinnen, die als Erzählerinnen allerdings alle miteinander verschmelzen. Sie haben (zu großen Teilen der Geschichte) nicht einmal eigene Namen.
Es geht um den Bruch zu Lilly, ehemals ihre Freundin, bis sie die gemeinsame Band verlässt und ihren Lieblingslehrer anzeigt.
Jetzt lässt sich das Leben der drei in ein davor und danach einteilen.
Sie alle wollen die verhasste Kleinstadt ohne jegliche Perspektiven verlassen und hoffen auf den Durchbruch ihrer Band bei einem Wettbewerb. Ihr Idol? Kurt Cobain.
Ein hartes, ehrliches Buch.
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2/5
27.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
IN BLOOM
Mir hat das Buch leider überhaupt nicht gefallen. Die Sprache fand ich ganz schlimm zu lesen. Ich bin überhaupt nicht im Buch angekommen. Thematisch hat es mich wirklich angesprochen aber die Umsetzung fand ich nicht sehr gelungen.
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