Eine Jugend in Ostdeutschland und eine außergewöhnliche migrantische Familiengeschichte!Als Kind mussteDon Pablo Mulemba, Sohn eines angolanischen Vertragsarbeiters und einer Ostdeutschen, ständig seine Hautfarbe erklären. Er selbst empfand sich selbstverständlich als deutsch. Er sprach den gleichen Dialekt wie alle anderen, kannte nichts anderes als die brandenburgische Provinz - und wurde doch immer wieder zum Fremden gemacht. Seine Eltern hatten sich in der DDR kennengelernt, aber der Osten der Nachwendezeit war kein sicherer Ort mehr für sie und ihre Kinder. Es waren die "Springerstiefeljahre", ihren Freund Amadeu Antonio prügelte man in Eberswalde auf offener Straße zu Tode. Die Familie wurde zerrissen: Die Eltern sahen keine Perspektive mehr, wanderten nach Angola aus. Pablo aber wollte bleiben. Mit zwölf ging er auf ein Sportinternat in Cottbus und musste als Schwarzer Jugendlicher seinen Weg finden. Heute stellt er sich die entscheidenden Fragen nach Identität, Heimat und Zugehörigkeit, Fragen, die ihn auf eine gemeinsame Reise mit seinem Vater bis nach Angola führen.Don Pablo Mulembas Geschichte ist auch die Geschichte des wiedervereinigten Deutschlands: mit seinen Wunden, Brüchen und der Entschlossenheit, dennoch eine Zukunft zu schaffen - packend, nah und authentisch vom Autor selbst als Hörbuch gelesen.
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Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
14.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Humorvoll, reflektiert und sympathisch
Don Pablo Mulemba ist der Sohn eines Angolaners, der im Rahmen eines Arbeitskräfteprogramms in die DDR kam, und einer ostdeutschen Mutter. In diesem Hörbuch, das er nicht nur selbst geschrieben, sondern auch selbst eingesprochen hat, was es ganz besonders authentisch macht, erzählt der Autor auf sehr unterhaltsame und zugleich tiefgründige und nachdenklich machende Weise von seinem Leben zwischen zwei Kulturen.
Es geht um das Aufwachsen in einer angolanisch-deutschen Familie im wiedervereinigten Deutschland, um die wirtschaftlich und politisch schwierigen 1990er und 2000er Jahre, in denen es leider speziell in den Bundesländern des ehemaligen Ostdeutschlands zu einem immer stärker werdenden Rechtsradikalismus und damit verbundenen Attacken auf Menschen, die als anders oder fremd gelesen werden, kam.
Bedrückend macht, dass der dunkelhäutige Vater des Autors sich in Ostdeutschland mit der Zeit so unwohl fühlte, dass er entschied, in die afrikanische Heimat zurückzugehen und dort ein Haus zu bauen, in das ihm wenige Jahre später seine hellhäutige deutsche Frau folgte, während die beiden Kinder, damals Teenager bis junge Erwachsene, alleine in Deutschland zurückblieben und die Eltern ihnen aus Afrika Geld zu schicken versuchten. Und auch der Autor selbst überlegte immer wieder, ob es für ihn unter der Sicherheitsperspektive noch vertretbar sei, weiterhin in Cottbus zu bleiben, insbesondere, da auch von Seiten der Polizei wenig Unterstützung zu erwarten war.
Dieses Beispiel zeigt schon, dass es der Autor mit seiner Kindheit, seinen Rassismus-Erfahrungen und auch mit dem Verhältnis zu seiner Familie nicht immer leicht hatte. Doch es geht auch noch um so viel mehr: um gute Freundschaften, um die Liebe zum Basketball und um einige Reisen nach Angola, deren bisher letzte vieles veränderte, denn der Autor lernt verloren geglaubte Verwandte kennen und sich und seine Wurzeln damit noch einmal mit ganz anderen Augen sehen.
Ich habe den Autor als Sprecher seines eigenen Hörbuches als sehr sympathischen Menschen mit einem feinen Humor und einer guten Beobachtungsgabe wahrgenommen und es gefällt mir, wie er gesellschaftliche Entwicklungen pointiert zu beschreiben versteht.
Damit ist es insgesamt eines der Hörbücher, wie ich sie ganz besonders mag: unterhaltsam und nahbar, aber gleichzeitig lehrreich, eine neue Sicht auf vieles eröffnend und mobilisierend, sich gemeinsam mit anderen für eine Gesellschaft frei von Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. Ich kann das Hörbuch einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen!
Alrik Gerlach
Thalia Book Circle Community
5/5
28.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn andere entscheiden wollen, wo du hingehörst
Heimat klingt eigentlich nach einem ziemlich einfachen Wort. Nach Zuhause, vertrauten Straßen und Leuten, die denselben Dialekt sprechen. Don Pablo Mulemba zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie kompliziert dieses kleine Wort werden kann, wenn andere ständig meinen, einem erklären zu müssen, wo man angeblich hingehört.
Seine Geschichte hat mich mehrfach richtig erwischt. Da ist diese Kindheit im Osten, die Angst der Nachwendejahre, die Trennung von den Eltern und gleichzeitig dieser verdammt starke Wunsch zu sagen: Das hier ist mein Zuhause. Besonders gut gefällt mir, dass Mulemba sich dabei weder als Held inszeniert noch permanent auf die Tränendrüse drückt.
Zwischen all der Wut, Verletzung und Sprachlosigkeit steckt überraschend viel Wärme und sogar Humor. Gerade dadurch wirken die harten Stellen manchmal noch heftiger. Man sitzt da, schmunzelt kurz und zwei Seiten später bleibt einem das Lachen im Hals stecken.
Für mich ist Hundeheimat deshalb weit mehr als eine persönliche Lebensgeschichte. Es ist ein kluges, nahes und unbequemes Stück deutsche Geschichte über Familie, Herkunft und die verdammt schwierige Frage, wer eigentlich bestimmen darf, wo unsere Heimat ist.
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5/5
26.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hundeheimat
In seiner Autobiografie „Hundeheimat“ erzählt Don Pablo Mulemba von seinem Leben als Deutsch-Angolaner und von der schwierigen Suche nach einem Ort, den er wirklich als Heimat bezeichnen kann. Dabei führt ihn sein Lebensweg von einer Kleinstadt in Ostdeutschland über Cottbus und Berlin bis nach Angola. Das Buch beschäftigt sich deshalb vor allem mit der Frage, was Heimat eigentlich bedeutet und ob man überhaupt nur eine Heimat haben kann.
Schon in seiner frühen Kindheit macht Mulemba Erfahrungen mit Rassismus. Er wird immer wieder als „anders“ wahrgenommen und muss sich mit Vorurteilen und Ausgrenzung auseinandersetzen. Diese Erlebnisse prägen ihn und seine Sicht auf die Gesellschaft. Besonders deutlich wird, dass Heimat nicht automatisch dort entsteht, wo man geboren wurde. Obwohl Deutschland sein Geburtsland ist, fühlt sich Mulemba dort nicht immer vollständig zugehörig.
Als er zwölf Jahre alt ist, wandern seine Eltern aufgrund der fehlenden Perspektiven in Deutschland nach Angola aus. Für Mulemba bedeutet dieser Schritt eine große Veränderung: Er muss sich ohne seine Eltern, qausi alleine in Deutschland zurechtfinden. Deswegen besucht er ein Sportinternat in Cottbus, wodurch er erneut in eine andere Lebenswelt gelangt. Auch seine Zeit in Berlin und seine Erfahrungen in Angola spielen eine wichtige Rolle für seine persönliche Entwicklung.
Mulemba spricht in seinem Buch jedoch nicht nur über seine eigene Lebensgeschichte. Er verbindet seine Erfahrungen mit vielen unterschiedlichen Themen, darunter Rassismus, Identität, Zugehörigkeit, Migration und die Bedeutung von Heimat. Dadurch wird „Hundeheimat“ zu mehr als einer klassischen Autobiografie. Das Buch regt dazu an, darüber nachzudenken, wie Menschen aufgrund ihrer Herkunft wahrgenommen werden und was es bedeutet, zwischen verschiedenen Kulturen und Lebenswelten aufzuwachsen.
Besonders interessant ist dabei, dass Mulemba seine Heimat nicht eindeutig an einem einzigen Ort festmachen kann. Seine Geschichte zeigt, dass Heimat auch mit Erinnerungen, Menschen und persönlichen Erfahrungen verbunden ist. „Hundeheimat“ macht dadurch deutlich, dass die Frage nach der eigenen Identität oft komplizierter ist, als es auf den ersten Blick scheint.
Insgesamt ist „Hundeheimat“ eine persönliche und zugleich gesellschaftlich relevante Autobiografie. Don Pablo Mulemba gibt Einblicke in Erfahrungen, die für viele Menschen mit Migrationsgeschichte nachvollziehbar sein können, und macht gleichzeitig auf die Folgen von Rassismus und Ausgrenzung aufmerksam. Das Buch ist deshalb besonders lesenswert für alle, die sich mit den Themen Heimat, Identität, Migration und Rassismus auseinandersetzen möchten.
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