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Eine Farbe zwischen Liebe und Hass

suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe Band 4996

Alexi Zentner

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Beschreibung

Seine Familie glaubt an die Überlegenheit der weißen Rasse, und damit scheint für den jungen Jessup alles entschieden. Doch nach der Rückkehr seines Stiefvaters aus dem Knast und einem tragischen Unfall muss er endlich selbst Antworten finden auf die Fragen: Was glauben, wem folgen, wen lieben?

Alexi Zentner hat einen Anschlag von Neonazis auf sein Elternhaus in Literatur verwandelt. Gegen Hass und Gewalt setzt er die Kraft des Erzählens. Gegen Hetze und Fanatismus die Fähigkeit, sich einzufühlen, in einen jungen Mann auf der anderen Seite ... Eine Farbe zwischen Liebe und Hass ist ein augenöffnendes Familienporträt, ein packender Coming-of-Age-Roman, eine Geschichte über Loyalität, Zugehörigkeit und die Gefühle in den dunkelsten Ecken des heutigen Amerikas.

Alexi Zentner wuchs in Upstate New York auf. Als er achtzehn war, verübten Neonazis einen Brandanschlag auf sein Zuhause - die Eltern waren politisch aktiv. Eine Farbe zwischen Liebe und Hass gibt eine literarische Antwort auf die Ereignisse von damals. Sein Roman Die Hummerkönige war ein weltweiter Erfolg. Als Ezekiel Boone veröffentlichte er die Reihe Die Brut, die ebenso Bestsellerstatus erreichte.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 377 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.03.2020
Sprache Deutsch
EAN 9783518765258
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Originaltitel Copperhead
Dateigröße 2748 KB
Übersetzer Werner Löcher-Lawrence
Verkaufsrang 38636

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"Eine Cola-Dose. Ein Reh. Aber es ist, und wird es bleiben, der tote Körper eines Menschen."

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Es ist der wohl größte Tag von Jessup: Zum ersten Mal seit 40 Jahren hat es das Football-Team seiner Highschool in die Playoffs geschafft. Seine Mannschaft gewinnt das Spiel, maßgeblich durch einen harten, aber regelkonformen Einsatz Jessups gegen einen Top-Spieler ihrer Gegner. Auf der später stattfindenden Party wird Jessup verbal von diesem Spieler attackiert, bedroht und leicht geschlagen und des Rassismus bezichtigt. Er wehrt sich nicht, aber als er die Fete verlässt, um sich mit seiner Freundin zu treffen, lauert ihm sein stark betrunkener Kontrahent auf, es kommt zu einem Gerangel, danach will Jessup fahren. Es herrscht Schneeglätte, er kommt mit seinem Truck ins rutschen, kollidiert mit dem anderen jungen Mann, der jetzt tot im Schnee liegt. Jessup schleppt ihn in Panik zu dessen Wagen, setzt ihn hinein, und lässt ihn ihn den naheliegenden Abgrund rollen... Ambtioniertes Ziel von Zentners Roman ist es, den Rassismus, der zweifellos in den USA präsenter ist, denn je, anzuzprangern, und zu zeigen, dass es auch anders gehen könnte. Keine Frage, dass ginge sicherlich. Aber kaum mit solch einer hanebüchenen Story! Natürlich gibt es sicherlich auch Menschen wie Jessup unter dem sog. "White Trash", Menschen, die trotz all ihrer Lebensumstände wahre Christen sind, auch wenn ihre Kirche den schönen Namen "Heilige Kirche des weißen Amerika" trägt. Natürlich könnte es sein, dass ein 17-jähriger, der auf einer Party mehr als angemacht wird, sich nicht wehrt, sondern stattdessen auch noch die andere Wange hinhält. Der sich rührend um seine kleine Schwester kümmert, während sein liebender Stiefvater, der mit den traumhaften Tattoos ("88", "White Pride", "One white Nation" , nicht zu vergessen das ein oder andere Hakenkreuz etc etc) im Gefängnis sitzt. Weil er Jessups Bruder versucht hat beizustehen. Wobei? Bei dem missglückten Versuch, einen doppelten Totschlag zu vertuschen. Zu dem der Bruder nichts konnte, waren die Getöteten doch schwarz, und mochten seine Tattoos, die denen des Stiefvaters zum verwechseln ähnlich sind, unverständlicherweise nicht. Und pöbelten deshalb - man wird sich doch noch wehren dürfen? So geht das die ganze Zeit - selbst als einige Mitglieder der o.g. "Kirche" Jessup bei der Vertuschung des Unfalls helfen wollen, und fast einen Rassenkrieg anzetteln, bleibt seine Familie einfach ein Hort der Menschlichkeit, der Güte und des Friedens. Bleibt das schlechte Gewissen, aber auch dafür findet sich eine Lösung.... Sie merken schon, dieses Buch hat mich wie lange keines genervt. Nazis mit Gewissen und gleichzeitiger Distanzlosigkeit zu allem rechten Gedankengut a la "Das wird man doch noch denken dürfen" und relativierendem Geschreibsel a la "Es gibt auch genügend schwarze Rassisten" sind unerträglich. Ich unterstelle mal, dass selbst ein Joseph Goebbels seine Kinder liebte, was ihn aber bekannterweise nicht zu einem besseren Menschen machte.... Herr Zentner hat es sicherlich gut gemeint - gut getan hat er es nicht!

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Sandra Glossmann, Thalia-Buchhandlung Magdeburg

Alexi Zentner erzählt in seinem gelungenen Coming-of-Age-Roman die Geschichte des baldigen High School-Absolventen Jessup, der sich im Zwiespalt zum Glauben seiner Familie und einem strafrechtlichem Vorfall innerhalb der Gemeinde für sein eigenes Gewissen entscheiden muss. Ist der "American Dream of Life" vielleicht nur ein Geburtsrecht? Werden wir einzelne Handlungen von Menschen jemals wirklich nachvollziehen können, wenn wir doch vor einem völlig anderem Hintergrund aufgewachsen sind? Zentner stellt viele Gewissensfragen und zeigt auf, dass Hass nicht angeboren, sondern eine Entscheidung ist. Eine mehr als empfehlenswerte Lektüre, die beschreibt, dass die eigene Stimme, nicht die Worte erklingen lassen muss, die uns in den Mund gelegt werden.

Kundenbewertungen

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Gänsehauterlebnis
von einer Kundin/einem Kunden am 13.09.2020
Bewertet: Einband: Paperback

Ich fand das Buch wirklich sehr gut, weil es auf eine realistische und echte Art und Weise die zweite Seite der Medaille in Bezug auf das aktuelle Thema Rassismus, nämlich aus der Sicht der weißen Bevölkerung, thematisiert. Es regt zum Nachdenken an, woher der Hass eigentlich kommt und zeigt eine enorme Charakterentwicklung. Ein... Ich fand das Buch wirklich sehr gut, weil es auf eine realistische und echte Art und Weise die zweite Seite der Medaille in Bezug auf das aktuelle Thema Rassismus, nämlich aus der Sicht der weißen Bevölkerung, thematisiert. Es regt zum Nachdenken an, woher der Hass eigentlich kommt und zeigt eine enorme Charakterentwicklung. Eine wirkliche Lese Empfehlung!

Ein beschriebenes Blatt
von mrs rabes bookaccount am 18.07.2020
Bewertet: Einband: Paperback

Jessup ist siebzehn, ein sehr guter Schüler. Er liebt Football und seine Freundin Deanne. Ein junger talentierter Mann, dem nach der High School der Weg auf ein College offensteht. Wäre da nicht sein älterer Bruder Ricky, der zwei schwarze Studenten zu Tode geprügelt hat und eine sehr lange Haftstrafe dafür abbüßen muss. „White ... Jessup ist siebzehn, ein sehr guter Schüler. Er liebt Football und seine Freundin Deanne. Ein junger talentierter Mann, dem nach der High School der Weg auf ein College offensteht. Wäre da nicht sein älterer Bruder Ricky, der zwei schwarze Studenten zu Tode geprügelt hat und eine sehr lange Haftstrafe dafür abbüßen muss. „White Trash“, so nennt man Menschen wie Jessup und seine Familie. Sie wohnen in einem Trailer, sie gehören nicht zu den gut situierten Bewohnern von Cortaca, einer kleinen (fiktiven) Universitätsstadt. Dennoch könnte Jessup alle Chancen haben. Wäre da nicht ein besonderes Footballspiel, eine hässliche Auseinandersetzung, ein Unfall, der für einen schwarzen Jungen tödlich endet. Der amerikanische Autor Alexi Zentner steckt viel Herzblut in seinen Roman „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“. Im Vorwort zum Buch berichtet Zentner über seine eigene Familie, seine Mutter, die sich stark gegen Rassismus und Antisemitismus engagierte. Als Zentner 18 Jahre alt war, warfen Neonazis eine Brandbombe auf das Haus seiner Eltern. Seither stellte er sich die Frage, ob Hass genauso kompliziert sei wie Liebe, wie sich sein Leben unter einem anderen Leitstern entwickelt hätte, was nötig ist, ein guter Mensch zu sein, zu werden. Welche Fehler machen wir, was für Narben tragen wir davon? Mit Jessup hat Alexi Zentner einen Protagonisten geschaffen, der sich auch all diese Fragen stellen muss. Ein Protagonist aus einer ungewöhnlichen Perspektive auf Rassenhass und Ausgrenzung. Jessup will nicht so sein, wie die Leute denken, dass er sein müsste. Will nicht wie sein Bruder sein, nicht wie sein Stiefvater David John, der als Beitragstäter bei Rickys Tat vier Jahre im Gefängnis verbüßt hat und gerade aus der Haft entlassen wurde. Jessups Familie ist eine Paradebeispiel für den weißen Abschaum, für asoziales Pack. Drei Kinder hat Jessups Mutter, alle von verschiedenen Männern. Erst mit David John wird sie beständig. David John hatte ein gutes Auskommen als Installateur, er pocht auf Ordnung und tadellose schulische Leistungen. David John, der versucht Ricky und Jessup ein guter Vater zu sein, und seiner leiblichen Tochter Jewel erst recht. Was niemand sieht, sind, die großflächigen Tätowierungen mit Nazi-Symbolen am Rücken. David John der so zum Vorbild für Ricky wird. Brennendes Kreuz, reines Blut, 88. Jeden Sonntag geht die Familie in die „Heilige Kirche des weißen Amerikas“, deren Vorstand David Johns Bruder Earl ist. Nur Jessup hat seit Rickys Verhaftung keinen Fuß mehr in diese Kirche gesetzt. Ricky distanziert sich von all dem nationalistischen, rassistischen Gedankengut. Sein Football Coach, den Jessup respektiert, ist schwarz. Deanne, Jessups Freundin, ist die Tochter des Coach. Seine guten Leistungen sind Jessups Ticket raus aus Cortaca und doch klebt das Etikett „Rassist“ an ihm. „Kleinstadt, Kleinstadt, Kleinstadt. Hier ist niemand ein unbeschriebenes Blatt.“ Jessups Blatt wird noch mal neu geschrieben, als bei einem unglücklichen Unfall ein schwarzer Junge stirbt. Richtig, oder falsch, Jessup muss eine Entscheidung treffen. Er wendet sich an „seine“ Leute, seinen Stiefvater, der wiederum an den Prediger Earl. Was dann passiert ist ein Meisterstück an Polemik und politischer Inszenierung. Unter dem Deckmantel christlicher Nächstenliebe, einer eigenwilligen Interpretation der Bergpredigt der - einer für Rechtsradikale nicht untypische Verhaltensweise – Opferumkehr, wird Jessup instrumentalisiert. „Wie kannst du von Liebe reden und einer Kirche angehören, die Hass predigt?. Wie kannst du mir sagen, dass Jesus mir helfen wird, weil er alle seine Kinder liebt, und hast diese Tätowierungen am Rücken?“ Nur wer außerhalb seiner Blase hinschaut und zuhört, grenzt nicht aus, kann die Zwischentöne zwischen Liebe und Hass sehen und argumentieren, um Sichtweisen zu ändern, Standpunkte zu verrücken. #blacklivesmatter ist gerade brandaktuell. Die Stimmen der afroamerikanischen Gemeinschaft setzen sich laut ein gegen Ungerechtigkeit und werden gehört. Hier gibt Alexi Zentner der anderen Seite eine Stimme. Auch wenn es ungewohnt ist, lohnt es sich darauf einzulassen.

Der mutige Weg zur Selbstfindung trotz familiären Ballast
von einer Kundin/einem Kunden aus Staufenberg am 08.04.2020
Bewertet: Einband: Paperback

Alexi Zentner, amerikanischer Autor dieses bemerkenswerten Romans, thematisiert in seinem Buch ein persönliches, erschütterndes und belastendes Ereignis: seine Eltern, politisch aktiv, wurden Opfer eines von fanatischen Nazis begangenen Brandanschlags. Er geht in seinem Roman der Frage nach, was Menschen dazu bewegt, an die Über... Alexi Zentner, amerikanischer Autor dieses bemerkenswerten Romans, thematisiert in seinem Buch ein persönliches, erschütterndes und belastendes Ereignis: seine Eltern, politisch aktiv, wurden Opfer eines von fanatischen Nazis begangenen Brandanschlags. Er geht in seinem Roman der Frage nach, was Menschen dazu bewegt, an die Überlegenheit der eigenen Rasse zu glauben, dies sogar praktisch umzusetzen. Aber auch, ob und welche Möglichkeit besteht, sich aus diesen Hassgefühlen zu befreien. Dies alles wird umgesetzt in der Geschichte des jungen Jessup, ein kluger und sehr begabter Football-Spieler, der mit seiner Mutter, den beiden Geschwistern und seinem Stiefvater in einem Wohnwagen lebt, da die Einkommensverhältnisse alles andere als ausreichend sind, um sich einen anderen Lebensstil leisten zu können. David, dem Stiefvater, ist es gelungen, alle Familienmitglieder zum Besuch der "Heiligen Kirche des weißen Amerika" zu bewegen, wobei die Glaubensinhalte und deren Vermittlung alles andere als dem christlichen Verständnis der Nächstenliebe entsprechen. Daher verwundert es nicht, dass Bruder und Stiefvater, auch "dank" der von ihnen besuchten Kirche fest an die Überlegenheit der weißen Rasse glauben, einen Mord an zwei jungen dunkelhäutigen Menschen begehen und dafür eine vierjährige Gefängnisstrafe verbüßen müssen. Die eigentliche Romanhandlung beginnt kurz nach der Freilassung von Stiefvater und Bruder. Jessup hat der Kirche nicht nur längst den Rücken gekehrt, auch die dort vermittelten Inhalte haben keine Bedeutung mehr für ihn. Inzwischen befreundet mit der dunkelhäutigen Jeanne wird er durch einen Unfall mit Rassismusvorwürfen, einem Mordverdacht und grenzenlosem Hass konfrontiert. In nur wenigen Tagen, genauer gesagt an einem einzigen Wochenende wird er sich einer Entscheidung stellen müssen, die sein ganzes weiteres Leben prägen wird. Ein Roman, der ohne Effekthascherei daherkommt. Der, ganz im Gegenteil, immer wieder interessante Gedankenimpulse vermittelt. Wie schnell ein Urteil über einen Menschen gefällt werden kann, das bei Kenntnis der näheren Umstände völlig anders lauten müsste. Auch wird deutlich gemacht, dass eine klare Stellungnahme bzw. Positionierung wichtiger ist als eine passive Einstellung an den Tag zu legen.

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