Meine letzte RezensionPina fällt ausvon Vera Zischke
"Inklusion, das ist immer das, worum sich die anderen kümmern müssen“. Dieses Zitat beschreibt besonders gut das Problem, welches dieses Buch versucht aufzuarbeiten.
»Pina fällt aus« handelt von der alleinerziehenden Mutter Pina, die plötzlich nicht mehr für ihren Sohn Leo da sein kann, der eine Behinderung hat. Vera Zischke lässt hier bewusst offen, um welche Art von Behinderung es sich offiziell handelt, da es auch nicht relevant ist, und sie so Vorurteilen, die Menschen über gewisse Behinderungen haben, vorbeugt. Die außergewöhnlich gemischte Hausgemeinschaft, in der die beiden bisher lebten, muss also plötzlich lernen, mit Leo zusammenzuleben und sich um ihn zu kümmern. Was die Geschichte für mich so besonders macht, ist, dass die Charaktere der Hausgemeinschaft, trotzdem noch alle ihre eigenen Probleme und Eigenschaften haben, wodurch sich viele Leser:innen in den Lebensrealitäten der Charaktere wiederfinden können.
Das Buch steht wie kein anderes für das Thema Inklusion und legt der Gesellschaft bewusst den Finger in die Wunde, wenn es um Nachsicht für Behinderung und Care-Arbeit geht: „Alle sind sich einig, dass sie Leo nicht ausschließen, sondern dass er sowieso schon ausgeschlossen ist".
Vera Zischke zeigt auf, dass man nicht mit Behinderungen geboren wird, sondern dass Behinderung aus dem Kontext entsteht, sobald eine Diskrepanz zwischen den Eigenschaften eines Menschen und der Gesellschaft herrscht.
Dieses Buch ist eine Empfehlung für alle Altersklassen, die eine entspannte Leseerfahrung mit einer wunderschön geschriebenen Geschichte haben wollen, die trotz eines so wichtigen Themas nicht an Amüsanz verliert.