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J. Wienand Buchhandlung: Thalia Mayersche Dortmund
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Meine letzte Rezension Pina fällt aus von Vera Zischke
"Inklusion, das ist immer das, worum sich die anderen kümmern müssen“. Dieses Zitat beschreibt besonders gut das Problem, welches dieses Buch versucht aufzuarbeiten.  »Pina fällt aus« handelt von der alleinerziehenden Mutter Pina, die plötzlich nicht mehr für ihren Sohn Leo da sein kann, der eine Behinderung hat. Vera Zischke lässt hier bewusst offen, um welche Art von Behinderung es sich offiziell handelt, da es auch nicht relevant ist, und sie so Vorurteilen, die Menschen über gewisse Behinderungen haben, vorbeugt. Die außergewöhnlich gemischte Hausgemeinschaft, in der die beiden bisher lebten, muss also plötzlich lernen, mit Leo zusammenzuleben und sich um ihn zu kümmern. Was die Geschichte für mich so besonders macht, ist, dass die Charaktere der Hausgemeinschaft, trotzdem noch alle ihre eigenen Probleme und Eigenschaften haben, wodurch sich viele Leser:innen in den Lebensrealitäten der Charaktere wiederfinden können.  Das Buch steht wie kein anderes für das Thema Inklusion und legt der Gesellschaft bewusst den Finger in die Wunde, wenn es um Nachsicht für Behinderung und Care-Arbeit geht: „Alle sind sich einig, dass sie Leo nicht ausschließen, sondern dass er sowieso schon ausgeschlossen ist".  Vera Zischke zeigt auf, dass man nicht mit Behinderungen geboren wird, sondern dass Behinderung aus dem Kontext entsteht, sobald eine Diskrepanz zwischen den Eigenschaften eines Menschen und der Gesellschaft herrscht. Dieses Buch ist eine Empfehlung für alle Altersklassen, die eine entspannte Leseerfahrung mit einer wunderschön geschriebenen Geschichte haben wollen, die trotz eines so wichtigen Themas nicht an Amüsanz verliert.
ab 21,99 €
Produktbild Pina fällt aus
5/5
  • J. Wienand
  • Buchhändler/-in

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5/5

Pina fällt aus

"Inklusion, das ist immer das, worum sich die anderen kümmern müssen“. Dieses Zitat beschreibt besonders gut das Problem, welches dieses Buch versucht aufzuarbeiten.  »Pina fällt aus« handelt von der alleinerziehenden Mutter Pina, die plötzlich nicht mehr für ihren Sohn Leo da sein kann, der eine Behinderung hat. Vera Zischke lässt hier bewusst offen, um welche Art von Behinderung es sich offiziell handelt, da es auch nicht relevant ist, und sie so Vorurteilen, die Menschen über gewisse Behinderungen haben, vorbeugt. Die außergewöhnlich gemischte Hausgemeinschaft, in der die beiden bisher lebten, muss also plötzlich lernen, mit Leo zusammenzuleben und sich um ihn zu kümmern. Was die Geschichte für mich so besonders macht, ist, dass die Charaktere der Hausgemeinschaft, trotzdem noch alle ihre eigenen Probleme und Eigenschaften haben, wodurch sich viele Leser:innen in den Lebensrealitäten der Charaktere wiederfinden können.  Das Buch steht wie kein anderes für das Thema Inklusion und legt der Gesellschaft bewusst den Finger in die Wunde, wenn es um Nachsicht für Behinderung und Care-Arbeit geht: „Alle sind sich einig, dass sie Leo nicht ausschließen, sondern dass er sowieso schon ausgeschlossen ist".  Vera Zischke zeigt auf, dass man nicht mit Behinderungen geboren wird, sondern dass Behinderung aus dem Kontext entsteht, sobald eine Diskrepanz zwischen den Eigenschaften eines Menschen und der Gesellschaft herrscht. Dieses Buch ist eine Empfehlung für alle Altersklassen, die eine entspannte Leseerfahrung mit einer wunderschön geschriebenen Geschichte haben wollen, die trotz eines so wichtigen Themas nicht an Amüsanz verliert.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Das Pen!smuseum - Mit Texten von Jovana Reisinger, Sophia Süßmilch und Illustrationen von Andrea Z. Scharf
    • J. Wienand
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    5/5

    Das Pen!smuseum - Mit Texten von Jovana Reisinger, Sophia Süßmilch und Illustrationen von Andrea Z. Scharf

    Das Künstlerinnenkollektiv rund um Mareike Fallwickl und Eva Reisinger hat mit »Das Pen!smuseum« meiner Meinung nach ein absolutes Highlightbuch herausgebracht. Diese Sammlung an zusammenhängenden Kurzgeschichten, ist nicht nur unglaublich unterhaltsam geschrieben, sondern hebt sich insbesondere durch die unterschiedlichen Textformen und die kreative Aufmachung der Geschichten von anderen Büchern ab. Das Buch handelt von Selbstermächtigung, Female Rage und vor allem von Frauen, die es einfach leid sind, sich weiter mit Männern abzugeben. Es wird perfekt dargestellt, in welchen sowohl absurden als auch düsteren Formen sich Misogynie und patriarchale Strukturen im Alltag von Frauen auswirken, und auf diese wird teils mit humorvollen und prägnanten, aber teils auch mit ernsten Pointen geantwortet, dass es einem die Sprache verschlägt. Eine absolute Leseempfehlung für alle FLINTA*, die ebenfalls die Nase voll haben, und sonstige Personen, die sich für weibliche Lebensrealitäten und feministische Literatur interessieren.

    • Das Pen!smuseum - Mit Texten von Jovana Reisinger, Sophia Süßmilch und Illustrationen von Andrea Z. Scharf
    • Mareike Fallwickl
    • ab 25,00 €
  • Produktbild »Mama, bitte lern Deutsch«
    • J. Wienand
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    5/5

    »Mama, bitte lern Deutsch«

    Tahsim schafft es in seinem Buch, die Geschichte tausender Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland, auf seine humorvolle Art und Weise zu erzählen. Wer die Videos von Tahsim auf Social Media verfolgt, wird dieses Buch mit seiner Stimme lesen können, einer Stimme, die stellvertretend für so viele Menschen in Deutschland steht, denen kein Gehör geschenkt wird. Er erzählt von seinem Alltag zwischen Schule, dem Übersetzen von ALDI-Prospekten und der dauerhaften Angst davor, seine Familie sowie Heimat zu verlieren. Es wird klar, wie er in jungen Jahren Verantwortung für seine Mitmenschen übernehmen musste und was für eine Bedeutung es plötzlich haben kann, auf welche Art und Weise Leute ihren Çay trinken. »Mama, bitte lern Deutsch« ist eine klare Empfehlung für alle Menschen, die selber mit Migrationsgeschichte in Deutschland aufgewachsen sind, aber auch für alle, denen Verständnis und Anerkennung für andere Lebensrealitäten am Herzen liegen.

  • Produktbild Pina fällt aus
    • J. Wienand
    • Buchhändler/-in

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    5/5

    Pina fällt aus

    "Inklusion, das ist immer das, worum sich die anderen kümmern müssen“. Dieses Zitat beschreibt besonders gut das Problem, welches dieses Buch versucht aufzuarbeiten.  »Pina fällt aus« handelt von der alleinerziehenden Mutter Pina, die plötzlich nicht mehr für ihren Sohn Leo da sein kann, der eine Behinderung hat. Vera Zischke lässt hier bewusst offen, um welche Art von Behinderung es sich offiziell handelt, da es auch nicht relevant ist, und sie so Vorurteilen, die Menschen über gewisse Behinderungen haben, vorbeugt. Die außergewöhnlich gemischte Hausgemeinschaft, in der die beiden bisher lebten, muss also plötzlich lernen, mit Leo zusammenzuleben und sich um ihn zu kümmern. Was die Geschichte für mich so besonders macht, ist, dass die Charaktere der Hausgemeinschaft, trotzdem noch alle ihre eigenen Probleme und Eigenschaften haben, wodurch sich viele Leser:innen in den Lebensrealitäten der Charaktere wiederfinden können.  Das Buch steht wie kein anderes für das Thema Inklusion und legt der Gesellschaft bewusst den Finger in die Wunde, wenn es um Nachsicht für Behinderung und Care-Arbeit geht: „Alle sind sich einig, dass sie Leo nicht ausschließen, sondern dass er sowieso schon ausgeschlossen ist".  Vera Zischke zeigt auf, dass man nicht mit Behinderungen geboren wird, sondern dass Behinderung aus dem Kontext entsteht, sobald eine Diskrepanz zwischen den Eigenschaften eines Menschen und der Gesellschaft herrscht. Dieses Buch ist eine Empfehlung für alle Altersklassen, die eine entspannte Leseerfahrung mit einer wunderschön geschriebenen Geschichte haben wollen, die trotz eines so wichtigen Themas nicht an Amüsanz verliert.

  • Produktbild Mit Männern leben
    • J. Wienand
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    5/5

    Mit Männern leben

    »Mit Männern leben« ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. In diesem Buch wird so schonungslos ehrlich über den Pelicot-Prozess berichtet, dass fast jedes Kapitel einen sowohl schockiert als auch wütend zurücklässt. Es werden Perspektiven des Prozesses dargeboten, die die Ruhe, Hoffnung und Hingabe von Gisèle Pelicot noch beeindruckender erscheinen lassen, als sie es zuvor schon waren. Ebenso werden diverse Probleme angesprochen, die bei dem Ablauf dieses Gerichtsverfahrens stattgefunden haben, vom Umgang mit Besuchern und Journalisten bis hin zur Handhabung der Beweis-Videos. Manon Garcia hat ihre Beobachtungen des Gerichtsprozesses als akkreditierte Journalistin gekonnt mit soziokulturellen Thesen und der Darstellung ihrer eigenen Gefühle verbunden. Sie schafft es, ihre Thesen fachlich zu erläutern, ohne sich dabei zu lange in Theorien zu verlaufen, diese jedoch auf die Beobachtungen des Gerichtsprozesses von Avignon präzise anzuwenden. Dieses Buch stellt die klaren Verbindungen zwischen dem Pelicot-Prozess und dem Umgang der Gesellschaft mit Frauen dar, warum Misogynie und Objektivierung von Frauen in unserem patriarchalen Männlichkeitsbild gefestigt sind, und stellt sich zu Recht die Frage "Kann man mit Männern leben?"

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