Trauma, Wahnsinn und die dämonische Faszination der Liebe: In E. T. A. Hoffmanns berühmter Erzählung wird der Student Nathanael unter dem Einfluss erschütternder Kindheitserinnerungen verrückt und verfällt einer Frau, die jedoch kein Mensch ist. Schaurig-schön poetisiert Hoffmann die innere Zerrissenheit seines Protagonisten zwischen Realität und Phantasie. Ein Meisterwerk der Schwarzen Romantik!
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Ursprünglich habe ich mir das Buch fürs Germanistikstudium gekauft (das ich abgebrochen habe), aber ich finde es generell richtig richtig gut. Ich habe es sogar auch verschenkt. Die vielen Bedeutungsebenen sprechen mich sehr an. Es ist ein sehr tiefgründiges Buch, das auch die Schattenseiten des Menschens beleuchtet. Manchmal ist es etwas creepy und verstörend.
Bewertung
5/5
12.02.2021
Buch (Taschenbuch)
öffne deine augen, mein automat
aber schön
die gruslige atmosphäre der romantik, die hoffmann so genial einfängt und in die tragische geschichte um nathanael einfließen lässt, machen dieses sehr kurze werk zu einem der großen texte der weltliteratur
augen und blicke verändern sich, automaten werden interessanter, magnetismus und mesmer wieder aktuell
eine kleine zeitreise
nicht nur für die schule sollte man das lesen, sondern eigentlich in jeder vollmondnacht wieder einmal
Michaela Fischer
aus Mannheim
5/5
12.02.2021
Buch (Taschenbuch)
Wow
Ein schön schauriges Werk in dem die Realität und die Fantasie ineinander übergehen.
Nathanael ist voller Angst als er Coppola begegnet, der ihn an sein Kindheitstrauma erinnert und an der Grund daran- den Sandmann.
Völlig verängstigt von der Begegnung fängt Nathanael an sich von seinen Freunden zu distanzieren und in seiner eigenen Welt zu verschwinden.
Monika Engelmann
aus Augsburg
5/5
12.02.2021
Buch (Taschenbuch)
Das Grauen im Alltag.
Weit seiner Zeit voraus, schrieb E.T.A. Hoffmann mit dem "Sandmann" eine verwirrende und verstörende Erzählung von unheimlicher atmosphärischer Dichte, die heutzutage in einer Gesellschaft, in der nunmehr offen über psychische Probleme bei Kindern und Erwachsenen, über Gewalt, Übergriffe und Wahnsinn gesprochen wird, aktueller ist denn je. Auf jeden Fall ein Meisterwerk der deutschen Literatur!
Bewertung
aus Hannover
5/5
12.02.2021
Buch (Taschenbuch)
Schullektüre
Dieses Buch mußte ich für meine Tochter für die Schule (Gymnasium 11. Klasse) kaufen, da das Schullektüre ist.
Ich finde das Buch ganz schön heftig als Schullektüre.
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5/5
06.02.2026
eBook (ePUB 3)
Ein Meisterwerk
Ein gewohntes Meisterwerk von Hoffmann was literarisch und zugleich höchst poetisch ist. Philosophie und Psychologie gehen Hand in Hand, währrend im Hintergrund eine Krimi Geschichte erzählt wird.
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5/5
19.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Kurz, eindringlich, großartig!
Etwa hundert Seiten benötigt Stefan Zweig um das aufzuschreiben, was sich über die menschlichsten Abgründe aufzuschreiben lohnt. Gefangenschaft, Wahnsinn, Durchhalten. Das Buch ist ein sprachliches Wunderwerk in Minimalform. Wer die "Schachnovelle" gelesen hat, weiß, warum sie ein Klassiker ist.
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5/5
21.10.2024
Buch (Taschenbuch)
,,Jeder, der einer Manie verfallen war, bleibt für immer gefährdet, und mit einer solchen Schachvergiftung sollte man besser keinem Schachbrett nahe kommen . . ."
Stefan Zweig hat sich dieses Jahr langsam aber sicher zu einem meiner liebsten Autoren gemausert und die Schachnovelle hat einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen. Eindringlich, präzise und doch mit einer unverwechselbar klaren Sprache zeichnet Stefan Zweig das Bild des Dr. B, welcher um den psychischen Qualen in einem Gefängnis der Nazis auszuharren sich in die tiefe Welt des Schachs hineinflüchtet. Ein literarisches Meisterwerk und mit recht, Stefan Zweigs bekannteste Novelle.
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5/5
16.10.2024
Buch (Taschenbuch)
"Die Gesetze der Welt sind Würfelspiel worden, das Band der Natur ist entzwei"
Das Bezeichnende an einem Klassiker ist doch, dass seine Inhalte gegen zeitlichen Verfall immun sind. Schillers Drama „Die Räuber“ wurde 1782 uraufgeführt und doch wird der aufmerksame Leser merken, dass die philosophischen Problematiken, die es verhandelt, für die heutige Zeit nicht nur relevant geblieben sind, sondern sogar davor bewahrt werden sollten, gänzlich der Vergessenheit anheim zu fallen. Jene vermeintliche Antiquiertheit, mit der klassische Werke verbannt werden sollen, wird zuweilen gerade als Ideologie eingesetzt, um das Denken in seinen bequemen Grenzen zu lassen. Paradoxerweise kann ein klassisches Werk, dem wir Einlass in die Gegenwart gewähren, dadurch wesentlich moderner anmuten als zum ursprünglichen Zeitpunkt der Veröffentlichung. Das Befremdliche an Klassikern, insbesondere an Schillers Drama ist der Mut, mit dem literarische und philosophische Ideen gleichsam wie Experimente knallhart durchexerziert werden. Der Zeitgeist ist überfordert, Gedanken denken zu können, die von einem System, das auf Nutzenmaximierung und kapitalistischer Akkumulation basiert, als idealistische Fremdkörper ausgeschieden werden. Im heutigen System ist kein Platz für jene von Schiller aufgeworfene Frage nach der Gerechtigkeit von Natur. Natur muss beherrschbar, zähmbar, reproduzierbar sein, so dass kein Raum für Fragen jener Art sind, die sich Franz Moor im Drama stellt. In Anbetracht seiner sichtbaren Benachteiligung, sei sie körperlicher oder symbolischer Natur, bezweifelt er das gerechte Walten der Natur. Gleichgültig sei sie jenen Wesen gegenüber, die sie ins Leben zieht, nur um sie wieder in den Morast zu werfen, so Franz. Statt Liebe sieht er nur dunkle Begierden, die der eigenen Schaffung vorausgegangen sei. Franz akzeptiert die nihilistisch anmutende Prämisse und zieht für sich die egoistische Schlussfolgerung, nach der sein eigenes Leben nun einzig seinen Launen zu folgen habe. Diesen Rachefeldzug gegen die Natur wird der Marquis de Sade wenige Jahre später noch eingehender konstruieren. Wie Franz Moor klagt er die gleichgültige Natur an, die das unglückselige Individuum namens Mensch, ohne Einwilligung in das Universum geworfen hat. Warum sollte der Mensch dann zusätzlich seine beschränkte Lebensspanne mit Moral und Gewissenskrupeln belasten? Schiller indes, wird seinen Franz Moor der Natur nicht mit orgiastischem Dauergenuss entgegen treten lassen. Stattdessen wird er am Ende von existentiellen Ängsten in den Freitod getrieben. Sein Idealismus führt stetig zu einer Verkleinerung des Bösen. Schiller lässt somit die gute Weltordnung obsiegen und verbleibt in metaphysisch anmutender Ethikbegründung.
Karl von Moor, sein Bruder und auch sein Widerpart wird erst durch das Leben zum Rebell. Während der eine bereits desillusioniert ins Leben stürzt, desillusioniert sich der andere erst im Laufe etwaiger Enttäuschungen. Schiller
präsentiert uns zwei rachesüchtige Brüder, von denen der eine den Glauben an eine heile Weltordnung nach und nach verliert, während der andere diesen niemals geteilt hat. Schiller dekliniert deren folgenschweres Scheitern durch und zeigt wie beide schließlich an die Grenze zur Selbstauslöschung gelangen. Karl schreckt im letzten Augenblick jedoch zurück und erkennt in allergrößter Verzweiflung einen neu gedeuteten Stolz in sich. Karl wird in seiner Verzweiflung erkennen, dass seine Taten gesühnt werden müssen und stellt sich der Gesellschaft.
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5/5
17.06.2011
Buch (Taschenbuch)
Klassiker der Psychothriller
Psychothriller bei diesem Genre denkt man zuerst an Autoren wie Alfred Hitchcock, Dan Brown oder Steven King, weniger an den Romantiker E.T.A. Hoffmann. Dennoch zählt seine Erzählung Der Sandmann zu einer der ersten Veröffentlichungen in dieser Gattung.
Erzählt wird die Geschichte des Studenten Nathanael, dessen Kindheitstrauma, die Angst vor dem Sandmann, in Gestalt des Advokaten Coppelius, ihn bis in die Gegenwart verfolgt. Nathanael glaubt in dem Wetterglashändler Coppola die Schreckensgestalt von einst wiederzuerkennen. Dieser verkauft dem jungen Dichter ein Fernrohr, das ihn die Schönheit der, von Professor Spalanzani erschaffenen Puppe Olimpia erkennen lässt. Nathanael verfällt ihr geradezu. Als er jedoch begreift, dass das einzig Lebendige an Olimpia ihre Augen sind, erfasst ihn ein Anfall von Wahnsinn. Clara, seine Verlobte, kann ihn zwar zunächst gesund pflegen, doch als er bei einer Turmbesteigung Coppelius/Coppola entdeckt, packt ihn erneut der Wahnsinn.
Hoffmann lässt Fantasie und Wirklichkeit in seiner Erzählung miteinander verschmelzen. Er zeigt, dass man nichts und niemandem trauen kann, nicht einmal dem, was man mit eigenen Augen sieht, nicht einmal sich selbst. Mit dieser Thematik reiht Hoffman sich ein in die Tradition der Gothic Novel oder auch des Schauerromans. Charakteristisch für sie ist es, unheimliche Momente zu schaffen, indem sie das Irrationale für die Wirklichkeit ausgeben. So wie es Hoffmann mit dem Sandmann gemacht hat, der in der Nacht kommt, um den Kindern die Augen zu stehlen.
Erstmals 1817 in Nachtstücke erschienen, hat der S. Fischer Verlag diese verwirrend schaurige Erzählung nun im Zuge seiner Reihe Fischer Klassik in einem Band mit E.T.A Hoffmans Das Fräulein von Scuderi neu aufgelegt.
Idee des Programms ist es, die wichtigsten Autoren von der Antike bis zur Klassischen Moderne mit ihren bedeutendsten Werken zu umfassen und in schönen, hochwertigen, dabei preislich attraktiven Ausgaben zu präsentieren.
Trotz dieser neuen Aufbereitung bleibt am Ende die Frage: Kann uns ein Psychothriller aus dem beginnenden 19. Jahrhundert heute noch schocken? Sind wir nicht viel zu abgestumpft durch zerstückelte Leichen, Geister, die ihren Tod rächen und von Rasierklingen zerschnittenen Augäpfeln? Vielleicht. Doch wenn er uns nicht schockiert, dann verwirrt er uns; heute genauso wie vor knapp 200 Jahren. Die Abgründe der menschlichen Psyche und die Verwischung von Traum und Wirklichkeit sind nach wie vor aktuell.
Und möglicherweise ist es das, was einen Klassiker ausmacht: Er büßt auch mehrere Generationen nach seiner Veröffentlichung nichts von seiner Wirkung ein.
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