Die scheinbar glückliche Ehe von Fridolin und Albertine wird auf die Probe gestellt, als Fridolin in den Straßen Wiens nach erotischen Abenteuern sucht, während seine Frau sich ihrerseits der Phantasie hingibt, ihren Mann zu betrügen. Doch liegt im Ausleben geheimer Begierden die ersehnte Erfüllung? Schnitzlers »Traumnovelle« handelt von menschlichen Sehnsüchten und Trieben vor dem Hintergrund erster wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Psychoanalyse. 1999 wurde sie von Stanley Kubrick unter dem Titel »Eyes Wide Shut« verfilmt.
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Die "Traumnovelle" von Arthur Schnitzler ist keine 100 Seiten lang, beinhaltet aber mindestens einen zur Gänze ausgeformten Charakter, der so vielschichtig ist, wie viele Protagonisten viel längerer Romane es nicht sind. Fridolin heißt er, und ihn begleitet man durch zwei Tage und Nächte in Wien voller unerfüllter Abenteuer, skuriller Figuren, erotischer Wunschträume und meherer Leichen. Das Ganze ist so dicht und spannend geschrieben wie ein Krimi und so mysteriös wie ein Film noir. Wirklich gut!
Bewertung
4/5
11.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Traumnovelle
Ich musste das Buch für die Schule lesen.
Ich finde das Buch nicht ganz einfach zu lesen.. Denn was Traum und was Realität ist, ist nicht immer ganz einfach heraus zu finden. Trotzdem ist das Buch sehr spannend. Nach den ersten 20 Seiten konnte ich kaum mehr aufhören zu lesen
Bories vom Berg
aus München
3/5
16.09.2014
Buch (Taschenbuch)
Verbalerotik Die «Traumnovelle…
Verbalerotik Die «Traumnovelle» gehört zum Spätwerk des österreichischen Schriftstellers Arthur Schnitzler, der mit seiner Dichtung die Öffentlichkeit des Fin de Siècle immer wieder in helle Aufregung versetzt hat. Als promovierter Arzt demaskierte er nämlich unbeirrt die verlogenen sexuellen Konventionen der damaligen Gesellschaft, die er einer ebenso hellsichtigen wie unerbittlichen psychischen Analyse unterzog, was ihn als literarischen Mitstreiter seines Landsmannes Sigmund Freud ausweist. Er nahm in gleicher Schärfe den absurden Ehrenkodex des Militärs ins Visier, aber auch die unverhohlen antisemitische Stimmung breiter Kreise der österreichischen Bevölkerung. Besonderen Anstoß jedoch erregte die Thematisierung von Sexualität in seinem dichterischen Werk, wobei die Szenenreihe «Reigen» von 1901 die wohl heftigsten Skandale heraufbeschwor, denen dann jahrzehntelange Aufführungsverbote folgten. Und auch die 1926 erschienene Traumnovelle mit ihrer den Zeitgenossen unanständig erscheinenden Handlung wurde damals angefeindet. Ist hier doch, seiner Vorliebe für psychische Themen folgend in einer zwischen Traum und Wirklichkeit oszillierenden Geschichte, unterdrückte Sexualität am Beispiel eines typischen bürgerlichen Ehepaares jener Zeit dargestellt. Deren Triebleben bildet eine – noch Jahrzehnte später anzutreffende – Wirklichkeit ab, in der die Frau völlig naiv und unerfahren jungfräulich in die Ehe geht, der Mann hingegen sich sprichwörtlich «schon die Hörner abgelaufen hat». Fridolin ist Arzt und treusorgender Ehemann, Albertine brave Ehefrau und Mutter eines kleinen Mädchens. Nach einem Maskenball, durch heftige Flirts in aufgeputschter Stimmung, erzählen sie sich von erotischen Erlebnissen während des Urlaubs in Dänemark. Sie hatte sich in einen markigen Dänen verguckt, er war am Strand einem blutjungen nackten Mädchen begegnet, keiner von ihnen aber war untreu geworden. Entsprechend aufgestachelt hat Fridolin nun am folgenden Tage einige Begegnungen mit willfährigen Frauen, erreicht nachts schließlich voller Neugier sogar unerlaubt Zutritt zu einer geheimnisvollen Orgie mit maskierten nackten Weibsleuten, er widersteht jedoch dem allen und bleibt treu. Als er früh um Vier nach Hause kommt, wacht Albertine auf und erzählt ihm ihren Traum. Sie waren auf Hochzeitsreise, haben sich auf einer Wiese geliebt, beim Aufwachen seien alle ihre Kleider verschwunden gewesen. Er habe sich auf die Suche danach begeben, da sei der Däne erschienen und habe im Beisein vieler anderer nackter Paare mit ihr geschlafen. Fridolin aber sei verhaftet und nackt in Ketten gelegt worden, die Fürstin wollte ihn begnadigen, wenn er ihr Liebhaber würde, sie habe ausgesehen wie das junge Mädchen am Strand. Fridolin sei standhaft geblieben, wurde deshalb ans Kreuz geschlagen, sie aber, Albertine, habe ihn ausgelacht. In seiner vor Metaphorik und Symbolik nur so strotzenden, rasant erzählten Geschichte dringt Schnitzler tief hinein in das Seelenleben seiner beiden Figuren, macht ihre einer verlogenen Moral wegen unterdrückte Sexualität sichtbar, deckt unterschwellig vorhandene Triebe auf. Bemerkenswert ist, dass Fridolin reale Erlebnisse hat, Albertine jedoch nur träumt, der Autor also – unbewusst? – damit spezifische Unterschiede der Geschlechter postuliert in seinem Plot. Sie ist auf seine vorehelichen Erfahrungen neidisch, missgönnt sie ihm sogar und kann sich nun, nachträglich nur und, will sie ihm treu bleiben, auch nur im Traume ihre geheimen sexuellen Wünsche erfüllen, ihr bleibt also nur das für sie erregende Gespräch mit ihrem Mann über ihre diesbezüglichen Phantasien. Verbalerotik mithin, Stanley Kubrick hat genau das in «Eyes Wide Shut» – prüde amerikanisch natürlich – filmisch umgesetzt. Schnitzlers Novelle zu lesen hingegen ist deutlich interessanter und regt weit mehr zum Interpretieren und Nachdenken an.
Bewertung
5/5
07.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Abgründe einer Ehe
Schnitzlers Traumnovelle hat mich durch ihre schwebende Atmosphäre sofort in den Bann gezogen. Traum, Begehren, Eifersucht und verdrängte Wünsche gehen so fließend ineinander über, dass man nie ganz sicher ist, was wirklich geschehen ist. Eine kurze, seltsame und zugleich vielschichtige Erzählung über die Abgründe einer Ehe.
Bewertung
5/5
27.03.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Große Empfehlung
Dieses Hörbuch wurde völlig zurecht für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Den Text so zu hören, ist etwas völlig anderes, als das Buch zu lesen. Andreas Pietschmann liest sehr ausdruckstark und wandlungsfähig. Toll, wie er die einzelnen Figure zu Leben erweckt. Zusammen mit der verträumt schönen Musik wird man in die Geschichte richtig hineingezogen.
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