Dakota-Territorium, 1876. Der legendäre Revolverheld Wild Bill Hickok und sein Freund Charlie Utter erreichen mit einem Treck, der aus Cheyenne kommt, die Goldgräberstadt Deadwood. Obgleich von Alter und Krankheit gezeichnet, ist Wild Bill immer noch in der Lage, jeden Mann in einem fairen Duell zur Strecke zu bringen. Er aber möchte nichts weiter, als seine Tage in Ruhe im Saloon verbringen. Nur ist Deadwood kein Ort, an dem man Ruhe findet. Hier herrscht das Gesetz des Stärkeren. Und so trachtet bald schon mehr als ein Mann nach Wild Bills Leben. Denn er ist einer der wenigen, die in dieser Stadt noch Recht von Unrecht unterscheiden können. In 'Deadwood' stützt sich Pete Dexter auf historische Quellen und schildert den Wilden Westen so, wie er tatsächlich war: schmutzig, korrupt, voller Gier und roher Gewalt. Doch seine Haltung ist die eines lakonisch erzählenden Chronisten. Und so wird aus einem Tatsachenroman über die Anfänge Amerikas fast beiläufig eine menschliche Komödie voller Melancholie und schwarzem Humor.
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Wir schreiben das Jahr 1876.
Deadwood in den Black Hills.
Keine Elektrizität, zweihundertfünfzig Dollar für den Kopf eines Indianers, die Haare wäscht man sich mit rohen Eiern.
Der beste Revolverschütze und berühmteste Mann des wilden Westens Wild Bill Hickok (links auf dem Coverfoto, rechts übrigens Buffalo Bill) und sein Kumpan Charley Utter siedeln in Deadwood an. Doch in einer Stadt aus Saloons, Opiumhöhlen und Bordellen, mit Goldgräbern, Hurentreibern und Kopfgeldjägern, die johlen, saufen und ballern, werden die beiden argwöhnisch beobachtet - durch Visier und Korn der Revolver. Wild Bill wird 48 Jahre alt.
Während die Sklavin China Doll - die Crème de la crème von Deadwoods Freudenmädchen - an eine Langnase verkauft wird, erreicht Agnes Lake den Ort. Die Witwe Wild Bills, eine Trapezartistin, die mit bloßen Händen ein Wagenrad wechselt und die Axt schwingt wie ein Mann. Sie will den Meuchelmord an ihrem Mann rächen.
"´Jeder will ein Revolverheld sein´, sagte er. ´Peng-peng!´"
Auch ich. Als Kind war ich, mit Plastikfederkopfschmuck und Züntplättchen knallend, glühender Verehrer Winnetous und Old Shatterhand. Was DEADWOOD allerdings so besonders macht ist, dass es sich um eine Dokumentation einer bestimmten Zeit, eines bestimmten Ortes handelt. Denn: "Die Schauplätze und Ereignisse dieses Romans ... das Wetter, das Leben ... sind real. ... alle Personen dieses Romans ... hielten sich in Deadwood auf." Tatsachenroman, Western, Komödie. Pete Dexter erzählt Geschichten von gebrochenen Herzen und gescheiterten Existenzen, voll roher Gewalt und unglaublichem Witz. Sensationell!
Also schnell den Rachen mit Whiskey aus der Flasche gespült, einen speckigen Hut aufgesetzt und auf zum nächsten Elektropferdchen mit Münzeinwurz im Einkaufszentrum. Yiiiha!
Mehmet Düzgün
aus Neuss
5/5
19.12.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
..als der Westen noch wirklich wild war..
Pete Dexter ist mit "Deadwood" ein sehr fein gezeichneter Western gelungen, der zudem auf historisch fundierten Fakten beruht. Die Figuren, die er in den Vordergrund seines Romans stellt, sind derart liebevoll gezeichnet, dass sie einem sofort ans Herz wachsen und man mit ihnen durch Matsch und Schlamm watet, in heruntergekommenen Saloons billigen Gin Bitters und schlechten Whiskey kippt und den legendären Wild Bill zu seinem Freund auserwählt.
Beeindruckendes Kopfkino!!!
Bewertung
5/5
23.11.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
Where God got angry...
Deadwood eine schlammige Goldgräberstadt im Werden, mitten in heiligem Indianergebiet in den nordamerikanischen Black Hills. Hierhin strömen alle, die 1876 noch das Abenteuer, das wilde Pionierleben und das Glück im Gold suchen. Hierher zieht es auch die lebende Legende Wild Bill Hickock und dessen Kumpel Charley Utter, sowie eine ganze Reihe windschiefer Gestalten, die diese hochunterhaltsame literarische Westerngeschichte zu einem wahren Leseerlebnis machen.
Wer es sich zutraut, sollte das Buch im englischen Original lesen, es gewinnt deutlich an sprachlichem Witz und schwarzhumoriger Lakonik, wie der folgende Dialog zwischen Bill und Charley zeigt, als sie zum ersten Mal in Deadwood einreiten:
Hows it look to you? Bill said.
Like something out of the Bible.
-Which part of the Bible?
-Where God got angry
Helga Ebenkofler
5/5
10.11.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wo die Helden sterben
Zwei alternde, schon etwas versehrte Westernhelden, eine schlammige, übelriechende Goldgräberstadt, Chinesen im Ghetto, Morde, die so nebenbei geschehen und vieles mehr ist in diesem fast schon genialen Western, der letztlich eine Zustandsbeschreibung des menschlichen Daseins ist, zu finden.
Nonchalant erzählt, jeder Figur, auch den Nebenfiguren, Leben einhauchend, ohne dass große Introspektion betrieben würde, erzählt Dexter von Menschen, deren Träumen und deren zerplatzten Illusionen, von Schmutz, der nicht nur auf der Straße liegt, sondern auch auf der Seele.
Deadwood ist die Geschichte eines Unterganges, tragisch, melancholisch, aber auch mit dem gewissen Quäntchen Ironie. Herrlich z.B. die Szene, in der Bill und Charley die noch nicht ausgereifte Methode der Leichenverbrennung testen und dabei über die Unsterblichkeit der Seele räsonieren oder vielsagend die Tatsache, dass die harten Männer des Westens den Whiskey durch einen pinkfarbenen Cocktail ersetzen.
Dexter beherrscht die Kunst, komplexe Geschichten nur in Andeutungen zu erzählen und Protagonisten zu kreieren, bei denen vieles im Schatten bleibt, vage bleibt dadurch aber umso stärker und eindrücklicher wirkt. Legenden werden geschaffen die Presse tut schon 1876 das ihrige dazu Leben werden vernichtet, ohne Sinn, ohne Moral. Rechtsprechung ist immer eine Sache der Auslegung, des Kapitals und der Hautfarbe.
Wenn uns all das irgendwie bekannt vorkommt, dann liegt es daran, dass der Mensch sich wenig geändert hat, außer dass er seine Methoden verfeinerte.
Und dann lesen wir noch über eine Reihe von bemerkenswerten Frauen: unvergleichlich das Portrait von Calamity Jane, eine tief tragische und doch ungeheuer robuste Frau, aufschlussreich wie Agnes Lake, die geheimnisvolle Trapezkünstlerin auf der eine Seite und die extrovertierte Mrs. Langrishe auf der anderen die zwei Seiten Charleys ansprechen; oder Lurline, die so ziemlich dem romantischen Klischee der Hure entspricht und Ci-an, die junge Chinesin, die ihren eigenen Kampf ausfechtet und das Missverständnis nicht nur zwischen Mann und Frau präsentiert, sondern auch das zwischen den Kulturen.
Bei all dieser Fülle: der Ton der Sprache ist trocken, lakonisch. Der Autor hält sich an das, woran sich auch seine Figuren halten: wenn sich etwas in zehn Worten sagen lässt, dann werden nur zehn Worte gesagt, nicht mehr, nicht weniger. Schwätzer, Captain Jack zum Beispiel, werden nicht ernst genommen, die Realität zeigt sowieso früher oder später, dass sie eben nur Schwätzer sind.
Ein grandioser Roman. Ein Buch auf das ein guter, alter Whiskey getrunken werden kann.
Jonathan Jäger
aus Eisenach
5/5
06.11.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
So macht lesen Spaß
Die Goldgräberstadt Deadwood zieht viele Glückssuchende an - unter anderem auch den Geschäftsmann Charlie und seinen Freund Wild Bill Hickok. Aber viel Gutes hält dieser Ort nicht für sie bereit...
Pete Dexter legt hier einen Western-Roman vor in dem weder gängige Klischees bedient werden,noch mit einer angenehmen Prise Humor gegeizt wird.
Der gelungene Schreibstil macht das Buch zu einem Genuss!!!
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5/5
30.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Waren die harten Kerle im Wilden Westen doch nicht so rauhbeinig?
Sondern auf der Suche nach dem Glück und einem neuen Zuhause, um zur Ruhe zu kommen? Pete Dexter erzählt, wie es wirklich war: Hart, gnadenlos und trister, als zu vermuten waere. Ein wunderbares Buch mit morbiden Humor ohne jeden Pathos aus der Zeit der Goldsucher, Revolverhelden und schrägen Vögeln in dieser von Gott verlassenen Stadt. Ein lasterhafter Ort wie aus der Bibel entsprungen. Vergessen Sie die romantisierenden Vorstellungen des Wilden Westen und gehen Sie auf eine Zeitreise.
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5/5
26.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zugegeben...etwas Durchhaltevermögen...
Zugegeben...etwas Durchhaltevermögen braucht es schon, um diesen Wahnsinn von einem Roman zu bezwingen. Wen das nicht abschreckt, wird mit einem realistischen Blick auf den wilden Westen 1876 belohnt. Krass gut!
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5/5
25.02.2012
eBook (PDF)
Deadwood
Vorsicht: hierbei handelt es sich um das ebook im PDF-Format! Das EPUB-Format von "Deadwood" finden Sie unter der Nummer 9783935890915.
Wer hat eigentlich festgelegt, dass ein Western nicht auch gute Literatur sein kann? Dass Western immer schlecht geschriebene Bastei-Lübbe-Groschenhefte sein müssen, die vor Starker-Mann-mit-Colt-Klischees nur so strotzen? Eben, niemand! Deshalb hat sich der Liebeskind Verlag, einer meiner Lieblings-Vorkämpfer des guten Geschmacks, des 1986 erstmals erschienenen Romans Deadwood von Pete Dexter angenommen.
Dexter erzählt die Geschichte der Einwohner der Goldgräberstadt Deadwood im Zeitraum zwischen 1876 und 1879, unter diesen einige bekannte Persönlichkeiten des Wilden Westens wie Wild Bill Hickok und Calamity Jane, aber auch amerikanische und asiatische Huren, ihre Freier und Zuhälter, junge Glücksritter auf Goldjagd, Zirkusakrobatinnen, Theaterbesitzer und der obligatorische Dorfdepp.
Ähnlich wie in Clint Eastwoods Erbarmungslos wird auch hier der Mythos des harten, rauhen Westernhelden demontiert. Wild Bill Hickok ist eben kein sich ständig duellierender, überall gefürchteter Revolverheld, sondern ein ganz normaler Mensch, dem sein Ruhm auf die Nerven geht und der aufgrund von Prostataprobleme Schwierigkeiten beim Pinkeln hat.
Wenn Sie gute Western mögen oder die aus dem Buch hervorgegangene Serie mit Ian McShane mochten, kommen Sie an Deadwood keinesfalls vorbei. Tauchen Sie ein in dreckige Realität des Wilden Westens, aber passen Sie auf, dass Sie sich im Saloon niemals mit dem Rücken zur Tür setzen
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5/5
04.01.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Männerbuch....
Lakonisch, schwarzhumorig, realitätsnah - dieser Western hat was.
Mit einer Story, die die gesamte (Karl-May-)Wildwestromantik ad absurdum führt
und den Leser trotzdem nicht total frustriert zurücklässt, denn er hat durchaus,
bei aller drastischen Realität, die ihm hier serviert wurde,doch auch seinen Spaß gehabt.
Charley Utter, die Hauptperson, wächst dem Leser wirklich ans Herz und wenn berühmte Revolverhelden a la "Wild Bill Hickock" ins Gras beißen müssen, weil sie von Syphilis geplagt und ziemlich besoffen ihre eigenen Regeln unterlaufen,
so war das dem Westernliebhaber natürlich von vornherein ziemlich klar...
Übrigens s.o., würde ich mir nie erlauben, interessierte Leserinnen von dieser Lektüre abhalten zu wollen - ich habe nur die Erfahrung gemacht, das die Herren der Schöpfung eher auf diesen Titel "anspringen" ;-)
Schauen Sie doch mal rein - auch das Genre Western hat Qualität und nicht nur Heftchen-Romane zu bieten!
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5/5
31.08.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
Genial
Der Wilde Westen als Männer noch Männer waren. Pete Dexter ist ein ganz großer Roman gelungen. Er erzählt vom Westen wie er wirklich war. Nichts mit Karl May Romantik. Hier herrscht ganz klar der Stärkere. Was Dexter aber auch gelingt, ist die Situation so urkomisch zu erzählen,das man sich das Lachen nichte verkneifen kann. Stellen Sie sich vor, ein Kopfgeldjäger der den Kopf des Verbrechers nicht los wird, ein alternder Revolverheld mit Prostataproblemen und eine Elchjagd, die völlig aus dem Ruder läuft. Ein Buch nicht nur für Westernfans. Unbedingt lesen.
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