Die Geschichte einer jungen Liebe – radikal, kompromißlos und leidenschaftlich bis in den Tod. Bis heute ist Goethes Werther der schönste Liebesroman der deutschen Literatur.
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Sprachliche Gewandtheit und tragische Leidenschaft
Der Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang von Goethe schildert, wie der junge Werther, der Protagonist des Romans, mit seiner unerfüllten Liebe zu Lotte umgeht.
Schon das Vorwort, wenn ich es mal so nennen darf, hat mir gleich sehr gut gefallen. Ich zitiere:"Und du, gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er [Werther], schöpfe Trost aus seinem Leiden, und laß das Büchlein deinen Freund sein, wenn du aus Geschick oder eigener Schuld keinen nähern finden kannst." Schon diese anfänglichen Worte sind sehr ergreifend.
Vorallem sprachlich gefällt mir dieses Werk sehr gut. Goethes Sprache unterstützt die dramatische Handlung und ist, auch wenn sie dem ein oder anderen fremd anmuten mag, sehr schön und eindrucksvoll.
Man mag mich für verrückt erklären, aber ich fand den Roman teilweise sogar sehr amüsant, was wahrscheinlich daran liegt, dass einige der damaligen Denkensweisen heutzutage sehr verschroben scheinen.
Ich habe die Lektüre in jedem Fall genossen und würde sie jedem ans Herz legen, der sich entweder für Literatur interessiert oder etwas Trost nötig hat. Mit dem Werther hat Goethe zweifellos ein beeindruckendes Werk verfasst.
C. Welser
aus Salzburg
4/5
23.04.2019
Buch (Taschenbuch)
Ein stürmisches Herz
Dieses Frühwerk aus Goethes Feder lässt sich besonders mit Augenmerk auf den sozialgeschichtlichen bzw. biographischen Hintergrund des Autors sehr gut lesen - die schöne, präzise Sprache ist dabei natürlich auch kaum zu übersehen. Wer den Werther als fröhliche Freizeitlektüre zur Hand nimmt sollte sich jedoch darauf einstellen, dass die Hauptfigur nicht gerade "leicht zu handhaben" ist.
Bewertung
5/5
12.05.2026
Buch (Taschenbuch)
wundervoll
"Die Leiden des jungen Werther" ist einfach ein wundervoller Briefroman, welcher voller Poesie und in einem unglaublich schönen Stil geschrieben ist.
Zum Artikel selbst lässt sich sagen, dass man eben bekommt wofür man bezahlt. Nur denke ich, dass die Schrift für Seheingeschränkte etwas klein sein könnte. Ansonsten gibt es nichts weiter auszusetzen; sehr zu empfehlen.
Bewertung
5/5
08.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Empfehlung werd.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist sehr schön geschrieben und hat auch eine gute Story die man quasi aus dritter Person verfolgt, was ich auch sehr interessant finde. Ja das Buch ist „Altmodisch“ geschrieben, aber immer noch sehr gut verständlich (ist zum Einstieg geeignet). Bitte hört nicht auf die Bewertungen von den Kindern die es in der Schule lesen mussten, natürlich finden sie es schwierig geschrieben und interessieren sich dafür nicht (ich bin 21). Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen. Ich kann es nur weiterempfehlen
G. G.
5/5
30.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartig und auch heute noch aktuell
"Kleider machen Leute" ist für viele eine altbackene Schullektüre, aber nicht ohne Grund nach wie vor eine grandiose Novelle. Inhaltlich muss ich nicht viel dazu sagen, mehr hingegen über die Sprache und die Nachwirkung. Sprachlich ist es wirklich gut verfasst und noch relativ leicht verständlich - da gibt es andere Werke, die unglaublich zäh und komplex sind. Die Nachwirkung der Lektüre war aber auch ausschlaggebend für meine Bewertung, denn obwohl die Novelle aus dem Jahre 1874 stammt, ist die Aktualität des Themas wahnsinnig präsent. Egal, in welchem sozialen Umkreis man auch ist, "Kleider machen nun eben Leute" - oder man schlüpft (nun rein gedanklich gedacht) in die Kleidung der anderen (siehe Bewusstseinsindustrie von H.M. Enzensberger als Vergleich). Die Faszination dieser Novelle basiert auf der Verschachtelung des Äußeren und des Inneren - und ist auf so vieles übertragbar.
Fazit: Ich habe die Lektüre relativ flott und gerne gelesen und finde es gut, dass es in der Schule thematisiert wird - ist nicht umsonst großartig und ein absolutes Muss für die deutschsprachige Literatur.
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5/5
16.10.2024
Buch (Taschenbuch)
"Die Gesetze der Welt sind Würfelspiel worden, das Band der Natur ist entzwei"
Das Bezeichnende an einem Klassiker ist doch, dass seine Inhalte gegen zeitlichen Verfall immun sind. Schillers Drama „Die Räuber“ wurde 1782 uraufgeführt und doch wird der aufmerksame Leser merken, dass die philosophischen Problematiken, die es verhandelt, für die heutige Zeit nicht nur relevant geblieben sind, sondern sogar davor bewahrt werden sollten, gänzlich der Vergessenheit anheim zu fallen. Jene vermeintliche Antiquiertheit, mit der klassische Werke verbannt werden sollen, wird zuweilen gerade als Ideologie eingesetzt, um das Denken in seinen bequemen Grenzen zu lassen. Paradoxerweise kann ein klassisches Werk, dem wir Einlass in die Gegenwart gewähren, dadurch wesentlich moderner anmuten als zum ursprünglichen Zeitpunkt der Veröffentlichung. Das Befremdliche an Klassikern, insbesondere an Schillers Drama ist der Mut, mit dem literarische und philosophische Ideen gleichsam wie Experimente knallhart durchexerziert werden. Der Zeitgeist ist überfordert, Gedanken denken zu können, die von einem System, das auf Nutzenmaximierung und kapitalistischer Akkumulation basiert, als idealistische Fremdkörper ausgeschieden werden. Im heutigen System ist kein Platz für jene von Schiller aufgeworfene Frage nach der Gerechtigkeit von Natur. Natur muss beherrschbar, zähmbar, reproduzierbar sein, so dass kein Raum für Fragen jener Art sind, die sich Franz Moor im Drama stellt. In Anbetracht seiner sichtbaren Benachteiligung, sei sie körperlicher oder symbolischer Natur, bezweifelt er das gerechte Walten der Natur. Gleichgültig sei sie jenen Wesen gegenüber, die sie ins Leben zieht, nur um sie wieder in den Morast zu werfen, so Franz. Statt Liebe sieht er nur dunkle Begierden, die der eigenen Schaffung vorausgegangen sei. Franz akzeptiert die nihilistisch anmutende Prämisse und zieht für sich die egoistische Schlussfolgerung, nach der sein eigenes Leben nun einzig seinen Launen zu folgen habe. Diesen Rachefeldzug gegen die Natur wird der Marquis de Sade wenige Jahre später noch eingehender konstruieren. Wie Franz Moor klagt er die gleichgültige Natur an, die das unglückselige Individuum namens Mensch, ohne Einwilligung in das Universum geworfen hat. Warum sollte der Mensch dann zusätzlich seine beschränkte Lebensspanne mit Moral und Gewissenskrupeln belasten? Schiller indes, wird seinen Franz Moor der Natur nicht mit orgiastischem Dauergenuss entgegen treten lassen. Stattdessen wird er am Ende von existentiellen Ängsten in den Freitod getrieben. Sein Idealismus führt stetig zu einer Verkleinerung des Bösen. Schiller lässt somit die gute Weltordnung obsiegen und verbleibt in metaphysisch anmutender Ethikbegründung.
Karl von Moor, sein Bruder und auch sein Widerpart wird erst durch das Leben zum Rebell. Während der eine bereits desillusioniert ins Leben stürzt, desillusioniert sich der andere erst im Laufe etwaiger Enttäuschungen. Schiller
präsentiert uns zwei rachesüchtige Brüder, von denen der eine den Glauben an eine heile Weltordnung nach und nach verliert, während der andere diesen niemals geteilt hat. Schiller dekliniert deren folgenschweres Scheitern durch und zeigt wie beide schließlich an die Grenze zur Selbstauslöschung gelangen. Karl schreckt im letzten Augenblick jedoch zurück und erkennt in allergrößter Verzweiflung einen neu gedeuteten Stolz in sich. Karl wird in seiner Verzweiflung erkennen, dass seine Taten gesühnt werden müssen und stellt sich der Gesellschaft.
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