Die junge, ein wenig verträumte Emma Rouault heiratet den biederen Landarzt Charles Bovary in der Hoffnung auf ein beschauliches Leben. Schon bald aber nimmt ihr die erdrückende Enge dieser Ehe die Luft zum Atmen. Erst flüchtet sie sich in die berauschende Scheinwelt der Literatur, dann gibt sie den Verheißungen nach, findet aber auch in ihren Abenteuern mit wechselnden Liebhabern nicht, was sie sucht. Ihr Leben gerät aus der Bahn. Der Roman führte nach seinem Erscheinen 1856 zum Skandal. Mitreißend und brisant ist er bis heute geblieben. (Flaubert, Gustave 1821 - 1880)
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Buch im ordentlichen Zusstand
Wird als Lesestoff der Gymnasasten genommen, aber für Jugendliche noch nicht so geeignet da doch ein sehr durchtriebenes Leben dieser Frau dargestellt wird.
Bewertung
aus St. Veit an der Glan
4/5
14.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Klassiker aus gutem Grund
Wunderbares Buch. Man lebt sich richtig ein und kann sich in der Zeit der Charaktere verlieren. Immer mehr zu wollen und nie mit dem zufrieden sein zu können was man hat das wird der Madame zum Verhängnis. Sehr spannend mitzuverfolgen, wie sie sich weiterentwickelt und trotzdem stehen bleibt, dabei alle mit sich ins Verderben reißt. Keine leichte Kost aber allemal lesenswert. Herrlich geschrieben und einzigartige Charaktere.
C. Welser
aus Salzburg
4/5
01.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nicht ohne
Natürlich braucht es ein wenig Zeit sich auf den detailreichen und ausschweifenden Stil eines solchen Klassikers einzustellen, aber die Geschichte der Madame Bovary weiß dafür wirklich mit Witz und anstößigen Passagen zu überraschen. Man beginnt zu verstehen warum das Buch zu seiner Zeit als skandalös galt. Ein Klassiker, den man nicht unterschätzen darf.
Igelmanu
aus Mülheim
3/5
31.05.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Wenn es irgendwo auf Erden…
„Wenn es irgendwo auf Erden ein Wesen gab, stark und schön und tapfer, begeisterungsfähig und liebeserfahren zugleich, mit einem Dichterherzen und einem Engelskörper, ein Schwärmer und Sänger, warum war sie ihm nicht zufällig begegnet? Ach, weil das eine Unmöglichkeit ist! Weil es vergeblich ist, ihn zu suchen! Weil alles Lug und Trug ist! Jedes Lächeln verbirgt immer nur das Gähnen der Langeweile, jede Freude einen Fluch, jeder Genuß den Ekel, der ihm unvermeidlich folgt! Die heißesten Küsse hinterlassen dem Menschen nichts als die unstillbare Begierde nach der Wollust der Götter!“ Der Klappentext weiß zu berichten, dass der Roman nach seinem Erscheinen einen Skandal verursachte. Der Grund dafür hat sich mir nicht erschlossen. Das Buch erzählt die Geschichte von Emma, die Zeit ihres Lebens auf ihren Märchenprinzen wartet. Die sich todunglücklich wähnt, da sie mit einem Arzt verheiratet ist, der sie zwar liebt und alles für sie tut, aber nicht auf die Idee käme, ihr täglich irgendwelche romantischen Verse vorzulesen. Der nicht von strahlender Schönheit ist und der den größten Teil des Tages über für seine Patienten da ist. Der nicht in Geld schwimmt und mit dem sie „nur“ eine Tochter zusammen bekommen hat und nicht den gewünschten Sohn, aus dem sie dann einen kleinen Prinzen hätte formen können. Bei ihrer beständigen Suche nach dem Märchenprinzen fällt sie immer wieder auf die Sorte Männer rein, die schnell versteht, dass man ihr nur romantisch ins Ohr säuseln muss und schon sinkt sie in seine Arme und in sein Bett. Wenn sie irgendwann bemerkt, dass ihr Prinz es nicht ernst meint, wird sie depressiv und beklagt seitenweise ihr furchtbares Schicksal. Ichbezogen bis zum Ende, gelingt es ihr, mehr als ein Leben vollständig zu zerstören. Selten habe ich mich so über einen Charakter aufgeregt wie über diese Emma. Allein wie sie sich ihrem Mann und ihrer Tochter gegenüber benimmt, hat beim Lesen regelmäßig meinen Blutdruck steigen lassen. Wo war der Skandal in dem Buch? Lag der darin begründet, dass eine Frau so denkt und handelt? Das wäre ein möglicher Grund gewesen, aber dann hätte sie mit einem ihrer Liebhaber glücklich werden müssen. Das Gegenteil ist der Fall. Ihr Handeln wird zu jeder Zeit in dem Buch deutlich verurteilt. Unaufhörlich wird mit dem moralischen Zeigefinger gedroht, wird ganz klar gemacht: „Achtung, liebe Frauen! Wenn ihr euch so unmoralisch benehmt, dann droht euch folgendes schlimme Schicksal…“ Und wie steht es mit der Rolle der Frau in dieser Zeit? „Frau“ war damals nicht unbedingt zu beneiden, in vielen Bereichen wurde ihr nichts zugetraut, wurde sie nicht ernst genommen. Das Thema klingt zwar an der ein oder anderen Stelle sanft an, aber man hätte wesentlich mehr draus machen können. Emma ist zwar ein Charakter, der sich nicht mit seiner Situation einfach abfindet, aber dabei geht es ihr nur darum, dass sie meint, ihr müsste doch das Leben einer Prinzessin zustehen. Emanzipation oder Gleichberechtigung sind ihr völlig gleichgültig, solange sie auf Händen getragen wird und mit Geld um sich werfen kann. Das einzig Angenehme an den 448 Seiten war die schöne, natürlich der damaligen Zeit entsprechenden Sprache und einige gelungene Landschaftsbeschreibungen. Und sicher ist das Buch eine absolute Empfehlung für Leser, die auch in den Leiden des jungen Werther schwelgen können. Das ergibt in der Summe wohlwollende 3 Punkte.
NiWa
2/5
21.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Madame und der moralische Verfall
Emma, nach ihrer Heirat als Madame Bovary bekannt, ist eine schöne Frau, die sich - ihrer Ehe überdrüssig - der inneren Unzufriedenheit hingibt. Sie träumt von durchtanzten Nächten, rauschenden Bällen und dem aufregenden Leben der Pariser Großstadt.
Den Keim der Unzufriedenheit erstmal gesät, gedeiht er prächtig im Alltagsleben der Ehefrau. Sie vertreibt sich die Zeit mit Romanen, flüchtet sich in den Kaufrausch und setzt sogar in gefährlichen Liebschaften ihr gesellschaftliches Ansehen und ihre Ehe aufs Spiel.
Dieser Klassiker war doch sehr zäh zu lesen. Alle Charaktere fühlen sich unterkühlt und distanziert an. Man schafft es einfach nicht, Nähe zu ihnen aufzubauen und es liest sich schon eher, wie eine sachliche Abhandlung der damaligen Gesellschaft.
Während es nicht nur an Sympathieträgern fehlt, ist es auch die Geschichte selbst, die gleichförmig dahingleitet und es sogar in dramatischen Höhepunkten an Emotionalität fehlen lässt.
Überraschend war allerdings der flüssige und angenehme Schreibstil von Gustave Flaubert. Immerhin - vor mehr als 150 Jahren geschrieben - lässt es sich gut lesen und bietet dem Leser einen Blick auf die Gesellschaft der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
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5/5
17.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Die Liebe, die Lüge und die Leidenschaft
Mit einer lieblichen und poesiereichen Sprache entführt uns Gustave Flaubert in die Welt der jungen Emma Bovary, die wohlgemerkt keine wünschenswerte ist.
Umso beeindruckender ist es dafür von dieser Welt zu lesen; von dieser Welt einer jungen Frau deren Heirat mit dem Landarzt Charles Bovary sie geradezu langweilt, von diesem Leben, das sie langweilt, von dieser Liebe, die sie langweilt. Um dieser Langeweile zu entfliehen, stürzt sich Emma in ein immer tiefer gehendes, immer wirrer werdendes Konstrukt aus Lügen, aus Liebschaften zu anderen Männern, von denen sie sich erhofft leidenschaftlich geliebt zu werden, in eine Kaufsucht, um dieses ach so öde Leben endlich zu bereichern.
Doch die erhoffte Leidenschaft bleibt aus, das erhoffte Prestige bleibt aus, all ihre Träume zerbarsten, ist das Konstrukt der Lügen doch zu wirr und die Wasser der Lügen doch zu tief, und all die Sehnsucht nach einem anderen Leben treibt die junge Bovary über ihre eigenen Grenzen hinaus bis zu ihrem Ende, das schmerzhafter und tragischer nicht sein könnte.
Flaubert schuf hier einen von Modernität nur so strotzenden Skandalroman, der bis heute nichts an seiner Spannung, an seiner Offenheit und vor allem nichts an seiner Leidenschaft einbüßen musste. Die Sprache ist so schön, so wundersam, so eindringlich, dass man* der jungen Emma ganz ähnlich tiefer und tiefer nicht in ein Konstrukt aus Lügen, aber in die Handlung hineingesogen wird und es nicht schafft, dem Sog dieses Buches zu entfliehen – was wohl auch nichts allzu Schlechtes sein dürfte.
Ein Meisterwerk der realistischen Literatur, bei der die wunderschöne, liebliche Sprache ganz im Kontrast zum aufwühlenden Inhalt steht, und das immer und immer und immer wieder gelesen werden sollte!
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