Emma Bovary ist eine der faszinierendsten Frauen der Weltliteratur. Sie lebt in der Provinz und träumt von großer Leidenschaft, großer Liebe und großem Leben. Gelangweilt von ihrer Ehe mit dem Landarzt Charles, sucht sie die ersehnten Erregungen bald im Ehebruch, doch sie scheitert an ihrem Verlangen und ihrer Umwelt. Als das Buch 1857 in Frankreich erschien, wurde Flaubert wegen „Unmoral“ der Prozess gemacht. Zugleich begann „Madame Bovarys“ Ruhm als der vollkommenste Roman der Geschichte und Gründungsroman der literarischen Moderne. Elisabeth Edl hat eine Neuübersetzung geschaffen, die zeigt, worin Flauberts unvergleichliche Modernität liegt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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"Ich werde bis an mein Lebensende in Emma Bovary verliebt sein." Mario Vargas Llosa
Mit keinem geringeren Anspruch, als den perfekten Roman zu schreiben, schuf Gustave Flaubert eine Prosa von lyrischer Dichte und Brillanz. Die Obsessionen seiner Protagonistin, Madame Bovary, werden dem Leser in akribischer Detailliertheit vor Augen geführt. Trotzdem wahrt Flauberts Erzähler seine kommentarlose Unparteilichkeit. Mit „Madame Bovary“ gelang Flaubert ein unnachahmliches Amalgam aus Nähe und Distanz, in der Beschreibung des Menschlichen, Allzumenschlichen.
Der Übersetzerin Elisabeth Edl gelingt es, die Modernität Flauberts auf der sprachlichen Ebene einzufangen. Dies zeigt sich unter anderem in der Übernahme der erlebten Rede in der Neuübersetzung, wodurch diese nah an der sprachlichen Qualität des Originals bleibt.
Die gebundene Ausgabe des Hanser Verlags rundet das Leseerlebnis durch die haptisch und optisch ansprechende Gestaltung ab.
Eine klare Leseempfehlung für Flaubert-Liebhaber und solche, die es werden wollen.
buchwürmchen
aus reutlingen
5/5
16.09.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Madame Bovary'' handelt vom…
„Madame Bovary'' handelt vom Schicksal der jungen, schönen Emma, die aus Liebe den Landarzt Charles Bovary heiratet, wie sie glaubt. Doch schnell stellt sie fest, dass sie Liebe völlig missverstanden hat, plötzlich ist sie zwischen Mitleid, Sympathie und Abscheu für ihren gutmütigen, einfachen Gatten hin- und hergerissen. Bald ödet sie das Landleben an und die kleine Tochter Berthe ändert an dieser Langweile auch nichts. Verzweifelt flüchtet sie sich zunächst in romantische Tagträume, dann in reale Affären und merkt bereits zu spät, dass sie sich und ihre kleine Familie zum Ruin führt. Enttäuscht und verzweifelt fasst sie einen folgenschweren Entschluss. Ich habe diesen Klassiker nun schon zum vierten Mal gelesen und jedes Mal hinterließ er mir andere Gefühle. Gustav Flaubert gelingt es, dem Leser einen ungewöhnlich tiefen Einblick in das Seelenleben Emmas zu geben, das so unglaublich wirr und eigenartig ist. Mit 20 Jahren konnte ich Emma gar nicht verstehen, wie kann man nur so undankbar und egozentrisch sein? Mit 30 dachte ich: irren ist menschlich, deshalb fegt man Fehler zur Seite und beschreitet einen neuen Weg. Charles Bovary löste bei mir nur Mitleid aus, so „uncool“ und einfältig, eine wahrlich armselige Gestalt. Doch nun mit vierzig, verstand ich erst wie Flaubert seinen Helden sieht: er beginnt nämlich die Geschichte ausgerechnet mit der Beschreibung von Charles Bovary, dem stillos gekleideten, langweiligen Teeny mit der lachhaften Mütze. Nun glaubt der Leser diesen Charakter zu kennen, doch weit gefehlt, denn er ist der zweite Held dieser grandiosen Geschichte. So unscheinbar, langweilig, maulfaul und provinziell, wie ihn seine Frau einschätzt, wird er auch von uns als Leser empfunden, jedoch nach und nach entpuppt er sich als der selbstloseste Liebende dieser Geschichte. Charles fordert nichts. Er will seine Angebetete nur glücklich sehen. Er tut alles nur für sie, und das ohne Forderung oder Hintergedanke. Er verliert nicht viele Worte, er verzeiht alles. Und genau so selbstlos empfinde ich Liebe heute! Auch sprachlich überzeugt dieser Roman, makellos, anschaulich, weitaus eleganter und leichter geschrieben als vergleichbare Bücher dieser Zeit. Die Anzahl der Mitwirkenden bleibt überschaubar, sind exzellent modelliert und deren Aussagekraft ist variabel, je nach Alter des Lesers. Für mich war und bleibt dieses Buch ein Muss.
Annas.bibliomanie.n.babystuff
aus Hamburg
5/5
16.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich liebe das Cover
Die schönste Leinenausgabe aus dem Nikol Verlag ist Madame Bovary meiner Meinung nach.
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Rezensionsexemplar
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Inhalt: Zunächst wird die Geschichte des Ehemannes von Madame Bovary erzählt und wie er sie schließlich kennen und lieben lernt. Doch liebt sie ihn auch? Zunächst denkt sie ja, doch nach der Hochzeit wird ihr ihr Mann immer unliebsamer und sie beginnt ihn und ihr tristes Leben zu verachten.
Wie dann doch noch Spannung in die Geschichte kommt müsst ihr selbst lesen.
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Meine Meinung: Ich habe außer ein paar Philosophen noch nichts Französisches gelesen glaube ich. Madame Bovary ist ein einfacher, 450 Seitenlanger Einstieg in die französischen Klassiker, der ungemein unaufregend geschrieben ist. Flaubert zeichnet seine Charaktere nicht wertend, sondern schreibt einfach, was diese denken. Ein interessanter Ansatz.
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Fazit: Das schönste am Buch ist das Cover.... Ich bin noch nicht durch mit der Geschichte, aber gespannt, wie es weitergeht, nachdem Madame Bovary ihr Kind in die Obhut einer Amme gab und es ihr anscheinend egal war. Gut sie leidet an Depressionen, das sind andere Zeiten aber gut, mal gucken, was noch kommt....
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Autor: Gustave Flaubert
Preis: 10€
ISBN: 978 3 86820 703 3
Verlag: Nikol
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Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar #nikolverlag
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Werbung
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Bewertung
aus Passau
5/5
11.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Tolle Auflage!
Die Übersetzung von Elisabeth Edl liest sich im Gegensatz zu ihren Vorgängern wunderbar. Der Esprit und Flauberts ironischer Unterton kommen in der neuen Übersetzung erstmals zur Geltung. Man möchte das Buch gar nicht mehr weglegen.
Bewertung
aus Tirschenreuth
5/5
21.06.2021
eBook (PDF)
ein großes Werk der Literatur
Frauen durften damals nicht frei sein. Damit teile Madame Bovary ihr Schicksal mit den zwei anderen "großen" gefallenen Frauen der Weltliteratur: Effi Briest und Anna Karenina. Sie nehmen sich heraus, was nur Männer dürfen (und oftmals nicht einmal die), die Wahl ihres Herzens zu befolgen.
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5/5
17.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Die Liebe, die Lüge und die Leidenschaft
Mit einer lieblichen und poesiereichen Sprache entführt uns Gustave Flaubert in die Welt der jungen Emma Bovary, die wohlgemerkt keine wünschenswerte ist.
Umso beeindruckender ist es dafür von dieser Welt zu lesen; von dieser Welt einer jungen Frau deren Heirat mit dem Landarzt Charles Bovary sie geradezu langweilt, von diesem Leben, das sie langweilt, von dieser Liebe, die sie langweilt. Um dieser Langeweile zu entfliehen, stürzt sich Emma in ein immer tiefer gehendes, immer wirrer werdendes Konstrukt aus Lügen, aus Liebschaften zu anderen Männern, von denen sie sich erhofft leidenschaftlich geliebt zu werden, in eine Kaufsucht, um dieses ach so öde Leben endlich zu bereichern.
Doch die erhoffte Leidenschaft bleibt aus, das erhoffte Prestige bleibt aus, all ihre Träume zerbarsten, ist das Konstrukt der Lügen doch zu wirr und die Wasser der Lügen doch zu tief, und all die Sehnsucht nach einem anderen Leben treibt die junge Bovary über ihre eigenen Grenzen hinaus bis zu ihrem Ende, das schmerzhafter und tragischer nicht sein könnte.
Flaubert schuf hier einen von Modernität nur so strotzenden Skandalroman, der bis heute nichts an seiner Spannung, an seiner Offenheit und vor allem nichts an seiner Leidenschaft einbüßen musste. Die Sprache ist so schön, so wundersam, so eindringlich, dass man* der jungen Emma ganz ähnlich tiefer und tiefer nicht in ein Konstrukt aus Lügen, aber in die Handlung hineingesogen wird und es nicht schafft, dem Sog dieses Buches zu entfliehen – was wohl auch nichts allzu Schlechtes sein dürfte.
Ein Meisterwerk der realistischen Literatur, bei der die wunderschöne, liebliche Sprache ganz im Kontrast zum aufwühlenden Inhalt steht, und das immer und immer und immer wieder gelesen werden sollte!
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