In einer entlegenen Minensiedlung inmitten der chilenischen Atacama-Wüste gibt es kaum etwas Aufregenderes als Kino. Die Hollywoodfilme mit Marilyn Monroe, John Wayne oder Charlton Heston bieten eine willkommene Abwechslung vom Alltag der Dorfbewohner. Doch eines Tages erlebt die Siedlung etwas noch Schöneres als Kino: María Margarita, ein zehnjähriges Mädchen, kann Filme so anschaulich und dramatisch nacherzählen, daß das ganze Dorf herbeiströmt, um sich von ihr verzaubern zu lassen ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Edith Berger
aus 3istau
5/5
04.09.2013
eBook (ePUB)
berührend
Fernsehen gibt es noch nicht. Kino ist bislang noch die einzige Zerstreuung in einer Minensiedlung irgendwo in der chilenischen Wüste. Das Geld ist knapp und nicht jeder kann sich Kinobesuche leisten.
Aber es gibt Maria Margarita, ein phantasiebegabtes 10jähriges Mädchen, das Filme so faszinierend nacherzählen kann, dass die Leute herbeiströmen um ihr zuzuhören. Sie wird die Filmerzählerin des Dorfes.
Eine berührende Geschichte über die Kunst des Erzählens und der Phantasie.
Katharina Fälschlein
aus Augsburg
5/5
17.07.2013
Buch (Taschenbuch)
107 kostbare Seiten....
In kaum mehr als einer Stunde habe ich die gerade einmal 107 Seiten gelesen,
auf denen Maria ihre ergreifende Geschichte erzählt.
Über das Zerbrechen ihrer Familie,
die politischen Veränderungen,
die Verdrängung des Kinos durch die Flimmerkiste, aber vor allem über ihre Leidenschaft,Filme nachzuerzählen.
Dank ihrer besonderen Begabung macht sie Filme auch für all die Menschen in ihrem Dorf erlebbar,die es sich nicht leisten können,ins Kino zu gehen.
Mit viel Witz,
Scharfsinn und mit ihrem kindlichem Verständnis erweckt Maria die Filme zu neuem Leben -
sich immer ermahnend nicht der Handlung vorzugreifen.
Ich behaupte, das Leben kann gerade so gut aus dem gleichen Stoff sein wie die Filme.
Einen Film zu erzählen ist, als erzähle man einen Traum.
Ein Leben zu erzählen ist, als erzählte man einen Traum oder einen Film. ( S, 61 )
Andrea
aus Münsterland
4/5
16.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein kurzer Roman mit viel Gefühl
María lebt in einer Minensiedlung in der chilenischen Atacama-Wüste. Der abgelegene Ort bietet nicht viel Unterhaltung. Einzig ein kleines Kino kann die Langeweile durchbrechen. Doch der Eintritt ist teuer und María erzählt die Filme zu Hause nach. Und bezaubert damit alle Anwesenden.
Die Filmerzählerin ist ein kurzes Buch, doch dem Autor gelingt es, mit wenigen Worten eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Dadurch können wir uns Marías Leben sehr gut vorstellen. Sie liebt das Kino und das konnte auch ich als Leserin wahrnehmen. Ihre Filmerzählungen brachten ihr Bewunderung und Anerkennung. Aber der Autor spart auch die harten Seiten des Lebens in der Atacama-Wüste dar.
Der kurze Roman bildet die Freude und Begeisterung für Filme ab, aber auch die Verzweiflung, Einsamkeit und Ausweglosigkeit in der kleinen Minensiedlung. Die Geschichte hat mich bewegt und ich kann sie allen Menschen weiterempfehlen.
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5/5
24.03.2012
Buch (Taschenbuch)
Eine ergreifende Geschichte!!!
Die zehnjährige Maria Margarita gewinnt den Wettbewerb den ihr Vater unter den Geschwistern macht.
Sie ist nun die Filmerzählerin und das in einer Zeit in der es noch keinen Fernsehen gibt, sondern nur das Kino, was sich aber auch nicht jeder leisten kann.
Deshalb kommen alle zu Maria um ihre Erzählung eines Films zu hören.
Eine wunderbare Erzählung die sehr ergreifend, mitreißend und tragisch ist.
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4/5
04.10.2017
Buch (Taschenbuch)
Manchmal ist es fast schöner, Kinofilme erzählt zu bekommen...
Manchmal ist es fast schöner, Kinofilme erzählt zu bekommen als sie auf der Leinwand zu sehen. Das denken auch die Bewohner einer armen Salpeterminensiedlung in der chilenischen Atacama-Wüste in der fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Leben im Dorf ist hart, die Männer arbeiten schwer in den Minen, die Frauen versuchen, mit dem wenigen Geld zu haushalten und die vielen Kinder großzuziehen. Auch Maria Margarita lebt in schlichten Verhältnissen, denn sie haust mit ihrem nach einem Arbeitsunfall gelähmten Vater und ihren vier Brüdern in einer armseligen Wellblechhütte, die Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen. Da ist das einzige Vergnügen ein gelegentlicher Kinobesuch, um sich die schöne Welt auch in die Enge der kargen Wüste zu holen. Und weil die Menschen dort so arm sind, reicht das Geld oft nur für eine Eintrittskarte, so dass ausgelost wird, wer gehen darf. Derjenige hat dann die Aufgabe, den Zurückgebliebenen den Film nachzuerzählen. Eines Tages, als Maria Margarita zehn Jahre alt ist, veranstaltet ihr Vater einen ungewöhnlichen Wettbewerb: er schickt sie und ihre Brüder nacheinander ins Kino, und jeder von ihnen muss dann den Film nacherzählen. Seine Idee besteht darin, wer am Besten den Film erzählen kann, der darf in Zukunft immer ins Kino gehen. Alle strengen sich unglaublich an, wachsen über sich selbst hinaus, inszenieren geradezu das Filmgeschehen und wollen unbedingt gewinnen. Aber schon sehr schnell wird klar, wer den Wettbewerb als bester Filmerzähler gewonnen hat: Maria Margarita! Bald eilt ihr der Ruf voraus, eine wahre Künstlerin zu sein und die Leinwand zum Leben zu erwecken. So eilt die halbe Siedlung in die Wellblechhütte der Familie, um sie zu erleben und sich die Welt ins Wohnzimmer zu holen. Alles läuft so gut, dass Maria Margarita und ihre Familie sich sogar mit den abendlichen cineastischen Darbietungen ein Zubrot verdienen können. Doch eines Tages passiert etwas Schreckliches, das das Leben aller Familienmitglieder dramatisch verändert.
Ein schmaler, aber intensiver Roman mit klaren und kurzen Kapiteln, fast wie einzelne Kinosequenzen, ebenso knapp und kraftvoll in der Sprache. Eine uns fremde Welt entsteht vor unserem inneren Auge, wir tauchen ein und lassen uns, vielen kleinen Kinofilmen gleich, aus dem Hier und Jetzt entführen.
Mit wenigen Worten wird von Hernán Rivera Letelier eine große Geschichte erzählt.
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