Frühjahr 1943 im besetzten Paris: Der junge deutsche Gefreite Roth arbeitet tagsüber als Dolmetscher für die deutsche Geheimpolizei, abends flaniert er in Zivilkleidern durch die Stadt. Eines Abends lernt er Chantal, die Tochter eines französischen Buchhändlers, kennen. Er ahnt nicht, dass die geheimnisvolle Chantal für die Résistance arbeitet und dass er dabei ist, sich auf eine gefährliche Liebe einzulassen…
• Für alle Fans von Bernhard Schlinks "Der Vorleser" und Hanns-Josef Ortheils "Die große Liebe".
• Im Stil von Francois Truffauts Film "Die letzte Métro".
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Fesselndes Leseerlebnis
Bewertung aus Stolpen am 07.06.2021
Bewertungsnummer: 827044
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich bin eher durch Zufall auf dieses Buch gestoßen. Weder Autor noch Titel waren mir bekannt, werden mir aber von nun an in Erinnerung bleiben!
Die Geschichte eines jungen deutschen Soldaten, der sich eher als Besucher denn als Besatzer sieht - und gesehen werden möchte - und sein Spagat zwischen militärischem Zwang und dem Drang zum Erleben und Genießen dieser Stadt, ihrer Menschen und dem französischen Lebensgefühl fesseln von Beginn an.
Der Autor bannt den Leser mit seiner plastischen Erzählweise, bei der man glaubt, den Szenen stets beizuwohnen.
Selten habe ich ein Buch so verschlungen. Die Farben dieser wunderschönen Stadt so lebendig, allgegenwärtig im Spiel der Gegensätze mit dem Grau der deutschen Uniformen.
Die hochemotionalen Momente, in denen man den Angstschweiß förmlich riechen kann, wenn man aus einem Misch aus Ekel und Scham das Buch am liebsten beiseite legen würde, aber von der immer authentischen Handlung gefangen genommen bleibt...
Die Geschichte erfährt eine zunehmende Steigerung der Intensität, ich fühlte mich förmlich hineingesogen und konnte schließlich erst wieder durchatmen, nachdem ich das letzte Wort gelesen hatte. Und selbst dann blieb mir die Luft weg - dafür konnte ich eine Träne nicht unterdrücken.
Großes Kopfkino!
Christina Walther aus Sinntal am 01.03.2010
Bewertungsnummer: 628255
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
April in Paris - man schreibt das Jahr 1943. Obergefreiter Roth ist Übersetzer, er muß bei Verhören Protokoll führen. Für ihn sehr belastend, beschließt er eines Abends seinen Feierabend außergewöhnlich zu verbringen. Als Zivilist unter den Parisern. Durch sein gutes Französisch fällt seine Maskerade zunächst nicht auf. Doch die Angst entdeckt zu werden, ist nicht unbegründet. Und bei seinen Ausflügen ist da immer wieder eine junge Frau, die ihm über den Weg läuft: Chantal. Sie wird die Liebe seine Lebens. Doch fühlt sie dasselbe für ihn? Oder nutzt sie ihn nur aus?
Ganz schnörkellos, direkt und in knappen Sätzen erzählt uns Michael Wallner die Geschichte des jungen Obergefreiten Roth. Ein junger Mann, der Bücher liebt und die Stadt der Liebe. Der Deutscher ist und doch nicht sein will. Ein Mann, der sich Hals über Kopf in eine Frau verliebt, die er fast nicht kennt und der gleichzeitig leidet, weil er nicht weiß, wohin er eigentlich gehört. Die Verbrechen des Krieges verfolgen ihn - er kann sich nur retten, indem er in die Arme von Chantal flieht. Er ist ein Träumer, denn er merkt nicht, wie ernst die Lage ist, in die er sich und seine Umgebung bringt. Zu jung um zu begreifen, scheint es, hat er nur den Wunsch, mit seiner großen Liebe vereint zu sein und merkt doch nicht, dass alles was er tut, ihn in einen Abgrund reißen wird. Man kann ihm nachfühlen. Man kann ihn nicht verurteilen dafür, dass er keine Stellung beziehen kann und sich von seinen Gefühlen leiten lässt.
Die Geschichte verschlingt man förmlich, weil man jeden Moment erleben will, ganz bewußt fühlen will. Ein großartiges, melancholisches Kopfkino entfaltet sich da und zeigt die Menschen, wie sie sind: Gehetzt, verunsichert, ängstlich, aggressiv, traurig, stolz. Und doch ist da immer wieder ein Funken Hoffnung, der förmlich überspringt. Man träumt selber davon, dass es vielleicht doch einen Weg für die Beiden gibt. Dass irgendwann der Moment gekommen ist, an dem alles ein gute Ende nimmt. Nur um im nächsten Moment zu denken: Das ist nicht möglich. Wallner nimmt uns mit in die Vergangenheit, aus der wir hoffentlich alle lernen. In eine Geschichte, die sich jederzeit so zugetragen haben könnte und immer noch kann.Für mich eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe und uneingeschränkt zu empfehlen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Eine "Amour fou" aus dem Paris zur Zeit der deutschen Besatzung. Der junge Roth gerät zwischen Gestapo und Resistance in den Strudel der politischen Ereignisse.
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Der Obergefreite Roth ist in Paris stationiert und wird verpflichtet, bei Verhören als Übersetzer zu arbeiten. Um sich nach Feierabend einfach als ganz normaler Mensch zu fühlen und unter Leute zu kommen, legt er unerlaubterweise Zivilkleidung an und erkundet Paris. So, als "Antoine", wie er sich außerdienstlich nennt und fühlt, lernt er Chantal kennen, Buchhändlertochter und auf der Seite der Resistance. Er verliebt sich in sie, doch seine Doppelrolle zieht ihn zusehends in einen Strudel von Ereignissen, die auch ihm zum Verhängnis werden....
Die Verhör- und Foltermethoden der deutschen Besatzer werden ungeschönt geschildert, das Thema des Romans ist nicht etwa die Liaison zwischen einem Soldat und einer Französin, sondern die Verhältnisse im besetzten Paris und die drastischen Vorgehensweisen der Wehrmachtssoldaten. Ein harter Stoff, sprachlich fantastisch dargestellt, der Roman fordert seinen Leser (und Französisch zu können, ist durch die unübersetzten Dialoge schon vorteilhaft). Nichts zur Entspannung oder gar ein romantischer Liebesroman - aber ein anspruchsvolles Leseereignis, das ich nicht missen möchte.
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