Er betreibt sein Metier in den belebten Straßen Tokios und den überfüllten Wagen der U-Bahn. Er stiehlt mit kunstvollen, fließenden Bewegungen. Der Diebstahl ist der Kick in seinem Leben, das Gefühl, seinem Schicksal zu entrinnen - für den Moment. Doch seine dunkle Vergangenheit holt ihn wieder ein. Ein grandioser Thriller und eine dunkle, abgründige Geschichte über Schicksal und Einsamkeit.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
23.07.2021
eBook (ePUB)
Kann man Taschendiebstahl in formvollendeter anmutiger Weise betreiben? Der Protagonist dieses Romans kann es. Mitten in Tokios Menschenmengen bestiehlt er die Reichen und nimmt nur, was er zum Leben braucht. Er scheint sich selbst genug zu sein, bis ein kleiner Junge, vaterlos und seine Fähigkeiten bewundernd, die Fassade aus Isolation und Distanz durchbricht. So masken- und schutzlos holt seine dunkle Vergangenheit ihn wieder ein und führt ihn seinem Abgrund entgegen. Ein Roman, tiefgründig und soghaft wie ein ruhig dahinfließender Strom. Unbedingt lesenswert!
Bewertung
5/5
06.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Wundervoll
Dieser einzigste Style des Autors spiegelt sich in allen Büchern wieder. Sehr spannend, man möchte garnicht mehr aufhören und zu erfahren wie es in der Geschichte weiter geht. Klare Empfehlung!
Bewertung
5/5
19.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Dieb im Treiben der Stadt
In Tokyo ist ein Dieb unterwegs. Eine flüchtige Berührung, ein versehentliches Anrempeln, und schon ist die Brieftasche weg. Seine Opfer merken erst zu spät, wie ihnen geschieht. Aber er folgt einem eigenen Kodex und bestiehlt nur die Reichen. Jeder Diebstahl überschüttet den Dieb mit einem schaurigen Wohlgefühl und ist ihm so in Fleisch und Blut übergegangen, dass er manchmal gar nicht merkt, wenn seine Finger auf Wanderschaft in anderer Menschen Taschen gehen. Als Einzelgänger versucht er sich nicht an andere Menschen zu binden. Doch dann beobachtet er im Supermarkt eine Situation, die ihn nicht kalt lässt, und seine emotionalen Mauern bekommen Risse.
Das einzige, was ihm bei seinen Diebstählen auf die Schliche kommt, ist seine Vergangenheit. Er, der nie etwas anderes gemacht hat, als zu stehlen, soll für eine große Sache instrumentalisiert werden – denn er ist unbestreitbar der Beste seines Fachs. Und ausgerechnet sein vor kurzem geknüpfter Kontakt verbietet seinem Ehrenkodex, sich einfach aus dem Staub zu machen – denn die Menschen, die seine Fähigkeiten benutzen wollen, sind brutal und skrupellos in ihren Plänen...
Fast schon poetisch schön werden die flinken Bewegungen des Mannes in Fuminori Nakamuras „Der Dieb“ geschildert. Diese Schilderungen haben für mich eine Verbindung zur Geschichte aufgebaut. Der Dieb selbst hat sich nicht nur seiner innergeschichtlichen Umgebung emotional entzogen, sondern auch mir als Leserin. Eine interessante Erfahrung! Und in Nakamuras Buch fand ich das, was ich an der japanischen Literatur so schätze – ein Erzählstil, der selbst banalen Dingen und Handlungen Ästhetik einhauchen kann und eine Stimmung erzeugt.
Julian E.
4/5
08.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Aus dem Leben eines Diebes, oder: Der Schicksalsmacher
Der Leser begleitet den Ich-Erzähler bei zahlreichen Taschendiebstählen in Tokio. Am Anfang des Buches werden mehrere zusammenhanglose Diebstähle geschildert. Dem Autor gelingt es dadurch, eine bestimmte Atmosphäre zu kreieren. Man fühlt sich nah dabei, fast als könne man den Dieb bei seiner „Arbeit“ beobachten. Diese Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch.
Keineswegs bleibt es aber bei der Schilderung zusammenhangloser Diebstähle. Vielmehr lernt der Dieb einen fremden Jungen kennen, der von seiner Mutter zum Diebstahl von Lebensmitteln genötigt wird. Der Dieb erfährt, dass der neue Partner der Mutter den kleinen Jungen schlägt. Er möchte dem Jungen helfen und setzt dazu nicht nur Zeit und (viel) Geld, sondern auch sein Leben ein. Parallel gerät der Dieb nämlich in die Fänge eines japanischen Verbrecher-Bandenchefs, der drei schier unmöglich auszuführende „Aufträge“ für den Dieb hat. Dass der Dieb scheitert, hatte der Bandenchef wohl eingeplant. Nachdem er sie trotzdem weisungsgemäß erledigen konnte, muss der Dieb einen hohen Preis bezahlen. Der Bandenchef, der sich als Schicksalsmacher sieht, möchte von seinem „Plan“ nämlich nicht abweichen...
Ein außergewöhnlicher Roman über eine besondere Lebenssituation mit greifbar skizzierten Charakteren. Kurzweiliger Schreibstil und schöne Mischung aus spannender Handlung sowie Situations- und Charakterschilderung.
Bewertung
4/5
23.08.2017
Buch (Taschenbuch)
Niemand kann ewig in Japans Unterwelt...
Niemand kann ewig in Japans Unterwelt bestehen oder ihr entrinnen. Es entsteht ein absolut packender Konflikt um die düstere Vergangenheit und den Wunsch einer besseren Zukunft!
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5/5
17.05.2018
Buch (Taschenbuch)
Die neue Stimme der zeitgenössische...
Die neue Stimme der zeitgenössische japanischen Literatur! Stimmungsvoll und fesselnd! Ein überaus gelungenes, berührendes und kurzweiliges Werk aus Japan. Unbedingt lesen!.
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5/5
27.03.2017
Buch (Taschenbuch)
Das Leben eines Tokioter Diebes...
Das Leben eines Tokioter Diebes - seine Vergangenheit, das Jetzt & der Augenblick. Ein Tempo, das immer rasanter wird & ein Schicksal, das lange in den eigenen Gedanken nachklingt!
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4/5
03.12.2024
Buch (Taschenbuch)
"In der Ferne war dann stets der Turm. Nur eine Silhoulette, im Nebel schwebend, als wär`s ein Tagtraum aus alter Zeit"
Die Figur des Diebes ist eine, die die Gesellschaft als Bedingung des eigenen Seinkönnens bedarf. Nur wo Besitz existiert, kann sich soziologisch der Dieb manifestieren. Nakamura zeigt uns in diesem Roman eine wahrnehmungspsychologische Studie eines Menschen, der die Welt nur auf jene Gegenstände hin filtert, die mit dem Diebstahl koinzidieren. Ansammlungen von Menschen, Zugkurven, Rolltreppen, Taschen, all dies wird in seiner Zeichenstruktur neu arrangiert. Wir folgen einem Meisterdieb, wie er sich hochkonzentriert ein Portemonnaie nach dem anderen erbeutet und dabei hocheffizient vorgeht. Der hier beschriebene Dieb ist allerdings kein gewöhnlicher Dieb im herkömmlichen Sinne. Nicht übersehen sollten wir die Subtilität seiner diebischen Motivation. Interessant, sogar faszinierend ist der hier beschriebene Dieb gerade aufgrund der Tatsache, dass er nicht der Beute wegen stiehlt.
Die Stärke des Romans ist es, dem Warum eine philosophisch anmutende Begründung zu verleihen, jedoch dem Potential, das hier zu finden wäre, nicht konsequent genug Bedeutung und Tiefgang verleiht. Dies ist ein äußerst nihilistisches, mitunter fatalistisches Buch, welches uns das Leben dieses Diebes als notwendiges Übel aufzeigt. Zwar misst er diesem kaum einen Wert bei, doch verspürt er jenen nicht zu verleugnenden Drang am Leben bleiben zu wollen. Die Idee des Lebens reduziert sich hier einzig und allein auf das „Überleben-Wollen“. Es geht für den Dieb Nishimura um kondensierte Momente höchster Lebensintensität. In den Sekunden, bevor er mit seinem sogenannten Scherengriff in die intimen Sphären der Fremdheit eintaucht, spürt er ein erfüllendes Prickeln, eine verlockende Anspannung. Statt unaushaltbarem Nervenkitzel, lernen wir eine bizarre Verkörperung freiheitlichen Empfindens bei Nishimura kennen. Denn Freiheit ist es, die diese Momente evozieren. Nakamura dringt jedoch nicht weiter vor, wenngleich er sich bestimmte Möglichkeiten offengelassen hat. Wir dürfen daher insbesondere die Symbolik des Turmes innerhalb des Romans nicht außer Acht lassen, die mit der Kunst des Stehlens verwoben scheint. Ein mysteriöser Turm erscheint in Hintergründen, nach erfolgten Diebstahl-Vorgängen. „Je mehr ich stahl, so glaubte ich, desto weiter würde ich mich vom Turm entfernen“, erzählt uns Nishimura. Hoch aufragend scheint dieser Turm etwas mysteriöses anzudeuten, womöglich immerwährend zu suggerieren. Das „Was“ wird im Roman nur gestriffen, kaum ausbuchstabiert. Zutiefst rätselhaft mutet dieser Turm an, für dessen symbolische Dechiffrierung die Psychoanalyse, allen voran die lacansche, Deutung zu vermitteln vermag. Der Turm als der große Andere ( A ), die Alterität schlechthin, jenes Nicht-Ich, welches das Ich jedoch immer schon der Strukturierung unterworfen hat. Es wäre verkürzt in der Metaphorik des Turmes nur jenen foucaultschen Blick, wie wir ihn aus der Disziplinierungs-Technologie kennen, zu sehen. Nakamuras Turm deutet mehr an, er deutet die symbolische Ordnung in Gänze an. Lacans Vokabular kann Aufschluss geben, wie die vermeintlich reale Wirklichkeit im Grunde auf das phantasmatische Vorstellen des Subjektes angewiesen bleibt. Wie Ordnung uns bestimmt auch wenn sie gebrochen wird. Der Turm existiert nicht im Realen, er existiert in unserer verinnerlichten Struktur des Begehrens. Eine Flucht kann es nicht geben, da es keine Möglichkeit gibt die symbolische Ordnung zu umgehen, wir nur viel tiefer in sie hinein geraten, desto mehr wir ihr entkommen wollen. Oder etwa doch, für Nishimura verschwindet der Turm oder gleitet in das Diffuse ab. Seine empfundene Freiheit beim Klauen, das Verschwinden besagten Turmes kann eine Lesart anregen, nach der die symbolische Ordnung, wenn nicht verschwinden, so jedoch für einen kurzen Moment ausgeschaltet werden kann. Nakamura lässt in der Schwebe, was Ausdruck verdient hätte, bleibt an der Oberfläche, wo Tiefgang, neue Ebenen der Sichtbarkeit konstituiert hätten. Statt Mysteriöses zu suggerieren, wäre die Artikulierung des Mysteriösen dabei hilfreich gewesen das Mystische erst mystisch zu beleben....
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4/5
13.03.2019
Buch (Taschenbuch)
Überlebenskampf für Kleinkriminelle
Ein Buch, welches beinahe zweigeteilt wirkt:
Zu Beginn bekommt man wunderbar fesselnde Beschreibungen der alltäglichen "Arbeit" eines Taschendiebs, die fesseln und auch beim unbescholtenen Otto Normalverbraucher Jagdfieber und kribbelnde Finger auslösen.
Der zweite Teil wird deutlich düsterer und führt bringt sowohl uns Leser als auch den Protagonisten immer tiefer in die japanische Unterwelt, inklusive eines dramatischen Finales!
Ein wirklich unterhaltsames Buch, dessen Herzstück definitiv die Szenen sind, in denen der titelgebende Dieb sein Handwerk ausübt. Leider fällt mir persönlich die zweite Hälfte der Geschichte etwas zu deprimierend aus.
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