Françoise Sagan war erst 19, als sie mit "Bonjour tristesse" die Welt eroberte. Ihr Roman wurde in dutzende Sprachen übersetzt, millionenfach verkauft und verfilmt. Mit großer Treffsicherheit beschreibt sie darin die Befindlichkeiten ihrer jugendlichen Hauptfigur: Cécile ist ein launischer Teenager, scharfsinnig, egoistisch, manipulativ - und dazu verdammt, den Sommer mit ihrem eitlen Vater und seiner jungen, etwas einfältigen Geliebten Elsa in einem Haus an der Côte d'Azur zu verbringen. Zunächst jedoch gelingt es Cécile, die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen und den Aufenthalt nach ihrem Geschmack zu gestalten: in herrlicher Leichtigkeit und Freizügigkeit. Bis plötzlich die kluge Anne auftaucht, eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, und die sommerliche Idylle mit erzieherischer Strenge zu zerstören droht. Als der Vater Elsa verlässt und Anne heiraten will, schmiedet Cécile einen Plan - mit tragischen Konsequenzen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Sabrina Tschorn - Aus Liebe zum Lesen Literaturblog
5/5
23.03.2023
Hörbuch (CD)
Klassiker in toller Hörspielfassung
Heute habe ich mal einen Klassiker für euch: „Bonjour tristesse“ von Françoise Sagan aus dem Jahr 1954 in einer neuen Hörspielfassung von Ulrich Lampen, die mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2023 als bestes Hörspiel ausgezeichnet worden ist.
Die 17-jährige Cécile verbringt unbeschwerte Sommerferien mit ihrem Vater Raymond und seiner Freundin Elsa, bis dessen alte Freundin Anne auftaucht und sich zwischen den beiden etwas entwickelt. Cécile bewundert Anne, fürchtet sich allerdings auch vor ihr und der Beziehung zu ihrem Vater und beginnt zu intrigieren.
Ich kann gut nachvollziehen, dass das Buch der damals erst 18-jährigen Autorin bei seiner Veröffentlichung 1954 für Furore sorgte. Die Gedanken Céciles, ihre Offenheit, ihre Direktheit und die Entwicklung der Geschichte, waren damals sicher nicht alltäglich und noch heute ist die Story interessant.
Das Hörspiel schafft es gekonnt, die Stimmungen der Protagonistin zu transportieren. Man kann zu Beginn das titelgebende Gefühl „Bonjour tristesse“ ebenso wunderbar nachempfinden, wie später die Zwiegespaltenheit Céciles.
Eine absolut gelungene Umsetzung eines modernen Klassikers, der an Brisanz keineswegs eingebüßt hat.
Bewertung
5/5
08.12.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Freundschaft zwischen einer...
Die Freundschaft zwischen einer 104-jährigen Frau und einem 11-jährigen Jungen kann gut funktionieren - über den Tod des Kindes hinaus. Den Angehörigen schenkt sie neue Hoffnung.
Bewertung
aus Königswusterhausen
5/5
17.08.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Überragend - das ist Literatur!
Vorweg: Der Klappentext dieser Ausgabe ist irreführend. Er beschreibt nicht den Inhalt des Buches, sondern den Erfolg der Autorin.
Zum Inhalt:
Die Ich-Erzählerin, Halbwaise und 17, verbringt einen faulen Sommer an der Cote d'Azur. Mit dabei ist auch die aktuelle Geliebte des Vaters. Die Ich-Erzählerin fühlt sich dieser Halbweltdame zwar intellektuelle überlegen, aber allen anderen unterlegen und schmiedet sich ihr eigenes Weltbild, in dem sie mit ihrem Vater eng verbunden ist. Diese Verbindung wird durch die Ankunft und bald darauf folgende Verlobung der älteren Anne, eine Pariser Intellektuelle, bedroht. So beginnt sie, Pläne zu schmieden, wie sie die Verbindung zerstören könnte. Immer, wenn Anne nett zu ihr ist, wünscht sie, "die Komödie" zu beenden, doch es gelingt ihr nicht. Die Dingen nehmen ihren Lauf, mit unvorhersehbaren Folgen.
Beeindruckend treffsicher beschreibt F. S. Gefühle, durchschaut Figuren und schreibt all dies in einer wunderbar poetischen Sprache, dass man in einen großartigen Lesegenuss gerät. Auch werden die trägen Tage am Meer richtig lebendig. Ein wunderschönes Buch, das lange nachhallt.
Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars über Netgalley.
Bewertung
4/5
26.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eigensinnig und noch immer frisch
Francois Sagan erfand 1954 mit Céline eine junge Frau und Jugendliche, die auch heute noch überzeugt. Als die strikte und elegante Anne mit ihrer mütterlichen Überzeugungskraft ins Leben des freigeistigen Vaters tritt, bleibt Céline nichts anderes übrig als sich zu fügen - oder etwa doch nicht? Über nur wenige Seiten hinweg entfaltet sich ein intrigisches Hin und Her, welches kein gutes Ende nehmen kann. In diesem Roman treffen Welten aufeinander. Jung und Alt, Mann und Frau, Traditon und Moderne - Eine Prämisse die seit Jahrhunderten für literarisches Material sorgt.
Bories vom Berg
aus München
4/5
20.08.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Stilistin der Einsamkeit…
Eine Stilistin der Einsamkeit Aus dem umfangreichen Œuvre der französischen Bestseller-Autorin Françoise Sagan ragt der Roman «Bonjour tristesse» besonders hervor. Ihr Erstling von 1954, den sie als siebzehnjährige Studentin in nur sieben Wochen geschrieben hat, ist nicht nur ihr erfolgreichstes, der Roman ist auch ihr bekanntestes Werk. In einer «Le Monde» Umfrage von 1999 nach dem besten Buch des Jahrhunderts liegt es auf Platz 41 der Bücher, die den 17.000 beteiligten Lesern im Gedächtnis haften geblieben sind. Man glaubt es kaum, dass dieser vielfach ausgezeichnete, millionenfach verkaufte, in viele Sprachen übersetzte und 1958 von Otto Preminger verfilmte Roman damals wegen seiner Unmoral heftiger Kritik ausgesetzt war, er verstieß gegen die drögen Moralvorstellungen konservativer Kreise in diesem katholisch geprägten Land. «Ich zögere, diesem fremden Gefühl, dessen sanfter Schmerz mich bedrückt, seinen schönen und ernsten Namen zu geben: Traurigkeit». Der erste Satz enthält auch hier, wenn man Edgar Allan Poe folgt, schon die Quintessenz der erzählten Geschichte. Dem sorglosen Leben der 17jährigen Cécile, die mit ihrem Vater und dessen junger Gespielin Elsa unbeschwerte Sommerferien an der Cote d’Azur verbringt, droht ein jähes Ende, als plötzlich Anne auftaucht, eine Freundin der vor fünfzehn Jahren verstorbenen Mutter, die erfolgreich ihren Vater bezirzt. Spontane Heiratspläne der beiden Vierzigjährigen verändern schlagartig das bisherige dolce far niente, entfremden sie ihrem eine neue Ehe bisher strikt ablehnendem Vater, beenden auch abrupt das vertrauensvoll kumpelhafte Einverständnis zwischen ihnen, - Cécile ist unendlich traurig. Aber sie ersinnt eine List, um die drohende Eheschließung zu verhindern, wobei die schmählich abservierte Elsa und der von Anne aus dem Haus verbannte, deutlich ältere Jurastudent Cyril, Céciles erste Liebe, bei dem sie gleich auch ihre Jungfräulichkeit verliert, die entscheidende Rolle übernehmen. Sie geben sich nämlich als verliebtes Paar aus, um Eifersucht und den Jagdinstinkt des casanovagleichen Vaters zu wecken. Der Frauenheld fällt auch prompt darauf herein und löst damit ungewollt ein dramatisches Finale aus. In Paris dann scheint das unbeschwerte Leben von Vater und Tochter weiterzugehen, alles ist wie früher, wären da nicht die nächtlichen Erinnerungen an diesen Sommer, bei denen etwas in Cécile aufsteigt, wie es im letzten Satz heißt, «das ich mit geschlossenen Augen empfange und bei seinem Namen nenne: Traurigkeit – komm, Traurigkeit». Ihr schlechtes Gewissen wird sie nun wohl ihr Leben lang begleiten, - vergleichbar perfide ist übrigens der intrigante jugendliche Held im deutlich amüsanteren Roman «Lob der Stiefmutter» von Mario Vargas Llosa mit gleicher Thematik. Es ist die federleichte Sprache, in der diese melancholische Geschichte erzählt wird, aus einer fast noch kindlich naiven Perspektive der völligen Sorglosigkeit heraus, die ich besonders beeindruckend fand. Das Einfühlungsvermögen der Autorin in ihre damals gleichaltrige Protagonistin ist jedenfalls erstaunlich. Françoise Sagan zeichnet in kurzen Sätzen mit einfachen Worten, darin Hemingway ähnelnd, treffsicher ein psychologisch glaubwürdiges Bild ihrer sympathischen Romanfigur, deren entwaffnende Naivität ihre rücksichtslos egoistischen Ziele derart übertüncht, dass man ihr alles verzeiht als Leser. Der existentialistische Roman ist Ausdruck eines Lebensgefühls, welches die als «Stilistin der Einsamkeit» apostrophierte Schriftstellerin wie kein anderer mehrfach in ihren Werken beschrieben hat. Ihre von keinen Geldsorgen geplagten Figuren gehören der «armen, abgestumpften Rasse der Genussmenschen» an, wie es im Roman heißt, die damals, anders als in der Spaßgesellschaft unserer Tage, noch nicht derart dominant war. Insoweit ist «Bonjour tristesse» auch das Zeitzeugnis einer vergangenen Epoche, der schmale Band gehört ohne Zweifel zu den immer noch lesenswerten Klassikern der Weltliteratur.
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5/5
12.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Sommer, der nach Sonne schmeckt und mit Melancholie endet
Bonjour Tristesse ist weitaus mehr als eine Geschichte über einen Sommer an der französischen Riviera. Francoise Sagan erschafft eine Atmosphäre, die man beim Lesen beinahe spüren kann: die flirrende Hitze, das glitzernde Meer, lange Nachmittage auf der Terrasse, warme Partynächte und das Gefühl grenzenloser Freiheit. Gerade diese Leichtigkeit macht den Roman so faszinierend – denn unter der Oberfläche brodeln Eifersucht, Unsicherheit und Manipulation.
Besonders beeindruckt hat mich die Komplexität der Figuren. Niemand ist eindeutig gut oder böse (außer vielleicht Raymond). Cecile wirkt gleichzeitig klug und naiv, berechnend und verletzlich. Auch die Erwachsenen handeln aus Sehnsüchten und Ängsten, die sie menschlich und widersprüchlich erscheinen lassen. Man ertappt sich immer wieder dabei, Sympathien zu überdenken.
Sagan erzählt mit einer erstaunlichen Eleganz und Zurückhaltung. Die eigentliche Spannung entsteht nicht durch große Ereignisse, sondern durch Blicke, unausgesprochene Gefühle und die feinen Verschiebungen zwischen den Figuren. Gerade deshalb bleibt die Geschichte lange im Gedächtnis.
Ein zeitloser Roman voller Sommerstimmung und psychologischer Tiefe. Melancholisch, elegant und perfekt für den Sommer!
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5/5
16.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Gefühl eines Sommers
Noch lange nach Beendigung des Buches dachte ich über dieses Gefühl beim Lesen nach.
Sagans Erzählung hat etwas ganz leichtes, verspieltes und doch steckt es irgendwie gleichzeitig voller Melancholie. Es liest sich wie eine entfernte Erinnerung an einen Sommerurlaub: da ist der Vater, der sich immerzu abwesend anfühlt; seine Geliebte, die man* nicht leiden kann, aber sie wohl doch tolerieren muss und man* selbst, von welchem man* sich wohl am meisten entfremdet fühlt.
Zu allen diesen Gefühlen, die unsere Protagonistin Cécile empfinden muss, kommt dann auch noch Anne. Dieses Sommergefühl, das Cécile durch scharfsinnige und kluge Entscheidungen für sich gewinnen konnte, beginnt zu wackeln und aus Sommer droht ein tiefer Winter zu werden.
Wer Françoise Sagans Erzählung noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Es handelt sich hierbei um mehr als nur eine Geschichte, "bonjour tristesse" ist ein Lebensgefühl, voller jugendlichem Leichtsinn und jugendlicher Schwere, das lange anhält und immer im eigenen Leben mitschwingen wird.
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5/5
28.07.2025
Buch (Taschenbuch)
,,Willkommen Trauer”
"Bonjour Tristesse" gehört zu diesen Büchern, deren Namen man auf jeden Fall kennt. Der Titel selbst wurde schon zum geflügelten Wort, ein bisschen so wie bei den "Buddenbrooks". Die Buddenbrooks habe ich nicht gelesen, da kann ich nicht viel sagen, aber über Bonjour Tristesse habe ich nur Gutes zu berichten! Cécile muss den Sommerurlaub mit ihrem Vater und seiner Geliebten Elsa an der Côte d’Azur verbringen. Spannung kommt auf, als die Freundin Anne ihren Besuch ankündigt. Zwischen ihrem Vater und der Freundin entspinnt sich eine Liaison und Cécile heckt eine fiese Intrige aus. Ein Debütroman und moderner Klassiker, den es unbedingt wiederzuentdecken gilt!
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5/5
28.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Diese Geschichte ist zeitlos....
Diese Geschichte ist zeitlos. Cécile, ihr Vater und dessen junge Freundin verbringen die Sommerferien in einer Villa am Meer. Die Stimmung ist ungezwungen und frei. Bis Anne auftaucht. Ein Komplott wird geschmiedet und führt zur einer unaufhörlichen Intrige.
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5/5
07.02.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bonjour Tristesse ist für meine...
Bonjour Tristesse ist für meine Begriffe das Meisterwerk von Francoise Sagan. Über diese Erzählung lernte ich sie lieben!
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