Ruth Jefferson ist eine der besten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Dennoch wird ihr die Versorgung eines Neugeborenen von der Klinikleitung untersagt – die Eltern wollen nicht, dass eine dunkelhäutige Frau ihr Baby berührt. Doch eines Tages arbeitet Ruth allein auf der Station und bemerkt, dass das Kind keine Luft mehr bekommt. Sie entscheidet schließlich, sich der Anweisung zu widersetzen und dem Jungen zu helfen. Doch ihre Hilfe kommt zu spät, und Ruth wird von den Eltern des Jungen angeklagt, schuld an dessen Tod zu sein. Ein nervenaufreibendes Verfahren beginnt ...
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Ich muss zugeben, mit diesem Roman habe ich mal wieder einen dieser gelesen, bei denen es mir schwerfällt, die richtigen Worte zu finden, weil er mich so sehr beeindruckt und gleichzeitig viel zum Nachdenken geboten hat.
Dabei geht es in diesem Buch im Vordergrund um echten Rassismus und welche Nachteile schwarze Menschen zum Teil noch immer aufgrund ihrer Hautfarbe in Amerika haben. Dieses Thema hat die Autorin mit der Geschichte rund um Ruth und den Tod des Neugeborenen Davis Bauer auch wirklich gut umgesetzt, wobei sie viel Raum gibt, um sich seine eigenen Gedanken darüber zu machen. Gerade auch weil die Geschichte wahnsinnig emotional ist, gleichzeitig mit Turk Bauer aber auch einen Vater zeigt, der von seinem Hass zerfressen ist, mag man vielleicht dazu neigen, die ganze Sache einseitig zu betrachten, doch da man die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt bekommt, fiel es zumindest mir doch recht schwer, sie nur aus einem Blickwinkel zu betrachten. So bekommt man hier natürlich Ruths Sicht beschrieben, die aufgrund ihrer Hautfarbe Opfer von Turks Suche nach einem Schuldigen wird. Aber auch Turks Sicht bekommt man geboten und diese zeigt, wie er überhaupt so geworden ist, wie er ist. Und dann ist da noch die Perspektive von Ruths Anwältin Kennedy, die versucht, sie zu verstehen, aber gleichzeitig auch, ihren ersten Mordfall zu gewinnen.
All diese Charaktere und auch so manch anderen lernt man in diesem Roman zu lieben oder zumindest zu verstehen, vielleicht auch zu hassen. Doch ich finde, sie machen alle eine große Entwicklung im Laufe der Ereignisse zwischen dem Tod des kleinen Davis bis zum Ende des Verfahrens gegen Ruth durch, wobei ich natürlich am meisten mit Ruth mitgefiebert habe, da sie wirklich unschuldig ist und ich die Ungerechtigkeit, die ihr geschieht, absolut nicht ertragen konnte. Aber auch für Turk habe ich gehofft, konnte mit seiner Frau Brittany absolut mitfühlen und Kennedy fand ich super sympathisch.
Alles in allem fand ich diesen Roman wahnsinnig emotional, auf verschiedene Arten. Ich habe mit Ruth gehofft, habe Turk teilweise gehasst, teilweise aber auch bemitleidet. Ich habe viel über Rassismus gelernt, vor allem darüber, wie richtiger Rassismus aussieht, muss aber auch sagen, dass Vorurteile in alle Richtungen nicht gut sind. Letztendlich bin ich aber absolut zufrieden, wie die Geschichte ausgegangen ist und dass jeder genau das Ende bekommen hat, welches gut für ihn, beziehungsweise die Geschichte, war.
Bewertung
5/5
10.02.2024
Buch (Taschenbuch)
Exzellent!
Mit dem 1. Satz dieses Buches konnte ich es kaum mehr aus den Händen legen! Ich wüsste nicht, wann ich zuletzt so ein gutes Buch gelesen habe. Das Thema, der Schreibstil, die Abwechslung, die Spannung, die Vielseitigkeit....unübertrefflich!!
Die Autorin beschäftigt sich hier sehr kritisch mit dem Thema Rassismus und das gelingt ihr durch die tragische Geschichte der Säuglingsschwester Ruth überaus gut. Richtig gut gefiel mir dabei, dass immer abwechselnd aus Sicht von Ruth, ihrer Anwältin Kennedy und dem Rechtsextremisten Turk erzählt wird, das hat mich sehr positiv überrascht! Man kann auch nicht behaupten, dass die weitere Handlung vorhersehbar wäre, ganz im Gegenteil, es fesselte und überraschte mich bis zum letzten Satz!
Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht schreiben, ich möchte dieses Buch einfach jedem empfehlen, der gern anspruchsvolle und kritische Literatur liest. Ich würde am Liebsten 10 Sterne dafür vergeben, Jodi Picoult hat sich definitiv in mein Herz geschrieben!
Bewertung
aus Basel
5/5
15.01.2020
Buch (Taschenbuch)
Fantastisch!
Wie alle Bücher der Autorin: man kommt nicht ums Nachdenken herum... wie würde ich entscheiden oder handeln? Es gibt nicht DIE Lösung... das macht ihre Bücher aus!
booklover2011
5/5
07.02.2019
Buch (Taschenbuch)
Ein wichtiges Buch über Rassismus, dass einem die Augen öffnet
Inhalt (dem Klappentext entnommen):
Ruth Jefferson ist eine der besten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Dennoch wird ihr die Versorgung eines Neugeborenen von der Klinikleitung untersagt – die Eltern wollen nicht, dass eine dunkelhäutige Frau ihr Baby berührt. Doch eines Tages arbeitet Ruth allein auf der Station und bemerkt, dass das Kind keine Luft mehr bekommt. Sie entscheidet schließlich, sich der Anweisung zu widersetzen und dem Jungen zu helfen. Doch ihre Hilfe kommt zu spät, und Ruth wird von den Eltern des Jungen angeklagt, schuld an dessen Tod zu sein. Ein nervenaufreibendes Verfahren beginnt...
Meinung:
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Ruth, Turk und Kennedy geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann.
Die authentischen und (mehr oder weniger) sympathischen Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen sowie Gefühlen sehr gut dargestellt und beschrieben worden, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufühlen.
Dies war das erste Buch der Autorin welches ich gelesen habe und es wird sicherlich nicht das Letzte gewesen sein. Vor allem die verschiedenen Perspektiven geben der Geschichte eine besondere Tiefe. Der Prozess bzw. die Vorbereitung auf diesen nimmt viel Handlungsraum ein, aber ich fand es interessant und spannend.
Ich würde, wie auch einige andere Rezensenten, empfehlen, dass man das Nachwort als Erstes liest, denn so weiß man über den Blickwinkel, der für die Autorin im Mittelpunkt der Geschichte steht, Bescheid und ist nicht enttäuscht bzw. fragt sich immer wieder, wieso nicht Ruth stärker im Fokus steht. Jodi Picoult möchte mit diesem Buch die Augen von Weißen Menschen öffnen und über welche Privilegien sie aufgrund ihrer Hautfarbe verfügen, während im Umkehrschluss andere aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden. Und auch wenn das Buch in den USA spielt, so kann die Botschaft genauso auf Europa angewendet werden. Vor Jahrhunderten entstand die Konstruktion von menschlichen „Rassen“ und Hautfarben und auch wenn menschenverachtende Gesetze wie die Sklaverei und Rassentrennung abgeschafft worden sind, erleben immer noch zahlreiche Menschen Nachteile und werden aufgrund ihres Aussehens/ihrer Herkunft diskriminiert, während andere davon profitieren. Die Autorin schafft es auf jeden Fall für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.
Ein wichtiges Buch über Rassismus, welches hoffentlich vielen Menschen die Augen öffnen kann und zum Nachdenken anregt.
Fazit:
Ein wichtiges Buch über Rassismus, welches hoffentlich vielen Menschen die Augen öffnen kann und zum Nachdenken anregt.
zauberblume
aus Altdorf
5/5
17.01.2018
Buch (Taschenbuch)
"Kleine große Schritte" aus…
"Kleine große Schritte" aus der Feder der Bestsellerautorin Jodi Picoult ist für mich das erste Buch - und bestimmt nicht das letzte Buch - das ich von dieser außergewöhnlichen Autorin gelesen habe. Sie hat sich ja mit einem Thema beschäftigt, das auch in der heutigen Zeit noch eine große Rolle spielt. Wir lernen eine ganz besondere Protagonistin kennen, und zwar Ruth Jefferson. Sie gehört zu den besten und erfahrensten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Eines Tages passiert jedoch etwas ganz außergewöhliches. Eines Tages wird ihr von der Klinikleitung untersagt, sich um ein Neugeborenes zu kümmern. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an und wollen nicht, dass sich eine Schwarze um ihr Kind kümmert. Dann kommt es zu einer brisanten Situationen. Als Ruth einmal allein in der Säuglingsstation ist, bekommt das Neugeborene Atemnot. Wie soll sie sich verhalten? Doch Ruth folgt ihrem Gewissen. Doch der Junge stirbt. Und dann wird Ruth von dem Vater verklagt, denn Ruth soll Schuld am Tod seines Kindes sein. Ich habe dieses Buch mit einem weinenden Auge zur Seite gelegt, so berührt hat mich diese ganze Geschichte. Die Autorin hat einen ganz besonderen Schreibstil, der den Leser sofort in die atemberaubende und spannende Geschichte eintauchen lässt. Die wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, dem Pflichtverteidiger und Turk - für mich ein absoluter Unsympath, mit ihm will man nichts zu tun haben - erzählt. Die Charaktere werden auch so bildlich beschrieben, dass ich jeden einzelnen vor meinem inneren Auge habe. Ruth ist für mich ein warmherziger Mensch, dem das Wohlergehen der anderen am Herzen liegt. Und dann kommt sie so in die Mühlen der Justiz. Einfach unglaublich. Ab und an hatte ich beim Lesen richtiges Gänsehautfeeling. Man kann das Gelesene oft gar nicht glauben. Und beim Lesen stellen sich einem viele Fragen, auf die man oft keine Antwort findet. Einfach ein geniales und gefühlvolles buch Für mich ist diese Lektüre ein Lesehighlight. Die Autorin setzt sich ja mit dem Thema Rassismus auseinander und lässt den Leser nachdenklich zurück. Für mich eine ganz besondere Geschichte. Gerne vergebe ich 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Roman der Autorin.
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5/5
20.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein Roman, den die Welt nötig hat!
Jodi Picoult ist eine Autorin, die sich immer wieder mit Themen, Fakten und Tatsachen auseinandersetzt, die unbequem sind, über die wir es vermeiden, zu reden und tot schweigen. Picoult jedoch schweigt nicht. Sie recherchiert akribisch und liefert uns Einblicke in Lebenssituationen, die uns fremd oder unangenehm sind. Dies gelingt ihr mit einer Gabe an Einfühlsamkeit, die seinesgleichen sucht. Obwohl "Kleine große Schritte" bereits 2017 den Buchmarkt erobert hat, büßt der Roman angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und ethnisch-politischen Situation nichts an Brisanz ein.
Mit Ruth Jefferson lernen wir eine farbige Säuglings-Krankenschwester aus Connecticut kennen, der von einem offenkundig rassistischen Ehepaar untersagt wird, sich medizinisch um ihren neugeborenen Sohn Davis zu kümmern. Durch einen personellen Engpass auf der Säuglingsstation gerät Ruth in eine moralische Konfliktsituation. Davis hat Atemnot und läuft blau an, ihr ist von der Klinikleitung jedoch jeglicher medizinischer Kontakt zu Davis strengstens untersagt. Helfen oder nicht helfen? Als Davis an den Folgen eines Herzstillstandes stirbt, wird Ruth von dessen Eltern des Mordes angeklagt. Wo bleibt hier die Gerechtigkeit?
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5/5
11.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Gewissensfrage unter extremen Bedingungen
Jodi Picoult nannte es beim Erscheinen selbst ihr wichtigstes Buch, und tatsächlich ist ihr ein Roman gelungen, der bewegt, mitreißt und zum Nachdenken anregt über den unterschwelligen Rassismus im Alltag. Drei Perspektiven. Drei vollkommen unterschiedliche Blickwinkel. Und eine Autorin, die ihre Hausaufgaben gemacht hat und es schafft, jeden davon äußerst glaubwürdig darzustellen.
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3/5
01.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Diesmal nur drei Sterne!
Ein rassistischer Vater verbietet der farbigen Kinderschwester sein Neugeborenes anzufassen.
Thema: Super!! Treue Fans übersehen sicher gerne die Längen, die sich eingeschlichen haben!
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