Haruki Murakami verkörpert den Typus des zurückgezogenen Schriftstellers wie wenige andere. Der japanische Bestsellerautor gilt als ausgesprochen scheu. Doch nun bricht Murakami das Schweigen und lässt uns an seiner reichen Erfahrung als Schriftsteller teilhaben. Anhand von Kafka, Raymond Chandler, Dostojewski und Hemingway sowie anderen Vertretern der Weltliteratur reflektiert er über Literatur und ihre Bedeutung für ihn selbst. Und der Leser begegnet zum ersten Mal dem Menschen Murakami. Wer weiß schon von seiner großen Kennerschaft der klassischen Musik, seiner Leidenschaft für Jazz? Ein einmaliger Blick in die Werkstatt und das Herz eines der größten und erfolgreichsten Schriftsteller unserer Zeit. Und im Grunde das, was Murakami in seiner Zurückhaltung nie schreiben würde: eine Autobiographie.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Was geht in ihm vor, wie schreibt er ein Buch, welche Tricks? Nicht so leichtfüßig wie seine anderen, aber hohe Qualität...
Dr_ M
aus Sachsen
5/5
19.06.2018
Buch (Taschenbuch)
"Was ist daran falsch, sich wohlzufühlen?"
Dafür, dass Haruki Murakami angeblich ungern über sich selbst spricht, wie man auf der Buchrückseite erfährt, ist dieser autobiografisch eingefärbte Text ziemlich lang. Und vor allem erstaunlich offen.
Wenn man als Autor seine Kritiker liest und dann auch noch ernst nimmt, wird das Leben nicht unbedingt einfacher. Murakami zitiert aus einem Essay von Raymond Carver: " … Oder aber mach deine Arbeit so gut, wie es deine Fähigkeiten, deine Begabungen erlauben, und dann rechtfertige dich nicht und entschuldige dich nicht. Beklage dich nicht, erkläre nichts." An diese Ratschläge hält er sich in diesem Buch, mal partiell abgesehen vom letzten Punkt.
Unerwartet ausführlich lässt Murakami seine Leser mit den hier gesammelten Aufsätzen über sich selbst und seine Methodik Blicke in seine Welt werfen. Vielleicht ist das aus seiner Sicht so dumm nicht. Denn wer will es schon, bei aller Bescheidenheit, seinen Kritikern und den sogenannten Literaturwissenschaftlern überlassen, was die Nachwelt über einen selbst denken und wissen soll? Wenn man Murakamis Bücher nicht kennt, also kaum einen Zugang zu ihm hat, dann mögen diese Texte vielleicht gelegentlich langweilig erscheinen, was sicher auch daran liegt, dass sein Autor ein ziemlich normales und sehr diszipliniertes Leben führt, das oft abseits der lauten Gesellschaft stattfindet.
An Murakamis Offenbarungen wird man schwer etwas Gekünsteltes oder gar Kompliziertes finden. Im Gegenteil: Viele seiner Ansichten und Einsichten sind weise und ausgesprochen persönlich, sodass man sich nur wundern kann, sie so offen, manchmal fast schon ein wenig zu offen, lesen zu können. "Es ist leicht, an anderen herumzumäkeln", schreibt Murakami, "aber wenn der Betroffene alles ernst nimmt, wird er bald am Ende sein. Deshalb sage ich kategorisch, dass es mir egal sei. Und wenn noch so scheußliches Zeug geredet wird, ich schreibe, was ich schreiben will." Da muss man erst einmal hinkommen.
Für wohlmeinende Leser seiner Bücher oder angehende Schriftsteller mag dieses Buch eine kleine Fundgrube fürs Verständnis sein. Unabhängig davon erzählt es ein wenig aus dem Leben eines klugen Menschen. Deshalb kann man es auch lesen, wenn man nicht alle Bücher Murakamis kennt. Eine gewisse Kenntnis seiner Werke schadet natürlich nicht und hilft an einigen Stellen schließlich doch, denn natürlich geht der Autor auch auf sein Schaffen ein.
Insgesamt ein interessantes und auch unerwartetes Buch eines klugen, disziplinierten und geerdeten Mannes, der nichts mehr beweisen muss und der schreibt, weil er sich dabei wohlfühlt..
YukBook
aus München
4/5
16.05.2018
Buch (Taschenbuch)
Nur wenige japanische…
Nur wenige japanische Schriftsteller haben es geschafft, international so bekannt zu werden wie Haruki Murakami. Wie kam dieser Mann aus Kobe zum Schreiben und wie wurde er zum gefeierten Kultautor? Antworten darauf findet man in diesem Essayband, der nun als Taschenbuch erschienen ist. Murakami ist der Meinung, dass jeder Mensch in der Lage ist, Geschichten zu schreiben. Doch nur wenige besäßen die Beharrlichkeit und das Durchhaltevermögen, über mehrere Jahrzehnte ein Werk nach dem anderen Werk zu produzieren. Genau das macht in seinen Augen einen Berufsschriftsteller aus. Einige Stationen aus seinem Leben hat Murakami bereits in seinen Romanen verarbeitet, zum Beispiel, dass er mit seiner Frau einen Jazz-Club leitete oder später an der Waseda-Universität studierte. In diesem Buch verrät er jedoch einige neue Details, zum Beispiel, dass er mit 29 Jahren in einem Baseball-Stadion wie aus heiterem Himmel eine Epiphanie erlebte und beschloss, einen Roman zu schreiben. Oder dass er seinen ersten Roman auf English schrieb und durch die Übersetzung ins Japanische zu seinem eigenen schnörkellosen Stil fand. Seine Gedanken über allgemeine Themen wie Literaturpreise oder Originalität interessierten mich nicht so sehr wie seine ganz persönliche Einstellung zum Schreiben und seine Schreibgewohnheiten. Dass er kein Notizbuch verwendet, sondern alle Beobachtungen in 'Schubladen' in seinem Kopf archiviert, wundert mich nicht. Tatsächlich wirken viele Romane besonders aus der Anfangszeit, als hätte er zusammenhanglose Erinnerungen miteinander verknüpft und zu einer surrealen Geschichte verwebt. Das Einzige, was mich bei der Lektüre störte, war die sehr schlichte Sprache, die in seinen Romanen meist durch fantasievolle Handlungen wettgemacht wird. So konnte mich dieses Buch nicht ganz so begeistern wie beispielsweise "Das Lesen und das Schreiben" von Stephen King.
Bewertung
5/5
14.01.2018
eBook (ePUB)
Endlich ein Einblick in das Leben Murakamis
"If you only read the books that everyone else is reading, you can only think what everyone else is thinking."
Seine Romane sind weltweit bekannt, in unzählige Sprachen übersetzt worden und erscheinen regelmäßig in millionenfacher Auflage. Bereits mehrmals fiel sein Name im Zusammenhang mit dem Literaturnobelpreis, nachdem er einen der bedeutendsten Preise der japanischen Literatur gewonnen hat.
Doch über ihn selbst weiß man erstaunlicherweise wenig - den Status eines scheuen Autors hat er wie kein Zweiter inne.
Umso überraschender und umso wertvoller ist sein Buch "Vom Beruf Schriftsteller", in dem er zum ersten Mal Einblick in sein privates Leben gewährt.
Er erzählt von seinen Anfängen als Schriftsteller, wie ihn ein Baseball-Spiel zum Schreiben gebracht hat, obwohl er sich doch eigentlich seine Nächte durch das Betreiben einer Jazz-Bar um die Ohren geschlagen hatte.
Er schreibt über das Schreiben an sich, über den Berufstand der Autoren, über Charakterzüge und Persönlichkeitsmerkmale und den Entwicklungsprozess eines Autoren.
Und er hinterfragt den Literaturbetrieb, die Auszeichnungen, Preisverleihungen und das Leben im Rampenlicht.
Es ist ein ironisch-lakonischer Schreibstil, in dem Murakami verschiedene Episoden aus seinem Leben erzählt. Mit einer Spur Sarkasmus nimmt er den Literaturbetrieb, aber auch sich selbst hin und wieder gewaltig auf die Schippe.
Doch er findet auch klare, direkte Worte, anklagende Worte. Etwa dann, wenn er das japanische Bildungssystem kritisiert, dass neben Effektivität, Gehorsam und Ambition wenig Raum für die individuelle Persönlichkeit und für Fantasie lässt.
Oder wenn er die japanische Gesellschaft an sich an den Pranger stellt, die Energiegewinnung durch die Atomkraft, die Leistungsgesellschaft.
"Vom Beruf Schriftsteller" ist Murakamis persönlichstes Buch. Ein Buch, das uns den Autor endlich näher bringt und uns seine Werke besser verstehen lässt.
Sandra von Siebenthal
aus Romanshorn
5/5
25.11.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einsichten und Ansichten
Der Wunsch, etwas über sich zu erzählen, begleitete Haruki Murakami schon eine Weile. Schrieb er die Texte anfänglich noch für sich selber und nicht für einen Verleger, fand er sie bei einem nachträglichen Lesen doch zu ungeschliffen und versuchte, sie so zu formulieren, als ob sie für ein Publikum gedacht wären. Während des Schreibens und Umschreibens lernte sich Haruki Murakami selber besser kennen. Er merkte, dass ihn gewisse Themen und Meinungen seit vielen Jahren begleiten.
Nun ist aus diesen Texten ein Buch geworden, welches auch dem Leser den Menschen und Schriftsteller Murakami näher bringt. Der sonst eher zurückgezogene Schriftsteller erzählt nicht nur von seinem Schreiben, er offenbart auch viel von seiner Biografie und seinem Denken.
Wie sind Schriftsteller und was braucht man, wenn man einer sein will? Mit dieser Frage beschäftigt sich das erste Kapitel. Danach erzählt Haruki Murakami von seinem Weg zur Schriftstellerei, behandelt Themen wie Originalität, die Herkunft von Ideen und Inhalten, den Ort des Schreibens sowie auch seine Abneigung gegen die Schule, die Art und Weise, wie er Figuren entwirft oder für welche Leser er schreibt.
Wer nun selber Schrifsteller werden will, für den hat Haruki Murakami eine sehr aufmunternde Botschaft:
" einen Roman kann im Grunde jeder verfassen, der des Schreibens mächtig ist, einen Kugelschreiber und ein Heft zur Hand hat und vielleicht noch ein gewisse Fähigkeit zum Fabulieren besitzt."
Von Beruf Schriftsteller ist ein sehr persönliches und leises Buch. Haruki Murakami wirkt nie belehrend oder überheblich, er gibt keine unhaltbaren Versprechen, sondern erzählt in einer eingängigen und unterhaltsamen Weise von seinem Schreiben und davon, was dieses für ihn bedeutet.
Fazit:
Ein sehr persönliches und unterhaltsames Buch, das Einblicke ins Leben und Schaffen des Menschen und Schriftstellers Haruki Murakami gewährt. Absolut empfehlenswert!
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5/5
16.05.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Murakami erklärt, wie man einen...
Murakami erklärt, wie man einen Roman schreibt. Im Grunde kann man diese Sammlung von Essays eine Autobiographie nennen, die den bescheidenen Autor etwas greifbarer macht.
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5/5
30.01.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mehr als nur ein einfacher Schriftsteller!
Bei so vielen Menschen denkt man heute, wieso bringen Sie ein Buch heraus?
Bei Haruki Murakami ist das anders, er ist seit über 30 Jahren im Beruf tätig und schreibt nicht nur den schrägen Weg wie er zum Autor geworden ist und was er vorher alles so getrieben hat und auch jetzt noch anstellt neben den tollen Büchern, er zeigt den Menschen, was es heißt ein wirklich persistenter Schriftsteller von Beruf zu sein, welcher sich sein gesamtes Leben davon finanzieren will!
Inspirierendes Werk, ich fand es fantastisch.
Viel spaß beim Lesen wünsche ich! :)
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4/5
17.03.2026
eBook (ePUB)
Wovon er redet, wenn er vom Schreiben redet
Wenn sich die eigene Biografie liest wie ein Roman-Fragment, hat man als Schriftsteller wohl auf mehreren Ebenen etwas richtig gemacht. Ob Murakami das eigene Leben dem eigenen Lebenswerk annähern wollte, indem er seinen Werdegang als Schriftsteller mystifiziert, darüber müssen Fans und Kritiker selbst urteilen. Viel besser gefällt mir die Vorstellung, dass Murakami gar nicht anders kann, weil er tatsächlich in einem Murakami-Roman Zuhause ist und die Welt für ihn genau so funktioniert, wie er sie uns beschreibt. Baseball + Taube = Ich werde Schriftsteller! Nicht all seine Ausführungen sind gut nachvollziehbar, besonders nicht für westliche Leser:innen, denen es schwer fallen dürfte, Murakamis Kritik am japanischen Bildungssystem, dem dortigen Literaturbetrieb und an diversen gesellschaftlichen Begebenheiten sinnvoll einzuordnen. Aber sei's drum. Man kann sich da schon reindenken und interessant ist der Streifzug durch die Vergangenheit allemal. Eine gelungene, wenn auch lückenhafte Autobiografie, die den Mythos Murakami gekonnt unterschreicht.
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